Was bedeutet Schergen?
schergen Bedeutung: Schergen ist der Plural von Scherge
Schergen klingt hart, und das ist Absicht. Hier erfährst du, was das Wort laut DWDS bedeutet, warum es abwertend ist und wie du es in eigenen Texten bewusst einsetzt.
Schergen: Bedeutung und Einordnung
Schergen ist die Pluralform von Scherge. Das DWDS führt Scherge als Substantiv im Maskulinum und vermerkt, dass das Wort meist im Plural gebraucht wird. Auch der Genitiv Singular lautet Schergen. Prüfe daher in deinem eigenen Satz, ob du den Plural oder den Genitiv meinst. Die Bedeutung ist abwertend: Ein Scherge ist jemand, der einem gewaltsamen Regime dient und die repressiven Anordnungen dieses Regimes ausführt. Wer von Schergen spricht, bezeichnet also Menschen, die die Gewaltbefehle eines Regimes umsetzen, und verurteilt sie zugleich.
Der Eintrag nennt noch zwei weitere Verwendungen. Zum einen kann ein Scherge ein Handlanger sein, der für einen kriminellen Auftraggeber gewaltsame Aufgaben übernimmt. Zum anderen bezeichnete das Wort historisch einen niederen Gerichtsdiener oder einen Henkersgehilfen. Prüfe bei einem eigenen Text, welche dieser drei Lesarten du meinst. Für allgemeine Fragen zur Rechtschreibung und für weitere Begriffe kannst du die Sammlung zu Wortbedeutungen und Abkürzungen nutzen.
Das Ziel dieser Seite: Du sollst verstehen, was Schergen bedeutet, die abwertende Färbung erkennen und das Wort bewusst statt zufällig einsetzen. Die Grenzen sind ebenso klar. Hier stehen nur die Angaben aus dem DWDS-Eintrag, also keine zusätzliche Herkunft, keine Häufigkeitsangaben und keine Zuordnung zu einem Fachgebiet. Zahlen oder Fristen kommen bewusst nicht vor. Ob das Wort in eine bestimmte Hausarbeit passt, klärst du mit der Person, die deinen Text bewertet.

Schritt für Schritt zum passenden Gebrauch
Gehe beim Wort Scherge in einer festen Reihenfolge vor, damit du Bedeutung, Ton und Form sauber trennst. So prüfst du Schritt für Schritt, ob das Wort zu deinem Satz passt.
- Bedeutung bestimmen: Lies den DWDS-Eintrag und entscheide, welche der drei Lesarten in deinem Satz gemeint ist: Diener eines gewaltsamen Regimes, Handlanger eines kriminellen Auftraggebers oder der historische Gerichtsdiener beziehungsweise Henkersgehilfe.
- Abwertende Färbung prüfen: Frag dich, ob du die bezeichneten Personen wirklich verurteilen willst. Laut DWDS ist die Bedeutung abwertend; prüfe, ob diese Wertung zu deiner Aussage passt.
- Eigenes Beispiel im Plural formulieren: Schreib einen kurzen Satz, etwa: „Die Schergen des Diktators verhafteten die Oppositionellen.“ Prüf danach, ob der Plural und die Wertung zu deiner Aussage passen.
- Zuständige Person bestimmen: Ermittle aus deinen Kursunterlagen oder Prüfungsvorgaben, wer deinen Text bewertet oder betreut. Frage diese Person, ob wertende Begriffe in deiner Textsorte erwünscht sind.
- Ergebnis dokumentieren: Notiere dir die gewählte Lesart, deinen Beispielsatz und offene Fragen. Leg dann fest, ob du das Wort behältst, ersetzt oder nachfragst.
Ein kurzes Ablaufbeispiel: Eine Studentin schreibt in einem Essay über eine Diktatur den Satz „Die Polizisten führten die Befehle aus.“ Sie möchte die Verantwortung der Täter deutlicher machen und überlegt, Schergen zu verwenden. Sie liest die Bedeutung nach, stellt fest, dass das Wort abwertend ist, und formuliert: „Die Schergen des Regimes führten die Befehle aus.“ Da sie nicht weiß, ob wertende Sprache in ihrem Essay gewünscht ist, notiert sie die Frage und schickt sie an ihre Betreuerin. Bis zur Antwort markiert sie die Stelle im Text.
Wenn du beim Formulieren über die Form stolperst, kannst du in der Übersicht zur Pluralbildung nachschlagen. Suchst du ein weniger wertendes Wort, kannst du passende Synonyme heranziehen, die du allerdings ebenfalls auf ihre Bedeutung prüfen solltest.
Typische Fehler beim Wort Schergen
Ein typischer Fehler ist, Schergen als neutrale Bezeichnung für Helfer, Mitarbeiter oder Angestellte zu verwenden. Das Wort ist laut DWDS abwertend. Wer etwa schreibt, die Schergen des Bürgermeisters hätten das Fest organisiert, unterstellt den Beteiligten ungewollt Gewalt und Unterdrückung. Formuliere in solchen Fällen sachlich und greif zu einem Wort ohne diese Wertung.
Ein zweiter Fehler betrifft die Zeitebene. Die historische Bedeutung als niederer Gerichtsdiener oder Henkersgehilfe gehört nicht in einen Satz über die heutige Gewaltherrschaft, und umgekehrt. Wenn du einen historischen Text zitierst, kennzeichne, welche Lesart dort gemeint ist. Gerade für wissenschaftliches Schreiben ist diese Trennung wichtig, weil sonst eine Quelle falsch gedeutet wird. Auch die Wahl passender Textformen beeinflusst, wie stark wertende Begriffe auffallen.
Drittens: Verwechsle eigene Annahmen nicht mit Regeln. Dass dir ein Wort aus Filmen oder Romanen vertraut ist, sagt nichts über seine genaue Bedeutung. Schlag nach, statt dich auf dein Sprachgefühl zu verlassen. Allgemeine Rechtschreibregeln helfen dir bei der Schreibung, die Bedeutung eines Wortes klärt dagegen ein Wörterbucheintrag. Auch Rechtschreibprogramme erkennen keine unpassende Wertung, sie markieren bestenfalls Tippfehler.
Viertens: Schieb Nachweise und Rückfragen nicht auf. Notiere die Fundstelle im DWDS, sobald du sie nutzt, und stell offene Fragen zur Wortwahl früh an die zuständige Person. Wer erst kurz vor der Abgabe fragt, muss im Zweifel ganze Absätze umbauen. Ob sich durch die Rechtschreibreform an der Schreibung etwas geändert hat, prüfst du ebenfalls direkt im Wörterbuch, statt es zu vermuten.

Checkliste vor der Abgabe
Bevor du einen Text mit dem Wort Schergen abgibst, geh diese Punkte einzeln durch. Jeder Punkt lässt sich mit dem Wörterbucheintrag und deinem eigenen Satz beantworten.
- Bedeutung prüfen: Welche Lesart meinst du: Diener eines gewaltsamen Regimes, Handlanger eines kriminellen Auftraggebers oder historischer Gerichtsdiener?
- Wortart prüfen: Scherge ist ein Substantiv im Maskulinum. Schreib es deshalb groß und achte auf den passenden Begleiter.
- Abwertenden Ton prüfen: Willst du die bezeichneten Personen wirklich verurteilen? Wenn nicht, ersetze das Wort.
- Pluralgebrauch prüfen: Steht Schergen in deinem Satz als Plural oder als Genitiv Singular? Lies den Satz laut und kontrolliere, ob Verb und Begleiter dazu passen.
- Quelle notieren: Halte fest, dass deine Angaben aus dem DWDS-Eintrag zu Scherge stammen.
- Zuständige Stelle klären: Ermittle aus deinen Kursunterlagen, wer deinen Text bewertet, und richte Fragen zur Wortwahl an diese Person.
- Nächsten Schritt festlegen: Entscheide, ob du das Wort behältst, ersetzt oder erst nach einer Rückfrage endgültig einsetzt.
Die Großschreibung von Substantiven kannst du in der Übersicht zur Groß- und Kleinschreibung noch einmal nachlesen. Für das grammatische Geschlecht hilft dir die Seite über Artikel der, die und das weiter.
Wenn dein Satz länger wird, achte auch auf die Kommasetzung, damit die Wertung nicht in einem verschachtelten Satz untergeht. Für zusammengesetzte Wörter lohnt ein Blick auf die Getrennt- und Zusammenschreibung.
Bei Abkürzungen im Umfeld, etwa für Organisationen eines Regimes, solltest du Abkürzungen richtig schreiben und beim ersten Vorkommen auflösen. Regeln zur übrigen Zeichensetzung findest du in einer eigenen Übersicht.
Dein persönlicher nächster Schritt: Öffne deinen aktuellen Text, such jede Stelle mit Schergen und arbeite die Liste oben für jede Fundstelle einmal ab.
So zitieren Sie diese Seite
Stand: 26. Oktober 2026korrektur.de. (2026, 26. Oktober). Schergen: Bedeutung, Wortart und Gebrauch. korrektur.de. https://korrektur.de/schergen
„Schergen: Bedeutung, Wortart und Gebrauch.“ korrektur.de, 26. Okt. 2026, korrektur.de/schergen. Zugriff 26. Okt. 2026.
korrektur.de (2026) Schergen: Bedeutung, Wortart und Gebrauch. Verfügbar unter: https://korrektur.de/schergen (Zugriff: 26. Oktober 2026).
korrektur.de. „Schergen: Bedeutung, Wortart und Gebrauch.“ Zuletzt geändert 26. Oktober 2026. https://korrektur.de/schergen.
korrektur.de. Schergen: Bedeutung, Wortart und Gebrauch [online]. 2026 [Zugriff am 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://korrektur.de/schergen
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-23)