Harvard zitieren und Onlinequellen richtig belegen
Havard zitieren
Wer eine Onlinequelle im Harvard-System verwendet, muss zunächst den Quellentyp bestimmen und anschließend Kurzbeleg sowie vollständige Literaturangabe aufeinander abstimmen.
Harvard zitieren im passenden Quellenkontext
Harvard zitieren bedeutet in diesem Quellenkontext, eine Onlinequelle mit einem Kurzbeleg im Text und einer vollständigen Angabe im Literaturverzeichnis nachzuweisen. Die zugrunde liegende Vorgabe beschreibt dafür ein Harvard-Referenzsystem im fachlichen Zusammenhang wissenschaftlicher Arbeiten. Der erste Schritt besteht deshalb darin, den Quellentyp der verwendeten Quelle zu bestimmen. Bei dem dargestellten Fall handelt es sich um einen Beitrag eines Online-Journals. Diese Einordnung darf nicht durch eine allgemeine Vermutung ersetzt werden. Prüfe den Beitrag anhand seiner bibliografischen Angaben und übernimm nur Merkmale, die an der Quelle selbst oder in den maßgeblichen Vorgaben erkennbar sind.
Für wissenschaftliches Schreiben ist diese Trennung wichtig: Die inhaltliche Aussage und ihre bibliografische Herkunft müssen erkennbar zusammengehören. Die Quelle nennt für Webseiten einen Kurzbeleg mit dem Nachnamen der Autorin oder des Autors und dem Erscheinungsjahr. Wenn im Online-Text eine Seitenzahl oder ein Gliederungspunkt vorhanden ist, wird diese zusätzliche Fundstelle im Kurzbeleg aufgenommen. Fehlt eine solche Angabe, bleibt der Kurzbeleg bei Autorname und Jahr. Verwende daher keine Seitenzahl, die du nicht in der Quelle feststellen kannst.
Die vollständige Literaturangabe enthält im dargestellten Online-Journal-Fall die Namen der Verfassenden, das Erscheinungsjahr, den Titel des Beitrags, die Bezeichnung des Online-Journals, Band- und Heftangabe, die verfügbare Internetadresse sowie das Datum des letzten Zugriffs. Diese Elemente sind nicht frei zu ergänzen. Wenn ein Merkmal an der Quelle nicht feststellbar ist, führe eine konkrete Prüfung in der Originalquelle oder in den offiziellen bibliografischen Unterlagen durch.
Die Quelle weist außerdem darauf hin, dass Online-Zeitschriften eigene Zitationsvorschläge anbieten können. Solche Vorschläge müssen an das jeweils verwendete Harvard-Referenzsystem angepasst werden. Eine fremde Vorlage wird also nicht ungeprüft übernommen. Wer eine Hausarbeit schreiben oder eine Masterarbeit schreiben möchte, sollte deshalb zuerst den geforderten Zitierstil und danach die Angaben der konkreten Quelle abgleichen. Zusätzliche Aussagen über institutionelle Vorgaben, Fristen oder Zulassungsvoraussetzungen sind aus dem vorliegenden Material nicht abzuleiten.

Die Bestandteile eines Harvard-Belegs
Der Aufbau lässt sich in einer nachvollziehbaren Reihenfolge prüfen. Beginne mit dem Quellentyp. Frage zuerst, ob du einen Beitrag eines Online-Journals vor dir hast. Danach erfasst du den Urheber. Bei mehreren Personen werden die Namen vollständig aus der Quelle übernommen. Anschließend notierst du den Titel des Beitrags und das Datum beziehungsweise das Erscheinungsjahr.
- Quellentyp bestimmen: Prüfe, ob die Quelle als Beitrag eines Online-Journals ausgewiesen ist. Ergebnis ist eine begründete Quellenkategorie.
- Urheber und Titel erfassen: Übernimm die Namen der Verfassenden sowie den vollständigen Beitragstitel. Ergebnis ist ein belastbarer Datensatz für Kurzbeleg und Literaturangabe.
- Datum festhalten: Notiere das in der Quelle ausgewiesene Erscheinungsjahr. Ergebnis ist die Jahresangabe für den Kurzbeleg.
- Fundstelle ergänzen: Prüfe, ob Seitenzahl oder Gliederungspunkt vorhanden sind. Ergänze die feststellbare Fundstelle im Kurzbeleg. Erfasse bei einem Online-Journal außerdem die ausgewiesene Journalbezeichnung sowie vorhandene Band- und Heftangaben.
- URL prüfen: Ergänze die verfügbare Internetadresse; im dargestellten Beispiel wird außerdem das Datum des letzten Zugriffs angegeben. Ergebnis ist eine auffindbare vollständige Literaturangabe.
- Kurzbeleg bilden: Verwende den Nachnamen der Autorin, des Autors oder der Autorinnen und Autoren sowie das Erscheinungsjahr. Wenn eine Seitenzahl oder ein Gliederungspunkt nachweisbar ist, wird die Fundstelle ergänzt.
- Literaturangabe bilden: Ordne Urheber, Jahr, Titel, Journal, Band, Heft, URL und Zugriffsdatum im gewählten Zitierstil an.
- Abgleich durchführen: Vergleiche Kurzbeleg und Literaturangabe. Autorname und Jahr müssen dieselbe Quelle bezeichnen; der vollständige Eintrag muss die Quelle eindeutig auffindbar machen.
Diese Struktur gehört zu den Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit, soweit der Beleg in den wissenschaftlichen Text und das Literaturverzeichnis eingebunden wird. Eine Gliederung einer Hausarbeit ersetzt jedoch keine Quellenprüfung. Auch ein Literaturverzeichnis erstellen bedeutet hier nicht, Angaben zu erfinden, sondern die in der Quelle feststellbaren Merkmale vollständig und einheitlich zu ordnen.
Die konkrete Form hängt vom gewählten System ab. Prüfe deshalb vor der Endfassung, ob die Vorgaben die Zitierweisen ausdrücklich unterscheiden. Die vorliegende Quelle beschreibt die Harvard-Form mit Autorname und Jahr. Eine deutsche Zitierweise oder die Harvard-Zitierweise darf nicht vermischt werden, ohne die dafür geltenden Vorgaben zu prüfen.
Schritt für Schritt zur vollständigen Angabe
Arbeite die Quelle in einer festen Abfolge durch. Jeder Schritt liefert ein Ergebnis, das du für den nächsten Schritt verwendest.
- Quelle öffnen: Lies die bibliografischen Angaben des Online-Texts. Ergebnis: Du weißt, welche Informationen tatsächlich vorliegen.
- Quellentyp festlegen: Prüfe die Kennzeichnung als Beitrag eines Online-Journals. Ergebnis: Du verwendest die passende Struktur und keine Vorlage für eine andere Dokumentart.
- Urheber notieren: Übernimm den Nachnamen und die weiteren Namen der Verfassenden genau aus der Quelle. Ergebnis: Der Kurzbeleg erhält seinen Urheberhinweis.
- Titel und Jahr erfassen: Schreibe Beitragstitel und Erscheinungsjahr ab, ohne zusätzliche Angaben zu ergänzen. Ergebnis: Die beiden zentralen Identifikationsmerkmale liegen vor.
- Fundstelle suchen: Prüfe den Online-Text auf Seitenzahl oder Gliederungspunkt. Ergebnis: Eine vorhandene Fundstelle wird aufgenommen; eine nicht feststellbare Fundstelle wird nicht geraten.
- Journalangaben sammeln: Erfasse die Bezeichnung des Online-Journals sowie vorhandene Band- und Heftangaben. Ergebnis: Der Langbeleg erhält seine Publikationsangaben.
- URL und Zugriff dokumentieren: Übernimm die verfügbare URL und notiere das Datum des letzten Zugriffs, sofern es für das gewählte System vorgesehen ist. Ergebnis: Die Onlinequelle wird mit ihrer Internetadresse und dem Zugriffshinweis beschrieben.
- Kurzbeleg schreiben: Forme den Nachweis aus Nachname und Jahr. Ergänze Seitenzahl oder Gliederungspunkt nur dann, wenn die Quelle diese Angabe trägt. Ergebnis: Der Beleg im Fließtext verweist knapp auf die vollständige Literaturangabe.
- Langbeleg schreiben: Ordne alle erfassten Angaben nach dem gewählten Harvard-Referenzsystem. Ergebnis: Der Eintrag im Literaturverzeichnis enthält die geprüften Daten.
- Übereinstimmung prüfen: Suche den Kurzbeleg im Literaturverzeichnis wieder. Ergebnis: Namen und Jahr verweisen auf denselben Eintrag; den Titel des vollständigen Eintrags prüfst du unmittelbar gegen die Quelle.
Für Quellenangaben richtig zitieren ist der letzte Abgleich entscheidend. Online-Zeitschriften können eigene Zitationsvorschläge anzeigen, doch diese werden nach der Quelle an das verwendete Harvard-System angepasst. Wenn du eine Forschungsfrage formulieren oder eine wissenschaftliche Argumentation ausarbeiten willst, bleibt der Ablauf gleich: Aussage, Kurzbeleg und vollständige Literaturangabe müssen zusammenpassen. Aussagen über Methoden wissenschaftlicher Arbeiten oder über qualitative und quantitative Forschung gehören nur dann in den Text, wenn die dafür verwendete Quelle nach demselben Prüfprinzip belegt wird.
Ein durchgängiges Beispiel für eine Onlinequelle
Für einen Arbeitsentwurf hält eine Studentin die Angaben zu einem Beitrag aus einem Online-Journal fest. Dort stehen drei Namen, das Jahr 2024, ein Beitragstitel, der Name des Journals, Band und Heft sowie eine Internetadresse. Eine Seitenzahl und einen Gliederungspunkt findet sie im Beitrag nicht. Deshalb notiert sie für ihre eigene Anwendung keine zusätzliche Fundstelle.
Im Fließtext setzt sie den Kurzbeleg unmittelbar an ihre übernommene Aussage: (Muster/Beispiel/Autorin 2024). Die drei Platzhalter stehen hier für die drei an der Quelle genannten Namen. Das Jahr entspricht dem Jahr, das sie für diesen Beitrag erfasst hat. Sie ergänzt weder eine Seitenzahl noch eine Überschrift, weil sie beides im Beitrag nicht festgestellt hat.
Für das Literaturverzeichnis schreibt sie den zugehörigen vollständigen Eintrag aus denselben ermittelten Daten aus:
Muster, Mira/Beispiel, Ben/Autorin, Anja (2024): Lernen mit Quellen. In: Journal für Studienpraxis. 5 (2). Verfügbar unter: https://beispiel.invalid/lernen-mit-quellen (Letzter Zugriff: 01.09.2026).
Die Namen und das Jahr des Kurzbelegs lassen sich damit im vollständigen Eintrag wiederfinden. Titel, Journalangaben, Adresse und Zugriffshinweis stehen nur im Literaturverzeichnis, nicht zusätzlich im Kurzbeleg. Vor der Übernahme prüft die Studentin, ob ihre Quelle diese Angaben tatsächlich enthält. Einen Zitationsvorschlag der Webseite übernimmt sie nicht ungeprüft, sondern richtet ihn an der gewählten Form aus.
Das Beispiel bleibt absichtlich bei einer Quelle und einem System. Für eine Hausarbeit kontrolliert die Studentin anschließend, ob sie dieselbe Form im gesamten Text verwendet. Verschiedene Zitierweisen mischt sie nicht. Die nachvollziehbare Verbindung von Aussage und Quelle hilft ihr dabei, Plagiat vermeiden als Prüfziel im Blick zu behalten.

Abgrenzung und formale Prüfung
Schließe die Bearbeitung mit zwei getrennten Prüfungen ab: einer inhaltlichen Abgrenzung und einer formalen Kontrolle.
Abgrenzung:
- Bestimme, ob die verwendete Quelle ein Beitrag eines Online-Journals ist.
- Erfasse Urheber, Titel und Jahr aus der verwendeten Quelle.
- Nimm eine Seitenzahl oder einen Gliederungspunkt nur auf, wenn diese Angabe im Online-Text vorhanden ist.
- Leite aus den bibliografischen Angaben keine zusätzlichen Aussagen über Institutionen, rechtliche Fragen oder zeitliche Zusammenhänge ab.
- Vergleiche einen vorhandenen Zitationsvorschlag mit der für den Text gewählten Form und passe ihn bei Bedarf an.
Formale Prüfung:
- Lege fest, welche Zitierform für den Text verwendet wird.
- Prüfe, ob der Kurzbeleg die passenden Nachnamen und das erfasste Jahr enthält.
- Prüfe bei vorhandener Fundstelle, ob Seitenzahl oder Gliederungspunkt im Kurzbeleg stehen.
- Prüfe den Literaturverzeichniseintrag auf Urheber, Titel, Jahr, Journalangaben, Internetadresse und gegebenenfalls Zugriffshinweis.
- Vergleiche Kurzbeleg und Literaturangabe bei Namen und Jahr.
- Übernimm die Internetadresse vollständig aus der Quelle.
Bei der Wahl zwischen der deutschen Zitierweise und der Harvard-Zitierweise prüfst du die Vorgaben für deine konkrete Arbeit. Für das hier behandelte Harvard-Referenzsystem nutzt du im Kurzbeleg Namen und Jahr; bei vorhandener Fundstelle kommt diese Angabe hinzu. Der vollständige Eintrag im Literaturverzeichnis enthält die weiteren ermittelten Daten.
Die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit, Kurzbeleg und Literaturverzeichnis, prüfst du zunächst getrennt und beziehst sie danach über Namen und Jahr auf dieselbe Quelle. So bleibt die Abgrenzung von der formalen Kontrolle sichtbar.
Passend dazu findest du weitere Hinweise im Beitrag deutsche Zitierweise.
Quellen und Stand
- Microsoft Word: Standards_WissArbeit_FK11_2014.doc: mediapool.hm.edu (geprüft am 2026 bis 09 bis 01)
Die Einordnung „Harvard zitieren und Onlinequellen richtig belegen“ berücksichtigt außerdem „korrekt“.