So ordnest du das SANRA-Paper für deine Arbeit ein
SANRA im Überblick: Einordnung für Studium und Schreiben
SANRA ist eine 2019 veröffentlichte Skala zur Bewertung narrativer Übersichtsarbeiten. Hier findest du, was der Abstract zu Hintergrund, Methode und Ergebnis sagt und wie du das Paper korrekt zitierst.
Worum geht es bei SANRA?
SANRA ist ein 2019 erschienenes Paper, das Christopher Baethge, Sandra Goldbeck-Wood und Stephan Mertens in der Zeitschrift Research Integrity and Peer Review veröffentlicht haben. Der Abstract beschreibt narrative Übersichtsarbeiten als den häufigsten Artikeltyp in der medizinischen Literatur. Für systematische Übersichtsarbeiten und randomisierte kontrollierte Studien bestehen laut Abstract bereits formale Instrumente zur Qualitätsbewertung, ein vergleichbares Werkzeug für narrative Übersichtsarbeiten fehlte bislang. Als Reaktion auf diese Lücke entwickelten die Autoren SANRA, die Scale for the Assessment of Narrative Review Articles.
Laut Abstract dient SANRA dazu, die Qualität narrativer Übersichtsarbeiten zu bewerten. Wer selbst einen Text verfasst, findet in der Anleitung für ein wissenschaftliches Paper einen passenden Lesetipp. Zur bibliografischen Angabe mit Autoren, Jahr und DOI gehört die APA-Zitierweise; ein Beispiel steht weiter unten.
Die Skala können Autoren, Gutachter und Herausgeber nutzen, um Übersichtsarbeiten zu prüfen und zu verbessern. Sie schließt damit eine Lücke zwischen etablierten Prüfinstrumenten für systematische Arbeiten und der bis dahin fehlenden Bewertung narrativer Formate. Laut Abstract umfasst die Skala sechs Themen, von der Bedeutung und den Zielen der Arbeit bis zu den relevanten Endpunktdaten.

Mit welcher Methode entstand die SANRA-Skala?
Laut Abstract entwickelte ein Team aus drei erfahrenen Zeitschriftenredakteuren eine frühere Fassung von SANRA weiter, indem sie einzelne Punkte veränderten oder strichen. Grundlage dafür waren die inhaltliche Plausibilität der Punkte, die Korrelation zwischen Einzelpunkten und Gesamtwert sowie Zuverlässigkeitswerte aus früheren Tests. Einen Punkt, der sich auf Schreibstil und Verständlichkeit des Manuskripts bezog, strichen die Autoren wegen geringer Übereinstimmung zwischen den Bewertenden.
Die überarbeitete Skala besteht laut Abstract aus sechs Punkten, die von 0 für einen niedrigen Standard bis 2 für einen hohen Standard bewertet werden. Sie decken folgende Themen ab: die Erläuterung der Bedeutung und der Ziele der Übersichtsarbeit, die Literatursuche, die Angabe von Quellen sowie die Darstellung von Evidenzgrad und relevanten Endpunktdaten. Für alle Punkte entwickelten die Autoren Ankerdefinitionen und Beispiele, die beim Ausfüllen des Bogens helfen sollen.
Getestet wurde die überarbeitete Skala von denselben Redakteuren, die dabei wechselseitig nicht wussten, wie die anderen bewertet hatten, anhand von 30 aufeinanderfolgenden, nicht systematischen Übersichtsmanuskripten, die bei einer medizinischen Fachzeitschrift mit allgemeiner Ausrichtung eingereicht worden waren. Das SANRA-Paper selbst erschien in der Zeitschrift Research Integrity and Peer Review bei Springer Nature. Praktische Hinweise zur Einreichung bei Springer Nature liefert ein eigener Ratgeber. Weitere Einzelheiten zum Testmaterial stehen im Volltext des Papers.
Welche Ergebnisse nennt der Abstract?
Der Abstract nennt für den Testlauf mit 30 Manuskripten mehrere Befunde.
- Die Bewertenden bestätigten, dass sich die Skala im alltäglichen redaktionellen Arbeiten ausfüllen lässt.
- Der mittlere Gesamtwert über alle 30 Manuskripte lag bei 6,0 von 12 möglichen Punkten (Standardabweichung 2,6, Spannweite 1 bis 12).
- Die korrigierten Trennschärfen der Einzelpunkte reichten von 0,33 (Punkt 3) bis 0,58 (Punkt 6), Cronbachs Alpha als Maß der inneren Konsistenz betrug 0,68.
- Die Intraklassenkorrelation (ICC) als Maß der Übereinstimmung zwischen den Bewertenden lag bei 0,77 (95 %-Konfidenzintervall 0,57 bis 0,88). Uneinig waren sich die Bewertenden häufiger bei den Punkten 1 und 4.
Die vollständige Studie ist über die Zeitschriftenseite von Research Integrity and Peer Review zugänglich. Für ein eigenes Manuskript ist das Korrekturlesen vor der Einreichung ein sinnvoller Schritt, damit Tippfehler und unklare Formulierungen nicht in die redaktionelle Bewertung gelangen.
Als Schlussfolgerung halten die Autoren fest, dass Machbarkeit, Übereinstimmung der Bewertenden, Homogenität der Punkte und innere Konsistenz für eine Skala mit sechs Punkten ausreichen. Weitere Feldtests, vor allem zur Validität, halten sie für wünschenswert.
Was folgt daraus für Studium und eigenes Schreiben?
Für Studierende und Promovierende, die einen Literaturüberblick schreiben oder bewerten, sind die sechs Themen der Skala ein praktischer Anhaltspunkt: von der Begründung der Bedeutung und der Ziele über die Literatursuche bis zur Darstellung von Evidenzgrad und Endpunktdaten. Sie taugen als Checkliste für die eigene Übersichtsarbeit.
Die sechs Themen lassen sich zudem nutzen, um ein fremdes Manuskript systematisch zu lesen, etwa im Rahmen eines Seminars oder einer Doktorarbeit, die einen Forschungsstand zusammenfasst. Laut Abstract kann SANRA die zeitschriftenspezifische Bewertung von Manuskripten, etwa nach Zielgruppe, Originalität oder Schwierigkeit, ergänzen. Soll das eigene Manuskript veröffentlicht werden, lohnt sich ergänzend ein Blick auf die Wahl der passenden Fachzeitschrift.
Auch für die eigene Doktorarbeit lässt sich vor der Einreichung prüfen, ob die Argumentation alle sechs Kategorien abdeckt. Die Autoren empfehlen laut Abstract ein Training der Bewertenden anhand des Dokuments „explanations and instructions“, das mit SANRA bereitgestellt wird.

Wie liest und zitiert man SANRA richtig?
SANRA ist vor allem für alle interessant, die narrative Übersichtsarbeiten verfassen, begutachten oder redaktionell betreuen. Bevor du Angaben aus SANRA in einer eigenen Arbeit übernimmst, lohnt sich ein Blick in das Paper selbst, damit die sechs Bewertungspunkte und ihre Ankerdefinitionen nicht nur aus einer Zusammenfassung stammen. Dabei hilft auch ein Blick auf den Aufbau eines Abstracts, denn der Abstract von SANRA gliedert sich in Hintergrund, Methode, Ergebnisse und Schlussfolgerungen.
Für die Zitierung nach APA gelten folgende bibliografische Angaben: Christopher Baethge, Sandra Goldbeck-Wood und Stephan Mertens (2019). SANRA: a scale for the quality assessment of narrative review articles. Research Integrity and Peer Review. https://doi.org/10.1186/s41073-019-0064-8. Das Paper erschien bei Springer Nature unter der Lizenz CC BY 4.0, was bei der eigenen Weiterverwendung der Angaben zu berücksichtigen ist.
Laut Crossref zählt SANRA mit rund 2.900 Zitationen zu den meistzitierten Papern der Zeitschrift Research Integrity and Peer Review. Beim Zitieren in einer eigenen Übersichtsarbeit oder Methodendarstellung übernimmst du die DOI-Angabe direkt; einzelne Formulierungen prüfst du vorher im Originaltext.
Quellen und Stand
- OpenAlex-Abstract: SANRA: doi.org (geprüft am 2026-10-02)
- Bibliografische Angaben: SANRA: doi.org (geprüft am 2026-10-02)
- Einordnung: SANRA: api.crossref.org (geprüft am 2026-10-02)
Die Einordnung „So ordnest du das SANRA-Paper für deine Arbeit ein“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.