Architektur-Lektorat für Entwurfstexte und Bauingenieurwesen
Wo Planwerk, Normverweis und Erläuterungsbericht aufeinandertreffen
Ein Architektur-Lektorat arbeitet mit Textsorten, die es sonst nirgends gibt: Erläuterungsberichte, Entwurfsbeschreibungen, Planlegenden und Nachweise stehen neben klassischen wissenschaftlichen Kapiteln. Ein Entwurfstext darf atmosphärisch sein, ein Nachweis muss nüchtern bleiben. Beide mit demselben Maßstab zu prüfen, wäre der sicherste Weg, die Arbeit zu verschlechtern.
Entwurfstext und Nachweis verlangen Verschiedenes
Ein Satz über die Lichtführung eines Innenhofs folgt anderen Regeln als die Beschreibung eines Standsicherheitsnachweises. Der Entwurfstext darf mit Bildern arbeiten, weil die gestalterische Idee vermittelt werden muss.
Problematisch wird es an zwei Punkten: wenn der Erläuterungsbericht in Werbesprache kippt („ein Ort der Begegnung, der Menschen verbindet“) oder wenn der Entwurfsteil so trocken wird, dass die Idee nicht mehr erkennbar ist. Wir prüfen beide Register in ihrer jeweiligen Funktion und melden nur, wo eines das andere überlagert.

Normverweise ohne Ausgabestand sind wertlos
Anforderungen ändern sich zwischen Fassungen. Ein Verweis auf eine DIN-Norm ohne Ausgabestand lässt offen, welche Anforderung gemeint ist, und ist damit als Beleg nicht verwendbar.
Wir prüfen jede Normangabe auf formale Vollständigkeit: Nummer, Teil und Ausgabestand in einheitlicher Schreibweise über die gesamte Arbeit. Ob die zitierte Fassung noch gültig ist, prüfen wir ausdrücklich nicht, das bleibt fachliche Verantwortung. Dasselbe gilt für Materialkennungen wie Beton C25/30 oder Baustahl S235: Wir vereinheitlichen die Notation, bewerten aber keine Materialwahl.
Der Abgleich zwischen Text und Planwerk
Die häufigsten Fehler in Bauarbeiten liegen zwischen den Medien. Der Text nennt einen Maßstab, die Planlegende einen anderen. Eine Abbildung ist im Text als Grundriss bezeichnet und in der Unterschrift als Schnitt. Das Abbildungsverzeichnis führt eine Zeichnung, die im Anhang fehlt.
Wir gleichen Planbeschriftungen, Abbildungsverzeichnis und Textverweise ab und melden jede Abweichung mit Fundstelle. Die Planinhalte selbst fassen wir nicht an: Zeichnungen sind Fachleistung, nicht Text.

Was wir nicht prüfen
Wir prüfen weder Statik noch Bauordnungskonformität und bewerten keine Entwurfsqualität. Ob ein Nachweis rechnerisch stimmt, ob eine Lösung genehmigungsfähig ist oder ob die Grundrissorganisation funktioniert, bleibt fachliche Verantwortung.
Diese Abgrenzung ist im Bauwesen besonders wichtig, weil ein sprachlich glatter Nachweis den Eindruck erwecken kann, geprüft zu sein. Unser Beitrag ist ausschließlich die sprachlich-formale Ebene.
Umgekehrt heißt das: Ein Entwurf, der uns sprachlich überzeugt, kann fachlich schwach sein, und ein Verweis auf eine Norm ist auch dann formal korrekt, wenn die Norm für den Fall gar nicht einschlägig ist. Wir sagen das offen, weil eine lektorierte Arbeit sonst leicht für geprüft gehalten wird.
Preise und Umgang mit Planseiten
Das Standard-Lektorat kostet 4,90 € pro Normseite bei fünf Werktagen, das Korrektorat 1,90 €. Planwerk und reine Tabellenseiten zählen nicht in die Normseitenberechnung, Planbeschriftungen prüfen wir trotzdem mit. Eine Masterarbeit mit 60 Normseiten Fließtext liegt bei rund 294 Euro.
Express ist für 6,90 € in 48 Stunden oder 8,90 € in 24 Stunden möglich, was bei Abgabeterminen kurz vor der Präsentation regelmäßig gebraucht wird. Eine Probeseite lektorieren wir kostenlos.
Weiterführend: Ingenieurwissenschaften, Abbildungsverzeichnis, Formatierung der Masterarbeit und wissenschaftliches Poster.