Was ist Antiphrasis? Bedeutung einfach erklärt

Antiphrasis: Bedeutung, Herkunft und Verwendung

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2026 · Studium-Tipps

Eine Antiphrasis ist ein rhetorisches Stilmittel, bei dem man etwas sagt und das Gegenteil meint, etwa „Toll gemacht!“ nach einem Missgeschick. Hier erfährst du, woher der Begriff kommt, wie du ihn in Analysen verwendest und wie er sich von Ironie, Litotes und Antithese unterscheidet.

Antiphrasis: Bedeutung und Herkunft

Eine Antiphrasis ist eine rhetorische Figur, bei der man etwas sagt und das genaue Gegenteil meint. Wer bei strömendem Regen „Herrliches Wetter heute!“ ruft, verwendet eine Antiphrasis.

Grammatisch ist das Wort ein Substantiv mit femininem Genus, es heißt also die Antiphrasis; wer beim Genus unsicher ist, findet unter Artikel der, die und das eine Übersicht. Die Pluralbildung folgt dem griechischen Muster, aus Antiphrasis wird Antiphrasen. Daneben existiert die eingedeutschte Form die Antiphrase.

Der Begriff stammt aus dem Griechischen: Antíphrasis setzt sich aus anti für „gegen“ und phrasis für „Ausdruck, Rede“ zusammen und lässt sich als Gegenbenennung übersetzen. In der Rhetorik gilt die Antiphrasis als Wortfigur und als besonders deutliche Form der Ironie. Einfach erklärt: Gesagtes und Gemeintes stehen sich wie Plus und Minus gegenüber.

Lexika führen das Wort oft mit dem Vermerk rhet. für rhetorisch, und wer solche Kürzel in eigenen Notizen nutzt, sollte Abkürzungen richtig schreiben, also mit Punkt. Eine Sammlung zu Wortbedeutungen und Abkürzungen hilft dir, solche Fachkürzel schnell aufzulösen.

Antiphrasis Bedeutung mit Bedeutung und passender Verwendung im Vergleich

Antiphrasis verwenden: Beispiele und Wortverbindungen

Im Alltag begegnet dir die Antiphrasis vor allem in spöttischen oder enttäuschten Bemerkungen. Zwei Beispiele mit erkennbarem Kontext:

  • Nach einer verpatzten Klausur sagt eine Kommilitonin: „Na, das lief ja großartig.“ Gemeint ist, dass es schlecht lief.
  • Der Bus fährt dir vor der Nase weg, und du murmelst: „Super, genau so habe ich mir den Morgen vorgestellt.“

Eine historische Antiphrasis ist der Name Eumeniden, „die Wohlgesinnten“, mit dem die Griechen die gefürchteten Rachegöttinnen umschrieben. Die Gegenbenennung dient hier als vorsichtige, beschwichtigende Umschreibung.

Typische Wortverbindungen sind: eine Antiphrasis verwenden, eine Antiphrasis erkennen, etwas als Antiphrasis deuten, ironische Antiphrasis und die Antiphrasis als Stilmittel. In einer Analyse schreibst du etwa: „Der Erzähler nutzt eine Antiphrasis, um die Figur bloßzustellen.“ Solche Sätze gehören zu Textformen wie Gedichtanalyse, Interpretation oder Erörterung.

Benenne die Figur, zitiere die Stelle und erläutere die Wirkung, denn für wissenschaftliches Schreiben reicht das bloße Etikett nicht aus. Beim Zitieren entscheidet die Zeichensetzung mit, weil Anführungszeichen markieren, welcher Wortlaut ironisch gemeint ist.

Antiphrasis oder Ironie? Häufige Verwechslungen

Am häufigsten wird die Antiphrasis mit Ironie gleichgesetzt. Ironie ist jedoch der Oberbegriff; die Antiphrasis ist ihre direkteste Form, weil sie das Gegenteil wörtlich ausspricht. Ironie kann auch über Andeutung oder Übertreibung arbeiten. Zur Abgrenzung helfen diese Nachbarbegriffe:

  • Sarkasmus: bitter und verletzend gemeinter Spott. Eine Antiphrasis kann sarkastisch klingen, muss es aber nicht.
  • Litotes: Untertreibung durch Verneinung des Gegenteils, etwa „nicht schlecht“ für gut. Hier wird nichts ins Gegenteil verkehrt.
  • Antithese: offene Gegenüberstellung, etwa „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“
  • Oxymoron: Verbindung widersprüchlicher Begriffe wie „beredtes Schweigen“.
  • Euphemismus: beschönigende Umschreibung, die sich nur dann mit der Antiphrasis überschneidet, wenn sie ins Gegenteil greift.

Eine häufige Fehlverwendung ist es, jeden Witz oder jede Übertreibung als Antiphrasis zu bezeichnen. Manche verwechseln sie auch mit der Antithese, weil beide mit „Anti“ beginnen. Als Synonyme tauchen Gegenbenennung oder Gegensinn auf, in Fachtexten bleibst du besser beim Fachwort.

Bei der Schreibung gilt: ph in der Mitte, einfaches s am Ende, Formen wie Antifrasis sind falsch, und so stimmt die Rechtschreibung. Die Groß- und Kleinschreibung folgt der Regel für Substantive, das Adjektiv antiphrastisch schreibst du klein. Eine Getrennt- und Zusammenschreibung stellt sich nicht, denn das Wort wird immer zusammen geschrieben.

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Checkliste: Antiphrasis richtig einordnen

Bevor du eine Textstelle als Antiphrasis bestimmst, prüf diese drei Punkte:

  1. Bedeutung: Meint der Satz im Zusammenhang tatsächlich das Gegenteil des Wortlauts? Ersetze das Schlüsselwort probehalber durch sein Gegenwort. Ergibt sich dann der gemeinte Sinn, liegt eine Antiphrasis vor.
  2. Register: Das Wort ist ein Fachbegriff der Rhetorik und Literaturwissenschaft. In Hausarbeiten und Analysen passt es, im Alltagsgespräch sagst du eher „ironisch“.
  3. Satzkontext: Signale wie Tonfall, Anführungszeichen oder Partikeln wie „ja“ und „natürlich“ verraten die Gegenbedeutung. Fehlen sie, prüf, ob die Situation den Wortlaut widerlegt.

Vor erklärenden Zusätzen wie „also das Gegenteil“ steht ein Komma, darum lohnt beim Überarbeiten ein Blick auf die Rechtschreibregeln und die Kommasetzung.

Fachwörter wie Antiphrasis fehlen manchmal im Wortschatz, und Rechtschreibprogramme markieren sie dann als Fehler; schlag das Wort in diesem Fall im Wörterbuch nach. Die Rechtschreibreform hat an der Schreibung dieses Fremdworts nichts geändert, das ph bleibt erhalten.

So zitieren Sie diese Seite

Stand: 28. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 28. Oktober). Antiphrasis: Bedeutung, Beispiele und Abgrenzung. korrektur.de. https://korrektur.de/antiphrasis

Quellen und Stand

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Fragen und Antworten zum Thema Antiphrasis Bedeutung

Was ist eine Antiphrasis einfach erklärt?

Eine Antiphrasis ist eine rhetorische Wortfigur: Du sagst etwas und meinst das Gegenteil, zum Beispiel „Na super!“, wenn etwas schiefgeht.

Welchen Artikel hat Antiphrasis?

Das Substantiv ist feminin: die Antiphrasis. Der Plural lautet Antiphrasen, daneben gibt es die eingedeutschte Form die Antiphrase.

Woher kommt das Wort Antiphrasis?

Es stammt aus dem Griechischen und setzt sich aus anti („gegen“) und phrasis („Ausdruck, Rede“) zusammen, wörtlich etwa Gegenbenennung.

Ist jede Ironie eine Antiphrasis?

Nein. Ironie ist der Oberbegriff. Eine Antiphrasis liegt nur vor, wenn das Gesagte wörtlich das Gegenteil des Gemeinten ausdrückt.

Was ist der Unterschied zwischen Antiphrasis und Litotes?

Die Antiphrasis verkehrt die Aussage ins Gegenteil. Die Litotes untertreibt, indem sie das Gegenteil verneint, etwa „nicht übel“ für gut.

Wie benenne ich eine Antiphrasis in einer Analyse?

Nenne das Stilmittel, zitiere die Textstelle und erkläre, welche Wirkung die Gegenbedeutung hat, etwa Spott oder Kritik an einer Figur.

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