KI Verzeichnis für die Abschlussarbeit erstellen
Tool, Zweck, Prompts: KI-Nutzung sauber dokumentieren
Immer mehr Hochschulen verlangen neben der Kennzeichnung im Text ein eigenes KI Verzeichnis im Anhang: eine Tabelle, die jedes genutzte Werkzeug mit Zweck und betroffenen Abschnitten auflistet. Die FU Berlin schreibt seit Februar 2026 eine konkrete Tabellenform vor, viele andere Universitäten stellen Vorlagen bereit. Hier findest du Aufbau, Beispiele und eine Vorlage zum Übernehmen.
Was ein KI Verzeichnis ist – und wer es verlangt
Das Verzeichnis dokumentiert deine komplette KI-Nutzung an einer Stelle, meist als Tabelle im Anhang der Arbeit. Es ergänzt die Erklärung am Ende der Arbeit und macht die Angaben überprüfbar: Welches Tool, in welcher Version, wofür, in welchen Kapiteln. Verlangt wird das inzwischen an vielen Hochschulen — teils als Pflicht, teils als Empfehlung der Prüfungsordnung oder des Lehrstuhls.
Ob deine Hochschule dazugehört, steht im Modulhandbuch, im Leitfaden des Lehrstuhls oder in der Prüfungsordnung. Im Zweifel gilt: lieber dokumentieren als weglassen. Seit dem Urteil des VG Kassel ist klar, dass nicht deklarierte KI-Nutzung als Täuschung gewertet werden kann.

Diese Angaben gehören in die Tabelle
Die gängigen Vorlagen der Universitäten fragen dieselben Spalten ab. Pro genutztem Werkzeug dokumentierst du: Tool und Version (etwa „ChatGPT, GPT-5" oder „DeepL Write"), den Verwendungszweck (Ideenfindung, Literaturüberblick, sprachliche Glättung, Code-Erklärung), die betroffenen Abschnitte (Kapitel oder Seitenbereiche) und den Umfang der Übernahme (Anregung, überarbeitete Übernahme, wörtliche Übernahme).
Vorlage: KI Verzeichnis als Tabelle
| Tool / Version | Verwendungszweck | Abschnitte | Umfang |
|---|---|---|---|
| ChatGPT (GPT-5) | Brainstorming zur Gliederung | Kap. 1–2 | Anregung, keine Textübernahme |
| DeepL Write | Sprachliche Glättung | gesamte Arbeit | überarbeitete Vorschläge |
| Perplexity | Erstrecherche zu Quellen | Kap. 3 | Anregung, Quellen selbst geprüft |
Prompts dokumentieren: wann und wie
Einige Hochschulen können zusätzlich die Offenlegung der Prompts verlangen — also der Eingaben, mit denen du die KI gesteuert hast. Der APA-Standard empfiehlt, den verwendeten Prompt samt Antwort im Anhang anzugeben, wenn KI-Output in die Arbeit eingeflossen ist. Praktikabel ist eine eigene Spalte oder ein Unterkapitel „Prompt-Dokumentation": Datum, Prompt im Wortlaut, kurze Notiz zur Weiterverarbeitung.
Wörtlich übernommene KI-Passagen müssen zusätzlich im Text belegt werden — wie das formal aussieht, zeigt ChatGPT zitieren.

Verzeichnis oder Disclaimer? Beides hat seinen Platz
Der KI Disclaimer ist die kurze Kennzeichnung — ein, zwei Sätze, die die Nutzung offenlegen. Das Verzeichnis ist die ausführliche Belegform dahinter: Es macht den Disclaimer nachprüfbar. Wer beides sauber anlegt, nimmt einer späteren Rückfrage der Prüfer die Grundlage. Wie viel KI überhaupt zulässig ist, hängt von der Hochschule ab — die Übersicht dazu gibt der KI-Anteil 2026.
Vor der Abgabe: Angaben gegen den Text prüfen
Das beste Verzeichnis nützt wenig, wenn der Text mehr KI enthält, als du angibst — etwa weil ganze KI-Formulierungen unbemerkt stehen geblieben sind. Eine KI-Analyse zeigt dir vor der Abgabe abschnittsweise, wo dein Text nach KI klingt. So stellst du sicher, dass Verzeichnis und Text dieselbe Geschichte erzählen, bevor ein Prüfer die Frage stellt — und kannst die Tabelle danach in wenigen Minuten final erstellen.