Porter's Five Forces
Porter's Five Forces – Branchenattraktivität bewerten
Michael Porters Five Forces (1979/1980) ist eines der einflussreichsten Strategie-Modelle. Es bewertet die Attraktivität einer Branche anhand von fünf Wettbewerbskräften. Wer in einen Markt eintreten will – oder darin überleben muss – sollte die fünf Kräfte verstehen. Diese Anleitung erklärt jede Kraft mit konkreten Anwendungsbeispielen.
Die fünf Kräfte
- Wettbewerb in der Branche: Wie intensiv konkurrieren etablierte Anbieter?
- Bedrohung durch neue Anbieter: Wie leicht können neue Wettbewerber eintreten?
- Bedrohung durch Ersatzprodukte: Gibt es Substitute?
- Verhandlungsmacht der Lieferanten: Wie stark können Lieferanten Preise/Konditionen diktieren?
- Verhandlungsmacht der Abnehmer: Wie stark sind die Kunden?
Beispiel: Streaming-Markt
Wettbewerb in der Branche: Sehr hoch – Netflix, Disney+, Amazon Prime, Apple TV+, HBO Max kämpfen um Abonnenten.
Bedrohung neuer Anbieter: Mittel – hohe Kosten für Content, aber Tech-Riesen können einsteigen.
Substitute: Hoch – YouTube, TikTok, Gaming, Bücher, Kino.
Lieferantenmacht: Hoch – Studios und Produzenten haben starke Position bei Premium-Content.
Abnehmermacht: Sehr hoch – Kunden können einfach kündigen, Vergleichsportale machen Wechsel leicht.
Bewertung der Branche
Anhand der fünf Kräfte bewertest du die Branchenattraktivität:
- Hohe Kräfte: Geringe Attraktivität (geringe Margen).
- Niedrige Kräfte: Hohe Attraktivität (gute Margen).
Streaming-Beispiel: Hohe Wettbewerbsintensität + starke Substitute → eher unattraktive Branche.
Strategische Implikationen
Aus der Analyse leitest du Strategien ab:
- Bei starkem Wettbewerb: Differenzierung oder Kostenführerschaft.
- Bei hoher Eintrittsbedrohung: Markteintrittsbarrieren aufbauen.
- Bei starker Lieferantenmacht: Lieferantenintegration prüfen.
- Bei starker Abnehmermacht: Kundenbindung stärken.
Limitationen
- Statisch – Veränderungen werden nicht abgebildet.
- Branchen-Definition oft schwierig (Was ist „die Branche"?).
- Komplementäre Produkte fehlen (z. B. App-Stores für Smartphones).
- Neue digitale Ökosysteme passen schwerer ins Modell.
Häufige Fehler
- Branche zu eng oder zu weit gefasst.
- Nur Kräfte beschrieben, nicht bewertet.
- Strategische Schlussfolgerungen fehlen.
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