Wie viele Urlaubstage hat ein Werkstudent?

Urlaub im Werkstudentenjob: Anspruch richtig berechnen

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 17. September 2026 · Studentenjobs im Überblick

Das Bundesurlaubsgesetz gewährt auch Werkstudierenden bezahlten Erholungsurlaub. Die genaue Zahl richtet sich nach den vereinbarten Arbeitstagen pro Woche. Für die Berechnung sind der gesetzliche Mindestwert, die Umrechnung auf die eigene Arbeitswoche und die sechsmonatige Wartezeit zu prüfen.

Grundlage des Urlaubsanspruchs

Vorlesungsfreie Zeit sinnvoll nutzen erleichtert die Abstimmung des Urlaubs mit dem Arbeitgeber. Paragraph 1 des Bundesurlaubsgesetzes begründet für Arbeitnehmer in jedem Kalenderjahr einen Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Die Regel trennt dabei weder nach Wochenarbeitszeit noch nach der Vertragsbefristung. Sie kann auch eine Beschäftigung neben dem Studium erfassen, sofern die Tätigkeit gegen Entgelt und in persönlicher Abhängigkeit ausgeübt wird.

Aus dem Grundsatz folgt noch keine einheitliche Zahl an Urlaubstagen. Weitere Vorschriften regeln Dauer, Wartezeit und Berechnung. Prüfen Sie deshalb zuerst, für wie viele Arbeitstage je Woche die Beschäftigung vereinbart ist. Die genaue Zahl der Urlaubstage hängt von der vereinbarten Wochenarbeitszeit ab und wird im nächsten Abschnitt anhand des gesetzlichen Mindestwerts vorgerechnet.

Eine Befristung schließt den gesetzlichen Grundanspruch nicht aus. Für die weitere Berechnung sind jedoch Beginn und Dauer des Arbeitsverhältnisses zu prüfen, weil sie für Wartezeit und Teilurlaub relevant sein können.

Urlaub im Werkstudentenjob: der Ablauf in drei Schritten

Mindesturlaub auf die Arbeitswoche umrechnen

Die Zwanzig-Stunden-Regel kennen hilft bei der Abstimmung von Arbeitszeit und Urlaubsanspruch. Für den gesetzlichen Mindesturlaub ist aber die Zahl der Arbeitstage pro Woche entscheidend. Paragraph 3 setzt den Mindesturlaub auf 24 Werktage im Jahr fest. Werktage sind nach dieser Vorschrift alle Kalendertage außer Sonn- und gesetzlichen Feiertagen. Das Gesetz rechnet damit mit einer Sechs-Tage-Woche.

Bei einer Fünf-Tage-Woche werden die 24 Werktage rechnerisch auf 20 Arbeitstage umgerechnet. Bei weniger Arbeitstagen pro Woche wird der Anspruch entsprechend dem Anteil der tatsächlichen Arbeitstage an einer Sechs-Tage-Woche berechnet. Die folgende Tabelle zeigt die belegten Umrechnungen für sechs, fünf, drei und zwei Arbeitstage pro Woche.

Tabelle: Wochenarbeitstage, Werktage nach dem Gesetz, Umgerechneter Mindestanspruch
WochenarbeitstageWerktage nach dem GesetzUmgerechneter Mindestanspruch
Sechs2424 Arbeitstage
Fünf2420 Arbeitstage
Drei2412 Arbeitstage
Zwei248 Arbeitstage

Prüfen Sie für Ihren Werkstudentenjob zunächst die vereinbarten Arbeitstage pro Woche. Vergleichen Sie diese Angabe anschließend mit der passenden Tabellenzeile. Die Tabelle nennt den gesetzlichen Mindestanspruch für ein volles Jahr. Ob im konkreten Kalenderjahr ein voller oder ein anteiliger Anspruch zu prüfen ist, ergibt sich zusätzlich aus der Wartezeit und den Fällen des Paragraphen 5.

Wartezeit und anteiliger Urlaub

Urlaub im ersten Arbeitsjahr fällt bei einem Semesterjob oft nur anteilig aus. Paragraph 4 bestimmt, dass der volle Urlaubsanspruch erstmals nach sechs Monaten Bestehen des Arbeitsverhältnisses entsteht. Maßgeblich ist das Bestehen des Arbeitsverhältnisses, nicht die geleistete Stundenzahl oder eine bestimmte Wochenarbeitszeit. Vor Ablauf der sechs Monate ist deshalb Teilurlaub nach Paragraph 5 zu prüfen.

Paragraph 5 sieht je vollem Monat des Arbeitsverhältnisses ein Zwölftel des Jahresurlaubs vor, sofern einer der gesetzlich genannten Fälle erfüllt ist. Für kurze oder zum Semesterende endende Beschäftigungen ist daher die jeweilige Voraussetzung zu prüfen. Erreicht ein Tagesbruchteil mindestens einen halben Tag, wird er auf einen vollen Tag aufgerundet.

  • Die Wartezeit wird im laufenden Kalenderjahr nicht erfüllt.
  • Die beschäftigte Person scheidet vor erfüllter Wartezeit aus.
  • Die beschäftigte Person scheidet nach erfüllter Wartezeit in der ersten Hälfte des Kalenderjahrs aus.
  • Ein Bruchteil eines Urlaubstags erreicht mindestens einen halben Tag und wird auf einen vollen Tag aufgerundet.

Prüfen Sie für die Berechnung die Wochenarbeitstage, die vollen Monate des Arbeitsverhältnisses und gegebenenfalls den Zeitpunkt des Ausscheidens. Ordnen Sie diese Angaben anschließend einem der drei gesetzlichen Fälle zu.

Urlaub im Studienalltag einordnen

Ferienzeit frühzeitig einplanen erleichtert die Abstimmung von Urlaub und Semesterterminen mit dem Arbeitgeber. Für die rechtliche Einordnung beginnt die Prüfung mit Paragraph 1 des Bundesurlaubsgesetzes. Danach besteht für Arbeitnehmer in jedem Kalenderjahr ein Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Die Vorschrift unterscheidet dabei nicht nach der Befristung des Vertrags. Eine Befristung allein schließt den gesetzlichen Grundanspruch daher nicht aus.

Die Zahl der Tage richtet sich nach Paragraph 3. Dort legt das Gesetz mindestens 24 Werktage zugrunde und rechnet mit sechs Arbeitstagen pro Woche. Bei einer abweichenden Zahl von Wochenarbeitstagen ist dieser Wert umzurechnen. Prüfen Sie außerdem Paragraph 4: Der volle Anspruch entsteht erstmals nach sechs Monaten Bestehen des Arbeitsverhältnisses. Davor ist der Teilurlaub nach Paragraph 5 zu prüfen.

Halten Sie für die Abstimmung die vereinbarten Arbeitstage, den Beginn des Arbeitsverhältnisses und den gewünschten Urlaubszeitraum fest. Reichen Sie den Antrag anschließend beim Arbeitgeber ein. Prüfen Sie bei abweichenden Berechnungen die Angaben aus Arbeitsverhältnis und Gesetz erneut.

Urlaubsanspruch Schritt für Schritt prüfen

Der Anspruch aus Paragraph 1 kann auch eine Beschäftigung neben dem Studium erfassen, wenn sie ein Arbeitsverhältnis im Sinne des Gesetzes ist. Für den gesetzlichen Mindesturlaub nennt Paragraph 3 jährlich 24 Werktage. Rechnen Sie diesen Wert auf die eigenen Arbeitstage pro Woche um. Für den vollen Anspruch ist außerdem Paragraph 4 maßgeblich: Er wird erstmals nach sechs Monaten Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben.

Vor Ende dieser Wartezeit ist Teilurlaub nach Paragraph 5 zu prüfen. Für jeden vollen Monat ist ein Zwölftel des Jahresurlaubs vorgesehen, wenn einer der drei gesetzlichen Fälle vorliegt. Dazu zählen eine im laufenden Jahr nicht erfüllte Wartezeit, ein Ausscheiden davor oder ein Ausscheiden nach erfüllter Wartezeit in der ersten Jahreshälfte. Ab einem halben Tag werden Bruchteile auf volle Tage aufgerundet.

Eine Kündigung richtig einordnen heißt: Prüfen Sie Beginn, Bestand und mögliches Ende des Arbeitsverhältnisses für den Teilurlaub nach Paragraph 5. Halten Sie außerdem die Arbeitstage pro Woche fest. Zwei Jobs gleichzeitig koordinieren heißt: Ordnen Sie die Angaben für jedes Arbeitsverhältnis getrennt. Prüfen Sie bei unterschiedlichen Ergebnissen die gesetzlichen Fälle und die Angaben zum Arbeitsverhältnis erneut.

Urlaub im Werkstudentenjob: Prüfliste mit vier Punkten

Drei Schritte zur Berechnung

  1. Rechnen Sie zuerst die eigene Zahl der Arbeitstage pro Woche mit der Tabelle in den gesetzlichen Mindestanspruch um. Die Tabelle geht vom Mindestwert von 24 Werktagen bei einer Sechs-Tage-Woche aus und zeigt die Werte für fünf, drei und zwei Arbeitstage.
  2. Prüfen Sie dann, ob das Arbeitsverhältnis bereits sechs Monate besteht. Ist die Wartezeit noch nicht erfüllt oder liegt ein anderer gesetzlicher Fall des Paragraphen 5 vor, berechnen Sie ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat und prüfen Sie die Aufrundung ab einem halben Tag.
  3. Beantragen Sie den gewünschten Urlaub zuletzt rechtzeitig und schriftlich beim Arbeitgeber. Halten Sie Berechnung und Antrag für die weitere Abstimmung fest.

Für die Planung neben dem Studium verweisen die Nachbarseiten auf Vorlesungsfreie Zeit sinnvoll nutzen und den Urlaubsantrag. Prüfen Sie für die Berechnung weiterhin die eigenen Arbeitstage, den Beginn des Arbeitsverhältnisses und die gesetzlichen Fälle.

Die Nachbarseiten Eine Kündigung richtig einordnen und Zwei Jobs gleichzeitig koordinieren helfen beim Ordnen der Angaben zu Arbeitsverhältnissen. Nutzen Sie für die Rechnung die Angaben aus Vertrag und Arbeitsverhältnis sowie die gesetzlichen Regeln.

Diese Seite ordnet die Rechtslage ein und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Sozialberatung. Bei Streit über den Urlaubsanspruch klären Sie den Sachverhalt mit dem Arbeitgeber oder wenden Sie sich an eine Beratungsstelle.

Quellen und Stand

Das Thema „Wie viele Urlaubstage hat ein Werkstudent?“ wird hier als Gesamtzusammenhang aufgegriffen.

Soll jemand deinen Urlaubsantrag oder dein nächstes Bewerbungsschreiben noch einmal gegenlesen?

Datei hochladen

Häufige Fragen zum Urlaub im Werkstudentenjob

Wie prüfe ich Urlaub bei einer Kündigung im laufenden Jahr?

Prüfen Sie, ob die Wartezeit erfüllt war und ob ein Fall des Paragraphen 5 vorliegt. Danach berechnen Sie den anteiligen Anspruch mit einem Zwölftel des Jahresurlaubs je vollem Monat.

Wie beantrage ich Urlaub als Werkstudent?

Notieren Sie den gewünschten Zeitraum und stellen Sie den Antrag schriftlich beim Arbeitgeber. Bei Streit über den Anspruch prüfen Sie die Berechnung mit dem Arbeitgeber oder einer Beratungsstelle.

Wie berechne ich Urlaub bei wenigen Arbeitstagen pro Woche?

Nehmen Sie die Zahl Ihrer Arbeitstage pro Woche und vergleichen Sie sie mit der Tabelle. Die 24 Werktage werden auf die tatsächliche Wochenstruktur umgerechnet.

Was bedeutet die sechsmonatige Wartezeit?

Der volle Urlaubsanspruch wird erstmals nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben. Vorher prüfen Sie den anteiligen Anspruch nach Paragraph 5.

Wann entsteht ein anteiliger Urlaubsanspruch?

Paragraph 5 nennt drei Fälle: Die Wartezeit wird im laufenden Jahr nicht erfüllt, die Person scheidet vorher aus oder sie scheidet nach erfüllter Wartezeit in der ersten Jahreshälfte aus.

Wie werden Bruchteile von Urlaubstagen behandelt?

Bruchteile von Urlaubstagen werden ab einem halben Tag auf einen vollen Tag aufgerundet. Prüfen Sie davor, ob einer der gesetzlichen Fälle für den Teilanspruch vorliegt.

Unsere Partner