Ergativ im Deutschen: Definition und Beispiele
Ergativ Bedeutung: Der Ergativ ist in der Sprachwissenschaft ein Kasus
Der Ergativ ist ein grammatischer Kasus, der in Ergativsprachen das handelnde Subjekt eines transitiven Verbs kennzeichnet. Hier erfährst du, woher das Wort kommt, wie du es in Hausarbeit und Seminar verwendest und womit es oft verwechselt wird.
Bedeutung und Definition des Ergativs
Der Ergativ ist ein Fachbegriff der Sprachwissenschaft und bezeichnet einen Kasus, der in sogenannten Ergativsprachen das handelnde Subjekt, also das Agens, eines transitiven Verbs markiert. Das Wort ist ein Substantiv im Maskulinum: der Ergativ, des Ergativs, Plural die Ergative.
Die Bezeichnung geht auf griechisch ergátēs für „Arbeiter, Handelnder“ zurück, abgeleitet von érgon „Werk, Tat“. Bekannte Sprachen mit Ergativ sind das Baskische, viele kaukasische Sprachen wie das Georgische oder Tschetschenische sowie das Grönländische. Das Subjekt eines intransitiven Verbs und das Objekt eines transitiven Verbs stehen dort gemeinsam in einem zweiten Kasus, dem Absolutiv. Im Deutschen gibt es keinen Ergativ als Kasus, denn hier tragen alle Subjekte den Nominativ. Weitere Fachwörter dieser Art findest du in unserer Sammlung zu Wortbedeutungen und Abkürzungen.
Beim Schreiben folgt das Wort der üblichen Groß- und Kleinschreibung: Das Substantiv steht groß, das Adjektiv ergativ klein, etwa in „ergative Konstruktion“. Beim Genus hilft der Blick auf die Artikel der, die und das, denn es heißt immer der Ergativ.

So verwendest du den Begriff
In Fachtexten erscheint der Begriff fast immer in festen Verbindungen: im Ergativ stehen, den Ergativ markieren, Ergativsprache, Ergativ-Absolutiv-System, ergative Konstruktion, gespaltene Ergativität und ergative Verben. Bei der Pluralbildung gilt die regelmäßige Form die Ergative, die du vor allem beim Vergleich mehrerer Sprachen brauchst.
Zwei Beispiele aus dem Studienalltag:
- „Im baskischen Satz Gizonak ogia jan du (‚Der Mann hat das Brot gegessen‘) steht gizonak im Ergativ, erkennbar an der Endung -k.“
- „In meiner Hausarbeit zur Sprachtypologie zeige ich, dass das Hindi den Ergativ nur im perfektiven Aspekt verwendet.“
Ein drittes Beispiel betrifft die deutsche Grammatik selbst: Im Seminar werden ergative Verben wie schmelzen behandelt, bei denen das Objekt des transitiven Satzes zum Subjekt des intransitiven wird: „Die Sonne schmilzt den Schnee“ und „Der Schnee schmilzt“.
Für wissenschaftliches Schreiben lohnt es sich, den Begriff beim ersten Auftreten kurz zu definieren, weil nicht alle Lesenden die Typologie kennen. In Glossierungen nach den Leipzig Glossing Rules lautet das Kürzel ERG; wie du solche Kürzel sauber einführst, erklärt der Beitrag Abkürzungen richtig schreiben.
Häufige Verwechslungen und Fehler
Der Ergativ wird oft mit benachbarten Begriffen vermischt, obwohl jeder etwas anderes beschreibt. Diese Abgrenzungen solltest du kennen:
- Nominativ: markiert in Sprachen wie dem Deutschen jedes Subjekt, egal ob das Verb transitiv ist oder nicht.
- Absolutiv: der Gegenpart zum Ergativ, er trägt Objekt und intransitives Subjekt.
- Agens: eine semantische Rolle, kein Kasus. Ergativ und Agens fallen nur oft zusammen.
- Ergativität: das gesamte Ausrichtungssystem einer Sprache, nicht der einzelne Kasus.
- Ergative Verben: eine Verbklasse, die eng mit unakkusativen Verben verwandt ist und nichts mit einem Kasus zu tun hat.
Ein häufiger Fehler ist die Aussage, das Deutsche besitze einen Ergativ. Ebenso falsch ist die Verwechslung mit lautlich ähnlichen Wörtern wie Ergotherapie oder ergonomisch. Echte Synonyme gibt es kaum; „Agentiv“ bezeichnet in der Typologie einen anderen Kasus und ist kein Ersatz.
Bei der Rechtschreibung zusammengesetzter Formen hilft ein Blick auf die Getrennt- und Zusammenschreibung: Ergativsprache schreibst du zusammen, Ergativ-Absolutiv-System mit Bindestrichen.
Fachwörter wie dieses fehlen manchmal im Wörterbuch einfacher Rechtschreibprogramme, deshalb markieren sie den Ergativ gelegentlich als Fehler, obwohl er korrekt geschrieben ist.

Checkliste für die passende Verwendung
Bevor du den Begriff in einer Arbeit einsetzt, prüfe Bedeutung, Register und Satzkontext:
- Bedeutung: Meinst du den Kasus in einer Ergativsprache oder die Verbklasse der ergativen Verben im Deutschen?
- Register: Der Ergativ ist ein Fachwort. In Alltagstexten erklärst du ihn, in linguistischen Arbeiten setzt du ihn als bekannt voraus.
- Satzkontext: Steht das Wort bei einem transitiven Verb und einer konkreten Sprache wie Baskisch oder Georgisch?
- Form: der Ergativ, des Ergativs, die Ergative.
- Abgrenzung: Absolutiv, Nominativ und Agens nicht gleichsetzen.
Die allgemeinen Rechtschreibregeln gelten auch für Fachwörter, und die Rechtschreibreform hat an der Schreibung dieses Begriffs nichts verändert.
Achte bei zitierten Beispielsätzen auf die Kommasetzung vor Erläuterungen und auf die Zeichensetzung bei Übersetzungen in einfachen Anführungszeichen. Je nach Textformen wie Hausarbeit, Protokoll oder Handout passt du außerdem an, wie ausführlich du den Ergativ definierst.
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Stand: 28. Oktober 2026korrektur.de. (2026, 28. Oktober). Ergativ: Bedeutung, Definition und Beispiele. korrektur.de. https://korrektur.de/ergativ
„Ergativ: Bedeutung, Definition und Beispiele.“ korrektur.de, 28. Okt. 2026, korrektur.de/ergativ. Zugriff 28. Okt. 2026.
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korrektur.de. Ergativ: Bedeutung, Definition und Beispiele [online]. 2026 [Zugriff am 28.10.2026]. Verfügbar unter: https://korrektur.de/ergativ
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: www.dwds.de (geprüft am 2026-10-28)
- Wikipedia: Ergativ: de.wikipedia.org (geprüft am 2026-10-28)