Wie formulierst du den Schlusssatz deines Anschreibens?
Schlusssatz: So bittest du klar um ein Gespräch
Der Schlusssatz beendet dein Anschreiben und bittet um ein Gespräch. Wie diese Bitte Schritt für Schritt aussehen kann und warum Career Services zu klaren Sätzen raten, gehört zu den Kernfragen rund um das Ende eines Anschreibens.
Die Aufgabe des Schlusssatzes
Der Schlusssatz schließt dein Anschreiben ab und bittet um ein Gespräch. Er kann freundlich klingen, klar formuliert sein und deinen Wunsch nach einer Einladung deutlich machen. Die Bundesagentur für Arbeit rät dazu, im Anschreiben mit einer freundlichen Schlussformulierung um die Einladung zum Vorstellungsgespräch zu bitten. Das ist ein Rat dieser Stelle und keine allgemeine Vorgabe.
Die Gliederung zeigt, an welcher Stelle der Schluss steht. Laut dem Guide des Career Service der Universität zu Köln (Philosophische Fakultät) soll das Anschreiben in Einleitung, Hauptteil und Schluss gegliedert sein. Auch der Career Service der Universität Heidelberg (heiSKILLS) beschreibt eine klare Gliederung in diese drei Teile. Der Schluss ist damit der Abschnitt, der den Text beendet.
Als Hinweis, nicht als Pflicht, kann der Schluss festhalten, was als Nächstes passieren soll. Wer den Anfang schon geschrieben hat, prüft den Schluss gegen die Einleitung im Anschreiben; passend dazu kann der Schluss denselben Ton halten. Anfang und Schluss lassen sich so auf einen gemeinsamen Ton prüfen.
Ob du den Schluss mit einer Bitte um Einladung beendest, entscheidest du beim Formulieren. Die Bundesagentur formuliert diese Bitte als Rat; daran kannst du dich orientieren.

So bittest du um ein Gespräch
Das Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit zu praktischen Bewerbungstipps verortet die Anfrage nach einer persönlichen Einladung im vierten Absatz des Anschreibens. Dort nennt es drei Beispielsätze, die als Anregung dienen. Du musst weder genau vier Absätze schreiben noch die Sätze Wort für Wort abschreiben. Wichtig ist, dass du die Bitte in deinen eigenen Worten formulierst und sie zu dem Ton passt, den dein restliches Anschreiben hat. Prüfe beim Schreiben, ob die Bitte in einen kurzen, freundlichen Satz passt und klar ist.
So gehst du dabei vor. Die folgenden Schritte kannst du in dieser Reihenfolge abarbeiten, wenn sie zu deinem Anschreiben passen:
- Wiederhole die Kernaussage deines Anschreibens in einem Satz.
- Nenne einen Eintrittstermin nur dann, wenn er gewünscht ist.
- Sprich Gehaltswünsche nur dann an, wenn sie verlangt werden.
- Bitte um die Einladung zu einem Gespräch.
- Schließe mit einer Grußformel.
Ein erfundener Mustersatz für den vierten Schritt lautet: „Ich freue mich über die Gelegenheit, mit Ihnen persönlich ins Gespräch zu kommen.“ Der Satz ist ausdrücklich erfunden und dient nur als Anregung zum Abwandeln für deinen Text. Passe Anrede und Inhalt an dein Anschreiben an.
Gehaltswünsche sprichst du laut Bundesagentur nur dann an, wenn sie verlangt werden. Prüfe deshalb zuerst die Stellenanzeige, ob ein Gehalt ausdrücklich gefordert wird. Den Eintrittstermin nennt die Bundesagentur ebenfalls nur, wenn er gewünscht ist. Lies den fertigen Schlusssatz laut vor und prüfe, ob er zur Anrede passt. Wenn du unsicher bist, frage deine betreuende Person oder den Leitfaden deines Fachbereichs, bevor du den Satz übernimmst.
Warum klare Sätze statt Konjunktiv
Der Konjunktiv kann im Schluss hineinrutschen, etwa wenn man höflich zurückhalten will. Der Career Service der Universität zu Köln (Philosophische Fakultät) rät dazu, Konjunktive zu meiden. Als Beispiel nennt der Guide die Form mit dem Wort würde und setzt dagegen die Fassung mit freue mich auf. Laut dem Guide schafft die klare Fassung Klarheit.
Der Career Service der Universität Heidelberg (heiSKILLS) empfiehlt im Bewerbungsleitfaden, Konjunktive zu meiden und aktiv zu schreiben. Die Empfehlung nennt zudem kurze, klare Sätze im Anschreiben.
Die folgende Tabelle stellt drei erfundene Beispiele gegenüber. Die Zeilen zeigen jeweils eine schwache Fassung, eine klare Fassung und eine kurze Begründung.
| Schwache Fassung | Klare Fassung | Warum |
|---|---|---|
| Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen (erfundenes Beispiel) | Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung (erfundenes Muster) | Der aktive Satz nennt die Erwartung direkt, ohne Konjunktiv. |
| Es wäre schön, wenn wir uns persönlich kennenlernen könnten (erfundenes Beispiel) | Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch (erfundenes Muster) | Der Satz nennt das Ziel mit eigenen Worten und klingt aktiv. |
| Vielleicht könnte ich Ihnen meine Erfahrung noch genauer erklären (erfundenes Beispiel) | Ich erläutere Ihnen meine Erfahrung im Gespräch (erfundenes Muster) | Der Satz verzichtet auf vielleicht und könnte und benennt die Handlung. |
Daraus folgt vorsichtig: Ein Konjunktiv ist kein Fehler an sich. Die Hinweise von Köln und Heidelberg sind Empfehlungen der genannten Stellen, die du auf deinen eigenen Text beziehen kannst. Ob ein bestimmter Arbeitgeber das gleich bewertet, ist offen. Prüfe dafür die Stellenanzeige und die Angaben des Unternehmens.

Typische Fehler am Ende des Anschreibens
Schlusssätze lassen sich auf drei Muster prüfen: zu lang, zu unterwürfig oder zu allgemein. Die folgenden Beispiele sind erfunden und dienen nur dazu, diese Muster zu erkennen.
- Zu lang (erfundenes Beispiel): „Ich möchte noch erwähnen, dass ich in meinem Praktikum viele Projekte begleitet habe und mich deshalb auch auf eine Einladung freuen würde, bei der ich Ihnen mehr erzählen kann.“
- Zu unterwürfig (erfundenes Beispiel): „Ich bitte Sie demütig, mich vielleicht einmal anzuhören.“
- Zu allgemein (erfundenes Beispiel): „Ich hoffe auf eine positive Rückmeldung.“
Lies den Schluss vor dem Versand laut vor und vergleiche ihn mit dem Anfang. Klingt der Schluss deutlich anders als die Einleitung, kann eine zweite Fassung geschrieben werden.
Wenn du den Schluss noch einmal gegenlesen willst, lass beim Lebenslauf korrekturlesen gleich auch das Anschreiben mitprüfen. Eine zweite Person kann den Schluss mit einem frischen Blick lesen.
Wenn auf dein Anschreiben keine Antwort kommt, kannst du mit einem kurzen Bezug auf deine Bewerbung nachfassen. Wie du das formulierst, bleibt dir überlassen.
Leg Schlüsse aus Anschreiben mit Beispielen nebeneinander, dann siehst du schnell, welcher Ton zu deiner Bewerbung passt.
Wird die Einladung wahrscheinlicher, dann kannst du dein Bewerbungsgespräch vorbereiten, statt weiter am Schlusssatz zu feilen.
Quellen und Stand
- Bundesagentur für Arbeit: Bewerbung schreiben: www.arbeitsagentur.de (geprüft am 2026-10-06)
- Bundesagentur für Arbeit: Merkblatt praktische Bewerbungstipps: www.arbeitsagentur.de (geprüft am 2026-10-06)
- Universität zu Köln, Career Service Phil. Fakultät: Guide Anschreiben (PDF, Archivkopie): web.archive.org (geprüft am 2026-10-06)
- Universität Heidelberg, heiSKILLS Career Service: Anschreiben: backend.heiskills.uni-heidelberg.de (geprüft am 2026-10-06)