Plagiatsarten im Erkennungstest: 22 Texte mit bekannter Herkunft

Wörtlich kopiert wird gefunden, umformuliert nicht

Lesezeit ca. 8 Min. · aktualisiert: 28. Juli 2026 · zur Akademie

Eine Plagiatsprüfung, die 0 Prozent meldet, kann beruhigen. Die Frage ist nur, was sie überhaupt finden kann. Für diesen Test haben wir 22 Texte zusammengestellt, bei denen wir vorher wussten, ob und wie sie übernommen wurden, und sie durch die kostenlos nutzbare Webversion von plagiarismdetector.net geschickt. Die Unterschiede zwischen den Plagiatsarten waren in dieser Testreihe deutlich.

Texte, deren Herkunft vorher feststeht

Bei einem echten Kundendokument weiß niemand, wie viel übernommen wurde. Ein Test braucht deshalb Texte, deren Herkunft dokumentiert ist, bevor die Prüfung läuft. Wir haben fünf Gruppen gebildet, die den gängigen Plagiatsarten entsprechen, insgesamt 22 Texte zu je rund 1.400 Zeichen:

  • Unbearbeitete Internetpassagen: originale Abschnitte aus frei zugänglichen deutschen Onlinetexten, sechs Exemplare
  • Sinngemäß geändert: gleicher Sachinhalt komplett neu formuliert, vier Beispiele
  • Sprachwechsel: englische Originale ins Deutsche übertragen, vier Varianten
  • Hochschulpublikationen: wortwörtliche Zitate aus online verfügbaren Abschlussarbeiten als PDF, drei Fundstücke
  • Eigener Text: von uns geschrieben, nie veröffentlicht, fünf Stück als Kontrollgruppe

Die letzte Gruppe ist der Gegentest: Wenn eine Prüfung dort anschlägt, weist sie eine Übereinstimmung aus, obwohl der Text in dieser Testreihe nicht übernommen wurde.

Das Ergebnis

Zur Untersuchung nutzten wir die kostenlos nutzbare Webversion von plagiarismdetector.net. Angeschlagen bedeutet hier: Die Prüfung weist für das Dokument mindestens 20 Prozent textuelle Übereinstimmung aus.

Tabelle: Art der Übernahme, Texte, angeschlagen, Mittelwert
Art der ÜbernahmeTexteangeschlagenMittelwerthöchster Wert
Wörtlich aus dem Web6685,2 %100 %
Übersetzung aus dem Englischen4125,0 %100 %
Paraphrase400 %0 %
Wörtlich aus einer Abschlussarbeit300 %0 %
Eigener Text, unveröffentlicht500 %0 %

Zentrale Erkenntnisse liefern zwei Beobachtungen. Erstens: Jede einzelne wörtliche Übernahme aus dem Web wurde gefunden, durchschnittlich mit 85 Prozent, einmal mit 100. Bei den wörtlichen Webübernahmen zeigte die Prüfung jeweils einen Quelllink an.

Zweitens: Keine einzige Paraphrase wurde erkannt, und auch keiner der wörtlichen Auszüge aus veröffentlichten Abschlussarbeiten. Nicht etwa knapp verfehlt, sondern glatte null Prozent, als wären es Originaltexte.

In der Kontrollgruppe wurde kein selbst geschriebener Text angeschlagen. Dieses Ergebnis zeigt nur für diese fünf Texte, dass das Werkzeug keine Übereinstimmung auswies.

Plagiatsarten im Erkennungstest: Trefferquote nach Übernahmeart
Plagiatsarten im Erkennungstest: 22 Texte mit bekannter Herkunft im Überblick.

Die Lücke liegt genau dort, wo es zählt

Beim Abschreiben in Hausaufgaben wird nicht immer ein Wikipedia-Absatz wortwörtlich übernommen. Plagiatsarten können auch umformulierte oder übersetzte Übernahmen umfassen. In dieser Testreihe blieben diese Fälle häufig ohne Treffer:

  • Umformulierte Quelle. Ein Buchkapitel wird eigenständig paraphrasiert, die Quellenangabe fehlt vollständig. Das kann ein Plagiat sein. In keinem der Testfälle wurde diese Art der Übernahme angeschlagen.
  • Alte Abschlussarbeit. Auf Hochschulservern liegen frei zugängliche Arbeiten. In unserem Test wurden daraus wörtlich übernommene Passagen nicht angeschlagen. Ob das an den jeweiligen PDF-Dateien, der Datenbasis oder anderen Faktoren lag, lässt sich aus dem Test nicht ableiten.
  • Übersetzter Text. Drei von vier Übersetzungen blieben unentdeckt.

Das Ergebnis ist keine allgemeine Bewertung der Anbieter, sondern beschreibt die Datenbasis und Funktionsweise des getesteten Werkzeugs nicht vollständig. Ein Ähnlichkeitswert hängt unter anderem von den durchsuchten Quellen, dem Format und der Formulierung des Textes ab.

Der eine Fall, den wir nicht erklären können

Eine der vier Übersetzungen wurde mit 100 Prozent angeschlagen, die anderen drei mit null. Wir können aus den Daten nicht sagen, warum. Plausibel wäre, dass die deutsche Fassung an mehreren Stellen zufällig mit einem bereits vorhandenen deutschen Text übereinstimmte, denn bei einem Sachtext über wissenschaftliches Publizieren ist der Formulierungsspielraum begrenzt.

Wir lassen den Wert deshalb stehen, ohne ihn zu deuten. Bei vier Texten in dieser Gruppe ist er ohnehin kein belastbarer Beleg dafür, dass Übersetzungen manchmal auffallen, sondern nur ein Hinweis, dass es vorkommen kann.

Was sich hier nicht testen ließ

Vier kostenfreie Analysewerkzeuge waren eingeplant. Davon blieben drei wegen praktischer Hindernisse außer Kraft, deren Ursachen für Anwender relevanter erscheinen als die eigentlichen Ergebnisse:

  • smallseotools.com verlangt vor jeder Prüfung die Bestätigung, dass man ein Mensch ist. Diese Sperre haben wir als Schutzmechanismus des Anbieters bewusst nicht umgangen.
  • Das Eingabefeld von duplichecker.com akzeptierte unseren automatisierten Textupload nicht. Manuell könnte es funktionieren.
  • Die Prüfschaltfläche bei prepostseo.com reagierte in unserer Umgebung nicht.

Der Test erlaubt keine belastbare Aussage über einen Vergleich der Anbieter. Deshalb nutzt diese Untersuchung nur ein Programm und beschreibt die beobachteten Ergebnisse dieses Werkzeugs.

Plagiatsarten im Erkennungstest: Prüfbericht richtig lesen

Wichtigste Erkenntnisse, die du daraus mitnehmen solltest

Drei praktische Schlüsse aus dem Vergleich der Plagiatsarten:

  • Null Prozent heißt nicht plagiatsfrei. Im Test bedeutete der Wert lediglich, dass das Werkzeug keine Übereinstimmung auswies. Er ersetzt keine fachliche Bewertung von Paraphrasen, Übersetzungen oder Hochschulschriften.
  • Für eine rasche Selbstkontrolle kann es trotzdem hilfreich sein. Vergessene Anführungszeichen und versehentlich übernommene Absätze können als Übereinstimmungen sichtbar werden; ein vollständiger Nachweis ist das nicht.
  • Bei einer Abschlussarbeit lohnt der Blick auf die Datenbasis. Entscheidend ist nicht der ausgewiesene Prozentwert, sondern wogegen verglichen wurde: nur gegen das offene Web oder auch gegen Verlagsinhalte und Hochschulschriften.

Eigene Plagiatsanalyse gehörte nicht zum Untersuchungsgegenstand. Ein Dienstleister, der seinen Service selbst bewertet, erzielt erfahrungsgemäß positive Werte, was für Nutzer wenig aussagt. Details dazu, welche Bereiche unser System erfasst und welche nicht, findest du im Beitrag zur Aussagekraft von Plagiatsprüfung und KI-Detektor.

Methodik

Die Randbedingungen vollständig:

  • Korpus: 22 Texte zu je rund 1.400 Zeichen, Herkunft vor dem Test dokumentiert
  • Quellen: frei zugängliche Onlinetexte für die wörtlichen Übernahmen, veröffentlichte Hochschulschriften für die PDF-Gruppe, eigene unveröffentlichte Texte als Kontrolle
  • Umgeschriebene Fassungen und Sprachversionen wurden algorithmisch aus denselben Ausgangstexten erzeugt, ohne weitere Überarbeitung
  • Werkzeug: plagiarismdetector.net, kostenlose Fassung, ohne Konto
  • Durchführung: ein Durchlauf je Text, ausgewertet wurde der ausgewiesene Übereinstimmungswert
  • Schwelle: als angeschlagen gilt ein Text ab 20 Prozent ausgewiesener Übereinstimmung

Die Grenzen sind deutlich: ein Werkzeug, 22 Texte und kleine Gruppen. Die Ergebnisse zeigen für diese Testreihe deutliche Unterschiede: sechs von sechs wörtlichen Webübernahmen wurden angeschlagen, bei sieben Paraphrasen und Auszügen aus Abschlussarbeiten keine.

Weiterführend: Vergleich kostenloser Plagiatsprüfungen, das Copy-and-paste-Plagiat, Blindtest der Korrekturprogramme sowie der Falschalarm-Test der KI-Detektoren.

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Häufige Fragen zum Erkennungstest

Welche Plagiatsarten erkennt eine kostenlose Prüfung?

In unserer Untersuchung wurde nur die wortgleiche Entnahme aus einem indizierten Online-Text in allen sechs Fällen angeschlagen. Umgeschriebene Passagen, entnommene Teile aus Abschlussarbeiten sowie drei von vier übersetzten Abschnitten blieben hingegen unentdeckt.

Erkennen kostenlose Plagiatsprüfungen umformulierte Texte?

In unserem Test nicht. Keine der vier Paraphrasen wurde angeschlagen, alle vier lagen bei null Prozent. Wörtliche Übernahmen aus dem Web fand dieselbe Prüfung dagegen in sechs von sechs Fällen.

Heißt null Prozent, dass meine Arbeit plagiatsfrei ist?

Nein. In unserem Test bedeutete null Prozent nur, dass das Werkzeug keine Übereinstimmung auswies. Alle vier umformulierten Varianten, drei von vier übersetzten Fassungen sowie die übernommenen Stellen aus den getesteten PDF-Dokumenten wurden nicht angeschlagen.

Werden Übernahmen aus anderen Abschlussarbeiten gefunden?

In unserem Test nicht. Alle drei originalgetreu entnommenen Passagen aus hochschulpublizierten Dokumenten erzielten null Prozent. Die Ursachen lassen sich aus diesem Test nicht bestimmen; die Dokumente lagen als PDF auf Hochschulservern vor.

Schlagen kostenlose Prüfungen bei eigenen Texten fälschlich an?

Derartige Fälle traten in unserer Untersuchung nicht zutage. Die fünf eigenständig erstellten, nie veröffentlichten Beiträge der Vergleichsgruppe blieben konstant bei null Prozent.

Welches Werkzeug wurde getestet?

Getestet wurde die kostenlos nutzbare Webversion von plagiarismdetector.net. Von vier vorgesehenen Prüfern ließ sich im Testbetrieb nur dieses Werkzeug bedienen: smallseotools verlangt vor jeder Prüfung eine Bestätigung, dass man ein Mensch ist. Bei duplichecker und prepostseo reagierten Eingabefeld beziehungsweise Prüfschaltfläche in unserem Aufbau nicht.

Habt ihr eure eigene Plagiatsprüfung mitgetestet?

Nein, bewusst nicht. Wir verkaufen selbst Plagiatsprüfungen; ein Selbsttest wäre daher kein unabhängiger Vergleich. Dieser Test betrifft ausschließlich ein fremdes, frei zugängliches Werkzeug.

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