Lektorat oder Korrektorat – wo ist der Unterschied?
Lektorat oder Korrektorat – welche Wahl passt zu deiner Arbeit?
„Lektorat" und „Korrektorat" werden im Alltagsgebrauch oft synonym verwendet. Im professionellen Sprachgebrauch sind das aber zwei verschiedene Dienstleistungen mit unterschiedlichem Umfang und Preis. Wer bei einer Bachelor- oder Masterarbeit zwischen beiden wählt, sollte den Unterschied kennen – sonst zahlt man für Leistungen, die nicht gebraucht werden, oder erhält weniger als erwartet. Dieser Beitrag erklärt klar, was beide Begriffe bedeuten, was sie kosten und wann sich welches lohnt.
Korrektorat – Sprache, nichts als Sprache
Korrektorat (oder „Korrekturlesen") ist die schmälere Dienstleistung. Korrektoren prüfen Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung, Tippfehler und einfache Inkonsistenzen. Was sie nicht machen: Stil, Wortwahl, Satzbau, Argumentationsstruktur. Eine Korrektur kommt einer Endkontrolle gleich – sie sorgt dafür, dass dein Text „technisch sauber" abgegeben werden kann.
Lektorat – Sprache plus Stil und Logik
Das Lektorat geht weiter. Lektoren prüfen alles, was ein Korrektor prüft, und ergänzen Stil, Wortwahl, Satzbau, Lesbarkeit, Kohärenz, Argumentationsfluss und gelegentlich auch fachliche Plausibilität. Ein Lektorat enthält damit immer das Korrektorat – das eine ist die Erweiterung des anderen, nicht das Gegenteil.
Was kostet welches?
Korrektorat liegt bei seriösen Anbietern bei 1,90–2,90 € pro Normseite (1.800 Zeichen inkl. Leerzeichen). Lektorat liegt bei 4,90–7,90 €, je nach Tiefe und Lieferzeit. Bei uns: Lektorat-Preise. Mit Express-Lieferung steigen die Tarife. Die Kostendifferenz reflektiert den höheren Aufwand: ein Lektor liest deutlich langsamer und greift häufiger ein.
Wann reicht Korrektorat?
- Du hast deine Arbeit selbst mehrfach durchgelesen, der Stil sitzt.
- Du brauchst nur eine letzte Sicherheit, dass keine Tippfehler übrig sind.
- Dein Lehrstuhl wertet primär Inhalt, nicht Sprachstil.
- Budget ist eng.
Wann lohnt sich Lektorat?
- Du bist beim Stil unsicher oder schreibst zum ersten Mal eine längere wissenschaftliche Arbeit.
- Die Note hängt erheblich vom Sprachstil ab (Geistes-, Sozialwissenschaften, Lehramt).
- Es ist eine Dissertation oder Veröffentlichung – dort zählt jeder Satz.
- Du schreibst in einer Sprache, die nicht deine Muttersprache ist.
Beispiel: Bachelorarbeit, 50 Seiten
Eine 50-Seiten-Bachelorarbeit im Korrektorat kostet bei uns ab 95 € (1,90 € × 50). Im Lektorat ab 245 € (4,90 € × 50). Der Mehrpreis von ca. 150 € ist gerechtfertigt, wenn dir Stil und Lesbarkeit wichtig sind. Bei einer reinen Endkontrolle reicht das Korrektorat. Mehr Vergleich unter Bachelorarbeit Korrekturlesen und Bachelorarbeit Korrekturlesen-Lektorat.
Was du im Lektorat zusätzlich bekommst
Über das Korrektorat hinaus liefert ein Lektorat:
- Stilfeedback: Hinweise auf Wortwiederholungen, Nominalstil, Passivlast.
- Roter-Faden-Check: ist die Argumentation kohärent zwischen Kapiteln?
- Wortwahl-Vorschläge: präzisere Begriffe, vermeidbare Floskeln.
- Konsistenzprüfung: einheitliche Verwendung von Fachbegriffen.
- Begleitnote: kurzer Bericht mit auffälligen Mustern und Verbesserungsvorschlägen.
Lektorat allein reicht selten – das Drei-Stufen-Modell
Aus unserer Erfahrung läuft eine erfolgreiche Abschlussarbeit über drei Stufen: erster eigener Durchgang (Selbstüberarbeitung), professionelles Lektorat oder Korrektorat, optional ein finaler Plagiats- und KI-Check. Wer alle drei Stufen durchläuft, hat fast keine Überraschungen mehr bei der Abgabe. Mehr im Korrekturlesen-Lektorat.
Was ein gutes Lektorat erkennt – Beispiel
Stell dir vor, du schreibst: „Es zeigt sich, dass Studierende eine signifikante Verbesserung erfahren konnten." Das ist sprachlich grundsätzlich korrekt, aber stilistisch matt. Ein Lektorat würde das umformulieren: „Studierende verbesserten sich signifikant." Der zweite Satz ist klarer, aktiver, lesbarer. Solche kleinen Eingriffe summieren sich über 50 Seiten zu spürbar besserer Lesbarkeit.
Was du selbst tun kannst, bevor du Geld ausgibst
- Die Arbeit laut lesen – Fehler hörst du oft eher, als du sie liest.
- Tools wie LanguageTool oder Duden Mentor für die Erstdurchsicht nutzen.
- Eine Pause von 1–2 Tagen einlegen, dann mit frischem Blick lesen.
- Eine Person außerhalb deines Studiengangs lesen lassen – oft sieht sie unklare Stellen klarer.
Erst danach ein professionelles Lektorat oder Korrektorat beauftragen. Mehr Tipps unter häufige Fehler in Bachelorarbeit und Masterarbeit.
Zusammenfassung in einem Satz
Korrektorat fängt Tippfehler ab, Lektorat macht den Text besser lesbar. Beides ist nützlich, das eine ersetzt das andere nicht.