Logistik und Supply Chain: Arbeiten und Fachtexte lektorieren

Kennzahlen, Prozessbeschreibungen und Fachsprache prüfen

Lesezeit ca. 6 Min. · aktualisiert: 28. Juli 2026 · zur Akademie

Logistiktexte beschreiben Abläufe und messen sie. Beides geht schief, wenn eine Kennzahl ohne Berechnungsweg steht oder ein Prozess mitten in der Beschreibung die Blickrichtung wechselt. Diese beiden Punkte machen den größten Teil unserer Rückmeldungen in diesem Fach aus.

Kennzahlen ohne Berechnungsweg sind nicht prüfbar

Lieferbereitschaftsgrad, Termintreue, OTIF und Umschlagshäufigkeit werden in Unternehmen unterschiedlich berechnet. Steht in einer Arbeit „die Termintreue lag bei 94 Prozent“, ist unklar, ob nach Positionen oder nach Aufträgen gerechnet wurde und welche Toleranz als pünktlich galt.

Wir melden jede Kennzahl, deren Definition im Text fehlt, und prüfen, ob eine einmal eingeführte Definition durchgehalten wird. Nachgerechnet wird nichts: Wir sorgen dafür, dass die Rechenweise nachvollziehbar dasteht.

Logistik-Lektorat: deutsche und englische Benennung
Logistik und Supply Chain: Arbeiten und Fachtexte lektorieren im Überblick.

Prozesse in einer Richtung beschreiben

Beschreibungen von Wareneingang, Kommissionierung oder Retourenabwicklung wechseln häufig unbemerkt die Perspektive: Erst folgt der Text der Ware, dann dem Mitarbeitenden, dann dem Beleg. Für die lesende Person entsteht der Eindruck, es gebe Lücken im Ablauf, obwohl nur die Blickrichtung gesprungen ist.

Wir melden solche Wechsel und schlagen eine durchgehende Perspektive vor. Ebenso prüfen wir, ob jeder beschriebene Schritt einen genannten Auslöser und ein genanntes Ergebnis hat, weil sonst offenbleibt, wann er beginnt und wann er abgeschlossen ist.

Englische Fachbegriffe: übersetzen oder stehen lassen

Supply Chain, Lead Time, Cross-Docking, Milkrun: Diese Begriffe sind etabliert, und eine deutsche Ersatzform wirkt oft konstruiert. Problematisch wird es erst, wenn beides gemischt wird, also einmal „Durchlaufzeit“ und einmal „Lead Time“ für dieselbe Größe.

Wir legen mit dir fest, welche Begriffe englisch bleiben, und ziehen die Entscheidung durch. Bei erstmaliger Nennung ergänzen wir auf Wunsch die deutsche Entsprechung in Klammern. Die Deklination bleibt dabei ein eigener Punkt: „des Cross-Dockings“ folgt anderen Regeln als „des Milkruns“, und beides muss innerhalb der Arbeit gleich gehandhabt werden.

Logistik-Lektorat: Sprünge in Prozessbeschreibungen

Abbildungen aus der Praxis

Logistikarbeiten enthalten häufig Screenshots aus Lagerverwaltungssystemen, Wertstromdiagramme und Layoutskizzen. Der häufigste Befund ist eine Beschriftung, die nicht zur Abbildung passt, weil die Grafik in einer späteren Fassung getauscht wurde. Der zweithäufigste sind Firmendaten, die auf einem Screenshot lesbar geblieben sind.

Wir melden beides. Bei Arbeiten mit Praxispartner ist der zweite Punkt regelmäßig der wichtigere, weil er nach Abgabe nicht mehr zu korrigieren ist.

Dieselben Prüfpunkte gelten für Prozesstexte aus dem Betrieb, etwa Arbeitsanweisungen für den Wareneingang oder Standards für die Kommissionierung. Auch dort entscheidet die Nachvollziehbarkeit darüber, ob eine neue Kraft nach dem Lesen handeln kann.

Preise für Arbeiten und Fachtexte

Für Abschlussarbeiten gilt der Studierendenpreis: Lektorat 4,90 € pro Normseite bei fünf Werktagen, Korrektorat 1,90 €. Eine Masterarbeit mit 70 Normseiten liegt bei rund 343 Euro. Prozessdiagramme und Tabellenseiten zählen nicht als Normseiten.

Enthält die Arbeit einen Praxisteil mit Unternehmensdaten, klären wir vorab, welche Angaben anonymisiert werden sollen. Wir setzen die Anonymisierung nicht selbst um, melden aber jede Stelle, an der ein Name, ein Standort oder eine Kundennummer erkennbar bleibt.

Unternehmen rechnen über das kostenlose Geschäftskonto mit denselben Grundpreisen und Mengenstaffel ab. Express ist mit 6,90 € in 48 Stunden und 8,90 € in 24 Stunden möglich. Weiterführend: Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften und technische Dokumentation.

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Häufige Fragen zum Logistik-Lektorat

Rechnet ihr meine Kennzahlen nach?

Nein. Wir melden, wo die Definition oder der Bezugszeitraum fehlt, und prüfen, ob eine eingeführte Definition durchgehalten wird.

Sollen englische Fachbegriffe übersetzt werden?

Das entscheidest du. Wir ziehen die getroffene Entscheidung konsequent durch und ergänzen auf Wunsch die deutsche Entsprechung bei erstmaliger Nennung.

Prüft ihr Screenshots auf Firmendaten?

Ja, wir melden lesbare Namen, Nummern und Beträge. Unkenntlich machen musst du sie selbst.

Zählen Prozessdiagramme als Normseiten?

Nein. Gezählt wird Fließtext. Beschriftungen prüfen wir trotzdem mit.

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