Kannst du dich ohne Anschreiben bewerben?
Bewerbung ohne Anschreiben: Wann das geht und was du dann brauchst
Ein Anschreiben ist der Normalfall, doch einzelne Arbeitgeber verzichten darauf. Du erfährst, woran du den Verzicht in der Stellenanzeige erkennst, welche Unterlagen zur Bewerbung gehören und was dein Lebenslauf dann leisten muss.
Wann Arbeitgeber auf das Anschreiben verzichten
Das Anschreiben ist in Deutschland der Normalfall, und genau daran solltest du dich zuerst orientieren. Der ZAV-Newsletter der Bundesagentur für Arbeit bezeichnet das Anschreiben als Herzstück fast jeder Bewerbung in Deutschland. Es werde standardmäßig gefordert, sofern die Stellenausschreibung es nicht ausdrücklich ausschließt. Trotzdem verzichten einzelne Arbeitgeber darauf, und genau dafür lohnt ein genauer Blick auf die Anzeige.
Die IHK Halle-Dessau beschreibt, dass sich im Wettbewerb um Fachkräfte zunehmend Unternehmen von Formalitäten wie dem Anschreiben oder dem Lebenslauf lösen. Als Beispiel nennt sie Otto, dort werde ein Anschreiben nicht mehr gefordert. Daran erkennst du, dass ein Verzicht vorkommt, aber ein einzelnes Beispiel reicht nicht aus, um daraus eine Häufigkeit abzuleiten. Wer davon ausgeht, dass ein Verzicht überall gilt, übersieht die Stellenanzeige, die im Einzelfall den Ausschlag gibt.
Nach dem ZAV-Newsletter gilt das Anschreiben als Normalfall, solange die Ausschreibung es nicht ausdrücklich ausschließt. Ein fehlender Hinweis ist deshalb kein Freibrief, sondern ein Grund, die Anzeige noch einmal genau zu lesen. Im Zweifel solltest du in der Stellenanzeige nachlesen, welche Unterlagen verlangt sind, und bei unklaren Angaben über die genannte Kontaktstelle nachfragen. Dein Vorgehen bleibt so an den Text der konkreten Ausschreibung gebunden und nicht an eine allgemeine Annahme.
Muster, erfunden, für eine Rückfrage: „Sehr geehrte Damen und Herren, in Ihrer Ausschreibung finde ich keine Angaben zum Anschreiben. Gilt Ihr Verfahren auch ohne Anschreiben? Mit freundlichen Grüßen“

Was ohne Anschreiben in die Bewerbung gehört
Nicht jede Bewerbung enthält dieselben Bestandteile, und genau das solltest du vor dem Packen der Mappe prüfen. Laut Bundesagentur für Arbeit muss nicht immer eine Bewerbung alle Bestandteile enthalten, denn einige davon sind freiwillig oder nur auf Aufforderung beizufügen. Als übliche Unterlagen führt die Behörde ein Anschreiben, den Lebenslauf und Zeugnisse auf. Die Übersicht unten ordnet diese Unterlagen und ergänzt das Motivationsschreiben als vierte Zeile.
| Unterlage | Meist verlangt | Hinweis |
|---|---|---|
| Lebenslauf | ja, als übliche Unterlage genannt | Die Bundesagentur rät zu tabellarischem Aufbau, höchstens zwei DIN-A4-Seiten |
| Zeugnisse | ja, als übliche Unterlage genannt | Prüfe, welche Zeugnisse die Stelle anfordert |
| Anschreiben | ja, als übliche Unterlage genannt | Normalfall laut ZAV, sofern die Ausschreibung es nicht ausschließt |
| Motivationsschreiben | keine Angabe | In der Stellenanzeige nachlesen oder bei der Stelle nachfragen |
Die Zeile zum Motivationsschreiben bleibt offen, denn die Bundesagentur für Arbeit macht dazu keine Angabe. Hier hilft nur ein Blick in die Stellenanzeige oder eine Rückfrage bei der Stelle, und zwar bevor du etwas versendest. Beim Anschreiben steht ausdrücklich, dass es nach dem ZAV-Newsletter der Normalfall ist, sofern die Ausschreibung nichts anderes sagt. Ohne Anschreiben gehört deshalb ein genauer Blick in den Text der Anzeige dazu, denn genau dort zeigt sich, ob die Stelle auf das Anschreiben verzichtet.
Wer sich direkt per Mail meldet, ohne eine Anzeige zu beantworten, sollte bei der Bewerbung ohne Stellenausschreibung zuerst prüfen, welche Unterlagen das Unternehmen auf seiner Website oder in seinen Angaben nennt. Ohne Anzeige fehlt der Text, an dem du dich sonst orientierst, und genau deshalb lohnt es sich, Unterlagen und Mail vorab sorgfältig zu sortieren. Schreibe dir vor dem Versand eine kurze Liste, welche Dateien du beilegst, und vergleiche sie mit den Angaben, die du gefunden hast.
Kurzbewerbung und Bewerbungsportale im Ablauf
Eine Bewerbung kann auch über ein Formular laufen, ohne Brief und Anhang. Manche Portale fragen Angaben in Eingabemasken ab und lassen das Anschreiben weg. Das ist eine Beobachtung, die du beim Durchklicken selbst nachvollziehen kannst. Dann bestehen die Angaben aus Eingabefeldern und hochgeladenen Dateien, und die einzelnen Felder ersetzen den Text, den du sonst ausformuliert hättest. Unter diesen Umständen lohnt es sich, den Lebenslauf sorgfältiger auszurichten, denn er muss mehr von dem tragen, was sonst im Anschreiben stünde. Achte beim Ausfüllen darauf, dass jede Angabe in der Maske zu einem Abschnitt deines Lebenslaufs passt. So bleibt die Bewerbung in sich stimmig, und du musst nichts doppelt suchen, wenn du die Eingaben nachträglich prüfst.
Die folgende Schrittfolge zeigt einen Ablauf, mit dem du die Eingabe ruhig planst. Bevor du etwas eingibst, lies die Anzeige und das Portal in Ruhe durch. Gehe die Felder der Reihe nach durch und notiere offene Fragen, bevor du das Formular abschickst.
- Anzeige auf Hinweise prüfen.
- Portalfelder lesen, bevor du etwas eingibst.
- Lebenslauf auf die Stelle zuschneiden.
- Pflichtangaben prüfen.
- Absenden, wenn alle Angaben geprüft sind.
Pflichtangaben erkennst du an den Feldern, die das Portal als verpflichtend kennzeichnet. Lege dir vorher die Angaben bereit, die du übertragen willst, etwa Zeiträume von Ausbildung, Studium und Praktika sowie Zeugnisse. Prüfe bei Dateien, ob sie vollständig lesbar sind und dem Format entsprechen, das die Maske angibt, bevor du sie hochlädst. Stimme dabei den Lebenslauf mit den Eingaben ab, damit beide dieselben Angaben enthalten. Vergleiche am Ende noch einmal Datum für Datum mit dem Lebenslauf, bevor du absendest.
Wenn die Anzeige ein Kurzvideo statt Text verlangt, prüfe zuerst in der Ausschreibung, welche Form genau gefordert ist. Ob eine Bewerbung per Video den Text ersetzen darf, zeigt dir allein der Wortlaut der Anzeige; suche dort nach einer ausdrücklichen Angabe. Ist die Anzeige unklar, frage über die in der Anzeige genannte Kontaktstelle nach, bevor du ein Video aufnimmst. Schreibe dir die Frage vorher auf, damit du konkret fragen kannst, welche Form gemeint ist, und lies die Antwort in Ruhe nach. Notiere dir nach dem Gespräch, was die Kontaktstelle bestätigt hat, damit du deine Eingaben später daran ausrichten kannst.

Was der Lebenslauf ohne Anschreiben leisten muss
Ohne Anschreiben muss der Lebenslauf mehr leisten, weil ein Teil der Bewerbung entfällt, der sonst die Motivation erklärt. Die Bundesagentur für Arbeit rät, ihn in Tabellenform zu gliedern und kurz zu halten, nämlich auf höchstens zwei DIN-A4-Seiten. Die Behörde rät außerdem, ihn auf das zu begrenzen, was zur gesuchten Stelle passt. Dazu zählen persönliche Daten, die Schulbildung, Ausbildung oder Studium, der Werdegang mit Praktika und Weiterbildungen sowie besondere Kenntnisse.
Als Rat gilt: Ein kurzes Profil am Anfang und klar benannte Stationen können einen Teil dessen auffangen, was sonst im Anschreiben stünde. Das ist eine Empfehlung, keine Pflicht. Daraus folgt vorsichtig: Ohne Anschreiben fehlt die Möglichkeit, die Motivation ausführlich zu erklären. Sie muss deshalb aus Lebenslauf und Mail hervorgehen, etwa durch die Auswahl der Stationen und den Ton der Nachricht.
Wenn du den ersten Eindruck prüfen willst, den dein Lebenslauf macht, vergleiche das mit dem Anschreiben auf dem deutschen Arbeitsmarkt, das der Normalfall bleibt. Lege deinen Lebenslauf neben eine Anzeige und prüfe, ob die Stationen zu den genannten Anforderungen passen. Wer die Dateien zusammenstellt, kann Bewerbungsunterlagen als PDF zusammenstellen und so in einer Datei verschicken. Wer unsicher ist, was verlangt wird, findet unter Hilfe bei der Bewerbung weitere Hinweise, auch wenn er nur einzelne Unterlagen klären will.
Quellen und Stand
- IHK Halle-Dessau: Bewerbung ohne Lebenslauf und Noten: www.ihk.de (geprüft am 2026-10-06)
- Bundesagentur für Arbeit, ZAV: Anschreiben vs. Motivationsschreiben: www.arbeitsagentur.de (geprüft am 2026-10-06)
- Bundesagentur für Arbeit: Bewerbungsunterlagen, das gehört rein: www.arbeitsagentur.de (geprüft am 2026-10-06)
- Bundesagentur für Arbeit: Bewerbung schreiben: www.arbeitsagentur.de (geprüft am 2026-10-06)