Akribie verstehen: Bedeutung, Grammatik und Herkunft

Akribie: Bedeutung, Herkunft und Verwendung

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. September 2026 · Wortbedeutungen und Abkürzungen im Überblick

Akribie ist ein bildungssprachliches Wort für hohe Genauigkeit und Sorgfalt. Der Inhalt erklärt Bedeutung, Grammatik, Herkunft, Wortfamilie und Verwendung.

Was bedeutet Akribie?

Akribie ist ein bildungssprachliches Substantiv und bedeutet höchste Genauigkeit oder Sorgfalt bei der Ausführung von etwas. Der Duden ordnet das Wort dem Femininum zu und nennt wissenschaftliche Akribie als Beispiel. Die knappe Formel höchste Genauigkeit, Sorgfalt beschreibt, worauf sich das Wort bezieht: auf die besonders sorgfältige Ausführung einer Aufgabe. Es geht damit nicht bloß um ein Ergebnis, sondern auch um die Sorgfalt, die bei der Arbeit daran erkennbar ist.

Das DWDS verzeichnet für das eWDG von 1967 zusätzlich die Erklärung peinliche Genauigkeit. Dort stehen wissenschaftliche und philologische Akribie sowie eine Aufgabe mit größter Akribie ausführen als Beispiele. Diese Angaben zeigen, dass das Wort bei genauer Arbeit in Forschung und anderen Aufgabenbereichen stehen kann. Wer weitere Fachbegriffe erklären lassen will, findet dazu eine eigene Übersicht. Für Wortbedeutungen kann es hilfreich sein, auf die genaue Erklärung und die genannten Verbindungen eines Wortes zu achten.

Ein eigener Beispielsatz lautet: Vor der Abgabe ihres Referats prüfte Lina mit Akribie jede Quellenangabe und jede Zahl. Hier beschreibt das Wort die Sorgfalt bei einer konkreten Studienaufgabe. Es benennt nicht, ob das Referat schon fertig oder besonders gut ist, sondern wie Lina die Kontrolle angeht. Auch beim Ordnen von Unterlagen, beim Vergleichen von Notizen oder beim Vorbereiten einer Präsentation kann Akribie eine passende Bezeichnung sein, wenn die sorgfältige Ausführung im Mittelpunkt steht. Wer bildungssprachliche Wörter nachschlägt, kann die Erklärung mit einem eigenen Satz verbinden und so prüfen, ob die Bedeutung zum gewählten Zusammenhang passt.

Passend dazu findest du weitere Hinweise im Beitrag Substantiv.

Akribie: Bedeutung und Herkunft: der Ablauf in drei Schritten

Wortart und Grammatik von Akribie

Akribie ist ein feminines Substantiv. Im Nominativ heißt es die Akribie, im Genitiv der Akribie. Das DWDS hält fest, dass das Wort nur im Singular verwendet wird; auch der Duden führt keine Pluralform an. Diese Angaben betreffen die Form des Wortes im Satz. Sie helfen etwa dabei, den passenden Artikel zu wählen, wenn von sorgfältiger Arbeit die Rede ist. Das Substantiv bezeichnet nach den Wörterbuchangaben höchste Genauigkeit oder Sorgfalt bei der Ausführung von etwas. Die Formen ändern den Artikel, nicht aber das Wort Akribie selbst.

  • Genus und Artikel: die Akribie, feminin.
  • Genitiv: der Akribie.
  • Numerus: Das DWDS führt nur den Singular.
  • Empfohlene Duden-Trennung: Akri|bie.
  • Weitere Trennmöglichkeit: Ak|ri|bie.
  • Betonung: Laut Duden liegt sie auf dem i.

Die Übersicht zeigt die vier Fälle. Sie steht zwischen den Erläuterungen, damit die Form im jeweiligen Satz direkt verglichen werden kann.

Tabelle: Fall, Form
FallForm
Nominativdie Akribie
Genitivder Akribie
Dativder Akribie
Akkusativdie Akribie

In einem eigenen Satz im Nominativ heißt es: Die Akribie der Restauratorin fiel dem Team bei der Durchsicht der Unterlagen auf. Ein Satz im Genitiv lautet: Wegen der Akribie des Prüfers blieb kein Messwert ungeprüft. Damit stehen zwei unterschiedliche Fälle aus der Tabelle in einem Zusammenhang. Für den Dativ ist etwa möglich: Mit der Akribie einer Archivarin ordnete sie die Notizen. Im Akkusativ kann stehen: Die Redaktion würdigte die Akribie bei der Prüfung. Das Substantiv bleibt in diesen Beispielen im Singular. Die Angaben zur Trennung und zur Betonung sind Wörterbuchangaben zu diesem Wort; sie beschreiben keine Vorgabe für andere Wörter.

Herkunft und Zeitangabe

Die Herkunftsangaben verbinden Akribie mit lateinischen und griechischen Formen. Der Duden nennt kirchenlateinisch acribia und führt diese Form auf griechisch akribeia zurück. Das DWDS verweist auf das Etymologische Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer. Dort erscheint die Entlehnung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Außerdem nennt das DWDS gleichbedeutend spätlateinisch acribia, griechisch akribeia und griechisch akribes. Die Angaben beschreiben die sprachliche Vorgeschichte des heutigen Wortes.

Beide Wörterbücher setzen dabei verschiedene Schwerpunkte. Beim Duden steht die Herkunftskette im Vordergrund. Das DWDS ergänzt die zeitliche Einordnung und die Form akribes. Die Datierung bezieht sich auf die dort genannte Entlehnung. Daraus lässt sich keine Aussage über die heutige Häufigkeit des Wortes ableiten. Herkunft und gegenwärtige Bedeutung können deshalb getrennt betrachtet werden: Die erste Frage betrifft frühere Sprachformen, die zweite die Erklärung des Wortes im heutigen Deutschen.

Tabelle: Quelle, Herkunftsangabe, Zeitangabe
QuelleHerkunftsangabeZeitangabe
Dudenkirchenlateinisch acribia, aus griechisch akribeiakeine Zeitangabe
DWDSspätlateinisch acribia, griechisch akribeia, zu griechisch akribeserste Hälfte des 19. Jahrhunderts

Griechisch akribeia bezeichnet nach der DWDS-Angabe eine gleichbedeutende Vorform, während griechisch akribes mit genau und sorgfältig erklärt wird. Damit verweisen beide griechischen Formen auf den Bedeutungsbereich, der auch bei Akribie genannt wird. Ein eigener Beispielsatz lautet: Bei der Auswertung ihrer Notizen zeigte Mara Akribie, deren griechische Herkunft auf Genauigkeit und Sorgfalt verweist. Der Satz verbindet die überlieferte Bedeutungsnähe mit einer heutigen Arbeitssituation, ohne aus der Herkunft eine weitere Regel abzuleiten.

Wer weitere Wörter mit griechischem oder lateinischem Hintergrund sucht, findet sie in der Fremdwörterliste. Für Wortbedeutungen bleibt wichtig, die Herkunftsangabe nicht mit einer Aussage über den aktuellen Gebrauch zu verwechseln. Bei Akribie sind dafür die genannten Formen und die Zeitangabe des DWDS die maßgeblichen Anhaltspunkte.

Wortfamilie und Abgrenzung

Zur Wortfamilie von Akribie gehört akribisch. Der Duden führt dieses Wort als eigenes, bildungssprachliches Adjektiv. Es beschreibt eine Arbeitsweise als peinlich genau, besonders sorgfältig oder sehr gründlich. Dort stehen unter anderem Quellenstudium und Kontrollieren als Beispiele für solche Verwendungen. Das DWDS nennt neben akribisch auch akribistisch als Bildungen, bei denen Akribie am Anfang steht. Eine gesonderte Herkunftserklärung für akribisch ergibt sich aus dem Duden-Eintrag jedoch nicht.

  • Akkuratesse
  • Exaktheit
  • Genauigkeit
  • Gewissenhaftigkeit
  • Gründlichkeit
  • Präzision

Akkuratesse, Exaktheit, Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit nennt der Duden zu Akribie. Gründlichkeit und Präzision erscheinen beim DWDS als bedeutungsverwandte Ausdrücke. Wer weitere Synonyme finden möchte, kann die Begriffe nebeneinander nachschlagen und auf den jeweiligen Satz beziehen. Sie sind nicht in jedem Zusammenhang austauschbar, weil Akribie im Wörterbuch ausdrücklich die höchste Genauigkeit oder Sorgfalt bei einer Ausführung hervorhebt.

Pedanterie sollte nicht mit Akribie gleichgesetzt werden. Das DWDS führt Pedanterie ebenso wie Kleinlichkeit lediglich unter automatisch berechneten negativen Assoziationen. Daraus wird weder ein Synonym noch eine eigene Bedeutungsvariante von Akribie. Gegenüber bloßer Sorgfalt setzt Akribie nach der belegten Erklärung den Akzent auf besonders hohe Genauigkeit bei einer Tätigkeit. Diese Abgrenzung bleibt damit bei den dokumentierten Bedeutungsnuancen und bewertet keine Person oder Arbeitsweise.

Drei eigene Sätze zeigen das Adjektiv in verschiedenen Bereichen: Die Studentin prüfte ihre Zitate akribisch. Im Labor dokumentierte der Mitarbeiter die Messwerte akribisch. Die Tischlerin bearbeitete die Kanten akribisch. In jedem Satz beschreibt akribisch die Art der Ausführung; Akribie wäre dagegen die substantivische Bezeichnung für diese hohe Genauigkeit und Sorgfalt.

Akribie in Beispielsätzen

Das DWDS listet mehrere maschinell ausgewählte Verwendungsbeispiele aus seinen Textsammlungen. Ein Beleg vom 5. Februar 2003 bezieht sich auf den Architekten Pei und ein Museumsprojekt. In der Zusammenfassung achtet Pei mit ungewöhnlicher Akribie auf Einzelheiten und Materialien, während die Form des Projekts erhalten bleibt. Ein eigener Anschluss lautet: Der Bericht macht damit sichtbar, dass Akribie sowohl die Detailarbeit als auch den Blick auf die Gesamtform beschreiben kann.

Ein zweiter Beleg vom 17. Oktober 1986 beschreibt eine Person, die ihre Akribie den Büchern widmet, während sie das Schreiben anderen überlässt. Ein eigener Anschluss lautet: In diesem Beispiel liegt der Schwerpunkt auf der sorgfältigen Beschäftigung mit Büchern und auf der Trennung zwischen dieser Arbeit und dem Schreiben. Die Aussage bleibt auf den im Korpus beschriebenen Gegensatz beschränkt.

Ein dritter Beleg stammt aus Elias Canettis Die Blendung in der Ausgabe von 1935/1994. Dort wird philologische Akribie im Zusammenhang damit dargestellt, dass sie auf einen bloßen Mord verwendet wird. Ein eigener Anschluss lautet: Die literarische Szene stellt damit ein Missverhältnis zwischen der genauen philologischen Arbeit und ihrem Gegenstand dar.

Ein typischer Fehler besteht darin, Akribie vorschnell als gleichbedeutend mit Pedanterie zu verstehen. Das DWDS führt Pedanterie und Kleinlichkeit in diesem Zusammenhang jedoch nur als automatisch berechnete negative Assoziationen, nicht als Synonyme oder Bedeutungsvarianten. Die drei Korpusbelege zeigen unterschiedliche Gegenstände: ein Museumsprojekt, Bücher und eine philologische Tätigkeit. Sie belegen konkrete Verwendungen, aber keine allgemeine Häufigkeit und keine zusätzliche Bewertung des Wortes.

Akribie: Bedeutung und Herkunft: Prüfliste mit vier Punkten

Akribie in drei Schritten prüfen

Prüfe zuerst, was ein Satz ausdrücken soll. Akribie passt, wenn höchste Genauigkeit oder Sorgfalt bei der Ausführung einer Tätigkeit gemeint ist. Lies anschließend die Wortform mit dem Artikel: Es heißt die Akribie. Beachte auch den Singular, denn das DWDS führt das Wort nur im Singular und der Duden nennt keine Pluralform. So lässt sich kontrollieren, ob die verwendete Form zu den Angaben der Wörterbücher passt. Der erste Schritt betrifft also Bedeutung und Form zugleich.

  • Eine Pluralform von Akribie bilden.
  • Einen anderen Artikel statt die Akribie einsetzen.
  • Akribie mit Pedanterie gleichsetzen.
  • Die Duden-Angaben zu Trennung oder Betonung als allgemeine Sprachregel darstellen.

Im nächsten Schritt kann der Satz mit dem verwandten Adjektiv akribisch verglichen werden. Der Duden führt akribisch als eigenes Adjektiv und erklärt es unter anderem mit peinlich genau und höchst sorgfältig. Für den Vergleich kommt auch Genauigkeit infrage, das der Duden bei Akribie als Synonym nennt. Schreibe den Satz mit einer dieser Möglichkeiten neu und prüfe, ob weiterhin die sorgfältige Ausführung gemeint ist. Dabei bezeichnet Akribie das Substantiv, während akribisch eine Eigenschaft beschreibt.

Zum Schluss lohnt sich die Abgrenzung zu Pedanterie. Im DWDS erscheint Pedanterie als automatisch berechnete negative Assoziation, nicht als Synonym oder Bedeutungsvariante von Akribie. Deshalb sollte ein Satz mit diesem Wort nicht ohne Prüfung als Erklärung für Akribie dienen. Die Wortfamilie weist auf akribisch hin; über die Häufigkeit des Wortes sagt das nichts aus. Merksatz: Akribie nennt höchste Genauigkeit oder Sorgfalt, akribisch beschreibt eine entsprechend genaue Ausführung.

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zu Akribie

Welches grammatische Geschlecht hat Akribie?

Akribie ist ein feminines Substantiv. Der bestimmte Artikel lautet die: die Akribie. Der Genitiv Singular lautet der Akribie.

Wird Akribie im Plural verwendet?

Das DWDS führt Akribie nur im Singular. Auch der Duden führt keine eigene Pluralform. Verwende daher die Singularformen aus der Deklinationstabelle.

Ist Pedanterie ein Synonym für Akribie?

Nein. Das DWDS führt Pedanterie und Kleinlichkeit als automatisch berechnete negative Assoziationen. Daraus folgt keine Synonym- oder Bedeutungsangabe für Akribie.

Welche Herkunftsangabe gibt es zu Akribie?

Der Duden nennt kirchenlateinisch acribia aus griechisch akribeia. Das DWDS nennt eine Entlehnung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und führt außerdem griechisch akribes mit der Bedeutung „genau, sorgfältig“ an.

Wie kennzeichnet der Duden den Gebrauch von Akribie?

Der Duden kennzeichnet Akribie als bildungssprachlich. Er erklärt das Wort mit höchste Genauigkeit und Sorgfalt bei der Ausführung von etwas und nennt wissenschaftliche Akribie als Beispiel.

Welches verwandte Adjektiv gehört zu Akribie?

Das verwandte Adjektiv lautet akribisch. Der Duden führt es als eigenes bildungssprachliches Stichwort und erklärt es mit „peinlich genau“, „höchst sorgfältig“ und „äußerst gründlich“.

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