Eigenständigkeitserklärung mit KI-Passus richtig formulieren

Was du unterschreibst – und was seit 2026 darin steht

Lesezeit ca. 5 Min. · aktualisiert: 3. Juli 2026

Die Eigenständigkeitserklärung ist der Satz, mit dem du für deine ganze Arbeit geradestehst — und sie hat sich verändert: Die große Mehrheit der Hochschulen hat den Text inzwischen um einen KI-Passus ergänzt. Wer heute unterschreibt, erklärt nicht nur, keine fremden Texte übernommen zu haben, sondern auch, die KI-Nutzung vollständig offengelegt zu haben. Hier stehen die gängigen Formulierungen und was sie bedeuten.

Warum die Erklärung einen KI-Passus bekommen hat

Der klassische Text („Ich versichere, die Arbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen benutzt zu haben") stammt aus einer Zeit ohne ChatGPT. Er ließ offen, ob ein KI-generierter Absatz eine „Quelle" ist. Die Hochschulen haben nachgezogen: Aktuelle Erklärungen nennen generative KI ausdrücklich — entweder als verbotenes Hilfsmittel oder als erlaubtes, das vollständig zu dokumentieren ist.

Eigenstaendigkeitserklaerung mit KI-Passus: alte und neue Formulierung im Vergleich

Muster: die drei gängigen Formulierungen

Je nach Hochschule begegnet dir einer dieser drei Typen — maßgeblich ist immer der Wortlaut deiner Prüfungsordnung:

Typ 1 – KI ausgeschlossen: „Ich versichere, dass ich die Arbeit selbstständig und ohne Einsatz generativer KI-Werkzeuge verfasst habe."

Typ 2 – KI erlaubt mit Dokumentation: „Eingesetzte KI-Werkzeuge habe ich vollständig im beigefügten Verzeichnis angegeben und deren Beiträge gekennzeichnet."

Typ 3 – Hilfsmittel-Liste: „Alle verwendeten Hilfsmittel — einschließlich KI-gestützter Werkzeuge — sind im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt."

Bei Typ 2 und 3 brauchst du die Belegform dahinter: Wie die Tabelle aussieht, zeigt KI Verzeichnis erstellen; die kurze Kennzeichnung im Text übernimmt der KI Disclaimer.

Rechtliche Tragweite: mehr als eine Formalie

Falsche Angaben in der Erklärung sind kein Kavaliersdelikt. Prüfungsrechtlich gilt verschwiegene KI-Nutzung als Täuschung — das Urteil des VG Kassel hat das 2026 ausdrücklich bestätigt, mit Folgen bis zum Nichtbestehen und zur Exmatrikulation. Verlangt die Hochschule die Erklärung als Versicherung an Eides statt, können falsche Angaben sogar strafrechtlich relevant werden.

Der Unterschied zwischen beiden Formen ist deshalb wichtig — er ist im Ratgeber zur Eidesstattlichen Erklärung ausführlich erklärt.

Eigenstaendigkeitserklaerung KI: Checkliste vor der Unterschrift mit vier Punkten

Checkliste: das prüfst du vor der Unterschrift

Selbst formulieren musst du hier nichts — entscheidend ist, den Text richtig zu übernehmen. Erstens: den exakten Wortlaut deiner Hochschule verwenden, nicht ein Muster aus dem Netz — Vorlagen unterscheiden sich in entscheidenden Details. Zweitens: das KI-Verzeichnis gegen den tatsächlichen Schreibprozess abgleichen — fehlt ein Tool, ist die Erklärung falsch. Drittens: Datum und Unterschrift handschriftlich, wenn gefordert. Viertens: eine Kopie der unterschriebenen Fassung behalten.

Ehrlich unterschreiben – und sicher sein

Die Erklärung deckt den ganzen Text, auch Passagen, die du vor Wochen mit KI-Unterstützung entworfen und längst vergessen hast. Eine KI-Analyse vor der Abgabe zeigt dir abschnittsweise, wo dein Text nach KI klingt — so unterschreibst du nichts, was ein Detektor der Hochschule später infrage stellt.

Vor der Unterschrift: Arbeit selbst checken

Du unterschreibst für den ganzen Text — prüfe vorher per KI-Analyse und Plagiatsscan, dass nichts Unerwartetes darin steckt.

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Unterschreiben steht an? Prüfe vorher per KI-Analyse, ob dein Text zu deinen Angaben passt — Ergebnis pro Abschnitt, meist in Minuten.

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Häufige Fragen zur Eigenständigkeitserklärung mit KI

Ist die Eigenständigkeitserklärung dasselbe wie die eidesstattliche Erklärung?

Nein: Die eidesstattliche Form ist die schärfere Variante mit möglichen strafrechtlichen Folgen bei Falschangaben. Details im Ratgeber Eidesstattliche Erklärung.

Meine Hochschule hat noch den alten Text ohne KI-Passus – darf ich dann KI nutzen?

Nicht automatisch. Auch ohne expliziten Passus kann verschwiegene KI-Nutzung als Täuschung gelten, wenn die Arbeit nicht mehr als eigenständige Leistung zählt. Frage im Zweifel den Lehrstuhl schriftlich.

Muss ich Rechtschreib- und Grammatiktools in der Erklärung angeben?

Je nach Wortlaut: Bei Hilfsmittel-Listen ja, sobald ein Tool Formulierungen erzeugt oder verändert. Klassische Fehlermarkierung gilt fast überall als zulässig und angabefrei.

Was droht bei einer falschen Erklärung?

Prüfungsrechtlich das Nichtbestehen des Versuchs, bei schweren Fällen weitere Sanktionen bis zur Exmatrikulation; bei eidesstattlicher Form zusätzlich strafrechtliche Risiken.

Kann die Uni Jahre später noch etwas nachweisen?

Ja — Täuschungen können auch nach der Abschlussfeier verfolgt werden, bis hin zur Aberkennung des Titels. Die Erklärung bleibt Teil der Prüfungsakte.

Wie stelle ich sicher, dass meine Angaben stimmen?

Führe das KI-Verzeichnis während des Schreibens statt hinterher, gleiche es vor der Abgabe mit dem Text ab und nutze eine KI-Analyse als Gegenprobe.

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