Was bedeutet Krankheit als Metapher?
Krankheit als Metapher: Bedeutung und Verwendung
„Krankheit“ kann nicht nur eine körperliche oder psychische Erkrankung bezeichnen, sondern auch übertragen für ein Übel, einen Missstand oder scherzhaft für ein mangelhaftes Auto stehen.
Krankheit als Metapher verständlich erklärt
„Krankheit“ bezeichnet zunächst einen Zustand des Krankseins. In übertragener Bedeutung steht das Wort jedoch für ein Übel oder einen Missstand. Krankheit als Metapher beschreibt dann nicht zwingend eine medizinische Erkrankung, sondern überträgt die Vorstellung von Krankheit auf einen anderen Gegenstand oder eine andere Situation.
Die übertragene Verwendung kann sich auf eine Zeit, eine gesellschaftliche Lage oder einen bestimmten Zustand beziehen. Ein Ausdruck wie „eine Krankheit unserer Zeit“ benennt nach der belegten Bedeutung ein Übel oder einen Missstand, der mit der Gegenwart verbunden wird. Der Satz sagt damit nicht, dass eine Zeit im medizinischen Sinn erkrankt ist. Er verwendet Krankheit als bildhafte Bezeichnung.
Daneben ist eine umgangssprachliche und scherzhafte Verwendung belegt. Wenn jemand sagt, ein Auto sei „eine Krankheit“, kann damit gemeint sein, dass das Auto viele Mängel hat und ständig Schwierigkeiten macht. Diese Lesart betrifft den konkreten Gegenstand und ist durch ihre scherzhafte Umgangssprache gekennzeichnet.
Für einen eigenen Text ist deshalb zuerst zu klären, ob Krankheit wörtlich oder übertragen gemeint ist. Die wörtliche Bedeutung steht im Zusammenhang mit dem Kranksein, mit einer Erkrankung oder mit Beschwerden. Die metaphorische Bedeutung verweist dagegen auf ein Übel oder einen Missstand. Eine zusätzliche medizinische, historische oder gesellschaftliche Aussage folgt aus dem einzelnen Ausdruck nicht automatisch.
Bei sprachlichen Anschlussfragen können die Rechtschreibung und die Rechtschreibregeln des eigenen Satzes getrennt von der Bedeutungsfrage geprüft werden. Ebenso lässt sich die Groß- und Kleinschreibung des Ausdrucks unabhängig davon betrachten, ob „Krankheit“ wörtlich oder übertragen verwendet wird.

Bedeutung und Kontext auseinanderhalten
Die Bedeutung ergibt sich aus der jeweiligen Lesart des Wortes. Der Kontext zeigt, worauf sich diese Lesart im Satz bezieht und welche Aussageabsicht damit verbunden ist. Die folgenden Möglichkeiten sind Alternativen. Sie müssen nicht gleichzeitig vorliegen.
- Wörtliche Bedeutung: Krankheit bezeichnet den Zustand des Krankseins oder eine Erkrankung. Ein neutraler Beispielsatz lautet: „Während seiner Krankheit besuchte ihn seine Schwester.“ Hier wird Krankheit nicht als Bild für einen Missstand gebraucht.
- Übertragene Bedeutung: Krankheit bezeichnet ein Übel oder einen Missstand. Ein eigener Beispielsatz lautet: „Die fehlende Rücksicht wurde als Krankheit der Organisation beschrieben.“ Der Kontext macht deutlich, dass keine körperliche Erkrankung gemeint ist, sondern ein problematischer Zustand.
- Umgangssprachlich-scherzhafte Bedeutung: Krankheit kann auf ein Auto bezogen werden, das voller Mängel ist und ständig Schwierigkeiten macht. Ein neutral formulierter Beispielsatz lautet: „Nach mehreren Pannen nannte er den Wagen scherzhaft eine Krankheit.“ Die Aussageabsicht liegt hier in einer zugespitzten, nicht medizinischen Bezeichnung für einen mangelhaften Gegenstand.
Die Einordnung hängt daher an den Wörtern, die Krankheit im Satz begleiten. Ein Bezug zu einer Person und ihrem Kranksein weist in die wörtliche Richtung. Ein Bezug zu einer Zeit oder zu einem problematischen Zustand kann die übertragene Lesart anzeigen. Ein Bezug zu einem Auto kann die scherzhafte umgangssprachliche Verwendung eröffnen. Diese Beispiele legen keine gemeinsame Pflichtbedeutung fest.
Wer einen Satz überarbeitet, kann daneben die Getrennt- und Zusammenschreibung sowie die Kommasetzung prüfen, ohne daraus eine neue Bedeutung des Wortes abzuleiten. Auch die Zeichensetzung entscheidet nicht allein darüber, ob Krankheit wörtlich oder metaphorisch gemeint ist. Für die Aussageabsicht bleibt der konkrete Satzkontext maßgeblich.
Drei eigenständige Beispiele
Die folgenden Beispiele verwenden Krankheit in unterschiedlichen Zusammenhängen. Sie übernehmen keine Formulierung aus einem Wörterbuchbeispiel, sondern zeigen die drei belegten Lesarten mit eigenen kurzen Sätzen.
- Wörtlicher Zusammenhang: „Nach der Krankheit nahm sie ihre Arbeit wieder auf.“ Der Satz spricht vom Kranksein einer Person. Krankheit wird hier nicht als Bezeichnung für ein allgemeines Problem verwendet.
- Übertragener Zusammenhang: „Die Gleichgültigkeit gegenüber den Betroffenen galt als Krankheit der Zeit.“ Hier bezeichnet Krankheit ein Übel oder einen Missstand. Der Ausdruck ist bildhaft und bezieht sich auf einen problematischen Zustand, nicht auf eine medizinische Diagnose.
- Umgangssprachlich-scherzhafter Zusammenhang: „Dieses alte Auto ist wirklich eine Krankheit.“ In diesem Satz wird der Wagen scherzhaft so bezeichnet, weil er als mangelhaft und störanfällig dargestellt wird. Die Aussage ist keine wörtliche Angabe über eine Erkrankung.
Die Beispiele zeigen, dass ein einzelnes Wort durch seinen Zusammenhang unterschiedlich verstanden werden kann. Beim ersten Satz steht das Kranksein im Mittelpunkt. Beim zweiten Satz wird ein Missstand benannt. Beim dritten Satz entsteht eine scherzhafte Übertragung auf einen Gegenstand.
Für die Darstellung in einem sachlichen Text sollte die gewählte Lesart erkennbar bleiben. Beim Thema wissenschaftliches Schreiben kann deshalb der vollständige Satzkontext entscheidend sein, wenn eine metaphorische Aussage erläutert wird. Bei Abkürzungen richtig schreiben und bei Wortbedeutungen und Abkürzungen handelt es sich dagegen um eigene sprachliche Prüfbereiche, die nicht mit der metaphorischen Bedeutung von Krankheit gleichgesetzt werden sollten.
Grenzen und mögliche Verwechslungen
Die übertragene Bedeutung von Krankheit ist auf das bezeichnete Übel oder den Missstand zu beziehen. Daraus darf keine zusätzliche Herkunft, Bewertung oder Fachbedeutung des Ausdrucks abgeleitet werden. Besonders wichtig ist die Kennzeichnung des Kontexts: Die Quelle unterscheidet zwischen wörtlicher Bedeutung, übertragener Bedeutung sowie einer umgangssprachlich-scherzhaften Verwendung.
Historische Benennungen dürfen nicht ohne ihren Zeitbezug als aktuelle allgemeine Bedeutungen behandelt werden. Belegt sind die veralteten Ausdrücke „französische Krankheit“ für Syphilis, „englische Krankheit“ für Rachitis und „hinfallende Krankheit“ für Epilepsie. Diese Bezeichnungen sind als veraltet markiert. Eine solche Markierung gehört zur Einordnung und darf nicht weggelassen werden.
Auch die Wörter Beschwerden, Erkrankung und Leiden erscheinen als verwandte Ausdrücke. Sie sind deshalb nicht pauschal mit jeder metaphorischen Verwendung von Krankheit gleichzusetzen. Ein verwandtes Wort kann in einem Satz passend sein, ohne dieselbe übertragene Aussage zu tragen.
Das gilt ebenso für Artikel der, die und das, Pluralbildung und Synonyme. Diese Themen können bei der sprachlichen Bearbeitung eines Satzes berührt werden, ersetzen aber nicht die Bedeutungsprüfung. Der Ausdruck „Krankheit“ kann ohne Plural gebraucht werden, wenn von einer einzelnen Zeit des Krankseins gesprochen wird. Daraus folgt jedoch keine pauschale Aussage über jede Verwendung des Wortes.
Für die Auswahl einer passenden Formulierung ist außerdem zwischen wörtlicher Aussage und Bildsprache zu unterscheiden. Textformen können unterschiedliche Darstellungsabsichten haben, doch aus der Textform allein folgt keine bestimmte Bedeutung von Krankheit. Entscheidend bleibt der konkrete Wortlaut.

Kurzer Check für den eigenen Satz
Prüfe die Verwendung in dieser Reihenfolge:
- Frage zuerst, ob Krankheit den Zustand des Krankseins oder eine Erkrankung bezeichnet.
- Prüfe danach, ob der Satz Krankheit übertragen für ein Übel oder einen Missstand verwendet.
- Achte bei einem Bezug auf ein Auto darauf, ob eine umgangssprachliche scherzhafte Bezeichnung für Mängel und ständige Schwierigkeiten gemeint ist.
- Ordne veraltete Benennungen nur mit ihrer Kennzeichnung ein. Das betrifft die belegten Ausdrücke für Syphilis, Rachitis und Epilepsie.
- Vergleiche anschließend die Quelle mit dem konkreten Satzkontext. Übernimm keine zusätzliche Herkunft, Wertung oder Fachbedeutung, wenn sie dort nicht belegt ist.
Der wichtigste Kontrollpunkt ist die Kernbedeutung: Wird tatsächlich eine Erkrankung bezeichnet, ein Missstand bildhaft benannt oder ein mangelhaftes Auto scherzhaft charakterisiert? Der zweite Kontrollpunkt ist der Kontext: Passt die Aussageabsicht zu den Wörtern, die im Satz stehen? Der dritte Kontrollpunkt betrifft mögliche Verwechslungen mit Beschwerden, Erkrankung oder Leiden. Diese Begriffe dürfen nicht pauschal als gleichbedeutend behandelt werden.
Auch eine Prüfung von Rechtschreibung, Rechtschreibreform oder Rechtschreibprogrammen beantwortet nicht automatisch die Bedeutungsfrage. Sie kann neben der inhaltlichen Kontrolle stehen. Entscheidend ist, dass die gewählte Lesart des Wortes im eigenen Satz nachvollziehbar bleibt.
Passend dazu findest du weitere Hinweise im Beitrag Rechtschreibprogramme.
Quellen und Stand
- Krankheit ▶ Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Herkunft | Duden: www.duden.de (geprüft am 2026 bis 08 bis 31)
Der Überblick „Was bedeutet Krankheit als Metapher?“ umfasst ebenso „Gebrauch“.