Sprach- und Geisteswissenschaften: Fächer, Inhalte und Schreibpraxis
Wo die Deutung zählt und jeder Satz am Text belegt sein muss
Germanistik, Geschichte, Philosophie: In diesen Fächern ist nicht das Ergebnis die Leistung, sondern der Weg dorthin. Diese Seite sammelt alle sprach- und geisteswissenschaftlichen Studiengänge bei korrektur.de, dazu die Schreib-Hubs mit den Konventionen des jeweiligen Fachs und die Seiten zum Berufseinstieg. Wie die Schreibpraxis in diesen Fächern aussieht, steht darunter.
Die Fächer in Sprach- und Geisteswissenschaften
Sprach- und geisteswissenschaftliche Arbeiten leben von der Auseinandersetzung mit Texten. Bewertet wird weniger, ob du das richtige Ergebnis hast, sondern ob deine Deutung am Material belegt ist. Entsprechend streng sind die Anforderungen an Zitate, Belegstellen und die saubere Trennung zwischen Referat und eigener Argumentation.
Germanistik (Schreib-Hub)
Literatur, Linguistik und Fachdidaktik, 1 Seiten
Anglistik (Schreib-Hub)
Englische Literatur und Sprachwissenschaft, 4 Seiten
Geschichte (Schreib-Hub)
Quellenarbeit und Epochen, 2 Seiten
Philosophie (Schreib-Hub)
Argumentation und Textinterpretation, 1 Seiten
Kunstgeschichte (Schreib-Hub)
Werkanalyse und Bildbeschreibung, 2 Seiten
Theologie (Schreib-Hub)
Exegese und Kirchengeschichte, 2 Seiten
Germanistik
Literatur und Sprache als Studienfach
Anglistik
Englische Sprache, Literatur und Landeskunde
Geschichte
Epochen, Quellen und Methodenlehre
Philosophie
Logik, Ethik und Ideengeschichte
Linguistik
Sprachsystem, Erwerb und Analyse
Literaturwissenschaft
Textanalyse und Literaturtheorie
Romanistik
Französisch, Spanisch, Italienisch im Studium
Kulturwissenschaft
Kultur als Gegenstand der Forschung
Ethnologie
Feldforschung und Kulturvergleich
Religionswissenschaft
Religionen vergleichend erforschen
Berufseinstieg nach dem Studium: Germanistik, Anglistik, Geschichte.
Was diese Fächer im Studium verbindet
Der Alltag sieht in allen Fächern dieser Gruppe ähnlich aus: viel lesen, Seminararbeiten schreiben, in Sitzungen die eigene Lesart gegen andere verteidigen. Prüfungen sind selten Klausuren mit richtigen Antworten, sondern Texte, in denen du eine These aufstellst und sie am Material belegst.
Daraus folgt der wichtigste Unterschied zu anderen Gruppen: Die Belegdichte ist hoch. Fast jede Aussage über einen Text, eine Quelle oder eine Position braucht eine Stelle, auf die sie sich stützt. Wer zusammenfasst, ohne zu belegen, bekommt das im Gutachten zurück, auch wenn inhaltlich alles stimmt.
Der zweite Unterschied ist die Zitierweise. In der Germanistik und der Geschichte ist die deutsche Fußnotenzitation verbreitet, in der Anglistik oft MLA oder APA. Beides ist richtig, gemischt wird beides falsch. Welche Form dein Lehrstuhl erwartet, steht im Merkblatt und nicht im Netz.
Worauf wir beim Lektorat besonders achten
Die häufigste Rückmeldung in diesen Fächern betrifft nicht die Rechtschreibung, sondern die Trennung von Referat und Argument. Wenn im selben Absatz steht, was ein Forscher meint und was du daraus schließt, verschwimmt die Grenze. Wir markieren solche Stellen, statt sie umzuschreiben, denn die Entscheidung gehört dir.
Ebenso oft geht es um Zitatformen: ein direktes Zitat ohne Anführungszeichen, eine Paraphrase, die zu nah am Original bleibt, eine Fußnote ohne Seitenzahl. Das sind Kleinigkeiten mit großer Wirkung, weil sie im Zweifel als Täuschung gelesen werden.
Und schließlich der Ton. Eine Interpretation darf eine eigene Stimme haben, sie darf nur nicht essayistisch werden. Wo ein Satz mehr behauptet als der Beleg trägt, schwächen wir ihn nicht ab, sondern zeigen die Lücke.
Andere Fachgruppen und die Gesamtübersicht
Andere Fachgruppen: Kunst, Musik und Medien, Sozial- und Bildungswissenschaften, Recht, Wirtschaft und Verwaltung, Natur- und Lebenswissenschaften, Medizin und Gesundheit, Technik und Informatik. Alle Fächer zusammen stehen auf der Übersicht der Studiengänge. Wer noch unschlüssig ist, was sich studieren lässt, vergleicht dort die Inhalte aller Fächer nebeneinander.