Was bedeutet „qualitative Interviews auswerten“?
Qualitative Interviews auswerten: Bedeutung und Verwendung
Die Formulierung verbindet die Bedeutung von „qualitativ“ mit dem wissenschaftlichen Sinn von „Interview“ und sollte im jeweiligen Satzkontext gelesen werden.
Bedeutung von „qualitative Interviews auswerten“
Die Wortgruppe „qualitative Interviews auswerten“ verbindet mehrere Wörter, deren Bedeutungen getrennt betrachtet werden können. Qualitativ bezieht sich auf Qualität, Güte oder Beschaffenheit. Ein Interview kann im wissenschaftlichen Zusammenhang eine Befragung zur Datenerhebung sein.
Damit ist für einen Satz zu klären, in welchem Sinn „Interview“ verwendet wird. Das Wort kann auch ein für eine Veröffentlichung geführtes Gespräch oder ein Vorstellungsgespräch bezeichnen. Der wissenschaftliche Sinn ist nur dann passend, wenn der Satz diesen Zusammenhang erkennen lässt.
Die vollständige Wortgruppe legt für sich genommen keine bestimmte Vorgehensweise fest. Sie nennt weder ein bestimmtes Programm noch ein Ergebnis. Solche Angaben müssen, falls sie gemeint sind, im jeweiligen Text stehen.
Ein eigener Satz kann die Wörter etwa so verwenden: „Im Projekt sollen qualitative Interviews ausgewertet werden.“ Der Satz nennt die Wortgruppe, ohne eine konkrete Methode zu behaupten. Ein anderer Satz lautet: „Die Arbeit behandelt das Auswerten qualitativer Interviews.“ Auch hier bleibt offen, wie die Auswertung erfolgt.
Die Rechtschreibung der Wörter ist von ihrer Bedeutung zu unterscheiden. Für die inhaltliche Einordnung kommt es darauf an, ob mit „Interview“ die wissenschaftliche Befragung, ein Gespräch für eine Veröffentlichung oder ein Vorstellungsgespräch gemeint ist.

Bedeutung und Kontext unterscheiden
Die Quelle führt für „Interview“ unterschiedliche Bedeutungsbereiche auf. Diese Bedeutungen sind als Alternativen zu lesen, nicht als gemeinsame Pflichtmerkmale derselben Verwendung. Der konkrete Kontext entscheidet, welche Lesart passt.
- Gespräch für eine Publikation: Ein Interview kann ein bestimmtes Gespräch zwischen einer meist bekannten Persönlichkeit und einem Reporter sein, bei dem Fragen des Reporters beantwortet werden. Ein Satz über die Auswertung solcher Gespräche würde zunächst den Publikationszusammenhang aufrufen. Ob die Formulierung „qualitative Interviews auswerten“ dafür passend ist, sollte am konkreten Satz und an der Quelle geprüft werden.
- Wissenschaftliche Datenerhebung: Im Bereich Wissenschaft kann ein Interview eine Methode der Datenerhebung durch Befragung im Zusammenhang mit einer meist wissenschaftlichen Untersuchung sein. Diese Lesart verbindet sich unmittelbar mit der Formulierung „qualitative Interviews auswerten“, wenn der Satz von einer Untersuchung und erhobenen Befragungsdaten handelt.
- Vorstellungsgespräch: Im Arbeitswelt-Kontext kann ein Interview ein Vorstellungsgespräch im Zusammenhang mit einer Bewerbung oder einem Auswahlverfahren sein. Diese Bedeutung ist eine eigene Alternative. Sie darf nicht ohne Prüfung als wissenschaftliche Bedeutung des Ausdrucks übernommen werden.
Die Aussageabsicht wird durch den umgebenden Satz sichtbar. Geht es um eine Untersuchung, weist der Kontext auf die wissenschaftliche Lesart. Geht es um einen Reporter und eine Publikation, steht das Gespräch für eine Veröffentlichung im Vordergrund. Geht es um Bewerbung oder Auswahl, liegt die arbeitsweltliche Lesart vor.
Bei der sprachlichen Gestaltung helfen Rechtschreibregeln ebenso wie die Prüfung der Groß- und Kleinschreibung und der Getrennt- und Zusammenschreibung. Diese Prüfungen klären die Form des Satzes. Sie ersetzen aber nicht die inhaltliche Prüfung, welche Interview-Bedeutung der Kontext trägt.
Die Kommasetzung und die übrige Zeichensetzung können zusätzlich den Satzbau sichtbar machen. Eine frühere oder aktuelle Rechtschreibreform ist für die hier beschriebene Bedeutungsunterscheidung nicht als zusätzliche Sachinformation belegt.
Drei eigenständige Beispiele
Die folgenden Sätze sind eigenständige Beispiele für die vollständige Formulierung. Sie nennen keine bestimmte Methode, kein Ergebnis und keine Institution.
- Studienkontext: „Für die Arbeit sollen qualitative Interviews ausgewertet werden.“
- Berichtskontext: „Der Bericht hält fest, dass qualitative Interviews ausgewertet wurden.“
- Planungskontext: „Im Entwurf steht der Satz: Wir werden qualitative Interviews auswerten.“
Die Beispiele zeigen dieselbe Wortgruppe in unterschiedlichen Sätzen. Sie legen nicht fest, wie das Auswerten geschieht. Für die Bedeutung von „Interview“ bleibt der jeweilige Zusammenhang wichtig: Im wissenschaftlichen Sinn kann es eine Befragung zur Datenerhebung sein; das Wort kann jedoch auch ein Gespräch für eine Veröffentlichung oder ein Vorstellungsgespräch bezeichnen.
Die Begriffe Rechtschreibprogramme und wissenschaftliches Schreiben stehen als weitere Themen neben diesen Beispielen. Sie verändern weder die Bedeutung von „Interview“ noch legen sie eine Auswertungsmethode fest.
Auch Abkürzungen richtig schreiben und Wortbedeutungen und Abkürzungen sind getrennte Themen. Eine Abkürzung bestimmt nicht automatisch, welcher Bedeutungsbereich eines vollständigen Wortes im Satz gemeint ist.
Abgrenzungen ohne unbelegte Zusätze
Die wichtigste Grenze liegt zwischen den Bedeutungsbereichen des Wortes „Interview“. Ein wissenschaftliches Interview, ein Gespräch für eine Publikation und ein Vorstellungsgespräch sind in der Quelle getrennt aufgeführt. Deshalb sollten sie nicht pauschal gleichgesetzt werden. Besonders die Formulierung „qualitative Interviews auswerten“ sollte nicht ohne Kontext als Bezeichnung für jedes Gespräch mit Fragen verwendet werden.
Ebenso darf aus dem Wort „qualitativ“ keine zusätzliche Fachbedeutung abgeleitet werden. Belegt ist die Beziehung zu Qualität, Güte oder Beschaffenheit. Nicht belegt sind im Quellenmaterial konkrete Schritte der Analyse, bestimmte Kategorien, Software, Gütekriterien oder Ergebnisse. Wer solche Punkte in einem eigenen Text nennen möchte, sollte dafür eine passende zusätzliche Quelle prüfen.
Auch eine Herkunft, Bewertung oder institutionelle Zuordnung des Ausdrucks ist hier nicht belegt. Daher sollte der Text keine Aussage darüber ergänzen, wer qualitative Interviews auswertet, an welcher Stelle dies geschieht oder welchem Zweck ein bestimmtes Angebot dient. Eine sichere Formulierung bleibt bei der belegten Wortbedeutung und beim konkreten Satzkontext.
Synonyme können bei der stilistischen Überarbeitung hilfreich sein, ersetzen aber nicht automatisch den Ausdruck „qualitative Interviews auswerten“. Die Seite Artikel der, die und das kann bei grammatischen Fragen zum Substantiv „Interview“ herangezogen werden. Für die Mehrzahl steht die Form „Interviews“; bei Unsicherheit zur Pluralbildung sollte die konkrete Form geprüft werden.
Auch die Einordnung in verschiedene Textformen darf nicht zu einer neuen Fachbedeutung führen. Ein wissenschaftlicher Satz, ein Bericht über eine Publikation und ein Satz aus der Arbeitswelt können denselben Ausdruck „Interview“ in unterschiedlichen Bedeutungsbereichen verwenden. Entscheidend bleibt, welche Aussage der jeweilige Kontext trägt.

Kurzer Check für die eigene Verwendung
Prüfe die Formulierung in dieser Reihenfolge:
- Frage zuerst, ob „qualitativ“ im Sinn von Qualität, Güte oder Beschaffenheit verwendet wird.
- Prüfe danach, welche Bedeutung von „Interview“ der Satz nahelegt: wissenschaftliche Datenerhebung, Gespräch für eine Publikation oder Vorstellungsgespräch im Zusammenhang mit Bewerbung oder Auswahl.
- Ordne die Aussageabsicht dem konkreten Kontext zu. Eine Untersuchung, ein Reporter oder eine Bewerbung führen zu unterschiedlichen Lesarten.
- Suche in der verwendeten Quelle nach dem konkreten Satzkontext und übernimm keine zusätzliche Methode, Wirkung, Voraussetzung oder institutionelle Zuordnung, die dort nicht belegt ist.
- Prüfe abschließend die sprachliche Form des eigenen Satzes, einschließlich Artikel, Singular oder Plural, Satzbau und Zeichensetzung.
Wenn die wissenschaftliche Lesart gemeint ist, sollte der Satz einen Zusammenhang mit einer wissenschaftlichen Untersuchung oder einer Datenerhebung durch Befragung erkennen lassen. Wenn dieser Zusammenhang nicht aus dem Text hervorgeht, ist eine konkrete Prüfhandlung sicherer: Ermittle anhand der Quelle, welche Interview-Bedeutung im Satz tatsächlich gemeint ist.
Bei formalen Unsicherheiten können Rechtschreibregeln und die Kommasetzung geprüft werden. Bei der inhaltlichen Unsicherheit hilft dagegen nur der Abgleich mit der Quelle und dem konkreten Satz. So bleiben Kernbedeutung, Kontext und mögliche Verwechslungen getrennt.
Quellen und Stand
- qualitativ, Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (geprüft am 2026 bis 09 bis 01)
- Interview, Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (geprüft am 2026 bis 09 bis 01)