Wie viel Zeit sollte vor der Frist für die Korrektur der Abschlussarbeit bleiben?

Korrekturzeit: Wie viel Zeit vor der Abgabe für Korrektur und Formatierung bleiben sollte

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 1. Oktober 2026 · Abgabe der Bachelorarbeit

Die letzte Phase vor der Abgabe braucht einen eigenen Platz im Zeitplan. Einzelne Hochschulen nennen konkrete Richtwerte, die als Orientierung dienen können. Dieser Artikel erklärt, was die Quellen sagen, wie man rückwärts vom Abgabetermin plant und was in den letzten Tagen noch erledigt werden muss.

Wie viel Zeit gehört zur Überarbeitung am Ende?

Die Korrekturzeit vor der Abgabe gehört als eigener Block in den Zeitplan und ist kein Rest, der am Ende übrig bleibt. Wer sie nicht bewusst reserviert, stellt fest, dass die verfügbare Zeit gegen Ende einer Abschlussarbeit schnell knapp wird und der letzte Schritt unter Zeitdruck gerät.

Die Abschlussberatung Geisteswissenschaften der FU Berlin hält in ihrem Leitfaden zur Überarbeitung fest, dass jedes fertige Kapitel bereits während des Schreibens grob durchgesehen werden soll. Am Ende folgt eine umfassende Überarbeitung der gesamten Arbeit, wofür der Leitfaden etwa zehn Prozent des Gesamtzeitaufwands ansetzt. Als reines Rechenbeispiel, nicht als Aussage der Quelle: Bei einem Gesamtaufwand von 200 Stunden entsprächen zehn Prozent genau 20 Stunden, die allein für diese Schlussphase reserviert sein sollten.

Das Angebot uniCROSS der Universität Freiburg empfiehlt, bei fehlender Erfahrung in der Zeitschätzung einen Puffer von 20 Prozent in den Zeitplan einzubauen. Dieser Rat bezieht sich auf den Zeitplan der Arbeit insgesamt, nicht speziell auf das Korrekturlesen. Beide Zahlen, die zehn Prozent aus Berlin und die zwanzig Prozent aus Freiburg, sind Orientierungen einzelner Beratungsangebote und keine allgemeingültigen Vorgaben. Sie lassen sich nicht ohne Weiteres auf jedes Fach oder jeden Schreibprozess übertragen.

Zeitplan für die Bachelorarbeit bedeutet konkret, schon beim Erstellen des Gesamtplans ausreichend Zeit für die Schlussphase vorzusehen, bevor der eigentliche Schreibprozess beginnt. Wer das früh einkalkuliert, gerät am Ende nicht in Zeitnot und behält genug Spielraum für gründliches Überarbeiten.

Korrekturzeit vor der Abgabe einplanen: der Ablauf in drei Schritten

In welcher Reihenfolge und wie oft sollte man korrigieren?

Das Überarbeiten einer Abschlussarbeit gelingt besser, wenn man es strukturiert angeht. Wer den Text auf alle Aspekte gleichzeitig prüft, verliert schnell den Überblick. Ein Durchgang mit klar begrenztem Fokus ist ergiebiger als ein unspezifisches Durchlesen des gesamten Textes in einem einzigen Anlauf.

  1. Aufbau und Argumentation der gesamten Arbeit prüfen: Stimmt die Gliederung, trägt der rote Faden von der Einleitung bis zum Schluss?
  2. Absätze und Übergänge überarbeiten: Ist jeder Gedanke in sich geschlossen, schließen die Abschnitte logisch aneinander an?
  3. Sätze und Wortwahl verfeinern: Sind die Formulierungen klar und präzise, gibt es unnötige Wiederholungen?
  4. Rechtschreibung und Grammatik prüfen: Ein separater Lesedurchgang, eventuell laut vorgelesen, hilft dabei.
  5. Formalia und Formatierung abschließen: Zitierweise, Seitenränder, Schriftgröße, Inhaltsverzeichnis. Die FU Berlin nennt diesen Schritt ausdrücklich als letzten in der Überarbeitung.

Die Abfolge von den großen Einheiten hin zu den kleinen sowie das Formatieren am Ende entspricht dem Leitfaden der FU Berlin. Die mittleren Schritte sind ein Vorschlag dieses Artikels, der sich aus der Logik des Überarbeitens ergibt.

Das Arbeitsblatt der Universität Gießen empfiehlt, den Text in mehreren Runden zu überarbeiten, jede davon auf einen klar abgegrenzten Schwerpunkt ausgerichtet, und dafür genügend Zeit einzuplanen. Außerdem hält das Arbeitsblatt fest, dass die Rechtschreib- und Grammatikprüfung in Word die Überarbeitung erleichtern kann, ohne sie zu ersetzen; das eigene Lesen des Textes bleibt unverzichtbar. Die Quellen nennen keine feste Anzahl von Durchgängen, die für alle Arbeiten verbindlich wäre.

Korrekturlesen und Lektorat setzen sinnvollerweise erst ein, wenn die eigene Überarbeitung in den genannten Durchgängen abgeschlossen ist.

Wie viel Vorlauf braucht die Korrektur durch andere?

Wenn andere Personen die Arbeit lesen sollen, braucht das Vorlauf. Dieser Vorlauf muss im Zeitplan vor der letzten eigenen Fassung stehen, damit nach der Rückgabe noch Zeit bleibt, Hinweise einzuarbeiten und den Text abzugeben.

Tabelle: Quelle, Angabe, Einordnung
QuelleAngabeEinordnung
FU Berlin, Abschlussberatung GeisteswissenschaftenEtwa zehn Prozent des Gesamtzeitaufwands für die GesamtüberarbeitungOrientierung eines Beratungsangebots, keine Pflicht
Universität Bielefeld, PunktUmDrucktext zwei bis vier Wochen vor der Abgabe übergeben; Angebot für internationale Studierende und PromovierendeAngabe gilt für dieses spezifische Angebot in Bielefeld
Universität Gießen, ZfbKText von anderen Korrektur lesen lassen; keine Zeitangabe genanntEmpfehlung ohne konkrete Fristnennung
Universität Freiburg, uniCROSS20 Prozent Puffer im Zeitplan insgesamtTipp für den Gesamtplan, keine spezifische Frist für Fremdkorrektur

Das Angebot PunktUm der Universität Bielefeld rät zudem zur frühzeitigen Anmeldung. Als Überlegung aus diesen Hinweisen ergibt sich: Wer die Abschlussarbeit von einer anderen Person lesen lassen möchte, plant den nötigen Vorlauf vor der eigenen letzten Fassung ein und fragt die betreffende Person rechtzeitig an. Das bedeutet, der Text muss früh genug abgabebereit sein, damit nach der Rückgabe noch genug Zeit zum Einarbeiten bleibt.

Wie lange ein kommerzielles Lektorat benötigt, steht in keiner der hier verwendeten Quellen. Express-Lektorat für kurze Fristen ist eine Option für Studierende mit sehr wenig Zeit vor der Abgabe; die konkreten Konditionen und Abläufe sind dort ausführlich beschrieben.

Rückwärts vom Abgabetermin planen

Beim Rückwärtsplanen beginnt man nicht beim ersten Schreibtag, sondern beim Abgabetermin. Von dort aus trägt man alle nötigen Schritte in den Kalender ein, bis man beim aktuellen Datum ankommt und sieht, wie viel Zeit tatsächlich bleibt.

Als Rechenbeispiel, nicht als Quellenaussage: Zunächst den Abgabetag fest eintragen. Davor kommt die Zeit für Formatierung und Formalia, denn die FU Berlin nennt das Formatieren ausdrücklich als eigenen Schritt am Ende der Überarbeitung und empfiehlt, dafür genügend Zeit einzuplanen. Davor liegt die letzte eigene Korrekturrunde. Davor sollte die Rückgabe der fremden Korrektur stehen, inklusive Zeit für das Einarbeiten der Hinweise. Davor schließlich die Übergabe des Textes an die korrigierende Person. Das Angebot PunktUm der Universität Bielefeld nennt für diese Übergabe einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen vor der Frist als Beispiel für jenes Angebot; dieser Wert ist kein allgemeiner Richtwert für andere Korrekturformen.

Als zusätzliche Reserve passt der Puffer von 20 Prozent, den uniCROSS der Universität Freiburg für den Gesamtzeitplan empfiehlt. Er kann als Spielraum für Unvorhergesehenes dienen, etwa wenn eine Rückmeldung später eintrifft als erwartet oder Krankheit einen Arbeitstag wegfallen lässt.

Zeitplan für die Masterarbeit reicht weit über diese letzte Phase hinaus und umfasst Themenfindung, Exposé, Recherche und den gesamten Schreibprozess. Den vollständigen Ablauf behandeln die eigenen Seiten zur Bachelor- und Masterarbeit; dieser Artikel konzentriert sich ausschließlich auf das Ende vor der Abgabe.

Was gehört in die letzten Tage vor der Frist?

Die letzten Tage vor der Abgabe haben einen eigenen Rhythmus. Vieles, das während des Schreibens zurückgestellt wurde, muss jetzt noch erledigt werden. Die folgende Liste ist ein Vorschlag dieses Artikels und keine belegte Regel einer Hochschule oder Prüfungsordnung.

  • Inhaltsverzeichnis und Seitenzahlen aktualisieren
  • Literaturverzeichnis gegen alle Zitate im Text abgleichen
  • Abbildungen und Tabellen: nummeriert und vollständig beschriftet?
  • Formatierung nach der Vorgabe der Hochschule kontrollieren
  • Eidesstattliche Erklärung unterschrieben einfügen
  • Datei öffnen und das PDF Seite für Seite durchsehen

Die FU Berlin hält in ihrem Leitfaden fest, dass die Korrektur der Formalia und das Formatieren am Ende der Überarbeitung stehen, und empfiehlt, auch dafür ausreichend Zeit einzuplanen. Wer diese Schritte auf den allerletzten Tag verschiebt, hat keine Zeit mehr für Fehler, die erst dabei auffallen, etwa ein verrutschtes Inhaltsverzeichnis oder eine fehlende Bildunterschrift.

Unterschied zwischen Lektorat und Korrektorat ist eine Frage, die sich stellt, sobald externe Unterstützung für die letzten Wochen infrage kommt. Die Erklärung dazu steht auf der entsprechenden Seite dieses Artikels.

Korrekturzeit vor der Abgabe einplanen: Prüfliste mit vier Punkten

Was die Quellen nicht klären

Die Quellen nennen Richtwerte einzelner Beratungsangebote, keine feste Zahl von Tagen für alle Arbeiten. Das ist ein wichtiger Vorbehalt, bevor man diese Zahlen direkt in den eigenen Zeitplan überträgt.

Die zehn Prozent für die Gesamtüberarbeitung stammen aus dem Leitfaden der FU Berlin. Die Angabe von zwei bis vier Wochen für die Übergabe eines gedruckten Textes stammt aus dem Angebot PunktUm der Universität Bielefeld, das sich an internationale Studierende und Promovierende richtet. Die zwanzig Prozent Puffer für den Gesamtzeitplan kommen vom Angebot uniCROSS der Universität Freiburg. Das Arbeitsblatt der Universität Gießen empfiehlt Durchgänge mit Fokus und genügend Zeit für die Überarbeitung, nennt aber keine konkreten Zeitangaben.

Wie viele Tage ein bestimmtes Fach, eine bestimmte Seitenzahl oder eine Betreuerin für Rückmeldungen benötigt, klärt keine dieser Quellen. Wann die eigene Abschlussarbeit abgegeben werden muss, steht in der jeweiligen Prüfungsordnung oder wird vom Prüfungsamt mitgeteilt. Diese Stelle gibt verbindliche Auskunft zu konkreten Fristen.

Der Stand dieses Artikels ist Oktober 2026. Beratungsangebote und die dort genannten Zahlen können sich ändern. Wer auf dem neuesten Stand sein möchte, prüft die verlinkten Originalquellen direkt.

Quellen und Stand

„Wie viel Zeit sollte vor der Frist für die Korrektur der Abschlussarbeit bleiben?“ erscheint auf dieser Seite unter dem Titel „Korrekturzeit vor der Abgabe einplanen“.

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Häufige Fragen zur Korrekturzeit vor der Abgabe

Was empfiehlt die Abschlussberatung Geisteswissenschaften der FU Berlin für die Überarbeitung am Ende?

Der Leitfaden dieser Beratungsstelle empfiehlt, für die abschließende Gesamtüberarbeitung etwa zehn Prozent des Gesamtzeitaufwands einzuplanen. Das ist eine Orientierung dieses Angebots der FU Berlin, keine allgemeingültige Vorgabe für alle Fächer.

Für wen gilt die Angabe von zwei bis vier Wochen Vorlauf, die PunktUm in Bielefeld nennt?

Das Angebot PunktUm der Universität Bielefeld richtet sich an internationale Studierende und Promovierende. Die Angabe gilt für dieses spezifische Angebot und ist kein allgemeiner Richtwert für andere Korrekturangebote oder -formen.

Was sagt das Arbeitsblatt der Universität Gießen zur Überarbeitung wissenschaftlicher Texte?

Das Arbeitsblatt des ZfbK der Universität Gießen empfiehlt, den Text in mehreren Runden zu überarbeiten, jede auf einen klar begrenzten Schwerpunkt ausgerichtet, und dafür genügend Zeit einzuplanen. Außerdem hält es fest, dass die Rechtschreib- und Grammatikprüfung in Word die Überarbeitung erleichtern kann, sie aber nicht ersetzt.

Worauf bezieht sich der Puffer von 20 Prozent, den die Universität Freiburg empfiehlt?

Das Angebot uniCROSS der Universität Freiburg rät, bei fehlender Erfahrung in der Zeitschätzung einen Puffer von 20 Prozent einzuplanen. Dieser Rat bezieht sich auf den Zeitplan der Arbeit insgesamt, nicht speziell auf das Korrekturlesen. Es handelt sich um einen Tipp, keine Pflicht.

Warum sollte das Formatieren nicht auf den letzten Tag vor der Abgabe verschoben werden?

Die FU Berlin nennt die Korrektur der Formalia und das Formatieren als eigenen Schritt am Ende der Überarbeitung und empfiehlt, auch dafür ausreichend Zeit einzuplanen. Wer erst am letzten Tag formatiert, hat keine Zeit mehr für Fehler, die erst dabei auffallen.

Wo finde ich die verbindliche Abgabefrist für meine Abschlussarbeit?

Die eigene Prüfungsordnung und das Prüfungsamt geben verbindliche Auskunft darüber, bis wann die Arbeit abgegeben sein muss. Keine der in diesem Artikel genannten Quellen enthält diese Information; sie nennen ausschließlich Richtwerte für die Überarbeitung, nicht für die Abgabefrist.

Gilt das Rechenbeispiel mit 200 Stunden für alle Abschlussarbeiten?

Nein. Das Beispiel ist ein reines Rechenbeispiel, das zeigt, wie zehn Prozent eines Gesamtaufwands aussehen könnten. Die zehn Prozent stammen als Orientierung aus dem Leitfaden der FU Berlin und sind keine allgemeingültige Vorschrift. Wie viele Stunden eine bestimmte Arbeit tatsächlich braucht, steht in keiner der verwendeten Quellen.

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