KI-Richtlinien an Hochschulen und was sie verlangen

Von der Empfehlung zur verbindlichen Prüfungsordnung

Lesezeit ca. 7 Min. · aktualisiert: 28. Juli 2026 · zur Akademie

KI-Richtlinien an Hochschulen sind in den vergangenen Jahren von unverbindlichen Empfehlungen zu prüfungsrechtlich relevanten Vorgaben geworden. Wer eine Arbeit abgibt, muss wissen, welche Nutzung erlaubt ist und ob sie erklärt werden muss. Diese Übersicht ordnet die typischen Regelungsmodelle ein und zeigt, wo die verbindliche Fassung zu finden ist.

Worum es dabei genau geht

In der Praxis lassen sich vier Modelle unterscheiden. Erstens die vollständige Untersagung für bestimmte Prüfungsformen, etwa Klausuren unter Aufsicht. Zweitens die Erlaubnis als Hilfsmittel mit Deklarationspflicht, das häufigste Modell bei Hausarbeiten. Drittens die Erlaubnis mit ausdrücklicher Nennung im Methodenteil oder in einem Anhang. Viertens die Delegation an die betreuende Person, die je Arbeit entscheidet. Entscheidend ist immer die geltende Prüfungsordnung, ergänzt um Satzungen, Handreichungen und Aushänge des Prüfungsamts.

Es gibt keine bundesweit einheitliche Regelung. Zuständig sind die Hochschulen, teilweise sogar die einzelnen Fakultäten. Eine Aussage wie KI ist erlaubt oder KI ist verboten trifft deshalb fast nie zu, weil die Antwort von Ihrer Prüfungsordnung abhängt. Welche Regeln konkret gelten, steht nirgends zentral, sondern nur in Ihren eigenen Ordnungen.

KI-Richtlinien an Hochschulen und was sie verlangen: Ablauf in fünf Schritten
KI-Richtlinien an Hochschulen und was sie verlangen im Überblick.

Schritt für Schritt vorgehen

  1. Prüfungsordnung des eigenen Studiengangs in der aktuellen Fassung suchen
  2. ergänzende Satzungen und Handreichungen der Fakultät prüfen
  3. Vorgaben der betreuenden Person schriftlich einholen
  4. Art und Umfang der Nutzung während der Arbeit dokumentieren
  5. Deklaration in der geforderten Form beilegen

Halten Sie Entscheidungen und Abweichungen während des gesamten Ablaufs schriftlich fest. Bei KI-Richtlinien entscheidet die Dokumentation häufig darüber, ob sich eine Frage später klären lässt oder nur noch aus dem Gedächtnis rekonstruiert werden kann.

Ein durchgehendes Beispiel

Eine Studentin nutzt ein Sprachmodell, um englischsprachige Fachartikel zusammenzufassen und ihre Gliederung zu strukturieren. Die Prüfungsordnung erlaubt Hilfsmittel mit Deklaration. Sie führt deshalb eine Liste mit Werkzeug, Zweck und betroffenen Arbeitsschritten und legt sie der Eigenständigkeitserklärung bei. Formulierungen aus dem Modell übernimmt sie nicht direkt, sondern schreibt jede Passage selbst. Damit bleibt sie auch dann auf der sicheren Seite, wenn ein Detektor Auffälligkeiten meldet.

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

Eine belastbare Deklaration nennt Werkzeug, Zweck und Arbeitsschritt, nicht nur die pauschale Aussage, dass KI verwendet wurde. Wer den Entstehungsprozess mit Zwischenständen und Notizen dokumentiert, kann bei Rückfragen belegen, dass die Arbeit selbst verfasst wurde. Das ist besonders wichtig, weil Detektorwerte allein keinen Nachweis darstellen und im Zweifel die eigene Dokumentation den Unterschied macht.

KI-Richtlinien an Hochschulen und was sie verlangen: häufige Fehler

Kontrollfragen vor dem nächsten Schritt

Bevor Sie bei KI-Richtlinien weitermachen, lohnt sich ein kurzer Abgleich. Die folgenden Fragen greifen die Arbeitsschritte von oben auf und übersetzen sie in eine Selbstkontrolle:

Jede Frage, die Sie nicht sofort an einer Stelle festmachen können, markiert eine Lücke. Erfahrungsgemäß findet man diese Stellen selbst am schlechtesten, weil man den eigenen Gedanken mitliest. Klären Sie offene Punkte, bevor Sie fortfahren: Später lassen sie sich häufig nur noch mit deutlich mehr Aufwand korrigieren, weil Fristen abgelaufen sind oder Entscheidungen bereits feststehen.

Weiterführende Ratgeber

Passende Beiträge zum Thema KI-Richtlinien: rechtliche Aspekte der KI-Nutzung, Eigenständigkeitserklärung mit KI, erlaubter KI-Anteil, Folgen eines Täuschungsversuchs, KI-Detektor von korrektur.de.

Diese Beiträge vertiefen einzelne Aspekte, die hier nur im Überblick behandelt werden konnten. Verbindlich sind in jedem Fall die Vorgaben Ihrer Hochschule beziehungsweise die geltende Ordnung, denn Zuständigkeiten und Fristen unterscheiden sich zwischen Einrichtungen und teilweise sogar zwischen Fakultäten.

Wenn Sie unsicher sind, welche Regelung für Sie gilt, fragen Sie schriftlich bei der zuständigen Stelle nach und heben Sie die Antwort auf. Eine mündliche Auskunft hilft im Zweifelsfall wenig, weil sie sich später nicht belegen lässt. Gerade bei KI-Richtlinien entscheidet diese Dokumentation häufig darüber, ob eine spätere Rückfrage schnell geklärt ist oder zu einem längeren Verfahren führt.

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Häufige Fragen zu KI-Richtlinien

Gibt es eine bundesweite Regelung?

Nein. Zuständig sind die Hochschulen und teilweise die einzelnen Fakultäten. Maßgeblich ist immer Ihre Prüfungsordnung in der geltenden Fassung.

Muss ich die Nutzung angeben?

In den meisten Modellen ja. Verbreitet ist die Erlaubnis als Hilfsmittel mit Deklarationspflicht. Fragen Sie im Zweifel die betreuende Person schriftlich.

Was gilt bei reiner Rechtschreibprüfung?

Klassische Rechtschreibprüfung gilt üblicherweise als zulässiges Hilfsmittel ohne besondere Deklaration. Bei generativen Werkzeugen liegt der Fall anders.

Was, wenn ein Detektor anschlägt?

Ein Wahrscheinlichkeitswert ist kein Nachweis. Hilfreich ist eine Dokumentation des Entstehungsprozesses mit Zwischenständen und Notizen.

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