Deutsche Zitierweise für dein Literaturverzeichnis
Deutsche Zitierweise Literaturverzeichnis
Die deutsche Zitierweise verbindet hochgestellte Verweiszahlen, Fußnoten und vollständige Quellenangaben. Entscheidend ist, den Quellentyp sauber zu bestimmen und Kurzbeleg sowie Literaturangabe aufeinander abzustimmen.
Was die deutsche Zitierweise im Literaturverzeichnis leistet
Die deutsche Zitierweise arbeitet mit hochgestellten Zahlen im Text und mit Quellenangaben in Fußnoten. Eine Zahl hinter einer Textstelle verweist auf die Fußnote derselben Seite. Die erste Nennung einer Quelle wird als Vollbeleg ausgeführt. Bei einer weiteren Nennung wird ein Kurzbeleg verwendet, der den Verfasser oder die Verfasserin, das Erscheinungsjahr und die Seitenzahl nennt. Im Literaturverzeichnis steht anschließend eine vollständige Angabe jeder verwendeten Quelle.
Für das Literaturverzeichnis bedeutet das: Beginne nicht mit einer vermuteten Form, sondern bestimme zuerst, welche Art von Quelle vorliegt. Prüfe bei einem Buch, Aufsatz, einer Internetseite oder einer anderen Dokumentart die Angaben, die am Dokument selbst oder auf der maßgeblichen Fundstelle erkennbar sind. Der Quellentyp ist eine Arbeitsentscheidung für den Beleg. Fehlt eine Pflichtangabe, ermittle sie aus der Originalquelle oder aus einer offiziellen Rechercheumgebung, statt sie zu ergänzen.
Wer wissenschaftliches Schreiben übt, braucht deshalb eine nachvollziehbare Verbindung zwischen Textstelle, Fußnote und Literaturverzeichnis. Die deutsche Zitierweise ist dabei von der Harvard-Zitierweise abzugrenzen: Beim Harvard-Stil steht der Verweis direkt im Fließtext, während die deutsche Zitierweise den Nachweis über hochgestellte Zahlen und Fußnoten führt. Auch der Oberbegriff Zitierweisen ersetzt nicht die konkrete Entscheidung für den Stil, der im eigenen Text verwendet werden soll.
Die Aufgabe ist nicht erfüllt, wenn nur ein Name oder eine Webadresse gesammelt wird. Erforderlich ist eine vollständige Angabe im gewählten Zitierstil. Dazu gehört die Prüfung, ob die Angaben zur Quelle, zur Fundstelle und zur verwendeten Dokumentart zusammenpassen. Eine zusätzliche Behauptung über institutionelle Vorgaben, Fristen oder andere Rahmenbedingungen gehört nicht in diese Einordnung, wenn sie nicht aus der zugrunde liegenden Quelle hervorgeht.
Für die Planung einer Hausarbeit schreiben oder einer Masterarbeit schreiben kann die Quellenordnung als eigener Arbeitsschritt notiert werden. Inhaltlich bleibt die Regel gleich: Quellentyp feststellen, vorhandene bibliografische Angaben erfassen und die Darstellung zwischen Kurzbeleg und vollständigem Eintrag abgleichen. Wer zuvor eine Forschungsfrage formulieren oder eine wissenschaftliche Argumentation entwickeln möchte, sollte die dazu verwendeten Quellen ebenfalls mit diesem Prüfgedanken dokumentieren.

Die Bestandteile in nachvollziehbarer Reihenfolge
Ein sinnvoller Aufbau beginnt mit der Quelle und endet mit dem Abgleich. Die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit werden dadurch nicht ersetzt; für das Literaturverzeichnis wird nur die Quellenangabe systematisch geordnet.
- Quellentyp bestimmen: Lies die Quelle und entscheide anhand ihrer erkennbaren Form, ob du etwa ein Buch, einen Aufsatz, eine Internetquelle oder eine andere Dokumentart vor dir hast. Wenn die Einordnung nicht sicher möglich ist, prüfe die Originalquelle und übernimm keine geratenen Pflichtangaben.
- Urheber erfassen: Notiere den Autor oder die Autorin. Ist eine Institution als Urheber angegeben, übernimm diese Bezeichnung genau aus der Quelle. Ordne einer Person oder Institution keine weitere Funktion zu, wenn die Quelle sie nicht ausdrücklich nennt.
- Titel und Datum erfassen: Schreibe den Titel der Quelle ab, ohne den Sinn zu verändern. Ergänze das Datum oder Erscheinungsjahr nur, wenn es an der Quelle feststellbar ist. Bei einer herausgegebenen Veröffentlichung prüfst du zusätzlich, ob Herausgeberangaben tatsächlich ausgewiesen sind.
- Fundstelle prüfen: Erfasse die Fundstelle, die für das Auffinden der Quelle benötigt wird. Bei einer digitalen Quelle prüfst du, ob eine DOI oder URL vorhanden ist, und trägst nur die tatsächlich festgestellte Angabe ein. Die Recherchetools der Universitätsbibliothek der LMU München nennen unter anderem Aufsätze, Fachinformationen, Open-Access-Medien, Zeitungen und Zeitschriften als recherchierbare Medien; diese konkrete Beschreibung bezieht sich auf die LMU-Universitätsbibliothek und nicht automatisch auf jede andere Stelle.
- Kurzbeleg bilden: Verwende für die weitere Nennung den Verfasser oder die Verfasserin, das Erscheinungsjahr und die Seitenzahl, soweit diese Angaben zur Quelle gehören und festgestellt wurden.
- Literaturangabe bilden: Forme aus den erhobenen Daten den vollständigen Eintrag im ausgewählten Stil. Beim Literaturverzeichnis erstellen muss die vollständige Angabe die verwendete Quelle eindeutig wiedergeben.
- Übereinstimmung prüfen: Vergleiche Kurzbeleg und vollständige Literaturangabe. Name, Jahr und gegebenenfalls Seitenzahl dürfen nicht auf eine andere Quelle verweisen. Prüfe im gewählten Regelwerk für den jeweiligen Quellentyp, welche Angaben in die vollständige Angabe gehören.
Wer eine Gliederung einer Hausarbeit vorbereitet, kann diese Reihenfolge als kleine Quellenroutine neben dem jeweiligen Kapitel führen. Für Quellenangaben richtig zitieren genügt es nicht, Angaben nur in einer Notiz zu sammeln. Entscheidend ist die anschließende Übereinstimmung zwischen Fußnote und Literaturverzeichnis.
Schritt für Schritt zur belegten Angabe
Arbeite an jeder Quelle mit einem klaren Ergebnis pro Schritt. So bleibt sichtbar, welche Information bereits geprüft ist und welche noch fehlt.
- Quelle abgrenzen: Lege genau das Dokument fest, das du verwendet hast. Ergebnis: Eine konkrete Quelle liegt vor, nicht nur ein Suchtreffer oder ein allgemeiner Themenhinweis.
- Dokumentart feststellen: Prüfe die sichtbaren Angaben und ordne die Quelle einer passenden Dokumentart zu. Ergebnis: Der Quellentyp ist notiert. Wenn die Quelle keine sichere Einordnung erlaubt, lautet das Ergebnis nicht eine Vermutung, sondern die offene Prüfstelle.
- Urheber und Titel übernehmen: Erfasse Autor, Autorin oder ausdrücklich genannte Institution sowie den Titel. Ergebnis: Die Kernangaben stehen in einer separaten Notiz.
- Datum und Fundstelle feststellen: Prüfe Erscheinungsjahr oder Datum und die Fundstelle. Bei digitalem Material suchst du zusätzlich nach einer vorhandenen DOI oder URL. Ergebnis: Nur nachweisbare Daten werden weiterverwendet.
- Stil festlegen: Notiere, dass du die deutsche Zitierweise mit Fußnoten verwendest. Ergebnis: Die Form der Nachweise ist eindeutig. Die deutsche Zitierweise darf nicht unbemerkt mit einem Autor-Jahr-Verweis im Fließtext vermischt werden.
- Erste Fußnote formulieren: Bilde aus den erhobenen Daten den Vollbeleg. Ergebnis: Die erste Nennung enthält die vollständigen Angaben, die für diese Quelle festgestellt wurden.
- Weitere Fußnote formulieren: Verwende bei einer erneuten Nennung den Kurzbeleg mit Verfasser oder Verfasserin, Erscheinungsjahr und Seitenzahl, soweit vorhanden. Ergebnis: Die zweite Nennung ist kürzer, bleibt aber derselben Quelle zugeordnet.
- Literaturverzeichnis ergänzen: Übertrage die vollständige Angabe in den gewählten Stil. Ergebnis: Die Quelle erscheint mit einer vollständigen Literaturangabe.
- Abgleich durchführen: Vergleiche Urheber, Titel, Datum, Fundstelle sowie die verwendeten Kurzangaben. Ergebnis: Abweichungen sind markiert und werden vor der Abgabe korrigiert.
Diese Arbeitsschritte lassen sich mit weiteren Recherchezielen verbinden. Wer Methoden wissenschaftlicher Arbeiten vergleicht oder qualitative und quantitative Forschung unterscheidet, sollte die jeweils verwendeten Quellen nach derselben Abfolge erfassen. Für eine nachvollziehbare wissenschaftliche Argumentation ist dabei nur festzuhalten, was die verwendete Quelle tatsächlich trägt. Eine nicht überprüfte Pflichtangabe bleibt offen und wird nicht durch eine plausible Ergänzung ersetzt.
Ein durchgängiges Beispiel ohne geratene Pflichtangaben
Für dieses frei erfundene Muster verwendest du die Angaben „M. Beispiel“, „Ein neutraler Quellentitel“, Berlin, Beispielverlag, 2024 und Seite 18. Die Orts- und Verlagsangabe gehören nur zu diesem Beispiel. Bei einer echten Quelle ermittelst du alle Angaben aus dem vorliegenden Dokument; fehlt eine Angabe, ergänzt du sie nicht aus Vermutung.
Setze nach einer übernommenen Aussage eine hochgestellte Zahl und notiere in der zugehörigen Fußnote den Vollbeleg. Im gewählten Muster lautet er: M. Beispiel: Ein neutraler Quellentitel, Berlin: Beispielverlag, 2024, S. 18. Damit stehen Autor, Titel, Ort, Verlag, Jahr und die verwendete Seite zusammen in der Fußnote.
Bei der nächsten Bezugnahme auf dieselbe erfundene Quelle kann der Kurzbeleg so aussehen: Beispiel, 2024, S. 18. Vergleiche dabei Name, Jahr und Seite mit dem Vollbeleg. Der Kurzbeleg ersetzt nicht den vollständigen Eintrag, sondern verweist auf dieselbe Quelle in verkürzter Form.
Den Eintrag für das Literaturverzeichnis formulierst du im selben Muster vollständig: Beispiel, M.: Ein neutraler Quellentitel, Berlin: Beispielverlag, 2024. Prüfe anschließend die Übereinstimmung: Autor, Titel und Jahr entsprechen dem Vollbeleg; die Seitenzahl bleibt bei diesem Beispiel in der Fußnote, weil dort die konkrete Textstelle bezeichnet wird. Verwende bei einer realen Quelle nur Daten, die du dort tatsächlich feststellen kannst.
Für das Buchmuster stehen Ort und Verlag bereits im Vollbeleg und im Literaturverzeichnis. Ergänze eine DOI oder URL nicht aus Vermutung. Prüfe das gewählte Regelwerk und die Quelle nur dann, wenn du klären musst, ob eine nachweisbar vorhandene Angabe für diesen Quellentyp vorgesehen ist. So kannst du beim Literaturverzeichnis erstellen die Angaben nachvollziehbar abgleichen. Für das Plagiat vermeiden kontrollierst du außerdem, ob die übernommene Aussage zu der Fußnote passt. Bei der Gliederung einer Hausarbeit ordnest du die Quelle nur dem Abschnitt zu, in dem du sie verwendest.

Abgrenzung und formale Prüfung getrennt durchführen
Führe zwei getrennte Prüfungen durch. Prüfe zuerst die inhaltliche Abgrenzung der Quelle. Kontrolliere danach die Form der Einträge.
Abgrenzung der Quelle:
- Ist der Quellentyp aus dem tatsächlich verwendeten Dokument bestimmt oder nur angenommen?
- Sind Autor, Autorin oder ausdrücklich genannte Institution als Urheber erfasst?
- Stimmt der Titel mit dem verwendeten Dokument überein?
- Ist das Datum oder Erscheinungsjahr an der Quelle festgestellt?
- Bezieht sich die Fundstelle, DOI oder URL genau auf dieses Dokument?
- Wurde keine fehlende Pflichtangabe geraten?
Formale Prüfung:
- Ist der gewählte Zitierstil als deutsche Zitierweise mit Fußnoten umgesetzt?
- Steht die erste vollständige Nennung in einer Fußnote?
- Enthält der Kurzbeleg Verfasser oder Verfasserin, Erscheinungsjahr und Seitenzahl, soweit diese Angaben festgestellt wurden?
- Enthält das Literaturverzeichnis die vollständige Literaturangabe?
- Stimmen Kurzbeleg und Literaturangabe bei Verfasser oder Verfasserin sowie beim Erscheinungsjahr überein?
- Wurde die Form nicht mit einer Harvard-Zitierweise oder einer anderen Darstellung vermischt?
Für das Quellenangaben richtig zitieren kannst du abschließend im Text nach jeder hochgestellten Zahl suchen, die zugehörige Fußnote öffnen und sie mit dem Literaturverzeichnis vergleichen. Prüfe dabei nur die Angaben, die zur konkreten Quelle gehören. Wenn eine Information nicht feststellbar ist, prüfe die Originalquelle oder eine dafür geeignete Bibliotheksrecherche weiter, statt eine allgemeine Regel zu behaupten. Wer wissenschaftliche Texte sprachlich überarbeitet, kann ergänzend das wissenschaftliche Schreiben prüfen; die bibliografische Kontrolle bleibt davon getrennt.
Quellen und Stand
- Medienbestand & Recherchetools: Universitätsbibliothek: LMU München: www.ub.lmu.de (geprüft am 2026 bis 08 bis 30)
- Deutsche Zitierweise • Zitieren mit Fußnoten · [mit Video]: studyflix.de (geprüft am 2026 bis 08 bis 30)