Wie lang ist eine Lernpause im Studium und wie gestaltest du sie?
Lernpausen gestalten: Länge und Aktivitäten sinnvoll wählen
Pausen werden geplant, und Dauer, Aktivität und Bildschirmnutzung entscheiden zusammen darüber, wie erholsam sie sind. Wer stundenlang durchlernt oder die Pause am Handy verbringt, kommt danach kaum zur Ruhe.
Warum Pausen zum Lernen gehören
Pausen sind Teil des Lernens und kein Zeitverlust. Wer stundenlang ohne Unterbrechung am Schreibtisch sitzt, merkt irgendwann kaum noch, wann die Konzentration nachlässt. Die Zentrale Studienberatung der HAW Hamburg beschreibt in ihrem Blatt Das 1x1 der Pausen, dass Pausen die Leistung erhöhen können. Dort steht außerdem, dass eine Pause vor den Fehlern sinnvoll ist, weil das eigene Müdigkeitsgefühl ungenau ist.
Auch die Zentrale Studienberatung der Bergischen Universität Wuppertal rät, nicht zu lange am Stück zu arbeiten. Ihre Hinweise gehen von einer Vorlesung mit 90 Minuten als Rhythmus aus, in dem sich Lernzeiten planen lassen. Danach folgt laut dieser Empfehlung mindestens eine Pause von 15 bis 30 Minuten.
Daraus ergibt sich eine einfache Konsequenz für den Alltag. Wer Pausen nur nach Bedarf macht, schiebt sie leicht hinaus, bis die Erschöpfung schon groß ist. Deshalb plane Pausen fest ein, statt auf ein Gefühl der Müdigkeit zu warten.
Eine Pause ist also kein Ausgleich für verlorene Zeit, sondern Teil der Arbeit, die das Lernen trägt. Lege die Pausen schon beim Planen der Lernblöcke fest, bevor der erste Block beginnt. So bleibt die Pause ein Termin und wird nicht zur Restgröße am Abend.

Wie lang eine Lernpause sein kann
Die Zentrale Studienberatung der HAW Hamburg unterscheidet vier Pausenarten für Lernphasen. Zu jeder Pausenart benennt sie einen Zeitpunkt und eine Dauer. Die Werte stammen von der HAW Hamburg und gelten als Empfehlung der Studienberatung, nicht als Vorschrift für alle.
| Pausenart | Zeitpunkt | Dauer |
|---|---|---|
| kurze Unterbrechung | zwischendurch während der Lernphase, am Arbeitsplatz bleiben | höchstens eine Minute |
| Minipause | nach etwa 45 Minuten | höchstens fünf Minuten |
| Kaffeepause | nach rund zwei Stunden | höchstens 15 Minuten, Arbeitsraum verlassen |
| Erholungspause | nach etwa vier Stunden | mindestens eine Stunde, höchstens 2,5 Stunden |
Für den Mittagsschlaf nennt die HAW Hamburg einen eigenen Hinweis: Er soll nicht länger als 20 Minuten dauern. Wer nach einer langen Lernphase schlafen möchte, hat damit eine klare Obergrenze aus dieser Studienberatung.
Die Zentrale Studienberatung der TU Braunschweig nennt in ihren Lerntipps etwa 45 Minuten, die man durchschnittlich konzentriert arbeiten könne. Die Bergische Universität Wuppertal rät, nicht zu lange am Stück zu arbeiten, und nennt nach 90 Minuten eine Pause von mindestens 15 bis 30 Minuten. Die Angaben der Beratungsstellen unterscheiden sich, und die Takte sind Orientierung. Die eigene Konzentration entscheidet, wann eine Pause fällig ist.
Einen festen Takt von 25 und fünf Minuten beschreibt die Pomodoro-Technik, und wer lieber nach festen Takten arbeitet, findet dort ein Verfahren mit Timer und kurzen Pausen. Die Angaben der HAW Hamburg gelten ausdrücklich als Empfehlung und nicht für alle Studierenden gleichermaßen.
Was in der Pause hilft
Die Universität Innsbruck rät Studierenden, regelmäßige Pausen einzuplanen und aktiv zu nutzen. Als Beispiele nennt sie kurze Spaziergänge oder Entspannungsübungen, mit denen die Konzentration erhalten werden soll.
Die Zentrale Studienberatung der TU Braunschweig nennt Pausenaktivitäten mit natürlichem Ende als besser geeignet als Aktivitäten, die man aktiv beenden muss. Beispiele mit natürlichem Ende sind Wäsche aufhängen oder eine Yoga-Übung. Ein Video stoppen oder einen Chat beenden gehört dagegen zu den Aktivitäten, die man aktiv beenden muss.
Die HAW Hamburg nennt für Pausen Aufstehen, Trinken, Frischluft und kleine Körperübungen. Längere Pausen sollen räumlich vom Arbeitsplatz getrennt werden, und ein Wecker hilft dabei, die Pause einzuhalten und zu beenden.
Eine Aktivität mit natürlichem Ende hat den Vorteil, dass du nicht selbst entscheiden musst, wann Schluss ist. Das entspricht dem Hinweis aus Braunschweig und passt zu den Spaziergängen und Körperübungen, die Innsbruck und die HAW Hamburg nennen.
Wer nach der Pause kaum zurückfindet, kann mit Konzentration beim Lernen steigern einen Einstieg in den nächsten Lernblock finden.
Bildschirmpausen und Handy
Laut der Zentralen Studienberatung der HAW Hamburg solltest du in den Pausen nach konzentrierter Arbeit lieber offline bleiben. Konkret heißt das: keine Browser-Sitzung starten, keine Computer- oder Konsolenspiele beginnen und den Fernseher ausgeschaltet lassen. Als Begründung nennt die Beratung, dass eine Flut an Eindrücken Gedächtnisinhalte überschreiben könne.
Die Studienberatung formuliert mit könne und gibt damit einen Hinweis, keinen Beweis. Daraus folgt nicht, dass Lernstoff nachweislich verschwindet. Du kannst den Hinweis aber als Anlass nehmen, Pausen bewusst vom Bildschirm zu trennen.
Eine Bildschirmpause bedeutet, den Blick vom Bildschirm zu lösen, etwa indem du ein Fenster öffnest oder den Raum wechselst. Wechsel nicht auf ein anderes Gerät, denn auch dort bleibt der Blick am Display. Lege das Handy beim Lernen außerhalb der Reichweite, damit es nicht ständig die Aufmerksamkeit bindet.
Längere Pausen sollten zusätzlich räumlich vom Arbeitsplatz getrennt werden. Ein Wecker hilft dabei, die Pause einzuhalten und rechtzeitig zurückzukehren.
Wer Pausen ans Handy verliert, findet Hinweise bei Prokrastination im Studium, denn dort geht es um das Aufschieben, das eine kurze Pause in eine längere verwandeln kann. Erfundenes Beispiel: Aus einer kurzen Pause wird eine längere Zeit am Handy, bis die Lernzeit vorbei ist.
Ein Handy in Griffweite lädt dazu ein, Nachrichten zwischendurch zu öffnen. Wer das Gerät in einen anderen Raum legt, trennt Pause und Lernphase klarer voneinander.

Pausen im eigenen Plan festhalten
Die HAW Hamburg rät, Pausen fest einzuplanen und unabhängig vom Lernerfolg zu nutzen. Die Empfehlung passt zu dem Gedanken, dass Pausen als Termine im Plan stehen und nicht als Rest am Abend.
Trage Pausen als feste Einträge in deinen Lernplan ein. Setze für die Pausen einen Wecker, der sie beginnt und wieder beendet. So bleibt klar, wann die Pause endet, und die Lernphase beginnt danach wieder rechtzeitig.
Nach einer Woche notierst du, welche Pausen erholsam waren. Halte dafür kurz fest, welche Art von Pause dir gut getan hat und welche eher nicht.
Eine Spalte für Pausen gehört in jedes Lerntagebuch schreiben, das du führst, denn dort siehst du nach einer Woche, welche Pausen dir wirklich geholfen haben.
Bei mehreren Klausuren hilft der Lernplan für drei Klausuren erstellen, weil dort Pausen gleich mit eingeplant werden. Wie Pausen in einen dichten Klausurplan passen, zeigt das folgende erfundene Beispiel: Lena schreibt drei Klausuren in einem dichten Zeitraum und trägt ihre Pausen mit Wecker als feste Blöcke ein. Nach einer Woche sieht sie, welche Pausen ihr gutgetan haben, und passt den Plan an.
Quellen und Stand
- HAW Hamburg, Zentrale Studienberatung: Das 1x1 der Pausen (Stand 06.10.2026, ohne Jahresangabe im Dokument): www.haw-hamburg.de (geprüft am 2026-10-06)
- Bergische Universität Wuppertal, Zentrale Studienberatung: Lernen und Selbstmotivation im Studium (Stand 06.10.2026): zsb.uni-wuppertal.de (geprüft am 2026-10-06)
- TU Braunschweig, Zentrale Studienberatung: Lerntipps (Stand 06.10.2026, ohne Jahresangabe im Dokument): www.tu-braunschweig.de (geprüft am 2026-10-06)
- Universität Innsbruck, Qualitätssicherung Lehre: Leichter Lernen (Stand 06.10.2026): www.uibk.ac.at (geprüft am 2026-10-06)