Was bedeuten die Noten von 1,0 bis 5,0 an der Uni?
Notenstufen verstehen: Was 1,0 bis 5,0 an der Uni bedeuten
Die Hochschulskala von 1,0 bis 5,0 kennt fünf Stufen mit Zwischenwerten in 0,3-Schritten, die genauen Regeln stehen in der Prüfungsordnung deines Studiengangs. Was die Stufen bedeuten, welche Zwischenwerte zulässig sind, wie aus Einzelnoten eine Gesamtnote mit Prädikat wird und wie du deine eigene Note Schritt für Schritt einordnest, lässt sich anhand belegter Prüfungsordnungen nachvollziehen.
Was die fünf Notenstufen bedeuten
Die deutsche Hochschulskala kennt fünf Stufen von sehr gut bis nicht ausreichend. Welche Regeln im Einzelnen gelten, legt die jeweilige Prüfungsordnung fest, und für deinen Studiengang ist sie maßgeblich. Die Universität Erfurt beschreibt 1,0 als sehr gut und meint damit eine hervorragende Leistung. Mit 2,0 verbindet Erfurt die Beschreibung gut, erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen. Eine 3,0 steht für befriedigend und zeigt, dass die durchschnittlichen Anforderungen erfüllt sind.
Für 4,0 nennt Erfurt ausreichend: Die Leistung weist Mängel auf, genügt aber trotz dieser Mängel noch den Anforderungen. Bei 5,0 gilt die Note als nicht ausreichend, weil erhebliche Mängel dazu führen, dass die Leistung nicht mehr genügt. Die Hochschule Schmalkalden nennt in der Prüfungsordnung für den Bachelorstudiengang Wirtschaftswissenschaften die Noten 1 bis 5 mit den dort jeweils angegebenen Beschreibungen.
Bestehen und Notenniveau lassen sich trennen. An der Universität Mannheim gilt eine Prüfung im Bachelor Betriebswirtschaftslehre erst ab 4,0 als bestanden. Daraus folgt, dass 4,0 die letzte bestandene Note ist, während 5,0 als nicht ausreichend nicht mehr bestanden ist. In dieser Ordnung zeigt eine Note also zweierlei: wie gut die Leistung ausfiel und ob sie zum Bestehen reicht.
Die genauen Regeln für deinen Studiengang stehen in dessen Prüfungsordnung. Wenn sich eine Beschreibung in deinem Zeugnis anders liest als hier, schaust du zuerst in die Ordnung und klärst offene Punkte danach mit dem Prüfungsamt.

Zwischenstufen und fehlende Noten
Zwischenwerte sind an der Universität Erfurt und an der Hochschule Schmalkalden in Schritten von 0,3 zulässig. Beide Hochschulen schließen 0,7, 4,3, 4,7 und 5,3 aus. In Schmalkalden können einzelne Noten um 0,3 erhöht oder erniedrigt werden, dadurch entstehen die Zwischenwerte zwischen den ganzen Noten. Die Erfurter Übersicht nennt zusätzlich die Notenstufen mit ihrer Beschreibung und hält fest, dass die im konkreten Fall geltenden Regelungen sich aus der Prüfungsordnung des Studiengangs ergeben.
Mannheim geht anders vor und ordnet die Zahlenwerte direkt den Stufen zu. Die folgende Tabelle gibt diese Zuordnung aus Paragraf 36 Absatz 3 der Prüfungsordnung für den Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre wieder, die am 1. Juli 2026 datiert ist. Sie zeigt, welche Zahlenwerte jeder Stufe zugeordnet sind.
| Notenstufe | Zahlenwerte | Beleg |
|---|---|---|
| sehr gut | 1,0 oder 1,3 | Mannheim, Paragraf 36 Absatz 3 |
| gut | 1,7, 2,0 oder 2,3 | Mannheim, Paragraf 36 Absatz 3 |
| befriedigend | 2,7, 3,0 oder 3,3 | Mannheim, Paragraf 36 Absatz 3 |
| ausreichend | 3,7 oder 4,0 | Mannheim, Paragraf 36 Absatz 3 |
| nicht ausreichend | 5,0 | Mannheim, Paragraf 36 Absatz 3 |
Weder die Erfurter Übersicht noch die Prüfungsordnung Schmalkalden nennt einen Grund für den Ausschluss von 0,7, 4,3, 4,7 und 5,3. Als Folgerung, ausdrücklich als solche gekennzeichnet, lässt sich das Muster nachvollziehen: 0,7 läge über der besten Note 1,0, und 5,3 läge unter der schlechtesten Note 5,0. Die Noten 4,3 und 4,7 lägen zwischen der letzten bestandenen Note 4,0 und dem Nichtbestehen. Diese Deutung ist eine Folgerung und steht so in keiner der Ordnungen.
Ob eine Hochschule andere Zwischenwerte zulässt, steht in ihrer Prüfungsordnung. Prüfe deshalb die Ordnung deines Studiengangs, bevor du aus einer Note auf einen Zwischenwert schließt. Passt ein Wert nicht zu den genannten Regeln, kläre das mit dem Prüfungsamt deiner Hochschule. Die Ordnung von Schmalkalden stammt vom 15. August 2014 und wurde zuletzt am 8. Juli 2020 geändert, die Mannheimer Ordnung ist vom 1. Juli 2026. Beide Fassungen gelten nur für den jeweiligen Studiengang.
Gesamtnote und Prädikat
Schmalkalden bildet die Gesamtnote aus dem Durchschnitt der Fachprüfungen. Maßgeblich ist allein die erste Nachkommastelle, alle weiteren Stellen fallen ohne Rundung weg. Die Grenzen lauten dort: bis 1,5 sehr gut, 1,6 bis 2,5 gut, 2,6 bis 3,5 befriedigend und 3,6 bis 4,0 ausreichend.
Mannheim setzt dieselben Grenzen an, weist die Gesamtnote aber mit einer Dezimalstelle ohne Rundung aus. Zusätzlich vergibt die Universität Mannheim im Bachelor Betriebswirtschaftslehre das Gesamturteil mit Auszeichnung bestanden, sobald die Gesamtnote 1,2 oder besser beträgt.
Ein erfundenes Beispiel zeigt die Rechnung. Angenommen, dein Durchschnitt beträgt 1,58. Nach der Regel aus Schmalkalden wird ohne Rundung nur die erste Nachkommastelle übernommen, also 1,5, und das ergibt die Gesamtnote sehr gut. Das Beispiel ist frei erfunden und stammt aus keiner Prüfungsordnung.
Wenn du wissen willst, wie sich dein Gesamtdurchschnitt aus Modulnoten zusammensetzt, zeigt dir die Seite, wie du den Uni-Notendurchschnitt berechnen kannst. Ob und wie die Abschlussarbeit in die Gesamtnote eingeht, prüfst du in der Prüfungsordnung deines Studiengangs; mehr dazu steht bei der Bewertung der Bachelorarbeit. Wenn es um die Abschlussarbeit selbst geht, zeigt dir die Seite, wie du die Note der Bachelorarbeit berechnen kannst.
KMK-Vorgaben und Prüfungsordnung
Die Ländergemeinsamen Strukturvorgaben der Kultusministerkonferenz für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen in der Fassung vom 4. Februar 2010 legen fest, dass Leistungspunkte und Noten getrennt auszuweisen sind. Die Notenskala, auf die sie sich beziehen, ist die deutsche Notenskala von 1 bis 5. Für die Abschlussnote verlangen die Vorgaben zusätzlich eine relative Note, und die ECTS-Note ist als Ergänzung der deutschen Note für Studienabschlüsse obligatorisch.
Die Universität Erfurt verweist für den konkreten Fall auf die Prüfungsordnung des Studiengangs. Ihre Übersicht zu Noten und Leistungen nennt die Stufen mit ihrer Beschreibung und Zwischenwerte in Schritten von 0,3. Welche Regeln im Einzelfall gelten, ergibt sich laut dieser Übersicht aus der Prüfungsordnung des Studiengangs.
Mannheim und Schmalkalden unterscheiden sich in der Darstellung der Stufen. Die Prüfungsordnung der Universität Mannheim vom 1. Juli 2026 ordnet in Paragraf 36 Absatz 3 jeder Stufe Zahlenwerte zu, etwa 1,0 oder 1,3 für sehr gut. Die Hochschule Schmalkalden führt in Paragraf 6 Absatz 1 ihrer Ordnung die Noten 1 bis 5 als Ganzzahlen mit ihren Beschreibungen auf, und einzelne Noten können um 0,3 erhöht oder erniedrigt werden. Die Ordnung von Schmalkalden stammt vom 15. August 2014 und wurde zuletzt am 8. Juli 2020 geändert.
Die relative ECTS-Note ergänzt die deutsche Note, wie du ECTS-Noten umrechnen kannst, steht auf einer eigenen Seite. Folgerung, ausdrücklich als solche gekennzeichnet: Die Skala von 1 bis 5 wird in den KMK-Vorgaben genannt. Zwischenwerte und Gesamtnotengrenzen nennen die Vorgaben nicht; sie stehen in den jeweiligen Prüfungsordnungen. Offene Fragen zu deiner Ordnung klärst du mit dem Prüfungsamt.

So liest du deine Note Schritt für Schritt
Die folgende Schrittfolge hilft dir, eine Note einzuordnen. Du brauchst dafür dein Zeugnis oder deinen Bescheid und die Prüfungsordnung deines Studiengangs, in der die Bewertungsregeln stehen. Lege die Schritte in der Reihenfolge an, in der sie hier stehen, damit du keinen Schritt auslässt.
- Finde die Note im Zeugnis oder im Bescheid.
- Öffne die Prüfungsordnung zur Bewertung.
- Ordne die Stufe und ihre Beschreibung zu.
- Prüfe den Zwischenwert. Zwischenwerte und ausgeschlossene Noten regelt die Prüfungsordnung.
- Vergleiche die Gesamtnotengrenzen, sofern du eine Gesamtnote einordnest.
- Bei Abweichungen fragst du das Prüfungsamt deiner Hochschule.
Ein Beispiel aus einer veröffentlichten Prüfungsordnung zeigt, wie das aussehen kann. In Paragraf 6 Absatz 1 der Prüfungsordnung für den Bachelorstudiengang Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Schmalkalden findest du die Stufen von sehr gut bis nicht ausreichend, jeweils mit einer Beschreibung. Zwischenwerte sind dort ebenfalls geregelt: Einzelne Noten können zur differenzierten Bewertung um 0,3 erhöht oder erniedrigt werden, die Werte 0,7, 4,3, 4,7 und 5,3 sind ausgeschlossen.
Die Gesamtnote ergibt sich in derselben Ordnung aus dem Durchschnitt der Fachprüfungen. Dabei zählt nur die erste Dezimalstelle hinter dem Komma, weitere Stellen bleiben ohne Rundung unberücksichtigt. Ein Durchschnitt bis 1,5 ergibt dort sehr gut, 1,6 bis 2,5 gut, 2,6 bis 3,5 befriedigend und 3,6 bis 4,0 ausreichend. Diese Grenzen gelten nur für den Studiengang dieser Ordnung, deshalb vergleichst du deine Gesamtnote mit der Ordnung deines eigenen Studiengangs.
Wenn die Zuordnung in deinem Zeugnis anders aussieht als in der Prüfungsordnung, klärst du den Fall mit dem Prüfungsamt deiner Hochschule. Wie sich deine Note im Vergleich zu anderen einordnet, zeigt dir die Seite, wie du den Notenspiegel der Hochschule lesen kannst.
Prozent- und Punktegrenzen einer Klausur behandelt die Seite zum Klausur-Notenschlüssel an Universitäten.
Quellen und Stand
- Universität Erfurt: Noten & Leistungen, Übersicht und Notenbildung (abgerufen 06.10.2026): www.uni-erfurt.de (geprüft am 2026-10-06)
- Hochschule Schmalkalden: Prüfungsordnung Wirtschaftswissenschaften (B. A.), § 6, Fassung zuletzt geändert am 8. Juli 2020: www.hs-schmalkalden.de (geprüft am 2026-10-06)
- Universität Mannheim: Prüfungsordnung Bachelor of Science Betriebswirtschaftslehre vom 1. Juli 2026 (nichtamtliche Lesefassung), §§ 36 und 40: www.uni-mannheim.de (geprüft am 2026-10-06)
- Kultusministerkonferenz: Ländergemeinsame Strukturvorgaben für die Akkreditierung von Bachelor- und Masterstudiengängen (Beschluss vom 10.10.2003 i. d. F. vom 04.02.2010): www.kmk.org (geprüft am 2026-10-06)