Wie teilst du die vorlesungsfreie Zeit zum Lernen und Erholen auf?
Semesterferien nutzen: So planst du Lernen und Erholung
Die vorlesungsfreie Zeit eignet sich für Wiederholung, Hausarbeiten und Erholung. Hier erfährst du, wie du diese drei Bereiche über den Tag und die Woche verteilst, ohne dass die Erholung zu kurz kommt.
Wofür die vorlesungsfreie Zeit gedacht ist
Wenn du in den Semesterferien lernen willst, lohnt sich zuerst der Blick auf den Zweck dieser Zeit. Die vorlesungsfreie Zeit wird für Wiederholung, Hausarbeiten und Erholung genutzt, und genau diese drei Bereiche solltest du gemeinsam planen. Die Georg-August-Universität Göttingen beschreibt in ihrer Studieninformation zum Studienaufbau, dass die vorlesungsfreie Zeit für das Selbststudium vorgesehen ist, und zwar für Haus- und Abschlussarbeiten, Praktika und ähnliche Leistungen. Lernen und Semesterferien gehören damit eng zusammen, denn die Pause ist ausdrücklich für eigenständige Arbeit gedacht. Diese Angabe gilt für Göttingen; ob deine Hochschule es ebenso beschreibt, prüfst du in deinen eigenen Unterlagen.
Begriff und Termine der Pause sind eine eigene Frage: Wann die Pause beginnt, steht bei Semesterferien und vorlesungsfreie Zeit planen. Im Vordergrund steht stattdessen, was du in dieser Zeit mit deinen Tagen anfängst. Bevor du Stunden verteilst, lohnt es sich, eine kurze Liste deiner Vorhaben zu schreiben: Selbststudium, eine Hausarbeit, vielleicht ein Praktikum oder eine ähnliche Leistung. Mit dieser Liste siehst du leichter, welcher Teil wie viel Raum bekommt, und du erkennst, wo Wiederholung und Hausarbeit um dieselben Tage konkurrieren. Erst danach entscheidest du, welche Tage zum Lernen und welche zur Erholung reserviert werden.
Erfundenes Beispiel: Mira hat in den Ferien eine Klausur zu wiederholen und eine Hausarbeit abzugeben. Mira schreibt beides auf und ordnet die Vorhaben nach Dringlichkeit, bevor der erste Ferientag geplant wird. Danach entsteht eine Woche mit festen Lernzeiten, ein Abend ohne Uni und ein Platz für die Hausarbeit im Kalender.

Tagesroutine und Erholung in den Ferien
Ein fester Tagesrhythmus gibt der Ferienzeit Halt, gerade wenn Vorlesungen und Seminare als Taktgeber wegfallen. Die Zentrale Studienberatung der Universität Wuppertal rät im Merkblatt Selbstmotivation und Lernen im Studium, auch in der vorlesungsfreien Zeit den Tag mit einer normalen Routine zu beginnen, so als würdest du zur Uni gehen. Ergänzend empfiehlt das Merkblatt regelmäßige Pausen, einen festen Feierabend pro Tag und einen unifreien Tag pro Woche. Außerdem nennt es Verabredungen mit Kommilitoninnen und Kommilitonen für feste gemeinsame Lernzeiten.
Die Fachschaft Mathematik der Universität Jena nennt einen Lernplan erfüllbar, wenn er Raum für Entspannung und Freizeit lässt. Wer sich keinen solchen Raum einräumt, hält den Plan nach der Anleitung der Fachschaft schwer ein. Dieselbe Anleitung schlägt vor, jeden Tag zu prüfen, was geschafft wurde, und den Plan danach anzupassen. Ein Plan ohne Freizeit ist nach dieser Anleitung also schwerer durchzuhalten als einer, der Freizeit fest vorsieht. Das Ziel ist ein Plan, den du über die Ferien tatsächlich einhältst.
Daraus lässt sich vorsichtig folgern, dass Erholung zum Plan gehört, damit du ihn überhaupt durchhältst. Eine verbindliche Stundenzahl pro Tag nennt das Wuppertaler Merkblatt nicht, deshalb legst du die Zahl am besten nach deinem eigenen Stand fest. Trage Pausen, den festen Feierabend und den unifreien Tag genauso in deinen Kalender ein wie die Lernzeiten. So erkennst du am Ende der Woche, wo du nachsteuern musst.
Wiederholung und Hausarbeit verteilen
Wiederholung und Hausarbeit konkurrieren in den Ferien um dieselben Tage, deshalb verteilst du beides am besten bewusst. Die Fachschaft Mathematik der Universität Jena schlägt vor, Zusammenfassungen und Karteikarten etwa sechs bis vier Wochen vor der Prüfung zu erstellen und sich rund 14 bis 10 Tage vorher gegenseitig abzufragen. Diese Zeitspannen stammen aus der Anleitung zur Klausurvorbereitung der Fachschaft Mathematik und sind dort als Vorschlag formuliert. Ob diese Spanne auch für dein Fach passt, prüfst du am besten an deinem eigenen Prüfungstermin und an den Angaben deiner Prüfungsordnung.
Für eine Hausarbeit in den Ferien lohnt es sich, die Arbeit in Teilschritte zu zerlegen, etwa Themenklärung, Gliederung, Schreiben und Überarbeitung. Steht eine Hausarbeit an, hilft Hausarbeit mit klarer Planung schreiben dabei, diese Schritte auf feste Wochen zu verteilen, statt alles in die letzten Ferientage zu legen. Der einzelne Teilschritt bekommt dann einen eigenen Termin im Kalender.
Den Plan für die Prüfungsphase baust du am besten vom Prüfungstermin aus rückwärts auf. Der Rückwärtsplan steht bei Lernplan für die Prüfungsphase erstellen, und dort liest du, wie er aufgebaut wird.
Ein erfundenes Beispiel zeigt, wie das zusammenpassen kann: Angenommen, du hast sechs Ferienwochen mit zwei Wochen Wiederholung, drei Wochen Hausarbeit und einer freien Woche. Die Wiederholung startet dann mit Zusammenfassungen, die du in den ersten beiden Wochen anlegst, und die Hausarbeit bekommt die drei Wochen danach. Die letzte Woche bleibt bewusst frei, damit der Plan nicht bis zum letzten Ferientag läuft.

Termine und Lernzettel im Blick behalten
Die Fachschaft Mathematik und Informatik der Universität Lübeck beschreibt in ihren Tipps für die dort betreuten Studiengänge, dass für ein Modul meist zwei Klausurtermine angeboten werden. Der eine liegt nach der Vorlesungszeit, der andere findet vor dem nächsten Semester statt. Die Fachschaft rät, nicht alle Klausuren erst auf den zweiten Termin zu legen. Stößt du auf Probleme mit den Terminen, rät sie außerdem, Kontakt zur Studiengangskoordination und zu den Dozierenden aufzunehmen.
Die Klausurenphase verteilst du am besten früh auf beide Termine, damit du nicht alle Prüfungen in denselben Zeitraum drängst. Notiere dir dafür zu jedem Modul das Datum des ersten und des zweiten Termins in einem Kalender, sobald die Anmeldung offen ist. So siehst du auf einen Blick, wo sich zwei Prüfungen überschneiden könnten. Wie sich die Klausurenphase ohne lange Nächte vorbereiten lässt, zeigt Klausurenphase ohne Nachtschichten planen. Der Text dort ergänzt, was du hier über die Termine liest.
Die Zahl der Termine regelt deine Hochschule selbst, deshalb ist die Prüfungsordnung deines Studiengangs der nächste Schritt. Dass jede Hochschule zwei Termine je Modul anbietet, folgt aus den Lübecker Tipps nicht. Dort geht es um die beschriebenen Studiengänge, und die Angaben gelten nur für sie. Prüfe deshalb, welche Termine in deiner Prüfungsordnung stehen, bevor du die Klausuren verteilst. Steht dort etwas Abweichendes, gilt die Prüfungsordnung und nicht die Angabe aus Lübeck.
Zum Wiederholen eignet sich Lernzettel erstellen: Du verdichtest den Stoff auf wenige Seiten, die du in den letzten Wochen vor der Klausur mehrmals durchgehst. Gerade in der Klausurenphase hilft ein solcher Überblick, weil du nicht jedes Mal das ganze Skript aufschlagen musst. Wenn du Karteikarten nutzt, kannst du sie als Ergänzung zu den Lernzetteln führen, und jedes neue Kapitel lässt sich in dieselbe Übersicht einfügen. Plane dafür feste kurze Einheiten, etwa zwanzig Minuten am Abend, damit das Durchgehen nicht bis zum Schluss liegen bleibt.
Quellen und Stand
- Georg-August-Universität Göttingen: Studienaufbau und Semesterzeiten (abgerufen 06.10.2026, Stand der Seite nicht angegeben): uni-goettingen.de (geprüft am 2026-10-06)
- Universität Wuppertal, Zentrale Studienberatung: Selbstmotivation und Lernen im Studium (Merkblatt, Stand nicht angegeben): zsb.uni-wuppertal.de (geprüft am 2026-10-06)
- Universität Jena, Fachschaft Mathematik: Anleitung zur Klausurvorbereitung (Studierendenvertretung, 2015): fsrmathe.fmi.uni-jena.de (geprüft am 2026-10-06)
- Universität zu Lübeck, Fachschaft Mathematik und Informatik: Tipps & Tricks, Abschnitt Klausurtermine (Dezember 2020): fsmain.uni-luebeck.de (geprüft am 2026-10-06)