Bachelorarbeit bei Unternehmen wissenschaftlich entwickeln
Bachelorarbeit bei Unternehmen schreiben
Eine Bachelorarbeit im Unternehmenskontext braucht eine klar abgegrenzte Aufgabe, passende wissenschaftliche Methoden und eine nachvollziehbar geprüfte Endfassung. Der folgende Leitfaden orientiert sich an den Vorgaben des Hamburger Leitfadens für den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen.
Zweck und Rahmen der Bachelorarbeit im Unternehmen
Bachelorarbeit bei Unternehmen schreiben bedeutet im hier zugrunde gelegten Fachkontext, ein Problem selbstständig mit wissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten. Diese Aussage bezieht sich auf den Leitfaden für den hochschulübergreifenden Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen mit dem Abschluss Bachelor of Science an der Universität Hamburg und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Der Leitfaden nennt als Bezug die dort geltende Prüfungsordnung sowie die Satzung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und zur Vermeidung wissenschaftlichen Fehlverhaltens an der HAW Hamburg.
Der Zweck besteht deshalb nicht darin, lediglich eine Tätigkeit oder ein Unternehmen zu beschreiben. Entwickle aus der Aufgabe ein bearbeitbares Problem, ordne es wissenschaftlich ein und führe die Bearbeitung bis zu einer kontrollierbaren Endfassung. Das Thema soll nach dem Leitfaden so beschaffen sein, dass es innerhalb der vorgesehenen Bearbeitungszeit bearbeitet werden kann. Für die Planung ist daher zuerst zu klären, welches Problem untersucht wird und welche Bearbeitung tatsächlich innerhalb des vorgegebenen Rahmens liegt.
Die Zielgruppe dieses Inhalts sind Studierende, die ihre Arbeit sprachlich und wissenschaftlich nachvollziehbar entwickeln möchten. Für wissenschaftliches Schreiben folgt daraus eine sachliche Darstellung mit klaren Bezügen zwischen Problem, Vorgehen und Ergebnis. Die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit werden nicht als lose Sammlung behandelt, sondern als zusammenhängende Bausteine einer prüfbaren Bearbeitung.
Der Leitfaden nennt für die Zulassung zur Bachelorarbeit 120 erbrachte Leistungspunkte und ein neunwöchiges technisches Praktikum. Diese Angaben gelten dort für Studierende, die ihr Bachelorstudium ab dem Wintersemester 2014/15 aufgenommen haben. Sie dürfen nicht ohne Prüfung auf einen anderen Studiengang, eine andere Hochschule oder einen anderen zeitlichen Studienbeginn übertragen werden. Ermittle deshalb vor der Bearbeitung aus den offiziellen Unterlagen, welche Vorgaben für das eigene Angebot gelten.
Auch die Betreuung ist im Leitfaden konkret beschrieben: Der Erstgutachter gehört zur Gruppe der Hochschullehrer und lehrt im HWI. Der Zweitgutachter verfügt mindestens über einen Diplom- oder Masterabschluss und kann beispielsweise aus einem Unternehmen kommen. Für die eigene Planung ist diese Beschreibung als Rahmen des genannten Studiengangs zu lesen. Eine allgemeine Aussage über jede Bachelorarbeit in jedem Unternehmen lässt sich daraus nicht ableiten.

Bausteine in nachvollziehbarer Reihenfolge ordnen
Beginne mit Zweck und Zielgruppe. Beschreibe, welches Problem bearbeitet werden soll, für welchen fachlichen Zusammenhang die Arbeit bestimmt ist und welche Leser die Argumentation nachvollziehen müssen. Beim Thema Forschungsfrage formulieren sollte die Frage aus dem bearbeitbaren Problem hervorgehen. Der Leitfaden stellt dabei die Anforderung, dass das Problem selbstständig mit wissenschaftlichen Methoden bearbeitet wird.
Leite danach die erforderlichen Bausteine aus den geltenden Vorgaben ab. Prüfe die einschlägigen Abschnitte der Prüfungsordnung, insbesondere die im Leitfaden genannten Regelungen zu Zulassung, Anmeldung und Abgabe. Ergänze die Vorgaben zur guten wissenschaftlichen Praxis aus der dort genannten Satzung. Für eine Arbeit im beschriebenen Hamburger Studiengang gehören damit nicht nur fachliche Inhalte, sondern auch die Prüfung des formalen Rahmens zur Vorbereitung.
Bringe die Inhalte in eine logische Reihenfolge. Eine verständliche Struktur kann mit dem Problem und seiner Einordnung beginnen, die Forschungsfrage präzisieren, das methodische Vorgehen erklären, die Bearbeitung darstellen und in einer begründeten Schlussfolgerung enden. Diese Reihenfolge ist hier eine Arbeitsanweisung für die Verbindung der eigenen Inhalte, keine zusätzliche institutionelle Vorgabe. Die Gliederung einer Hausarbeit kann als Orientierung für die Strukturarbeit dienen, ersetzt aber nicht die Prüfung der Vorgaben für die Bachelorarbeit.
Arbeite den Text anschließend mit Quellen und Querverweisen aus. Eine wissenschaftliche Argumentation wird dabei so angelegt, dass Aussagen, Begründungen und Schlussfolgerungen aufeinander verweisen. Bei der Literaturarbeit hilft Literaturverzeichnis erstellen, die verwendeten Nachweise geordnet zusammenzuführen. Mit Quellenangaben richtig zitieren prüfst du die Zuordnung einzelner Übernahmen und Belege. Die Auswahl von Zitierweisen sowie die konkrete Anwendung mit der deutschen Zitierweise oder der Harvard-Zitierweise darf nur nach den einschlägigen Vorgaben und der eigenen Fachpraxis erfolgen.
Ordne die Methode der Forschungsfrage zu. Das Arbeitsfeld Methoden wissenschaftlicher Arbeiten kann dabei als Prüffeld dienen. Vergleiche qualitative und quantitative Forschung nur insoweit, wie die gewählte Bearbeitung dies verlangt. Entscheidend für diesen Leitfaden ist, dass das Problem mit wissenschaftlichen Methoden bearbeitet wird. Ergänze schließlich die Querverweise zwischen Problem, Frage, Methode, Quellen, Bearbeitung und Schlussfolgerung, bevor du die Endfassung auf Vollständigkeit und Anschlussfähigkeit prüfst.
Eine Arbeit im Unternehmenskontext kann fachliche Informationen aus einem Unternehmen aufnehmen, doch der Leitfaden nennt daraus nicht automatisch eine eigene allgemeine Dokumentart oder einen bestimmten Verwendungszweck. Prüfe daher, welche Informationen für die wissenschaftliche Bearbeitung benötigt werden und welche Vorgaben ausdrücklich gelten.
Passend dazu findest du weitere Hinweise im Beitrag deutsche Zitierweise.
Schritt für Schritt zur prüfbaren Endfassung
- Rahmen ermitteln: Lies die offiziellen Unterlagen für den eigenen Studiengang und notiere Prüfungsordnung, Zulassung, Anmeldung und Abgabe. Ergebnis ist eine abgegrenzte Vorgabenliste. Im Hamburger Leitfaden werden dafür die Prüfungsordnung des hochschulübergreifenden Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen sowie die Satzung guter wissenschaftlicher Praxis genannt.
- Problem abgrenzen: Formuliere das fachliche Problem so, dass seine Bearbeitung innerhalb der vorgesehenen Frist planbar bleibt. Ergebnis ist ein klarer Arbeitsgegenstand. Der Leitfaden verlangt, dass das Thema innerhalb der vorgesehenen Frist bearbeitet werden kann.
- Zweck und Zielgruppe bestimmen: Schreibe auf, welchem wissenschaftlichen Zweck die Bearbeitung dient und wer die Erklärung nachvollziehen soll. Ergebnis ist eine kurze Orientierung für Auswahl, Tiefe und Reihenfolge der Inhalte.
- Frage und Methode verbinden: Entwickle aus dem Problem eine Forschungsfrage und ordne ihr eine wissenschaftliche Methode zu. Ergebnis ist eine überprüfbare Verbindung zwischen Frage und Vorgehen. Nutze das Arbeitsfeld Forschungsfrage formulieren für die sprachliche Ausarbeitung und Methoden wissenschaftlicher Arbeiten für die Methodenauswahl.
- Bausteine anordnen: Lege die Reihenfolge von Einordnung, Fragestellung, Methode, Bearbeitung und Schlussfolgerung fest. Ergebnis ist eine Inhaltsstruktur, die nicht nur nach dem Umfang einzelner Abschnitte aufgebaut wird.
- Quellen einarbeiten: Führe die benötigte Literatur und weitere Belege an den Stellen ein, an denen sie die Darstellung tragen. Ergebnis ist ein Text mit nachvollziehbaren Nachweisbeziehungen. Prüfe die Belege mit Quellenangaben richtig zitieren sowie das spätere Literaturverzeichnis erstellen.
- Querverweise ausarbeiten: Verknüpfe Problem, Frage, Methode, Auswertung und Schlussfolgerung im Text. Ergebnis ist eine durchgehende Argumentationslinie. wissenschaftliche Argumentation bezeichnet dabei das Arbeitsfeld für diese Verbindung.
- Endfassung prüfen: Kontrolliere Inhalt, Quellen, Querverweise und formale Vorgaben. Ergebnis ist eine Fassung, bei der offene Punkte sichtbar sind und nicht erst nachträglich ergänzt werden müssen. Das Arbeitsfeld Plagiat vermeiden hilft außerdem zu prüfen, ob Übernahmen erkennbar belegt und eigenständig formuliert sind.
Der Ablauf bleibt auf den genannten Quellenrahmen begrenzt. Aussagen zu einem anderen Studiengang, einer anderen Hochschule oder einem anderen Staat werden nicht aus dem Hamburger Leitfaden abgeleitet.
Durchgängiges Beispiel für die Anwendung
Eine Studentin möchte ihre Bachelorarbeit bei einem Unternehmen im beschriebenen Wirtschaftsingenieurwesen-Kontext entwickeln. Als Ausgangspunkt steht ein betriebliches Problem, dessen genaue fachliche Abgrenzung noch fehlt. Sie beginnt deshalb nicht mit einer Gliederung nach Seitenzahl, sondern prüft zuerst die offiziellen Vorgaben des Studiengangs und grenzt anschließend den Gegenstand ein.
Im nächsten Schritt formuliert sie eine konkrete Forschungsfrage zu dem abgegrenzten Problem. Danach entscheidet sie, welche wissenschaftliche Methode die Frage bearbeiten kann. Die Methode wird nicht nach einer bloßen Vorliebe benannt, sondern in der Arbeit mit der Forschungsfrage verbunden. So entsteht ein nachvollziehbarer Übergang von Problem zu Vorgehen.
Für die Ausarbeitung ordnet sie die Kapitel nach ihrer Funktion: Zuerst erklärt sie den Gegenstand und den Zweck der Arbeit, danach die Forschungsfrage und die methodische Bearbeitung. Anschließend stellt sie die fachliche Untersuchung dar und führt die verwendeten Quellen an den passenden Stellen ein. Am Ende verbindet sie die Ergebnisse mit der Ausgangsfrage.
Die Studentin ergänzt Belege und Verknüpfungen während der Ausarbeitung. Sie wartet nicht bis zum Schluss, um Nachweise oder Übergänge einzusetzen. Für die Quellenprüfung nutzt sie Zitierweisen als Arbeitsfeld und kontrolliert anschließend das Literaturverzeichnis. Die Begriffe deutsche Zitierweise und Harvard-Zitierweise verwendet sie nur anhand der für ihre Arbeit geltenden Vorgaben.
Vor der Abgabe prüft sie gesondert die inhaltliche Abgrenzung und die formale Seite. Inhaltlich fragt sie, ob die Forschungsfrage durch die gewählte Methode und die Bearbeitung zusammenhängend beantwortet wird. Formal prüft sie die einschlägigen Vorgaben zu Anmeldung und Abgabe sowie die wissenschaftliche Nachweisführung. Das Beispiel zeigt damit einen durchgängigen Arbeitsweg, ohne eine allgemeine Frist, ein allgemeines Ergebnis oder eine Übertragung auf andere Studienangebote zu behaupten.

Inhaltliche Abgrenzung und formale Endkontrolle
Trenne die Prüfung in eine inhaltliche Abgrenzung und eine formale Kontrolle. Bei der inhaltlichen Abgrenzung prüfst du zuerst den Zweck: Wird ein klar bestimmtes Problem selbstständig mit wissenschaftlichen Methoden bearbeitet? Der Leitfaden beschreibt genau diese Nachweisfunktion für die Bachelorarbeit im genannten Studiengang. Prüfe danach die Zielgruppe und frage, ob die Darstellung für die vorgesehenen Leser nachvollziehbar bleibt.
Kontrolliere anschließend die Vorgaben. Vergleiche deine Planung mit den offiziellen Regelungen zur Zulassung, Anmeldung und Abgabe. Berücksichtige den im Leitfaden genannten Studiengang, die Universität Hamburg, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und den Zeitbezug für Studierende mit Studienbeginn ab dem Wintersemester 2014/15. Übertrage diese Angaben nicht ungeprüft auf andere Angebote.
Prüfe die Bausteine und ihre Reihenfolge: Problem, Zweck, Zielgruppe, Forschungsfrage, Methode, fachliche Bearbeitung, Quellen, Querverweise und Schlussfolgerung müssen als zusammenhängende Arbeitsstruktur erkennbar sein. Eine als Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit bezeichnete Orientierung darf dabei nicht die konkreten Vorgaben der Bachelorarbeit ersetzen. Die Themen Hausarbeit schreiben und Masterarbeit schreiben sind getrennte Such- und Arbeitsfelder; aus ihren Bezeichnungen folgt keine Aussage über die hier beschriebene Bachelorarbeit.
Bei der formalen Prüfung kontrollierst du die Nachweise, die Zitierform, das Literaturverzeichnis und die Verknüpfungen zwischen Beleg und Aussage. Prüfe außerdem, ob fremde Übernahmen kenntlich gemacht sind, um beim Plagiat vermeiden zu unterstützen. Die wissenschaftliche Praxis ist im Quellenrahmen ausdrücklich über die genannte Satzung der HAW Hamburg angesprochen.
Schließe mit einer Endkontrolle der Anschlussfähigkeit. Lies die Arbeit vom Ausgangsproblem bis zur Schlussfolgerung und markiere jede Stelle, an der eine Verbindung fehlt. Prüfe separat, ob die Endfassung vollständig ausgearbeitet ist und ob die formalen Vorgaben berücksichtigt wurden. Wenn eine institutionelle, rechtliche oder zeitliche Aussage nicht direkt aus den eigenen offiziellen Unterlagen hervorgeht, führe vor der Übernahme eine konkrete Quellenprüfung durch.
Quellen und Stand
- Leitfaden Bachelorarbeit: www.hwi.uni-hamburg.de (geprüft am 2026 bis 08 bis 30)