Eigenplagiat, wie du es erkennst und verhinderst

Eigenplagiat vermeiden bei eigenen Vorarbeiten

Lesezeit ca. 4 Min. · aktualisiert: 11. Juli 2026 · zurück zum Blog

Viele Studierende unterschätzen, wie schwer es ist, ein Eigenplagiat zu vermeiden. Wer nacheinander eine Bachelorarbeit, eine Masterarbeit und eine Dissertation im selben Fach schreibt, greift oft auf eigene Formulierungen zurück. Das wird problematisch: Plagiatssoftware erkennt diese Übereinstimmungen, und Hochschulen können sie je nach Prüfungsordnung, Umfang und Umständen als Täuschung bewerten. Hier erfährst du mehr über die Definition, die Risiken und die wichtigsten Tipps zur Vermeidung.

Was ist Eigenplagiat?

Von einem Eigenplagiat spricht man, wenn du eigene ältere Texte unmarkiert in eine neue wissenschaftliche Arbeit einfließen lässt. Kläre vor einer Wiederverwendung mit dem Lehrstuhl, ob sie zulässig ist, und kennzeichne frühere eigene Passagen nach den geltenden Vorgaben, bei wörtlichen Übernahmen in der Regel auch mit Anführungszeichen. Die folgenden Abschnitte liefern dir die Definition, die Risiken und konkrete Tipps, damit du ein Eigenplagiat erkennst und möglichst verhinderst.

Definition, wann liegt Eigenplagiat vor?

  • Eigene Hausarbeitspassagen werden ohne Kennzeichnung oder erforderliche Zustimmung übernommen.
  • Bereits veröffentlichte eigene Textabschnitte werden ohne transparenten Verweis erneut verwendet.
  • Die eigene Bachelorarbeit wird ohne vorherige Abstimmung in der Masterarbeit wiederverwendet.
  • Dieselbe Arbeit wird ohne vorherige Erlaubnis für mehrere Module eingereicht.

Wer ein Eigenplagiat erkennt, behandelt solche Fälle konsequent wie fremde Quellen, etwa mit dem Hinweis „Vgl. eigene Hausarbeit, Mustermann 2024".

Risiken von Eigenplagiat

  • Plagiatssoftware kann veröffentlichte eigene Texte und Arbeiten in ihrem jeweiligen Index als Übereinstimmungen anzeigen.
  • Hochschulen können ein Eigenplagiat nach ihrer Prüfungsordnung als Täuschungsversuch bewerten.
  • Je nach Prüfungsordnung kann die Prüfungsleistung als „nicht bestanden“ bewertet werden.
  • Bei Doktorarbeiten kann unter den jeweiligen Voraussetzungen die Aberkennung des Doktorgrades drohen.
  • Die Glaubwürdigkeit leidet auch ohne formale Sanktion.
Eigenplagiat erkennen und vermeiden Checkliste

Wie erkennt Software ein Eigenplagiat?

Plagiatssoftware kann einen Text mit ihrem jeweiligen Index vergleichen. Ist deine BA dort bereits als Quelle erfasst, können Übernahmen in die Masterarbeit als Übereinstimmungen erscheinen. Wichtig, um ein Eigenplagiat vermeiden zu können: Ein Ähnlichkeitsbericht bewertet nicht abschließend, ob eine Übernahme zulässig ist; maßgeblich sind der Kontext und die Vorgaben der Hochschule.

Tipps zum Vermeiden

  • Frühere eigene Texte immer mit Quellenangabe zitieren („vgl. eigene Hausarbeit, Mustermann 2024").
  • Wörtlich übernommene Stellen nach den Vorgaben der Hochschule kenntlich machen, in der Regel mit Anführungszeichen.
  • Keine Mehrfacheinreichungen: Pro Modul einen eigenen Text verfassen, sofern keine vorherige Erlaubnis vorliegt.
  • Vor der Abgabe kann eine Plagiatsprüfung bei der Kontrolle von Übereinstimmungen helfen.
  • Im Zweifel beim Lehrstuhl nachfragen.

So sieht Eigenplagiat in der Praxis aus

Ein Beispiel: Eine Studentin übernimmt drei Absätze aus ihrer Hausarbeit zur Hybridarbeit in die Bachelorarbeit. Ohne Kennzeichnung ist das ein Eigenplagiat, mit Kennzeichnung („vgl. eigene Hausarbeit, Müller 2023") dagegen völlig legitim. Wer ein Eigenplagiat vermeiden will, markiert deshalb jede einzelne Übernahme.

Eigenplagiat vs. Wiederverwendung

Ob eine Wiederverwendung zulässig ist, richtet sich nach den Vorgaben der Hochschule und gegebenenfalls nach einer vorherigen Zustimmung. Wortgleiche Formulierungen solltest du transparent kennzeichnen; eigene Gedankengänge kannst du in einer weiterentwickelten Fassung erneut aufgreifen. Wer frühere Texte ohne Klärung oder Kennzeichnung wiederverwendet, riskiert ein Eigenplagiat.

Eigenplagiat vermeiden Schritt für Schritt Anleitung

Die besondere Brisanz bei Doktorarbeiten

Insbesondere bei Dissertationen können Verstöße gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis schwerwiegende Folgen haben. Ob ein Doktorgrad auch nach der Verleihung aberkannt werden kann, hängt vom Einzelfall und den einschlägigen Regelungen ab. Promovierende sollten Wiederverwendungen eigener Texte daher frühzeitig mit Betreuung oder Fakultät klären und transparent kennzeichnen.

Wie zitiere ich eigene frühere Texte?

Frühere eigene Texte zitierst du genauso wie fremde: mit Autor (also dir), Jahr und Titel, zum Beispiel „(vgl. Müller 2023, S. 47)". Im Literaturverzeichnis steht der eigene Beitrag dann neben allen anderen Quellen. Wer ein Eigenplagiat vermeiden will, bleibt dabei konsequent. Weitere Tipps findest du unter Quellenangabe machen und in der APA-7-Anleitung.

Eigene Plagiatsprüfung vor der Abgabe

Wer mögliche Eigenplagiate selbst identifiziert, kann sie vor der Prüfung durch den Lehrstuhl prüfen und gegebenenfalls überarbeiten. Eine eigene Plagiatsprüfung kurz vor der Abgabe kann dabei unterstützen, ersetzt aber nicht die Prüfung der Zitierweise und der Hochschulvorgaben. Weitere Informationen findest du unter Plagiatsprüfung als Service.

Praktische Fragen im Überblick

  • „Zählen Definitionen aus meinen Hausarbeiten als Eigenplagiat?", Ja, sobald sie wörtlich übernommen wurden.
  • „Darf ich meine Methodik aus der BA in die MA mitnehmen?", Mit Quellenangabe ja, ohne nein.
  • „Und was gilt für die eidesstattliche Erklärung?", Auch dort spielt ein Eigenplagiat eine Rolle, mehr dazu unter eidesstattliche Erklärung.

Vorgehensweise für die kommende Arbeit

Bei der nächsten Arbeit, beispielsweise der Masterarbeit nach der Bachelorarbeit, solltest du alle eigenen früheren Texte parat haben, jede geplante Übernahme im Voraus prüfen und mit einer Quellenangabe versehen. Wer dies von Anfang an beachtet, kann das Risiko eines Eigenplagiats verringern.

Bei der Publikation der Arbeit sind die Auswirkungen auf künftige Texte zu beachten: Wege der Veröffentlichung im Überblick.

Plagiatsprüfung: Quellenvergleich, Dokument und Referenzquelle nebeneinander
So sieht der Quellenvergleich ausIm Vergleichsfenster siehst du, welche Wörter übereinstimmen: Links dein Manuskript, rechts die Fundstelle, mit farbig hervorgehobenen identischen Abschnitten.

Dokument einreichen und Plagiat-Check starten

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Eigenplagiat vermeiden: Was der Bericht dir konkret zeigt

Der Quellenvergleich steht bereits direkt am Upload. Diese beiden ergänzenden Berichtspunkte zeigen dir, wie du den Plagiatsanteil und eine einzelne Quellenfundstelle richtig einordnest.

Eigenplagiat vermeiden: grüner Plagiatsanteil von 2,8 Prozent im Prüfbericht
Der Bericht weist mit 2,8 Prozent einen unkritischen Plagiatsanteil aus. Über 90 Prozent Ähnlichkeit betreffen lediglich 0,3 Prozent des Textes; die übrigen Treffer sind harmlose Übereinstimmungen.
Eigenplagiat vermeiden: Quellen-Detailkarte mit Ähnlichkeit und Wortzahl
Ein Klick auf eine Quelle öffnet diese Detailkarte: Sie zeigt die Ähnlichkeit, die Zahl der übereinstimmenden Wörter, die Treffer-Phrasen und den Anteil am Dokument.

Mehr zur richtigen Einordnung deines Berichts liest du unter Aussagekraft und Interpretation.

Eigenplagiate sind nur eine von zahlreichen Stolperfallen beim Schreiben. Die Akademie bündelt weitere Artikel zu den Themen Plagiat, Zitation und wissenschaftliche Integrität.

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Detaillierte Auflistung mit Quell-Links

„Ich habe lediglich die Plagiatsprüfung in Anspruch genommen, bin aber dennoch positiv überrascht: Für 20 Cent pro Seite habe ich eine detaillierte Auflistung der problematischen Stellen bekommen, direkt mit Link jeweils zur Quelle. Klare Empfehlung daher!“

Leonie Verifiziert10. Jan. 2024

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David Verifiziert6. Feb. 2026

Sicher durch die Bachelorarbeit

„korrektur.de hat meine Bachelorarbeit auf Plagiate überprüft. Im PDF-Bericht stand, dass ich zum Glück kein Plagiat hatte, aber besser safe than sorry.“

Ma Ni Verifiziert14. Apr. 2026

Häufige Fragen zum Eigenplagiat

Was genau ist Eigenplagiat?

Ein Eigenplagiat liegt vor, wenn du frühere eigene Texte unmarkiert in eine neue Arbeit einfügst. Kurz gesagt: identische Formulierungen ohne Quellenverweis.

Wird Eigenplagiat von Software erkannt?

Ja, falls der alte Text bereits in der Software-Datenbank gespeichert ist, was bei Hochschul-Lizenzen vorkommen kann. Ob und wie eine Wiederverwendung zu kennzeichnen ist, richtet sich nach den Vorgaben der Hochschule; kläre zudem, ob sie zulässig ist.

Welche Risiken hat Eigenplagiat?

Mögliche Folgen sind je nach Prüfungsordnung die Bewertung mit „nicht bestanden“, ein Täuschungsverfahren oder bei Promotionen die Aberkennung des Grades. Die transparente Kennzeichnung eigener Vorarbeiten und eine vorherige Klärung mit der Hochschule sind wichtige Schutzmaßnahmen.

Wie zitiere ich eigene frühere Hausarbeiten?

Zum Beispiel mit dem Zusatz „vgl. eigene Hausarbeit, Mustermann 2024". Im Literaturverzeichnis führst du sie wie jede andere Quelle auf.

Darf ich meine Bachelorarbeit als Grundlage für die Masterarbeit nutzen?

Das hängt von den Vorgaben der Hochschule ab. Eine korrekte Kennzeichnung kann erforderlich sein, ersetzt aber keine gegebenenfalls notwendige vorherige Erlaubnis. Kläre die geplante Wiederverwendung deshalb frühzeitig mit dem Lehrstuhl.

Wie kann ich Eigenplagiat vor der Abgabe prüfen?

Du kannst eine Plagiatsprüfung nutzen, um Übereinstimmungen zu prüfen. Kläre vorher, ob und wie deine früheren Manuskripte als Vergleichsquellen berücksichtigt werden können, und plane ausreichend Zeit für die Einordnung der Treffer ein.

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Plagiat Masterarbeit

Abgrenzung der beiden Formen

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