Anhangsverzeichnis: Aufbau, Platzierung und Kennzeichnung
Anhangsverzeichnis: Position, Pflicht und Kennzeichnung
Ein Anhangsverzeichnis ordnet die Anhänge deiner Abschlussarbeit. Entscheidend sind die Vorgaben des Leitfadens, der Aufbau der Liste und klare Verweise im Text.
Was ist ein Anhangsverzeichnis?
Ein Anhangsverzeichnis listet alle Anhänge einer Arbeit nummeriert mit Titel und Seitenangabe auf. Laut Duden ist ein Anhang ein nachträglicher schriftlicher Zusatz oder Nachtrag. Das Verzeichnis ist ein eigener Gliederungspunkt und gibt der Leserin oder dem Leser einen Überblick über den Inhalt des Anhangs. Der Leitfaden der Universität Bamberg beschreibt es als nummerierte Aufstellung der Anhänge. Der Leitfaden der LMU München verlangt für jeden Teil des Anhangs Überschrift und Seitenangabe. Prüfe, ob Kennzeichnung, Titel und Beginnseite für jeden Eintrag mit dem Anhang übereinstimmen.
Diese Duden-Bedeutung erklärt den allgemeinen Sinn des Begriffs, legt aber keine Regeln für die Gestaltung einer wissenschaftlichen Arbeit fest. Für die formale Gestaltung zählen die Vorgaben des Leitfadens, der für deine Arbeit gilt. Prüfe deshalb, ob dort ein eigenes Anhangsverzeichnis vorgesehen ist, welche Reihenfolge verlangt wird und wie die Einträge bezeichnet werden.
Das Verzeichnis verschafft der Leserin oder dem Leser einen Überblick über den Inhalt des Anhangs. Dafür müssen die Einträge den tatsächlichen Überschriften und Seitenangaben entsprechen. Prüfe nach jeder Änderung am Dokument, ob sich Seiten verschoben haben und ob die Angaben im Verzeichnis noch stimmen. Wenn du den Aufbau der Bachelorarbeit planst, ordne das Anhangsverzeichnis an der Stelle ein, die dein Leitfaden nennt. Der Begriff beschreibt also die Liste der Anhänge, während die konkrete Ausführung aus einer Hochschulvorgabe stammt. Aussagen zu Pflicht, Position oder Kennzeichnung dürfen nicht aus der Duden-Bedeutung abgeleitet werden.

Wo steht das Anhangsverzeichnis?
Für die folgende Reihenfolge ist der Formale Leitfaden der Universität Bamberg maßgeblich. Dort ist das Anhangsverzeichnis als Gliederungspunkt 5.10 bezeichnet. Der eigentliche Anhang folgt als Gliederungspunkt 5.11. Das Verzeichnis steht damit nach dem Literaturverzeichnis und vor dem eigentlichen Anhang. Diese Angaben beschreiben den genannten Bamberger Leitfaden. Sie dürfen nicht ohne Prüfung auf eine andere Hochschule übertragen werden.
- Platz im Aufbau: Nach dem Literaturverzeichnis steht das Anhangsverzeichnis als Punkt 5.10, danach folgt der Anhang als Punkt 5.11.
- Zwei-Einträge-Grenze: Nach dem Bamberger Leitfaden wird es erst ab zwei Einträgen angefertigt; bei nur einem Eintrag ist darauf zu verzichten.
- Römische Nummerierung: Die Seiten des Verzeichnisses werden wie beim Inhaltsverzeichnis mit fortlaufenden römischen Seitenzahlen nummeriert.
- Aufnahme ins Inhaltsverzeichnis: Das Anhangsverzeichnis erscheint selbst wieder im Inhaltsverzeichnis.
- Verweis im Text: Im Textteil wird an relevanter Stelle auf den jeweiligen Anhang verwiesen; der Leitfaden nennt dafür „Anhang 1“ als Beispiel.
Prüfe für deine Arbeit zuerst den zuständigen Leitfaden und vergleiche danach die Reihenfolge mit deinem Dokument. Wenn du zusätzlich die Reihenfolge von Anhang und Literaturverzeichnis klären willst, lies die Seite Anhang vor dem Literaturverzeichnis nur als ergänzende Orientierung und gleiche die dort genannten Fragen mit deiner eigenen Hochschulvorgabe ab. Für die Einordnung in den Gesamtaufbau kannst du auch den Aufbau der Bachelorarbeit prüfen. Entscheidend bleibt die konkret zitierte Regel: Die Bamberger Nummern 5.10 und 5.11, die Zwei-Einträge-Grenze und die römische Seitennummerierung gehören zu diesem Leitfaden.
Wann ist ein Anhangsverzeichnis vorgesehen?
Der Leitfaden des Lehrstuhls Hoisl an der Universität Mannheim führt das Anhangsverzeichnis im Verzeichnisteil auf. Dort steht es direkt nach dem Inhaltsverzeichnis und vor dem Abbildungs-, Tabellen- und Abkürzungsverzeichnis. Für umfangreiche Anhänge wird darin ein Anhangsverzeichnis verlangt, das die Teile des Anhangs mit ihren Titeln und Seitenangaben aufführt. In der Liste der Pflichtbestandteile steht beim Anhangsverzeichnis der Zusatz „ggf.“. Der Leitfaden sieht es nach dieser Formulierung also bei entsprechendem Umfang des Anhangs vor.
Aus dieser Vorgabe folgt keine feste Seiten- oder Eintragszahl. Der Leitfaden legt nicht zahlenmäßig fest, wann ein Anhang als umfangreich gilt. Prüfe daher die Formulierung im Leitfaden deiner Hochschule und frage bei einer offenen Stelle die betreuende Person oder die zuständige Stelle nach dem Maßstab. Verwende keine selbst gesetzte Zahl als allgemeine Grenze.
Ein typischer Fehler ist die Annahme, schon das Vorhandensein eines Anhangs mache ein Verzeichnis für jede Arbeit verpflichtend. Der Mannheimer Leitfaden formuliert die Vorgabe enger: Das Verzeichnis ist dort mit „ggf.“ aufgeführt und an umfangreiche Anhänge geknüpft. Vergleiche deshalb den Umfang deines Anhangs mit der maßgeblichen Hochschulvorgabe. Prüfe außerdem, ob das Verzeichnis im Verzeichnisteil an der dort genannten Position stehen soll. Wenn du den Anhang der Bachelorarbeit einordnest, übertrage keine Regel aus dieser Bezeichnung auf deine Arbeit, sondern kontrolliere die Vorgabe deines eigenen Leitfadens.
Wie werden Anhänge gekennzeichnet?
Der Leitfaden der LMU München am Institut für Wirtschaftspädagogik beschreibt die Kennzeichnung der Anhänge mit Großbuchstaben in alphabetischer Reihenfolge. Jeder Teil wird mit seiner Überschrift und der Seitenangabe aufgeführt. Die dort genannten Beispiele lauten Anhang A und Anhang B. Im Beispielverzeichnis der Vorlage stehen Einträge von Anhang A bis Anhang E. Diese alphabetische Kennzeichnung ist eine Vorgabe dieses LMU-Leitfadens, nicht automatisch eine Regel für jede Hochschule.
Besitzt die Arbeit nur einen Anhang, bezeichnet ihn der LMU-Leitfaden nur als „Anhang“, nicht als „Anhang A“. Bei mehreren Anhängen prüfst du, ob der für deine Arbeit geltende Leitfaden eine alphabetische Bezeichnung mit Großbuchstaben verlangt. Der Bamberger Leitfaden nennt dagegen eine nummerierte Reihenfolge in chronologischer Reihenfolge. Deshalb darfst du die LMU-Regel und die Bamberger Regel nicht zu einer allgemeinen Hochschulregel zusammenfassen.
| Anzahl der Anhänge | Kennzeichnung | Beispiel |
|---|---|---|
| Ein Anhang | Nur „Anhang“ | Anhang |
| Mehrere Anhänge nach dem LMU-Leitfaden | Alphabetische Großbuchstaben | Anhang A, Anhang B |
| Mehrere Anhänge nach dem Bamberger Leitfaden | Nummerierte Reihenfolge | Anhang 1 |
Übernimm für jeden Eintrag die tatsächliche Überschrift und die richtige Seitenangabe. Prüfe danach, ob die Bezeichnung im Anhang und im Textteil übereinstimmt. Wenn du Anhang strukturieren möchtest, kläre zuerst die Kennzeichnung im geltenden Leitfaden. Für das Zitieren kannst du anschließend die Seite Anhang zitieren prüfen, ohne die dortige Kennzeichnung ungeprüft auf deine Hochschule zu übertragen.

Anhangsverzeichnis in drei Schritten aufbauen
Baue das Anhangsverzeichnis anhand der Vorgabe auf, die für deine Hochschule und deinen Studiengang gilt. Die folgenden Schritte verbinden die belegten Regeln aus den genannten Leitfäden, ohne eine einheitliche Hochschulregel vorauszusetzen. Beginne mit einer Prüfung des Umfangs und der Zahl der Anhänge. Danach stellst du die Einträge zusammen und kontrollierst zuletzt die Verweise im Text.
- Prüfe zuerst, ob mindestens zwei Einträge vorliegen oder ob ein umfangreicher Anhang nach dem geltenden Leitfaden ein Verzeichnis erfordert. Der Bamberger Leitfaden nennt zwei Einträge als Grenze. Der Mannheimer Leitfaden verwendet für umfangreiche Anhänge den Zusatz „ggf.“. Übertrage keine dieser Vorgaben, bevor du den eigenen Leitfaden geprüft hast.
- Liste anschließend jeden vorgesehenen Anhang mit seiner Überschrift und Seitenzahl auf. Kennzeichne mehrere Anhänge je nach Vorgabe chronologisch mit Ziffern oder alphabetisch mit Großbuchstaben. Bei nur einem Anhang prüfst du, ob er ohne Zusatzbuchstaben als „Anhang“ bezeichnet werden soll.
- Kontrolliere zuletzt den Textteil. Setze an relevanter Stelle einen Verweis auf den jeweiligen Anhang und gleiche die Bezeichnung mit dem Eintrag im Verzeichnis ab. Prüfe danach die Seitenangaben erneut, wenn sich durch die Bearbeitung Seitenumbrüche verändert haben.
Die genaue Kennzeichnungsart hängt vom jeweiligen Leitfaden der Hochschule ab. Das lässt sich nicht durch eine allgemeine Zahl zur Verbreitung oder durch eine pauschale Regel ersetzen. Dokumentiere daher für dich, welcher Leitfaden die Position, die Einträge, die Seitenzahlen und die Kennzeichnung vorgibt. Wenn du zusätzlich den Anhang strukturieren oder den Anhang der Bachelorarbeit einordnen willst, behandle diese Themen als getrennte Prüfschritte. Für den Gesamtaufbau kann das Inhaltsverzeichnis einer wissenschaftlichen Arbeit als benachbarter Gliederungspunkt dienen. Maßgeblich bleiben die Angaben im Leitfaden, den du für deine Arbeit geprüft hast.
Quellen und Stand
- Universität Bamberg, Lehrstuhl Innovationsmanagement: Formaler Leitfaden zur Bearbeitung wissenschaftlicher Arbeiten: www.uni-bamberg.de (geprüft am 2026-09-15)
- Universität Mannheim, Lehrstuhl Hoisl: Leitfaden für die Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten (Stand März 2023): www.bwl.uni-mannheim.de (geprüft am 2026-09-15)
- LMU München, Institut für Wirtschaftspädagogik: Leitfaden wissenschaftlichen Arbeitens (Februar 2026): cms-cdn.lmu.de (geprüft am 2026-09-15)
- Duden: Anhang, der: www.duden.de (geprüft am 2026-09-15)