VWL-Lektorat für Seminar- und Abschlussarbeiten
Notation, Datenquellen und Ergebnisdarstellung prüfen
VWL-Arbeiten bestehen fast immer aus zwei Teilen, die getrennt entstehen: einem Modellteil mit formaler Notation und einem Empirieteil mit Schätzergebnissen. Der Modellteil wird oft im Frühjahr geschrieben, der Empirieteil im Sommer. Zwischen beiden entstehen die Fehler, die Prüfende zuerst sehen.
Wenn das Modell ein anderes Symbol nutzt als die Schätzung
Im Modellteil steht die Produktivität als A, im Empirieteil taucht sie als prod_i auf, in der Regressionstabelle als log_prod. Für dich ist die Zuordnung klar, weil du beides geschrieben hast. Für die lesende Person ist sie es nicht.
Wir gleichen die Notation über alle Teile hinweg ab und melden jedes Symbol, das unter mehreren Namen erscheint oder eingeführt wird, ohne später vorzukommen. Ob ein Modell korrekt spezifiziert ist, prüfen wir nicht, das ist fachliche Arbeit. Was wir prüfen, ist die Nachvollziehbarkeit der Bezeichnungen.

Datensätze brauchen Version und Abrufdatum
Eine Angabe wie „Daten der Weltbank“ ist keine Quelle. Belastbar wird sie erst mit Datenbank, Indikatorcode, Zeitraum und Abrufdatum. Bei Panels aus mehreren Wellen kommt die Frage dazu, welche Fassung verwendet wurde, weil Werte rückwirkend revidiert werden.
Wir prüfen, ob jeder Datensatz im Text mit derselben Bezeichnung geführt wird wie im Verzeichnis, und melden Angaben ohne Abrufdatum. Auch hier gilt: Wir laden keine Daten nach und prüfen keine Werte auf Richtigkeit.
Häufig fällt dabei auf, dass die im Methodenteil beschriebene Stichprobe nicht zur Zahl in der Ergebnistabelle passt, weil zwischendurch Beobachtungen mit fehlenden Werten ausgeschlossen wurden. Wir melden solche Sprünge, damit du sie entweder erklärst oder korrigierst.
Regressionstabellen lesbar halten
Aus Statistiksoftware exportierte Tabellen sind selten prüfungsfertig. Typische Befunde: unterschiedliche Nachkommastellen in einer Spalte, Sternchen ohne Legende, Standardfehler ohne Angabe, ob sie robust oder geclustert sind, und Beobachtungszahlen, die zwischen Tabelle und Text abweichen.
Wir vereinheitlichen die Darstellung, ergänzen fehlende Legendenhinweise als Kommentar und gleichen jede im Text genannte Zahl gegen die Tabelle ab. Geändert wird in den Tabellen nichts ohne deine Freigabe.

Zwei Register in einer Arbeit
Der theoretische Teil einer VWL-Arbeit darf allgemein formulieren, der empirische muss präzise sein. Sätze wie „Der Effekt ist deutlich positiv“ gehören in den Ergebnisteil nur mit Zahl, Konfidenzintervall oder Signifikanzniveau. Umgekehrt macht es den Theorieteil unlesbar, wenn dort jede Aussage mit Zahlen abgesichert wird.
Wir melden Stellen, an denen das Register nicht zum Kapitel passt, und Formulierungen, die aus einer Korrelation eine Kausalaussage machen, ohne dass das Design das hergibt. Wörter wie „führt zu“, „bewirkt“ oder „steigert“ sind im Ergebnisteil einer rein deskriptiven Auswertung ein häufiger Anlass für Punktabzug.
Preise und Bearbeitung von Formelteilen
Das Lektorat kostet 4,90 € pro Normseite bei fünf Werktagen, das Korrektorat 1,90 €. Eine Bachelorarbeit mit 40 Normseiten Fließtext liegt beim Lektorat bei rund 196 Euro. Formelblöcke und Tabellenseiten zählen nicht als Normseiten, in die Prüfung gehen sie trotzdem ein.
Express ist mit 6,90 € in 48 Stunden und 8,90 € in 24 Stunden möglich. Eine Probeseite bearbeiten wir kostenlos, sinnvollerweise eine mit Formeln, damit du siehst, wie wir mit Notation umgehen. Weiterführend: Wirtschaftswissenschaften, Mathematik und Statistik und empirische Methoden.