Eigenplagiat – wie du es erkennst und verhinderst
Eigenplagiat vermeiden bei eigenen Vorarbeiten
Ein Eigenplagiat zu vermeiden fällt vielen Studierenden schwerer, als sie denken. Wer Bachelorarbeit, Masterarbeit und Dissertation im selben Fachgebiet schreibt, greift fast zwangsläufig auf Formulierungen aus eigenen früheren Texten zurück. Genau das wird heikel: Plagiatssoftware entdeckt solche Wiederholungen, Hochschulen werten sie als Täuschung. Hier findest du die Definition, die wichtigsten Risiken und praktische Tipps, mit denen du ein Eigenplagiat sicher umgehst.
Was ist Eigenplagiat?
Von einem Eigenplagiat spricht man, wenn du eigene ältere Texte unmarkiert in eine neue wissenschaftliche Arbeit einfließen lässt. Wer das vermeiden möchte, behandelt frühere eigene Passagen wie jede fremde Quelle: mit Quellenangabe und bei wörtlichen Stellen mit Anführungszeichen. Die folgenden Abschnitte liefern dir die Definition, die Risiken und konkrete Tipps, damit du ein Eigenplagiat zuverlässig erkennst und verhinderst.
Definition – wann liegt Eigenplagiat vor?
- Passagen aus eigenen Hausarbeiten werden ohne Quellenangabe übernommen.
- Abschnitte aus bereits veröffentlichten eigenen Texten tauchen erneut auf.
- Die eigene Bachelorarbeit wird in der Masterarbeit wiederverwertet.
- Dieselbe Arbeit wird für mehrere Module doppelt eingereicht.
Wer ein Eigenplagiat erkennt, behandelt solche Fälle konsequent wie fremde Quellen, etwa mit dem Hinweis „Vgl. eigene Hausarbeit, Mustermann 2024".
Risiken von Eigenplagiat
- Plagiatssoftware findet sowohl veröffentlichte eigene Texte als auch hochschulintern gespeicherte Arbeiten.
- Die meisten Hochschulen bewerten ein Eigenplagiat als Täuschungsversuch.
- Die Note kann auf „nicht bestanden" herabgesetzt werden.
- Bei Doktorarbeiten droht sogar die Aberkennung des Titels.
- Selbst ohne formale Sanktion nimmt die eigene Glaubwürdigkeit Schaden.

Wie erkennt Software Eigenplagiat?
Jeder eingereichte Text wird von der Plagiatssoftware mit ihrem Index abgeglichen. Liegt deine eigene Bachelorarbeit dort bereits vor (bei Hochschullizenzen häufig der Fall), fallen Übernahmen aus der BA in deine Masterarbeit sofort auf. Wichtig zu wissen, wenn du ein Eigenplagiat vermeiden willst: Die Software prüft nur den Inhalt und interessiert sich nicht dafür, wer ihn geschrieben hat.
Tipps zum Vermeiden
- Frühere eigene Texte immer mit Quellenangabe zitieren („vgl. eigene Hausarbeit, Mustermann 2024").
- Wörtlich übernommene Stellen in Anführungszeichen setzen.
- Keine Mehrfacheinreichungen: für jedes Modul einen eigenständigen Text verfassen.
- Vor der Abgabe eine eigene Plagiatsprüfung durchführen.
- Im Zweifel direkt beim Lehrstuhl nachfragen.
So sieht Eigenplagiat in der Praxis aus
Ein Beispiel: Eine Studentin übernimmt drei Absätze aus ihrer Hausarbeit zur Hybridarbeit in die Bachelorarbeit. Ohne Kennzeichnung ist das ein Eigenplagiat, mit Kennzeichnung („vgl. eigene Hausarbeit, Müller 2023") dagegen völlig legitim. Wer ein Eigenplagiat vermeiden will, markiert deshalb jede einzelne Übernahme.
Eigenplagiat vs. Wiederverwendung
Zwischen Eigenplagiat und erlaubter Wiederverwendung liegt nur ein schmaler Grat. Als Faustregel gilt: Wortgleiche Sätze gehören immer gekennzeichnet. Eigene Gedanken darfst du erneut aufgreifen, allerdings nur in neu formulierter Fassung. Wer seine früheren Worte einfach recycelt, riskiert ein Eigenplagiat.

Warum Doktorarbeiten besonders heikel sind
Gerade bei Doktorarbeiten wiegt ein Eigenplagiat besonders schwer. Prominente Fälle (Schäuble, Guttenberg) belegen, dass der Titel noch Jahre nach der Verleihung aberkannt werden kann. Für Promovierende ist das saubere Erkennen und Vermeiden von Eigenplagiaten daher keine Kür, sondern Pflicht.
Wie zitiere ich eigene frühere Texte?
Frühere eigene Texte zitierst du genauso wie fremde: mit Autor (also dir), Jahr und Titel, zum Beispiel „(vgl. Müller 2023, S. 47)". Im Literaturverzeichnis steht der eigene Beitrag dann neben allen anderen Quellen. Wer ein Eigenplagiat vermeiden will, bleibt dabei konsequent. Weitere Tipps findest du unter Quellenangabe machen und in der APA-7-Anleitung.
Eigene Plagiatsprüfung vor Abgabe
Wer ein Eigenplagiat selbst erkennt, entdeckt es vor dem Lehrstuhl. Eine eigene Plagiatsprüfung kurz vor der Abgabe ist deshalb eine günstige Absicherung, mehr dazu unter Plagiatsprüfung als Service. Solche Tipps senken das Risiko spürbar.
Häufige Fragen aus der Praxis
- „Zählen Definitionen aus meinen Hausarbeiten als Eigenplagiat?" – Ja, sobald sie wörtlich übernommen wurden.
- „Darf ich meine Methodik aus der BA in die MA mitnehmen?" – Mit Quellenangabe ja, ohne nein.
- „Und was gilt für die eidesstattliche Erklärung?" – Auch dort spielt ein Eigenplagiat eine Rolle, mehr dazu unter eidesstattliche Erklärung.
Anleitung für die nächste Arbeit
Für die nächste Arbeit (etwa die Masterarbeit im Anschluss an die Bachelorarbeit) gilt: alle eigenen früheren Texte griffbereit halten, jede geplante Übernahme vorab prüfen und mit einer Quellenangabe versehen. Wer das von Beginn an beherzigt, vermeidet ein Eigenplagiat zuverlässig.
