Datenbasis für die Studienwahl verstehen

Studiengang mit Zukunft: Fachkräftebedarf und Berufseinstieg

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 16. September 2026 · Studiengänge im Überblick

Diese Übersicht ordnet Fachkräftebedarf und Berufseinstieg für die Studienwahl ein. IAB und Bundesagentur für Arbeit liefern amtliche Zahlen zum Fachkräftebedarf; die DZHW-Befragung zeigt den Übergang des Abschlussjahrgangs 2021. Die Daten sind Orientierung, keine Zusage für einen persönlichen Berufseinstieg.

Demografie und Bedarf an Fachpersonal

Der Fachkräftebedarf erlaubt keine Vorhersage für einen einzelnen Studiengang. Das IAB beschreibt auf seiner Seite zum Fachkräftebedarf einen demografischen Trend: Die Erwerbsbevölkerung in Deutschland kann perspektivisch schrumpfen. Zugleich weist das Institut darauf hin, dass der Übergang der Babyboomer in den Ruhestand die Suche nach Fachkräften bis 2035 schwieriger machen kann. Diese Aussagen betreffen die Entwicklung der Erwerbsbevölkerung und sind keine Prognose für ein bestimmtes Studienfach oder einen einzelnen Abschluss.

Das IAB bündelt zu diesem Thema eigene Veröffentlichungen und Projekte. Dabei stellt es unter anderem die Frage, ob ein starker Mangel an Fachkräften Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gefährden kann. Es fragt außerdem, welche Branchen, Berufe und Regionen betroffen sind. Ebenso gehört die Frage dazu, wie Unternehmen im Wettbewerb um qualifiziertes Personal und Auszubildende reagieren. Die Fragen zeigen, dass Fachkräftebedarf mehrere Ebenen umfasst. Sie beantworten jedoch nicht, welche Wahl für eine einzelne Person passend ist.

Für die Studienwahl lässt sich der allgemeine Trend deshalb nur vorsichtig nutzen. Zuerst kann man unterscheiden zwischen einer Aussage über die Erwerbsbevölkerung und einer Aussage über den Einstieg nach einem konkreten Abschluss. Danach kann man die aktuelle Engpassanalyse sowie die Zahlen zum Berufseinstieg ergänzend lesen. Beide Quellen behandeln verschiedene Gegenstände und Zeitbezüge. Aus dem demografischen Wandel folgt insbesondere nicht, dass alle Studiengänge in gleichem Maß betroffen sind oder dass ein Abschluss eine Stelle sichert.

Studiengänge Technik und Informatik ist eine Nachbarseite zu einzelnen Fachrichtungen. Hochschulranking richtig lesen ist eine Nachbarseite für die weitere Recherche. Für die hier behandelte Einordnung bleiben die IAB-Aussagen zum Schrumpfen der Erwerbsbevölkerung, zum Renteneintritt der Babyboomer und zu den genannten Fragen der Ausgangspunkt. Wer die Angaben nutzt, sollte sie als allgemeinen Arbeitsmarktkontext lesen und nicht als persönliche Einstellungszusage.

Studiengang mit Zukunft finden: der Ablauf in drei Schritten

Aktuelle Engpasssituation in Schlüsselbereichen

Die Fachkräfteengpassanalyse der Statistik der Bundesagentur für Arbeit erscheint jährlich. Die Ausgabe 2025 weist für Deutschland 157 Engpassberufe im vorangegangenen Jahr aus. Gegenüber den beiden vorherigen Ausgaben ist das ein Rückgang: Für 2024 wurden 163 und für 2023 wurden 183 Engpassberufe ausgewiesen. Die Zahlen beschreiben Engpässe in Berufen insgesamt. Sie sagen nicht, dass jeder Hochschulabschluss, der mit einem dieser Berufe verbunden werden kann, unmittelbar zu einer Stelle führt.

Tabelle: Jahr, Zahl der Engpassberufe
JahrZahl der Engpassberufe
2023183
2024163
2025157

Die Analyse ordnet die Engpassberufe nach Anforderungsniveau ein. Der größte Teil liegt auf dem Niveau Fachkraft. Knapp ein Drittel entfällt auf das Niveau Spezialist, und ein Sechstel auf die Experten-Ebene. Damit enthält die Auswertung nicht nur Berufe mit unterschiedlichen Tätigkeitsprofilen, sondern auch verschiedene Anforderungsniveaus. Für die Einordnung eines Studienwunsches ist diese Unterscheidung wichtig, weil die Analyse keinen einzelnen Abschluss und kein Bewerberprofil bewertet.

Besonders häufig nennt die Auswertung Engpässe in Pflegeberufen, medizinischen Berufen sowie Bau- und Handwerksberufen. Die Analyse kann bei der Recherche einen Berufskontext liefern. Sie ersetzt weder die Prüfung eines konkreten Studiengangs noch eine Aussage über den persönlichen Berufseinstieg.

Studiengänge Medizin und Gesundheit ist eine Nachbarseite zu einzelnen Fachrichtungen. Für die Zahl der Engpassberufe bleibt maßgeblich: 157 in der Ausgabe 2025, nach 163 im Jahr 2024 und 183 im Jahr 2023.

Interpretation der rückläufigen Tendenz

Die Bundesagentur für Arbeit berichtete in ihrer Presseinformation vom 28.05.2025 über die Engpassanalyse für 2024. Danach sank die Zahl der Engpassberufe von 183 im Jahr 2023 auf 163 im Jahr 2024. Das entspricht einem Rückgang um 20 Berufe. Die Mitteilung bewertet den Stand dennoch als hoch. Sie beschreibt damit eine Veränderung zwischen zwei Auswertungsjahren, nicht eine Aussage über die Zukunft einzelner Berufe oder Studienabschlüsse.

Die Presseinformation bezieht die 163 Engpassberufe auf rund 1.200 bewertete Berufe. Bei der Besetzung offener Stellen zeigten sich in diesen 163 Berufen Engpässe. Daraus folgt die Einordnung, dass Fachkräfte in ungefähr jedem achten bewerteten Beruf knapp waren. Diese Verhältniszahl erklärt, weshalb ein Rückgang um 20 Berufe nicht bedeutet, dass die Engpasslage insgesamt bedeutungslos geworden ist. Sie ist jedoch auch keine Garantie, dass eine Person mit einem passenden Abschluss eingestellt wird.

Für die eigene Recherche kann man die Jahreswerte nebeneinanderstellen: 183 für 2023 und 163 für 2024. Anschließend lässt sich die Ausgabe 2025 mit 157 Engpassberufen ergänzen. Die Zahlen stammen aus unterschiedlichen Berichtsständen und zeigen eine abnehmende Zahl über diese Jahre. Sie erklären nicht, warum ein einzelner Beruf in einem bestimmten Jahr anders bewertet wurde. Eine weitergehende Ursache wäre aus der Presseinformation nicht ableitbar.

Studiengänge Recht, Wirtschaft und Verwaltung ist eine Nachbarseite zu einer anderen Fachrichtung. Die hier genannten Werte ordnen nicht einzelne Fachrichtungen als sicher oder unsicher ein. Sie dokumentieren den gemeldeten Rückgang von 183 auf 163 Engpassberufe und die Angabe zu rund jedem achten Beruf. Für die Studienwahl sollte diese Einordnung zusammen mit Informationen zum gewünschten Studiengang gelesen werden, ohne aus der Statistik eine persönliche Beschäftigungszusage abzuleiten.

Verbleib nach dem akademischen Abschluss

Die Statistik der Bundesagentur für Arbeit fasst Befragungsergebnisse des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung zum Abschlussjahrgang 2021 zusammen. Der Blick auf den Berufseinstieg erfolgt eineinhalb Jahre nach dem Abschluss. Die Ergebnisse unterscheiden nach Uni-Bachelor, Uni-Master, HAW-Bachelor und HAW-Master. Sie sind keine aktuellen Echtzeitwerte und keine Aussage darüber, wie der Übergang für eine einzelne Person verlaufen wird.

  • Eineinhalb Jahre nach dem Abschluss waren 86 Prozent der Uni-Master erwerbstätig. Bei Uni-Bachelor lag der Anteil bei 49 Prozent.
  • Bei HAW-Bachelor gingen 62 Prozent einer Erwerbstätigkeit nach. Für HAW-Master betrug der Anteil 87 Prozent.
  • Ein weiteres Studium hatten 77 Prozent der Uni-Bachelor und 41 Prozent der HAW-Bachelor begonnen.
  • Weitere Studien wurden besonders häufig in Natur- und Ingenieurwissenschaften aufgenommen.
  • Arbeitslosigkeit hatte in der Auswertung nur eine marginale Bedeutung.

Die Anteile zu Erwerbstätigkeit und weiterem Studium beschreiben unterschiedliche Verbleibe des Jahrgangs 2021. Der vergleichsweise niedrigere Erwerbstätigkeitsanteil bei Bachelorgruppen darf deshalb nicht ohne die Anteile weiterer Studien gelesen werden. Die Zahlen machen sichtbar, dass ein Teil der Befragten nach dem ersten Hochschulabschluss weiterstudierte. Sie erlauben keine Behauptung über den aktuellen Jahrgang und keine Zusage für einen individuellen Einstieg.

Studienorientierungstest im Vergleich ist eine Nachbarseite für die weitere Orientierung. Die DZHW-Zahlen können daneben als zeitlich eingeordneter Trend dienen. Für eine sorgfältige Lesart sind Abschlussart, Zeitpunkt der Befragung und Abschlussjahrgang wichtig: Es geht um Uni-Master, Uni-Bachelor, HAW-Bachelor und HAW-Master aus dem Jahrgang 2021, eineinhalb Jahre nach dem Abschluss. Damit bleibt erkennbar, dass die Befragung keine Echtzeitmessung des gegenwärtigen Arbeitsmarkts ist.

Einschränkungen und Grenzen der Datenlage

Fachkräftebedarf und Berufseinstieg beantworten unterschiedliche Fragen. Die Engpassanalyse bewertet Berufe insgesamt. Sie bewertet keine einzelnen Studienabschlüsse und keine Bewerberprofile. Deshalb lässt sich aus einem Engpassberuf nicht ableiten, dass jeder Abschluss in diesem Umfeld zu einer Stelle führt. Die Analyse ist ein Hinweis auf die Lage in Berufen, nicht eine Einstellungsentscheidung für eine einzelne Person.

Auch die Zahlen zum Berufseinstieg brauchen einen klaren Zeitbezug. Die von der Statistik der Bundesagentur für Arbeit zusammengefassten Ergebnisse stammen aus der DZHW-Befragung des Abschlussjahrgangs 2021. Die Befragung beschreibt den Verbleib eineinhalb Jahre nach dem Abschluss. Damit sind die Werte keine aktuellen Echtzeitdaten. Sie zeigen für diesen Jahrgang Anteile von Erwerbstätigkeit und weiterem Studium nach Abschlussarten, ohne den Verlauf eines heutigen oder künftigen Einzelfalls vorherzusagen.

Wer beide Quellen zusammenliest, erkennt Trends, aber keine Garantie für den persönlichen Berufseinstieg. Die Engpassanalyse kann zeigen, in welchen Berufen ein Engpass festgestellt wurde. Die Befragung kann zeigen, wie die Verbleibe des Abschlussjahrgangs 2021 nach Abschlussarten aussahen. Zwischen diesen Aussagen bleibt ein Unterschied: Die erste Quelle bezieht sich auf Berufe, die zweite auf Befragte mit Hochschulabschlüssen. Keine der beiden Quellen ersetzt eine Prüfung des eigenen Studienwunsches.

Studienberatung zum Studium ist eine Nachbarseite für die persönliche Einordnung. Für die Datenlage gilt: Die Engpassanalyse liefert keine Zusage für einen einzelnen Abschluss oder Bewerber, und die DZHW-Werte sind kein gegenwärtiger Echtzeitwert. Wer die Angaben verwendet, kann sie daher als begrenzte Orientierung lesen. Eine sichere Vorhersage für den eigenen Berufseinstieg lässt sich aus ihnen nicht ableiten.

Studiengang mit Zukunft finden: Prüfliste mit vier Punkten

Schrittweise Vorgehensweise zur Prüfung

Im ersten Schritt werden zwei Quellen gelesen: die IAB-Themenseite zum Fachkräftebedarf und die aktuelle Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit. Die IAB-Seite ordnet den demografischen Hintergrund ein. Sie beschreibt, dass die Erwerbsbevölkerung in Deutschland perspektivisch schrumpfen kann, und dass der Renteneintritt der Babyboomer die Suche nach Fachkräften bis 2035 erschweren kann. Die Engpassanalyse ergänzt dazu Berufsdaten. In der Ausgabe 2025 sind für das vorangegangene Jahr 157 Engpassberufe ausgewiesen.

Im zweiten Schritt wird geprüft, ob das Wunschfach zu einem der in der Analyse genannten Engpassbereiche führt. Genannt werden vor allem Pflegeberufe, medizinische Berufe sowie Bau- und Handwerksberufe. Diese Zuordnung ist keine Zusage für einen konkreten Abschluss oder Bewerber. Die Engpassanalyse betrachtet Berufe insgesamt. Sie kann deshalb nur zeigen, ob ein gewünschtes Fach einen Bezug zu einem genannten Bereich haben könnte. Die Prüfung bleibt von der Aussage über eine persönliche Einstellungswahrscheinlichkeit getrennt.

Im dritten Schritt werden die DZHW-Zahlen zum Berufseinstieg als Trend eingeordnet, nicht als Garantie. Die Werte betreffen den Abschlussjahrgang 2021 und den Zeitraum eineinhalb Jahre nach dem Abschluss. Sie unterscheiden Uni-Bachelor, Uni-Master, HAW-Bachelor und HAW-Master. Außerdem zeigen sie Anteile, die ein weiteres Studium begonnen hatten. Die Zahlen sind keine aktuellen Echtzeitwerte und erlauben keine Vorhersage für den persönlichen Berufseinstieg.

Für die weitere Recherche verweisen die Nachbarseiten auf einzelne Fachrichtungen und Methoden. Studiengänge Technik und Informatik und Studiengänge Medizin und Gesundheit behandeln einzelne Fachrichtungen. Hochschulranking richtig lesen ergänzt die Recherche zu Rankings. Studiengänge Recht, Wirtschaft und Verwaltung ist eine weitere Nachbarseite. Studienorientierungstest im Vergleich und Studienberatung zum Studium stehen ebenfalls als Nachbarseiten bereit. Keine dieser Verweise ändert die Grenze der Quellen: Engpassdaten und Befragungswerte sind Orientierung, keine pauschale Jobgarantie.

Quellen und Stand

„Datenbasis für die Studienwahl verstehen“ erscheint auf dieser Seite unter dem Titel „Fachkräftemangel und Berufseinstieg: Daten prüfen“.

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Häufige Fragen zu Studiengängen mit Zukunft

Was bedeutet der Rückgang der Engpassberufe für die Berufsaussichten?

Der Rückgang bedeutet 20 Engpassberufe weniger. Laut Bundesagentur für Arbeit blieb die Engpasslage dennoch auf hohem Niveau; daraus folgt keine persönliche Jobgarantie.

Sind die Werte aus der Absolventenbefragung aktuell gültig?

Die Werte betreffen den Abschlussjahrgang 2021 und sind kein aktueller Echtzeitwert. Sie erlauben keine Garantie für heutige Fälle.

Unterscheidet die BA-Zusammenfassung der DZHW-Befragung zwischen Universität und HAW?

Ja, die Zusammenfassung trennt die Daten nach Institutionstyp. So zeigt sich, dass Masterabsolvierende beider Systeme höhere Beschäftigungsquoten aufweisen als Bachelorabsolvierende, wobei die Unterschiede je nach Typ variierten. Diese Differenzierung hilft bei der Einschätzung der Anschlusswege.

Müssen alle Studierenden in Engpassberufen arbeiten?

Nein. Die Engpassanalyse beschreibt Berufe insgesamt; sie begründet weder eine Verpflichtung noch eine Garantie auf eine individuelle Beschäftigung.

Kann man anhand der Ranglisten sicher vorhersagen, welche Hochschule erfolgreich ist?

Für die Einordnung verweist diese Seite auf Hochschulranking richtig lesen.

Wofür dient der Vergleich verschiedener Orientierungstools?

Diese Seite verweist zum Vergleich verschiedener Studienorientierungstests auf Studienorientierungstest im Vergleich.

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