Deskriptive Statistik in einer Abschlussarbeit erklären
Deskriptive Statistik in einer Abschlussarbeit
Deskriptive Statistik ordnet die Merkmalsausprägungen eines Datensatzes. Für den eigenen Text stehen Häufigkeitsverteilungen sowie Lage- und Streuungsmaße im Mittelpunkt. Die folgenden Abschnitte zeigen eine nachvollziehbare Darstellung mit Tabellen und Grafiken.
Deskriptive Ergebnisse im wissenschaftlichen Arbeiten einordnen
Für eine Abschlussarbeit mit Datensatz kannst du deskriptive Statistik als Beschreibung der beobachteten Merkmalsausprägungen einsetzen. Die Quelle nennt dafür Häufigkeitsverteilungen sowie Lage- und Streuungsmaße. Eine Häufigkeitsverteilung zeigt, wie häufig unterschiedliche Ausprägungen einer Variablen im Datensatz auftreten. Damit wird nicht über eine Vermutung hinaus argumentiert, sondern zunächst sichtbar gemacht, welche Angaben im vorhandenen Material vorkommen.
Verbinde diese Beschreibung im Text mit der Variable, die du tatsächlich ausgewertet hast. Formuliere etwa, welche Ausprägungen erfasst wurden und wie ihre Verteilung dargestellt wird. So bleibt die Darstellung beim Datensatz und trennt die Beschreibung von weiteren Auswertungsschritten. Vor statistischen Tests nennt die Quelle die Ausgabe einer Häufigkeitstabelle für jede Variable als notwendigen Schritt. Prüfe deshalb für jede verwendete Variable, ob eine solche Tabelle vorliegt und lesbar ist.
Deskriptive Statistik kann in wissenschaftliches Schreiben eingebunden werden, indem Tabellen und Grafiken verständlich erläutert werden. Prüfe dabei auch die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit: Lege fest, an welcher Stelle du Datensatz, Variable, Häufigkeitstabelle und grafische Darstellung zeigst. Wenn du eine Hausarbeit schreiben oder eine Masterarbeit schreiben willst, beschreibe nur das, was die jeweilige Auswertung tatsächlich ausgibt. Für die Forschungsfrage formulieren und für wissenschaftliche Argumentation gilt hier dieselbe praktische Grenze: Halte die Beschreibung der Verteilung von einer weitergehenden Deutung getrennt.
Die Quelle beschreibt absolute und relative Häufigkeiten. Absolute Häufigkeit bedeutet dort die Anzahl, mit der eine bestimmte Ausprägung im Datensatz erscheint. Relative Häufigkeit bezeichnet den Anteil der Untersuchungseinheiten mit dieser Ausprägung. Diese beiden Angaben beantworten unterschiedliche Beschreibungsfragen. Prüfe im eigenen Text deshalb ausdrücklich, ob du eine Anzahl oder einen Anteil darstellst, und benenne die gewählte Form direkt an Tabelle oder Grafik.

Begriff, Merkmale und Bestandteile strukturiert darstellen
Beginne den Aufbau mit der Variable. Danach folgen ihre Merkmalsausprägungen und die Häufigkeitsverteilung. Die Quelle unterscheidet dabei absolute von relativen Häufigkeiten. Erstere zählt das Auftreten einer Ausprägung im Datensatz; letztere setzt die Untersuchungseinheiten mit dieser Ausprägung in einen Anteil. Diese Reihenfolge macht nachvollziehbar, was genau beschrieben wird und welche Art von Angabe die Tabelle enthält.
Als nächsten Bestandteil prüfst du, ob zahlreiche unterschiedliche Ausprägungen vorliegen. Die Quelle beschreibt das Zusammenfassen zu Klassen als Möglichkeit bei sehr vielen Ausprägungen, weil die deskriptiven Resultate dadurch übersichtlicher und leichter lesbar werden. Sie nennt dafür Alters- oder Einkommensklassen sowie inhaltlich gebildete Gruppen als Beispiele. Übernimm keine fremden Klassifikationen ungeprüft. Halte stattdessen im eigenen Material fest, welche Ausprägungen du zusammenfasst, und kontrolliere, ob die Klassen in der Tabelle klar bezeichnet sind.
Anschließend wählst du die Darstellung. Häufigkeitstabellen und grafische Darstellungen werden in der Quelle genannt; als grafische Formen erscheinen Balken- und Kreisdiagramme. Für stetige Variablen werden Histogramme dort besonders häufig verwendet. Beschreibe im Text nur die Form, die du tatsächlich benutzt. Eine Gliederung einer Hausarbeit kann dafür einen Abschnitt zur Variable, einen Abschnitt zur Tabelle und einen Abschnitt zur Grafik vorsehen. Methoden wissenschaftlicher Arbeiten und qualitative und quantitative Forschung sind weiterführende Themen, die du getrennt von der konkreten Häufigkeitsdarstellung prüfen kannst.
Ergänze die Ergebnisse, die für deinen Datensatz vorliegen, um Lage- und Streuungsmaße. Die Quelle führt diese neben Häufigkeitsverteilungen als Gegenstand der deskriptiven Betrachtung auf. Benenne ein Maß nur dann, wenn es in deiner Auswertung vorhanden ist. So entsteht eine Folge aus Variable, Ausprägungen, Häufigkeiten, möglicher Klassenbildung, Tabelle oder Grafik sowie den vorhandenen Lage- und Streuungsmaßen. Literaturverzeichnis erstellen, Quellenangaben richtig zitieren, Zitierweisen, deutsche Zitierweise und Harvard-Zitierweise betreffen die formale Dokumentation verwendeter Quellen; prüfe dafür die Vorgaben deines eigenen Textes.
Deskriptive Statistik Schritt für Schritt umsetzen
- Variable bestimmen: Wähle eine Variable aus dem vorhandenen Datensatz aus. Das Ergebnis ist eine klar benannte Variable, deren Merkmalsausprägungen du beschreiben willst.
- Ausprägungen erfassen: Prüfe, welche unterschiedlichen Ausprägungen in dieser Variable vorkommen. Das Ergebnis ist eine Liste der im Datensatz vorhandenen Ausprägungen.
- Absolute Häufigkeiten ausweisen: Ermittle für jede Ausprägung, wie oft sie im Datensatz erscheint. Das Ergebnis ist eine Häufigkeitstabelle mit Anzahlen.
- Relative Häufigkeiten ergänzen: Weise für die Ausprägungen den Anteil der Untersuchungseinheiten aus. Das Ergebnis ist eine Tabelle, die neben den Anzahlen auch Anteile enthält.
- Klassen prüfen: Liegen sehr viele unterschiedliche Ausprägungen vor, prüfe eine Zusammenfassung zu Klassen. Das Ergebnis ist entweder die ursprüngliche Auflistung oder eine klar benannte Klassenbildung.
- Darstellung auswählen: Stelle die Verteilung als Tabelle und/oder grafisch dar. Das Ergebnis ist eine lesbare Häufigkeitstabelle, ein Balken- oder Kreisdiagramm oder bei einer stetigen Variable ein Histogramm.
- Vor Tests kontrollieren: Gib vor statistischen Tests für jede Variable eine Häufigkeitstabelle aus. Das Ergebnis ist eine prüfbare Verteilung für jede Variable, die in die Tests eingeht.
Schreibe zu jedem Schritt ausschließlich das Ergebnis auf, das deine Auswertung zeigt. Wenn eine Ausprägung, Klasse, Tabelle oder Grafik fehlt, führe keine Vermutung dazu aus. Prüfe stattdessen den Datensatz und die Auswertung erneut. Diese Arbeitsfolge verbindet die Beschreibung mit einem sichtbaren Ergebnis und vermeidet, dass Anzahl und Anteil verwechselt werden.
Ein kurzes durchgängiges Anwendungsbeispiel
Angenommen, dein Datensatz enthält die Variable bevorzugte Lernform. Zuerst notierst du die Ausprägungen so, wie sie im Datensatz stehen. Danach erstellst du eine Häufigkeitstabelle: Für jede Ausprägung hältst du fest, wie viele Untersuchungseinheiten sie aufweisen, und ergänzt den jeweiligen Anteil. Das Ergebnis ist eine Tabelle, die absolute und relative Häufigkeiten nebeneinander zeigt.
Im nächsten Schritt prüfst du die Anzahl unterschiedlicher Antworten. Falls die Tabelle sehr viele Ausprägungen enthält, prüfst du, ob eine Zusammenfassung zu Klassen die Darstellung übersichtlicher und leichter lesbar macht. Bezeichne die Klassen dann direkt in der Tabelle. Das Ergebnis ist eine nachvollziehbare Übersicht, in der Leser erkennen können, welche Ausprägungen zusammengefasst dargestellt werden.
Danach ergänzt du eine grafische Darstellung der Häufigkeitsverteilung, etwa ein Balkendiagramm oder Kreisdiagramm. Im Fließtext erklärst du nicht mehr als die Tabelle und Grafik zeigen: Die Variable wird über ihre Ausprägungen, Anzahlen und Anteile beschrieben. Vor einem statistischen Test prüfst du, ob für diese Variable eine Häufigkeitstabelle ausgegeben wurde. Das Ergebnis des Beispiels ist eine dokumentierte Verteilung der Variable, keine weitergehende Behauptung über die Untersuchungseinheiten.
Für die formale Überarbeitung kannst du Plagiat vermeiden als eigenen Prüfschritt behandeln: Kontrolliere, welche übernommenen Quellen im Text genannt werden, und dokumentiere sie nach der für deinen Text gewählten Zitierform. Die Verteilung selbst bleibt dabei eine Darstellung der Daten.

Definition, Anwendung und Form getrennt prüfen
Definition und Merkmale prüfen: Kontrolliere, ob deskriptive Statistik in deinem Abschnitt als Betrachtung von Häufigkeitsverteilungen sowie Lage- und Streuungsmaßen beschrieben ist. Prüfe außerdem, ob die Häufigkeitsverteilung die Auftretenshäufigkeit der Merkmalsausprägungen einer Variable im Datensatz beschreibt. Stelle sicher, dass absolute Häufigkeit als Anzahl und relative Häufigkeit als Anteil erkennbar voneinander abgegrenzt sind.
Anwendung prüfen: Kontrolliere für jede Variable, ob ihre Ausprägungen sichtbar sind. Prüfe die Häufigkeitstabelle vor statistischen Tests. Bei zahlreichen Ausprägungen prüfst du, ob Klassen verwendet wurden und ob ihre Bezeichnungen die Übersicht lesbar machen. Kontrolliere bei einer Grafik, ob du Balken- oder Kreisdiagramm verwendest oder bei einer stetigen Variable ein Histogramm. Prüfe zudem, ob Tabelle und Text dieselben Ausprägungen behandeln.
Abgrenzung prüfen: Trenne die Beschreibung der Verteilung von einer darüber hinausgehenden Deutung. Der Abschnitt zur Häufigkeitsverteilung soll zeigen, welche Ausprägungen vorkommen, wie oft sie vorkommen und welchen Anteil sie darstellen. Prüfe, ob ein Satz etwas anderes behauptet als Tabelle, Grafik oder vorhandene Auswertung. Falls ja, streiche die Behauptung oder überprüfe die zugrunde liegende Auswertung.
Formale Prüfung: Kontrolliere, ob Variablen, Klassen, Tabellen und Grafiken eindeutig benannt sind. Prüfe bei verwendeten Quellen die Angaben und die gewählte Zitierform. Kontrolliere abschließend Artikel, Adjektiv und Substantiv auf Kongruenz, den Kasus nach Präpositionen, Singular und Plural, Pronomenbezug sowie deutsche Komposita. Diese formale Prüfung ist von der Abgrenzung der statistischen Aussage getrennt durchzuführen.
Quellen und Stand
- Deskriptive, univariate Analyse (Verteilungen) | Methodenberatung | UZH: www.methodenberatung.uzh.ch (geprüft am 2026-08-24)
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