Was bedeutet Paraphasieren?
Paraphasieren: Bedeutung und Verwendung
„Paraphasieren“ wird im DWDS als Suchabfrage auf „paraphrasieren“ bezogen. Gemeint sein kann das verständliche Umformulieren, musikalisches Variieren oder künstlerische Neuinterpretieren.
Paraphasieren verständlich erklärt
Für die Abfrage „paraphasieren“ ermittelt das DWDS den Artikel paraphrasieren als passend. Die Kernbedeutung besteht darin, einen sprachlichen Ausdruck mit eigenen Worten verständlicher wiederzugeben. Dabei wird ein vorhandener Ausdruck umschrieben oder erklärt, ohne ihn einfach unverändert zu wiederholen.
Der Ausdruck wird deshalb verwendet, wenn eine Aussage in anderer sprachlicher Form dargeboten werden soll. Entscheidend ist der konkrete Satzkontext: Prüfe, ob tatsächlich eine sprachliche Umformulierung gemeint ist oder ob der Zusammenhang auf Musik oder Kunst weist. Für die Rechtschreibung des Suchworts kann zusätzlich geprüft werden, ob „paraphrasieren“ als passende Wortform gemeint ist.
Eine knappe Orientierung lautet: Paraphrasieren heißt, einen sprachlichen Ausdruck mit anderen, eigenen Worten zu erklären oder wiederzugeben. Der Ausdruck bezeichnet nicht automatisch jede Veränderung eines Textes. Welche Bedeutung passt, ergibt sich aus dem jeweiligen Kontext und der Aussageabsicht.

Bedeutung und Kontext unterscheiden
Das DWDS führt für „paraphrasieren“ mehrere Bedeutungen auf. Sie stehen als Alternativen nebeneinander und sind nicht gemeinsam notwendige Merkmale desselben Satzes:
- Sprachwissenschaftlicher Kontext: Ein Wort oder ein sprachlicher Ausdruck wird verdeutlicht, erklärt oder mit eigenen Worten wiedergegeben. Beispiel: „Die Dozentin paraphrasiert den schwierigen Fachsatz für die Gruppe.“ Hier liegt der Schwerpunkt auf dem verständlicheren sprachlichen Ausdruck.
- Musikalischer Kontext: Ein vorhandenes Musikstück wird aufgegriffen, verändert oder interpretiert. Beispiel: „Der Komponist paraphrasiert das bekannte Motiv in einer neuen Passage.“ Hier verweist der Kontext auf musikalische Bearbeitung.
- Bildlicher künstlerischer Kontext: Ein künstlerisches Werk wird in Anlehnung an ein anderes gestaltet oder ein Thema mit eigenen künstlerischen Mitteln neu interpretiert. Beispiel: „Die Ausstellung zeigt ein Bild, das ein früheres Motiv eigenständig paraphrasiert.“ Hier steht die künstlerische Bezugnahme im Vordergrund.
Die Aussageabsicht verbindet Bedeutung und Kontext. Wer einen schwer verständlichen Satz für andere zugänglicher machen will, verwendet den Ausdruck im sprachlichen Sinn. Wer ein musikalisches Motiv verändert oder ein künstlerisches Thema neu gestaltet, bewegt sich in einer anderen, ausdrücklich kontextgebundenen Bedeutung. Für die Prüfung solcher Fälle helfen Rechtschreibregeln nicht allein: Zusätzlich muss der Satzinhalt betrachtet werden.
Bei der sprachlichen Formulierung können Fragen zur Groß- und Kleinschreibung oder zur Getrennt- und Zusammenschreibung getrennt von der Bedeutungsfrage geprüft werden. Die Schreibprüfung beantwortet also nicht automatisch die Frage, welche der genannten Bedeutungen im Satz vorliegt.
Drei eigene Beispiele für die Verwendung
Die folgenden Beispiele zeigen unterschiedliche Kontexte. Sie sind eigenständig formuliert und dienen dazu, die passende Aussageabsicht im Satz zu erkennen.
- Sprache: „Der Redakteur paraphrasiert die komplizierte Meldung, damit ihr Inhalt klarer hervortritt.“ Der Satz legt eine verständliche sprachliche Wiedergabe nahe.
- Musik: „Im zweiten Teil paraphrasiert die Pianistin ein früher eingeführtes Thema.“ Der musikalische Zusammenhang weist auf eine veränderte Interpretation eines vorhandenen Themas.
- Kunst: „Die Installation paraphrasiert ein älteres Werk, indem sie dessen Thema mit neuen künstlerischen Mitteln aufgreift.“ Hier steht die bildliche Bedeutung der eigenständigen Neuinterpretation im Mittelpunkt.
Beim Formulieren eigener Sätze kann die Kommasetzung unabhängig von der Wortbedeutung geprüft werden. Auch die Zeichensetzung und die Auswahl eines passenden Satzbaus sind eigene Prüfbereiche. Wer einen Ausdruck für einen fachlichen Text einordnet, kann den Zusammenhang mit wissenschaftlichem Schreiben gesondert betrachten, ohne daraus eine zusätzliche Definition des Verbs abzuleiten.
Ein weiterer Beispielsatz macht die Abgrenzung sichtbar: „Mara paraphrasiert die Erklärung des Lehrbuchs in einem kurzen Absatz.“ Dieser Satz beschreibt eine sprachliche Wiedergabe mit eigenen Worten. Er sagt nicht, dass ein Musikstück oder ein Kunstwerk verändert wird.
Passend dazu findest du weitere Hinweise im Beitrag wissenschaftliches Schreiben.
Verwechslungen und Grenzen der Bedeutung
Die Abfrageform „paraphasieren“ und der im DWDS ermittelte Artikel „paraphrasieren“ sollten zunächst auseinandergehalten werden. Für die konkrete Schreibweise kann ein Wörterbuch geprüft oder Rechtschreibprogramme verwendet werden. Eine solche Prüfung ersetzt nicht die Bedeutungsbestimmung im Satz.
Auch ähnliche Ausdrücke dürfen nicht pauschal gleichgesetzt werden. Das DWDS nennt bedeutungsverwandte Ausdrücke wie „umschreiben“, „überarbeiten“, „neu schreiben“ und „umarbeiten“. Daraus folgt nicht, dass jeder dieser Ausdrücke in jedem Kontext dieselbe Bedeutung wie „paraphrasieren“ trägt. Prüfe deshalb den genauen Satz und die beabsichtigte Aussage.
Im sprachwissenschaftlichen Sinn geht es um die verdeutlichende Wiedergabe eines Wortes oder sprachlichen Ausdrucks mit eigenen Worten. Im musikalischen Sinn geht es um das Aufgreifen und Variieren vorhandener Musik. In bildlicher Verwendung geht es um ein künstlerisches Werk oder Thema, das in Anlehnung an ein anderes neu gestaltet oder interpretiert wird. Diese Kontexte dürfen nicht zu einer einzigen allgemeinen Fachbedeutung verschmolzen werden.
Für ergänzende Sprachfragen können Abkürzungen richtig schreiben, Wortbedeutungen und Abkürzungen, Artikel der, die und das sowie Pluralbildung eigene Nachschlagebereiche sein. Sie belegen jedoch keine weitere Bedeutung von „paraphrasieren“. Ebenso liefern Synonyme nur verwandte Ausdrücke, nicht automatisch eine vollständige Bedeutungsidentität.
Eine Rechtschreibreform sollte nur dann einbezogen werden, wenn die konkrete Schreibweise oder ein historischer Schreibstand geprüft werden soll. Aus dem vorliegenden Wörterbucheintrag lässt sich keine zusätzliche Herkunft, Wertung oder allgemeine Gebrauchspflicht ableiten. Für die Einordnung verschiedener Textformen ist daher jeweils der konkrete Satzkontext zu lesen.

Kurzer Check für den eigenen Satz
Prüfe die Verwendung in dieser Reihenfolge:
- Ermittle zuerst die Kernbedeutung: Wird ein Wort oder Ausdruck mit eigenen Worten erklärt oder wiedergegeben?
- Prüfe danach den Kontext: Geht es um Sprache, um ein vorhandenes Musikstück oder um ein künstlerisches Werk beziehungsweise Thema?
- Ordne die mögliche Verwechslung ein: Steht im Satz tatsächlich „paraphrasieren“, oder wird nur ein verwandter Ausdruck wie „umschreiben“ oder „überarbeiten“ verwendet?
- Prüfe anschließend die Quelle und den konkreten Satzkontext. Für die Schreibseite können Rechtschreibung, Rechtschreibregeln und bei Bedarf die Rechtschreibreform herangezogen werden.
Wenn der Satz eine sprachliche Erklärung beschreibt, passt die erste Bedeutung. Wenn Musik oder Kunst ausdrücklich den Zusammenhang bestimmen, prüfe die jeweilige alternative Bedeutung. Bei einem unklaren Satz formuliere die Aussage so um, dass die beabsichtigte Aussageabsicht erkennbar wird. Der Ausdruck bleibt dabei an den belegten Bedeutungsrahmen gebunden.
Quellen und Stand
- paraphieren, Schreibung, Definition, Bedeutung, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (geprüft am 2026 bis 09 bis 01)
- paraphrasieren, Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele | DWDS: www.dwds.de (geprüft am 2026 bis 09 bis 01)