Porter's Five Forces

Porter's Five Forces – Branchenattraktivität bewerten

Lesezeit ca. 5 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. April 2026 · alle BWL-Modelle

Michael Porters Five Forces (1979/1980) ist eines der einflussreichsten Strategie-Modelle. Es bewertet die Attraktivität einer Branche anhand von fünf Wettbewerbskräften. Wer in einen Markt eintreten will – oder darin überleben muss – sollte die fünf Kräfte verstehen. Diese Anleitung erklärt jede Kraft mit konkreten Anwendungsbeispielen.

Porter Five – Übersicht und Hintergrund
Porter Five im Überblick.

Die fünf Kräfte

  1. Wettbewerb in der Branche: Wie intensiv konkurrieren etablierte Anbieter?
  2. Bedrohung durch neue Anbieter: Wie leicht können neue Wettbewerber eintreten?
  3. Bedrohung durch Ersatzprodukte: Gibt es Substitute?
  4. Verhandlungsmacht der Lieferanten: Wie stark können Lieferanten Preise/Konditionen diktieren?
  5. Verhandlungsmacht der Abnehmer: Wie stark sind die Kunden?

Beispiel: Streaming-Markt

Wettbewerb in der Branche: Sehr hoch – Netflix, Disney+, Amazon Prime, Apple TV+, HBO Max kämpfen um Abonnenten.

Bedrohung neuer Anbieter: Mittel – hohe Kosten für Content, aber Tech-Riesen können einsteigen.

Substitute: Hoch – YouTube, TikTok, Gaming, Bücher, Kino.

Lieferantenmacht: Hoch – Studios und Produzenten haben starke Position bei Premium-Content.

Abnehmermacht: Sehr hoch – Kunden können einfach kündigen, Vergleichsportale machen Wechsel leicht.

Bewertung der Branche

Anhand der fünf Kräfte bewertest du die Branchenattraktivität:

Streaming-Beispiel: Hohe Wettbewerbsintensität + starke Substitute → eher unattraktive Branche.

Strategische Implikationen

Aus der Analyse leitest du Strategien ab:

Limitationen

Häufige Fehler

Mehr im Hub BWL-Modelle.

Porters Five Forces in der Praxis anwenden

Wer Porters Five Forces in einer Hausarbeit oder Bachelorarbeit anwendet, sollte die fünf Kräfte nicht nur aufzaehlen, sondern auf das konkrete Unternehmen oder die Branche zuschneiden. Die Verhandlungsmacht der Lieferanten, die Verhandlungsmacht der Kunden, die Bedrohung durch neue Anbieter, die Bedrohung durch Ersatzprodukte und die Wettbewerbsintensitaet ergeben nur dann ein scharfes Bild, wenn sie mit Daten untermauert sind. Sinnvoll ist, Quellen wie Branchenreports, Geschäftsberichte und Fachartikel zu kombinieren. Wer methodisch sauber arbeitet, kann Porters Five Forces auch mit weiteren Modellen wie SWOT oder PESTEL kombinieren, sollte aber die Modelle klar voneinander abgrenzen. Im Aufbau lehnt sich die Analyse gut an die Schritte aus Methodik der Bachelorarbeit an. Wer zusätzliche Tipps zu wissenschaftlichem Arbeiten braucht, findet im Akademie-Wissen Material zu Quellenarbeit, Zitation und Argumentationsstruktur, das die Five-Forces-Analyse spürbar professioneller wirken lässt.

Porters Five Forces: typische Fehler vermeiden

Bei Porters Five Forces machen viele Studierende denselben Fehler: Sie betrachten die Kräfte isoliert und vergessen, dass diese sich gegenseitig beeinflussen. Eine starke Verhandlungsmacht der Kunden kann zum Beispiel die Wettbewerbsintensitaet erhöhen, wenn Anbieter um den gleichen Kundenstamm kämpfen. Auch die Abgrenzung der Branche ist heikel: Wer den Markt zu eng definiert, unterschätzt Substitute, wer ihn zu weit fasst, verliert die Aussagekraft. Ein weiteres Risiko ist die fehlende Aktualität, Branchen ändern sich schnell, gerade durch Digitalisierung. Wer Quellen sauber zitiert und die Argumente sprachlich klar trennt, vermeidet zudem Probleme mit der Plagiatsprüfung. Vor der Abgabe lohnt sich daher ein gezielter Check über den Plagiat-Checker. So zeigt eure Anwendung von Porters Five Forces nicht nur Modellwissen, sondern auch wissenschaftliche Sauberkeit und ein realistisches Verständnis der untersuchten Branche und ihrer Dynamik.

Du willst deine Five-Forces-Analyse prüfen lassen? Lektorat ab 4,90 € pro Normseite.

Datei hochladen

Häufige Fragen zu Porter's Five Forces

Wie definiere ich die Branche?

Über das Bedürfnis, das die Branche erfüllt – nicht über das Produkt. Streaming ist nicht „Filmindustrie", sondern „Heim-Unterhaltung". Das öffnet die Substitute-Sicht.

Quellen für die Analyse?

Geschäftsberichte der wichtigsten Player, Marktstudien (z. B. Statista), Branchenreports (Bain, McKinsey), aktuelle Presseberichte.

Bewertung in Worten oder Zahlen?

In Worten („hoch / mittel / niedrig") ist Standard. Zahlenskalen (1–5) sind möglich, oft aber Scheinpräzision. Wichtig: Begründung pro Kraft.

Was ist mit „sechster Kraft" (Komplementäre)?

Spätere Erweiterungen haben „komplementäre Produkte" als sechste Kraft eingeführt – wichtig vor allem im Tech-Sektor (Apple iPhone + App-Store). Wenn relevant, in der Diskussion erwähnen.

Five Forces oder PESTEL?

PESTEL ist umfassender (gesamtes Umfeld). Five Forces ist branchenfokussiert (Wettbewerbsumfeld). Oft kombiniert.