Selbsterstellte Tabellen in einer Hausarbeit richtig einordnen
Selbsterstellte Tabellen in einer Hausarbeit
Eine selbst erstellte Tabelle wird in der Hausarbeit verständlich, wenn Frage, Material, Vorgehen, Ergebnis und die Grenze deiner Aussage zusammenpassen. Die Anleitung unten stützt sich auf Hinweise zur Gestaltung und Einordnung von Tabellen.
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Selbsterstellte Tabellen auf der einen Seite, Deckblatt und Inhaltsverzeichnis auf der anderen: dazu die Kapitel von der Einleitung bis zum Fazit, das Literaturverzeichnis, die Eigenständigkeitserklärung und Seitenzahlen, römisch bis zum Verzeichnis, arabisch ab der Einleitung, als Gerüst.
Selbsterstellte Tabellen sinnvoll einordnen
Selbsterstellte Tabellen in einer Hausarbeit sind keine bloße Dekoration. Überlege zuerst, welche Frage die Tabelle beantworten soll, zum Beispiel: Welche Merkmale sollen geordnet, verglichen oder sichtbar gemacht werden, und welches Ergebnis soll daraus hervorgehen? Die Antwort darf nur so weit reichen, wie dein Material und deine Quelle tragen.
Die herangezogene Anleitung beschreibt Tabellen als Mittel, konkrete und komplexere Daten zu vermitteln, etwa Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie. Für deine Tabelle heißt das: Benenne die Daten, ordne sie in Zeilen und Spalten und formuliere dann, welche Aussage die Anordnung tatsächlich stützt.
Auch eine selbsterstellte Tabelle braucht einen nachvollziehbaren Zusammenhang zwischen Frage und Ergebnis. Wenn du beim wissenschaftliches Schreiben an Klarheit arbeitest, sollte der tabellarische Teil so verständlich sein wie der Fließtext. Die Anleitung weist darauf hin, dass wissenschaftliche Sprache klar und gut verständlich sein soll. Eine Tabelle kann Zusammenhänge verständlicher machen, wenn ihre Bezeichnungen und Anmerkungen die Inhalte tragen.
Ordne die Tabelle außerdem in die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit ein. Prüfe, wo Frage, Material, Darstellung und Auswertung zusammengehören. Eine Tabelle ersetzt keine begründete Auswertung, sondern liefert eine geordnete Darstellung, deren Aussage du an deinen Kriterien prüfst. Erlaubt die Prüfung keine belastbare Aussage, sag das offen, statt aus der Übersicht mehr abzuleiten.
Für die Planung beim Hausarbeit schreiben heißt das: Lege vor der Gestaltung fest, welche Frage die Tabelle beantwortet, welche Daten du dafür brauchst und woran du die Darstellung prüfst. Bleibt etwas unklar, such es in der Quelle oder kennzeichne es als offen. So bekommt die Tabelle eine begrenzte, nachvollziehbare Aussage.
Planst du eine umfangreichere wissenschaftliche Arbeit, kann Masterarbeit schreiben dir helfen, die Tabellenarbeit früh einzuordnen.

Der Aufbau Schritt für Schritt
Geh bei der Tabelle in fester Folge vor. Beginne mit der Frage zu deiner selbsterstellten Tabelle. Sie muss so konkret sein, dass du am Ende ein Ergebnis benennen und gegen vorher festgelegte Kriterien prüfen kannst. Wenn du eine Forschungsfrage formulieren willst, hilft dir die Überlegung, welche Datenbeziehung sichtbar werden soll und welche Aussage ausdrücklich nicht aus der Tabelle folgen soll.
Werte danach die Anleitung und die geltenden Kriterien aus. Sie nennt für Tabellen mehrere Gestaltungsmerkmale: Tabellen werden fortlaufend nummeriert, mit Überschriften versehen und unabhängig von der Zählung der Abbildungen geführt. Außerdem sollen Zeilen und Spalten so gekennzeichnet sein, dass die Tabelle auch ohne erläuternden Text verständlich bleibt. Übertrage diese Punkte nur so weit, wie deine Anleitung sie tatsächlich vorgibt.
Ordne dann das Material oder die Daten. Lege fest, welche Angaben in die Zeilen gehören, welche die Spalten bilden und welche Begriffe in den Beschriftungen erklärt werden müssen. Prüfe, ob Abkürzungen, Signifikanzniveaus oder Quellenangaben als Anmerkung unter die Tabelle gehören. Die Anleitung nennt solche Anmerkungen ausdrücklich als mögliche Inhalte unterhalb der Tabelle.
Erstelle danach die Tabelle aus deinem Material, nummeriere sie nach der Vorgabe und gib ihr eine Überschrift. Formuliere die Zeilen- und Spaltenbezeichnungen so, dass der Gegenstand ohne zusätzliche Erklärung erkennbar bleibt.
Trenne dann das Ergebnis von der Grenze deiner Aussage. Beschreibe, was die geordnete Darstellung zeigt, und prüfe diese Beschreibung gegen deine Frage und die Kriterien. Übernimmst du eine Tabelle aus einem Buch, Artikel oder dem Internet, gib die Quelle an. Bei einer selbst erstellten Tabelle prüfst du gesondert, ob verwendete Daten, Ausgangsmaterialien oder übernommene Bestandteile belegt werden müssen. Für Quellenangaben richtig zitieren und beim Literaturverzeichnis erstellen nutzt du die Vorgaben, die für deine Arbeit gelten.
Die Zitierweisen bestimmen die formale Auswahl. Prüfe deshalb, ob die für deine Arbeit vorgesehene deutsche Zitierweise oder Harvard-Zitierweise die Quellenangabe unter der Tabelle beeinflusst. Die Anleitung nennt die Quellenangabe als Tabellenanmerkung, legt aber keine allgemeine Zitierweise für jede Arbeit fest.
Schritt für Schritt zur fertigen Tabelle
- Frage festlegen: Schreibe einen einzelnen Fragesatz auf, der den Gegenstand der Tabelle und das erwartete Ergebnis nennt. Ergebnis dieses Schritts ist eine begrenzte Frage mit erkennbarer Grenze.
- Anleitung auswerten: Markiere in deiner Anleitung alle Vorgaben zu Nummerierung, Überschrift, Zeilen, Spalten, Anmerkungen und Quellenangaben. Ergebnis ist eine kurze Kriterienliste, die du später einzeln abhaken kannst.
- Material ordnen: Sammle nur die Daten oder Textbestandteile, die du für die Frage brauchst. Ordne sie nach den vorgesehenen Zeilen und Spalten. Ergebnis ist eine kontrollierte Materialsammlung.
- Tabelle erstellen: Überführe das geordnete Material in eine Tabelle. Vergib eine fortlaufende Nummer und eine Überschrift. Kennzeichne Zeilen und Spalten so, dass die Darstellung auch ohne erläuternden Text verständlich bleibt. Ergebnis ist die ausgearbeitete Tabelle mit sichtbarer Struktur.
- Anmerkungen prüfen: Ermittle, ob Abkürzungen, Signifikanzniveaus oder Quellenangaben erklärt werden müssen. Setze die erforderlichen Hinweise unter die Tabelle. Ergebnis ist eine Darstellung, deren zusätzliche Angaben an der vorgesehenen Stelle stehen.
- Ergebnis formulieren: Beschreibe nur, was aus der geordneten Darstellung und dem geprüften Material hervorgeht. Ergebnis ist ein kurzer Auswertungstext, der deine Frage direkt aufnimmt.
- Grenze markieren: Vergleiche deine Formulierung mit Frage, Quelle und Kriterien. Streiche jede weitergehende Deutung, für die kein Beleg vorliegt. Ergebnis ist eine abgegrenzte Aussage.
- Methodischen Kontext prüfen: Setzt du die Tabelle im Rahmen von Methoden wissenschaftlicher Arbeiten oder qualitative und quantitative Forschung ein, prüfe in der Fachquelle die dafür geltenden Begriffe und Kriterien.
- Argumentation verbinden: Ordne die Tabelle in deine wissenschaftliche Argumentation ein. Ergebnis ist eine nachvollziehbare Verbindung zwischen Frage, Material, Darstellung und Auswertung.
Ein kurzes Beispiel
Eine Studentin möchte in ihrer Hausarbeit eine selbst erstellte Tabelle verwenden. Sie beginnt mit der Frage: Welche zuvor festgelegten Merkmale lassen sich in den ausgewählten Textstellen geordnet gegenüberstellen? Ihr Ziel: Die Tabelle soll die Zuordnung der Textstellen zu diesen Merkmalen sichtbar machen.
Als Prüfmaßstab nimmt sie die ausgewählte Anleitung. Daraus übernimmt sie die Kriterien für eine fortlaufende Nummer, eine Überschrift, verständliche Zeilen- und Spaltenkennzeichnungen sowie mögliche Anmerkungen unter der Tabelle. Sie behauptet nicht, dass jede selbst erstellte Tabelle gleich aussehen muss, sondern prüft die Vorgabe an der Quelle, die für ihre Arbeit gilt.
Danach ordnet sie ihr Material. In den Zeilen führt sie die ausgewählten Textstellen, in den Spalten die vorher festgelegten Merkmale. Wo eine Abkürzung erforderlich ist, prüft sie, ob eine Erklärung unter der Tabelle nötig ist. Die Tabelle erhält eine Überschrift und eine fortlaufende Nummer. Ihr Auswertungstext beschreibt nur die sichtbare Zuordnung.
Im letzten Schritt trennt sie das Ergebnis von der Grenze ihrer Aussage. Sie schreibt nicht, die Tabelle beweise eine umfassende Eigenschaft des gesamten Untersuchungsgegenstands. Sie prüft, ob die Tabelle ihre eng gefasste Frage beantwortet und ob jede Zuordnung am Material nachvollziehbar bleibt. Vor der Abgabe kann sie zusätzlich Plagiat vermeiden, indem sie prüft, ob übernommene Daten, Formulierungen oder Darstellungen kenntlich gemacht und mit der nötigen Quelle versehen sind.
Das Beispiel zeigt einen Arbeitsablauf, kein fertiges Ergebnis. Das Ergebnis entsteht erst durch dein konkretes Material, die ausgewertete Anleitung, die angewendeten Kriterien und die dokumentierte Prüfung.

Qualitätscheck für Inhalt und Form
Prüfe zuerst die Abgrenzung. Steht eine konkrete Frage über der Arbeit an der Tabelle? Ist klar, welches Ergebnis du erwartest? Ist ebenso klar, welche Aussage die Tabelle nicht trägt? Entferne Formulierungen, die über Material oder Quelle hinausgehen.
Prüfe danach die Quelle. Liegt die Anleitung vor, auf deren Grundlage du Nummerierung, Überschrift, Zeilen, Spalten, Anmerkungen und Quellenangaben bewertest? Sind die geltenden Kriterien aus ihr herausgeschrieben? Ist eine Vorgabe nicht belegt, such sie in den offiziellen Unterlagen für deine Arbeit oder lass die Behauptung weg.
Prüfe anschließend das Material. Kannst du für jeden Tabellenwert, jede Kategorie und jede Zuordnung angeben, worauf sie beruht? Sind übernommene Inhalte durch eine Quellenangabe kenntlich gemacht? Die Anleitung nennt die Quellenangabe ausdrücklich für Tabellen, die aus Büchern, Artikeln, dem Internet oder anderen Vorlagen übernommen werden. Übertrage das nicht ungeprüft auf einen anderen Dokumenttyp.
Prüfe die Umsetzung. Sind die Daten passend zur Frage geordnet? Sind Zeilen und Spalten verständlich gekennzeichnet? Hat die Tabelle eine Überschrift und eine fortlaufende Nummer? Stehen nötige Anmerkungen unter der Tabelle? Die Anleitung nennt die Gestaltung nach den DGPs-Richtlinien zur Manuskriptgestaltung. Prüfe deshalb, welche Fassung und welche ergänzenden Vorgaben für deine Arbeit gelten.
Prüfe das Ergebnis auf Nachvollziehbarkeit. Kann jemand die Zuordnung aus der Tabelle und dem angegebenen Material rekonstruieren? Nimmt der Auswertungstext die Frage auf? Bleibt die Beschreibung bei dem, was die Darstellung tatsächlich zeigt? Eine zusätzliche Deutung nimmst du nur auf, wenn Quelle und Material sie tragen.
Trenne zum Schluss Form und Inhalt. Inhaltlich prüfst du Frage, Quelle, Kriterien, Material, Umsetzung, Ergebnis, Nachvollziehbarkeit und die Grenze deiner Aussage. Formal prüfst du Nummer, Überschrift, Zeilen, Spalten, Anmerkungen und Quellenangabe. Eine separate Prüfung von Gliederung einer Hausarbeit kann klären, ob Tabelle und Auswertung an der richtigen Stelle stehen. Eine allgemeine Aussage über institutionelle Vorgaben oder verbindliche Anforderungen darfst du daraus nicht ableiten.
Quellen und Stand
- Professur für Empirische Unterrichts- und Interventionsforschung: www.uni-potsdam.de (geprüft am 2026-08-30)