Paragraphen richtig zitieren und sauber belegen

Paragraphen richtig zitieren

Lesezeit ca. 8 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Tipps für Studium und wissenschaftliches Arbeiten

Wer Rechtsnormen in einer wissenschaftlichen Arbeit verwendet, sollte die Fundstelle so präzise angeben, dass sich die zitierte Quelle auffinden lässt.

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Warum Paragraphen genaue Belege brauchen

Paragraphen richtig zitieren gehört zum wissenschaftlichen Arbeiten, wenn eine Aussage mit einer Rechtsnorm belegt wird. Der Beleg soll die verwendete Normstelle nachvollziehbar machen. Bestimme dazu zunächst den Quellentyp und erfasse die Normstelle. Ob ein Kurzbeleg, eine Fußnote oder ein Eintrag im Literaturverzeichnis erforderlich ist, richtet sich nach Zitierstil und Vorgaben der Einrichtung.

In der Rechtswissenschaft haben sich Regeln für eine möglichst einheitliche Darstellung von Rechtsnormen entwickelt. Die Quelle verwendet den Begriff Gesetz dabei als vereinfachte Bezeichnung. Die beschriebenen Regeln lassen sich auch auf Verordnungen, Richtlinien, Satzungen und Verträge beziehen. Bei der Bearbeitung muss diese Einordnung ausdrücklich geprüft werden, damit nicht vorschnell eine falsche Quellenart angenommen wird.

Ein Paragraph wird mit dem Symbol § bezeichnet. Bei mehreren Paragraphen wird §§ verwendet. Einzelne oder mehrere Artikel werden jeweils mit Art. abgekürzt. Damit steht die zitierte Gliederungsebene am Anfang der Fundstelle. Gibt die Quelle eine Bezeichnung in römischen Zahlen an, soll diese Schreibweise beim Zitieren erhalten bleiben. Laut Quelle betrifft das einige völkerrechtliche Verträge.

Für wissenschaftliches Schreiben bedeutet das: Der Beleg muss zur verwendeten Norm passen und die Fundstelle nachvollziehbar machen. Welche Form der Angabe verlangt wird, richtet sich nach dem Zitierstil und den Vorgaben der eigenen Einrichtung.

Beim Paragraphen richtig zitieren prüfst du daher zuerst den Normtext und die einschlägigen Vorgaben. Gib die Fundstelle so an, dass die verwendete Normstelle nachvollziehbar bleibt, und verwende die gewählte Form einheitlich.

Konkreter Abschlusscheck zu Paragraphen richtig zitieren und sauber belegen

Ordnen der Bestandteile eines Normbelegs

Ein sinnvoller Aufbau beginnt mit dem Quellentyp. Prüfe zuerst, ob du ein Gesetz, eine Verordnung, eine Richtlinie, eine Satzung oder einen Vertrag zitierst. Erst danach erfasst du die konkrete Gliederungsebene. Bei einem Paragraphen steht §, bei mehreren Paragraphen §§. Bei Artikeln verwendest du Art.

  1. Quellentyp bestimmen: Notiere, welche Rechtsnorm vorliegt. Wenn die Einordnung nicht aus dem Dokument hervorgeht, prüfe die amtliche Bezeichnung und die Vorgaben deiner Arbeit.
  2. Urheber oder Institution erfassen: Übernimm die erlassende Stelle oder andere Angaben nur, wenn sie für den gewählten Zitierstil oder die Vorgaben deiner Arbeit benötigt werden.
  3. Titel und Datum aufnehmen: Übernimm Bezeichnung und Datumsangaben aus dem amtlichen Dokument, soweit sie nach dem gewählten Zitierstil oder den Vorgaben deiner Arbeit erforderlich sind. Fehlende Angaben darfst du nicht ergänzen.
  4. Fundstelle ergänzen: Erfasse Paragraph oder Artikel möglichst genau. Ergänze eine amtliche Fundstelle oder URL nur, wenn sie für den gewählten Zitierstil oder die Vorgaben deiner Arbeit erforderlich ist und du sie geprüft hast.
  5. Kurzbeleg und Literaturangabe bilden: Lege die verlangte Belegform nach dem gewählten Zitierstil an. Ein Kurzbeleg oder ein ausführlicher Eintrag ist nur anzulegen, wenn die Vorgaben deiner Arbeit ihn für diese Quellenart vorsehen.
  6. Übereinstimmung prüfen: Vergleiche die Angaben, die dein Zitierstil verlangt. Normbezeichnung, Gliederungsebene und gegebenenfalls weitere Angaben müssen zur geprüften Fundstelle passen.

Die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit lassen sich so ordnen: Aussage, Normbeleg und Kontrolle der Fundstelle. Ob Normen, Rechtsprechung und Literatur im Text, in Fußnoten oder in Klammern belegt werden, richtet sich nach Zitierstil, Fach und Vorgaben der Einrichtung.

Ob ein Gesetz ins Literaturverzeichnis oder in ein separates Rechtsquellenverzeichnis gehört, richtet sich nach Zitierstil, Fach und Vorgaben der Einrichtung. Übertrage eine Regel für Gesetze deshalb nicht automatisch auf andere Dokumentarten. Für Quellenangaben richtig zitieren ist diese Unterscheidung wichtig.

Wenn du ein Literaturverzeichnis erstellen musst, prüfe deshalb zunächst, ob deine Quelle überhaupt ein Gesetz ist. Verwende für die weitere Gestaltung den Zitierstil, der für deine Arbeit festgelegt ist. Eine bestimmte Form wie die deutsche Zitierweise oder die Harvard-Zitierweise darf nicht ohne Prüfung als verbindlich vorausgesetzt werden. Vergleiche die Stilvorgabe mit dem konkreten Dokument und halte die Entscheidung anschließend einheitlich fest.

Schritt für Schritt zur passenden Angabe

Der Ablauf beginnt mit der Aussage, die du mit einer Rechtsnorm stützen möchtest. Markiere danach die Stelle in deinem Manuskript, auf die du dich beziehst. Ergebnis: Aussage und überprüfbare Normstelle stehen nebeneinander.

  1. Normstelle bestimmen: Suche im amtlichen Dokument den einschlägigen Paragraphen oder Artikel. Notiere das dort verwendete Zeichen, die Nummer und vorhandene Untergliederungen. Ergebnis: Die Fundstelle ist aus dem geprüften Dokument übernommen.
  2. Schreibweise abgleichen: Prüfe, ob ein einzelner Paragraph mit §, mehrere Paragraphen mit §§ oder ein Artikel mit Art. bezeichnet ist. Bei römischen Zahlen übernimmst du die Bezeichnung aus dem Dokument. Ergebnis: Die Notiz folgt der geprüften Gliederung.
  3. Dokumentart feststellen: Kläre anhand des Dokuments, ob du ein Gesetz, eine Verordnung, eine Richtlinie, eine Satzung oder einen Vertrag vor dir hast. Ergebnis: Die weitere Behandlung der Angabe richtet sich nach dem Quellentyp.
  4. Beleg im Text setzen: Füge die geprüfte Normstelle dort ein, wo der Zitierstil oder die Vorgaben deiner Arbeit den Nachweis vorsehen. Ergebnis: Leserinnen und Leser können erkennen, welche Normstelle zur Aussage gehört.
  5. Literaturverzeichnisentscheidung treffen: Prüfe, ob dein Zitierstil oder die Vorgaben deiner Arbeit für Gesetze einen Eintrag im Literaturverzeichnis oder in einem Rechtsquellenverzeichnis verlangen. Für andere Dokumentarten gelten gegebenenfalls andere Vorgaben. Ergebnis: Die Belegform richtet sich nach Quellenart und Vorgabe.
  6. Angaben kontrollieren: Vergleiche die Angabe im Text mit dem Dokument auf Zeichen, Nummer und Gliederung. Ergebnis: Die verwendete Normstelle entspricht der geprüften Stelle.

Beim Schreiben einer Hausarbeit oder Masterarbeit lassen sich diese Schritte als Arbeitsnotizen festhalten. Die Hinweise in den Beiträgen Hausarbeit schreiben und Masterarbeit schreiben ersetzen die Prüfung nicht, wenn eine konkrete Aussage mit einer Rechtsnorm verbunden werden soll. Der Beitrag „Forschungsfrage formulieren“ beantwortet keine eigene Methodenfrage. Eine Gliederung einer Hausarbeit ersetzt diese Prüfung ebenfalls nicht, weil sie keine Normstelle im Dokument festlegt.

Die genaue Angabe hilft Leserinnen und Lesern, die zitierte Quelle aufzufinden und eine Aussage durch Nachlesen zu überprüfen. Das unterstützt eine wissenschaftliche Argumentation, soweit die Aussage und die dazu genannte Normstelle nachvollziehbar zusammenstehen. Welche rechtliche Bedeutung sich aus einer Norm ergibt, wird durch die bloße Zitierform nicht entschieden.

Juristische Methodenlehre kann helfen, Rechtsvorschriften zu verstehen und ihre Anwendung zu prüfen. Das Zitieren und das Verständnis einer Norm bleiben dabei unterscheidbare Arbeitsschritte. Wer qualitative und quantitative Forschung unterscheidet, bearbeitet eine andere methodische Frage. Eine Übersicht zu Methoden wissenschaftlicher Arbeiten kann die Planung ergänzen; die konkrete Normstelle muss weiterhin im jeweiligen Dokument geprüft werden.

Ein durchgängiges Beispiel ohne geratenen Beleg

Man kann ein fiktives Muster nutzen: Im Entwurf heißt es „Die Voraussetzung ergibt sich aus § 12 Abs. 1 Beispielgesetz.“ Die Autorin prüft im Gesetzestext, ob die Fundstelle so bezeichnet ist. Ihr Notizergebnis lautet: § 12 Abs. 1 Beispielgesetz. Die Reihenfolge folgt dabei der Norm: § oder Art., Normnummer, Absatz, Satz sowie Nummer oder Buchstabe und anschließend die Gesetzesabkürzung. Mehrere Paragraphen werden mit §§ und den jeweiligen Nummern angegeben. Bei einer historischen Fassung muss die amtliche Fassung zusätzlich kenntlich gemacht werden. Die jeweiligen Hochschul- oder Stilvorgaben können eine abweichende Form verlangen.

Anschließend übernimmt sie diese Angabe in den Text: „Die Voraussetzung ergibt sich aus § 12 Abs. 1 Beispielgesetz.“ Damit steht die Norm unmittelbar bei der Aussage, die sie stützen soll. Die Quelle zum Zitieren von Rechtsnormen beschreibt, dass Rechtsnormen in wissenschaftlichen Arbeiten regelmäßig direkt im Text zitiert werden und dass ein Zitat das Nachlesen der Quelle ermöglichen soll.

Danach prüft sie den Quellentyp. Im Beispiel ist das Dokument ein Gesetz. Ob dafür ein Eintrag im Literaturverzeichnis oder in einem Rechtsquellenverzeichnis erforderlich ist, richtet sich nach den Vorgaben ihrer Arbeit. Die Studentin hält die Normstelle in ihren Arbeitsnotizen fest, damit sie Wortlaut und Gliederung erneut im Gesetz prüfen kann.

Wäre das geprüfte Dokument stattdessen eine Verordnung, Richtlinie, Satzung oder ein Vertrag, würde sie die Angabe nicht mit einer Gesetzesregel gleichsetzen. Sie prüft dann die Vorgaben ihrer Arbeit und die Angaben des jeweiligen Dokuments, bevor sie eine weitere Quellenangabe anlegt. So bleibt die Entscheidung über zusätzliche Angaben an Quellentyp und Vorgaben gebunden und wird nicht aus der bloßen Bezeichnung „Paragraph“ abgeleitet.

Auch die Schreibweise richtet sie nach der geprüften Normstelle aus. Bei einem einzelnen Paragraphen verwendet sie §, bei mehreren Paragraphen §§; bei Artikeln steht Art. Wenn die Bezeichnung im Dokument römische Zahlen enthält, übernimmt sie diese Schreibweise in ihre Notiz und prüft sie vor dem Einsetzen nochmals gegen das Dokument.

Beim Vergleich von Zitierweisen zeigt das Beispiel einen klaren Prüfpunkt: Die Angabe im Text muss dieselbe Normstelle nennen, die zuvor im Dokument geprüft wurde. Beim Thema Plagiat vermeiden trifft dieses Beispiel keine Aussage über eine Wirkung der Quellenkennzeichnung. Es beschränkt sich darauf, die konkrete Fundstelle zu prüfen, die Norm im Text anzugeben und für ein Gesetz nur dann einen Literaturverzeichniseintrag zu ergänzen, wenn Zitierstil, Fach und Vorgaben der Einrichtung dies verlangen.

Konkrete Schritte zu Paragraphen richtig zitieren und sauber belegen

Abgrenzung und formale Prüfung trennen

Der abschließende Check besteht aus zwei getrennten Teilen. Zuerst prüfst du die inhaltliche Abgrenzung. Danach kontrollierst du die Form. Diese Trennung verhindert, dass eine formal sauber aussehende Angabe ungeprüft als passende Quelle behandelt wird.

Abgrenzung:

  • Liegt der Quellentyp fest: Gesetz, Verordnung, Richtlinie, Satzung oder Vertrag?
  • Betrifft die Aussage wirklich die notierte Rechtsnorm?
  • Entspricht die Gliederungsebene (§, §§ oder Art.) dem Original?
  • Wurde eine römische Bezeichnung übernommen, wenn sie im geprüften Dokument verwendet wird?
  • Wurde die Aussage zum Literaturverzeichnis auf Gesetze beschränkt, statt sie automatisch auf andere Dokumentarten auszudehnen?
  • Stützt sich jede Aussage im Text nur auf die zitierte Quelle?

Formale Prüfung:

  • Stammen Urheber oder Institution, Titel und Datum direkt aus der Quelle?
  • Ermöglicht die Fundstellenangabe, die gesuchte Normstelle wiederzufinden?
  • Wurde eine DOI oder URL nur ergänzt, wenn sie geprüft wurde und die Vorgaben sie verlangen?
  • Ist der angewandte Zitierstil in den Vorgaben deiner Arbeit festgelegt oder abgestimmt?
  • Passen Kurzbeleg und vollständige Angabe zusammen, sofern beide verlangt werden?
  • Stimmen die jeweils verlangten Angaben in beiden Belegformen überein?
  • Steht die Rechtsnorm an der Stelle, die Zitierstil oder Vorgaben deiner Arbeit vorsehen?

Für den letzten Punkt sind Zitierstil, Fach und Vorgaben deiner Arbeit maßgeblich. Normen, Rechtsprechung und Literatur können je nach diesen Vorgaben im Text, in Fußnoten oder in Klammern belegt werden. Prüfe die konkrete Vorgabe, bevor du die Darstellung abschließt.

Wenn eine Antwort im Check fehlt, ergänze keine vermeintlich passende Angabe. Ermittle die Information aus der Originalquelle oder aus den verbindlichen Unterlagen zu deiner Arbeit. Wenn du die zuständige Stelle oder eine lokale Vorgabe nicht sicher bestimmen kannst, prüfe die offiziellen Unterlagen der betreffenden Einrichtung. Auf diese Weise bleibt die Prüfung auf nachvollziehbare Quellenarbeit beschränkt und enthält keine unbelegten Aussagen über Zuständigkeit, Fristen, Kosten oder Erfolg.

Ein vollständiger Beleg ist nicht nur eine Zeichenfolge. Er verbindet eine konkrete Aussage mit einer bestimmten Rechtsnorm, macht die Fundstelle nachvollziehbar und gleicht die jeweils verlangten Angaben ab. Prüfe diese Punkte vor der Abgabe getrennt nach Inhalt und Form.

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zu Paragraphen richtig zitieren

Was ist beim Zitieren eines einzelnen Paragraphen das erste Zeichen?

Ein einzelner Paragraph wird mit § bezeichnet, mehrere Paragraphen mit §§.

Wie werden Artikel bei Rechtsnormen abgekürzt?

Art. ist die Abkürzung für einen oder mehrere Artikel.

Müssen zitierte Gesetze in das Literaturverzeichnis aufgenommen werden?

Ob zitierte Gesetze in das Literaturverzeichnis aufgenommen werden, richtet sich nach Zitierstil, Fach und Vorgaben der Einrichtung. Diese Entscheidung darf nicht automatisch auf Verordnungen, Richtlinien, Satzungen oder Verträge übertragen werden.

Wo stehen Rechtsnormen in wissenschaftlichen Arbeiten?

Wo Rechtsnormen, Rechtsprechung und Literatur belegt werden, richtet sich nach Zitierstil, Fach und Vorgaben der Einrichtung. Prüfe daher, ob der Nachweis im Text, in einer Fußnote oder in Klammern erwartet wird.

Was ist bei römischen Paragraphen- oder Artikelbezeichnungen zu beachten?

Wenn eine Rechtsnorm oder ein Vertrag eine Bezeichnung in römischen Zahlen führt, übernimm diese Schreibweise aus dem geprüften Dokument. Beachte zusätzlich die Vorgaben deiner Arbeit.

Warum muss die Fundstelle möglichst genau sein?

Ein Beleg soll Leserinnen und Lesern ermöglichen, die Aussage in der zitierten Quelle nachzuvollziehen. Gib die Rechtsnorm deshalb so genau an, dass die Fundstelle wiederzufinden ist.

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