Wie ist ein Sonett aus Quartetten und Terzetten aufgebaut?

Sonett: Aufbau, Reimschema und Typen

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 6. Oktober 2026 · Gedichtanalyse schreiben

Das Sonett stammt aus Italien und besteht laut Duden gewöhnlich aus zwei vierzeiligen und zwei dreizeiligen Strophen, also aus zwei Quartetten und zwei Terzetten. Hier erfährst du, wie du den Aufbau Schritt für Schritt bestimmst, welche Reimfolgen gebräuchlich sind und wie du den Aufbau in deiner Analyse beschreibst.

Grundaufbau des Sonetts: Strophen, Verse und Reime

Ein Sonett ist laut Duden ein Gedicht mit Reimen, dessen Grundgerüst gewöhnlich aus zwei vierzeiligen und zwei dreizeiligen Strophen besteht. Je zwei dieser Strophen bilden aufgrund des Reimschemas eine Einheit, sodass du die vier Strophen als zwei Paare lesen kannst. Das Wort stammt aus dem Italienischen, wo sonetto eigentlich Klinggedicht heißt, und geht auf das lateinische sonus zurück, das Klang oder Ton bedeutet. Schon die Herkunft des Namens verweist also auf eine Form aus Italien.

Das Schülerlexikon Lernhelfer ergänzt, dass das Sonett im Deutschen aus meist fünffüßigen Jamben besteht und dass zwei vierzeilige Quartette und zwei dreizeilige Terzette dazugehören. Daraus ergeben sich vierzehn Verse, die du beim Zählen wiederfinden solltest. Die Verszahl ist damit eine erste Kontrolle: Stimmt deine Zählung nicht, hast du eventuell eine Strophe übersehen oder eine Zeile falsch zugeordnet. Das Metrum, also der Rhythmus der Verse, ist ein eigener Prüfschritt, den du nach der Strukturzählung angehst.

  1. Zähle die Strophen des Gedichts und notiere ihre Anzahl.
  2. Zähle die Verse in jeder Strophe und trage die Zahlen ein.
  3. Trage für jeden Vers den Reimbuchstaben ein, also a, b, c und so weiter.
  4. Ordne die ersten beiden Strophen den Quartetten und die letzten beiden den Terzetten zu.
  5. Suche die Stelle, an der sich der Gedankengang zwischen den Teilen verschiebt.

Die Teilung in zwei Quartette und zwei Terzette kann mit einem Gedankenschritt verbunden sein. Ob das in deinem Gedicht so ist, zeigt erst der Text, und du solltest es als Beobachtung formulieren, nicht als feste Regel. Wer die Form zur Zeit des Gedichts in Beziehung setzt, schaut auf die Epoche des Barock, zu der laut Lernhelfer die Dichter Fleming, Opitz und Gryphius gehören. Mit dieser Einordnung kannst du prüfen, ob der Aufbau des Textes zum Zeitraum passt, ohne ihn zu erzwingen.

Sonett analysieren: der Ablauf in drei Schritten

Reimschemata und Typen im Vergleich

Die Reimfolge ist der Teil des Sonetts, an dem du den Typ am ehesten erkennst. Laut ZUM, der Gedichtinterpretation von Wolfgang Winter, werden zwei Reimfolgen genannt: abba abba cdc cdc beim Petrarca-Typ sowie abab abab cde cde. Daneben steht der Ronsard-Typ mit abba abba ccd eed. Für deine Analyse heißt das, dass du den Typ nicht aus dem Titel, sondern aus den Reimbuchstaben ableitest. Ob es daneben weitere Varianten gibt, prüfst du an deinem Gedicht und an deiner Literatur.

Für die Quartette nennt das Schülerlexikon Lernhelfer die Reimschemata abba abba als umschlingenden Reim oder abab cdcd. Für die Terzette beschreibt es, dass verschiedene Reimstellungen möglich sind, etwa cdc dcd, ccd eed oder cde cde. Gerade die Terzette zeigen also, dass du die Reimstellung am Text prüfen musst.

Tabelle: Typ, Aufbau der Strophen, Reimschema
TypAufbau der StrophenReimschema
Petrarca-Typzwei Quartette und zwei Terzetteabba abba cdc cdc oder abab abab cde cde
Ronsard-Typzwei Quartette und zwei Terzetteabba abba ccd eed
Shakespeare-Sonettdrei Quartette und ein abschließender Zweizeilernur Aufbau angegeben

Wer einen einzelnen Reim erkennen will, legt beim Gedichtvergleich schreiben die Reimfolgen beider Texte nebeneinander. So siehst du sofort, ob zwei Gedichte dieselbe Reimfolge nutzen oder ob die Terzette anders gebaut sind. Die Typen sind Muster, keine Gesetze, denn einzelne Sonette können von ihnen abweichen. Deshalb gilt: Prüfe das konkrete Sonett am Text, bevor du es einem Typ zuordnest.

Barock-Sonett und der Alexandriner

Im deutschen Barock treten laut Lernhelfer die Dichter Fleming, Opitz und Gryphius auf, und Gryphius reimte in Alexandrinern. Der Alexandriner ist ein jambisch gebauter Vers mit sechs Hebungen und einem deutlichen Einschnitt nach der dritten Hebung. Das Schülerlexikon nennt damit zwei Merkmale, die du am Vers prüfen kannst: die Zahl der Hebungen und die Zäsur in der Mitte.

Die Zäsur ist der Einschnitt im Vers, den du beim Lesen spürst. Bei der Analyse erkennst du den Alexandriner an der Zäsur in der Mitte, sofern der Einschnitt nach der dritten Hebung liegt. Du kannst die Verse testweise zerteilen, um zu sehen, ob die Hebungen vor und nach dem Einschnitt gleichmäßig verteilt sind. Erfinde dabei keinen Vers, sondern arbeite nur mit den Versen des Gedichts, das du untersuchst.

Wer die Form im Text belegen will, achtet auch auf das Enjambement im Gedicht, wenn ein Satz die Zeilengrenze überspringt. Ein solcher Übergang zeigt, wie die Syntax gegen die Verszeile arbeitet, und er verändert den Lesefluss, auch wenn der Reim gleich bleibt. Daraus lässt sich vorsichtig folgern, dass die strenge Form zur geordneten Sicht des Barock passen kann. Das ist aber eine Lesart und keine feststehende Tatsache, und die Verse selbst bleiben der Ausgangspunkt deiner Deutung.

Sonett analysieren: Prüfliste mit vier Punkten

Den Sonettaufbau in der Analyse beschreiben

Wenn du den Aufbau in deiner Analyse beschreibst, nennst du zuerst die Zahl der Strophen, das Reimschema und das Metrum. Ein Beispielsatz lautet: Das Gedicht besteht aus zwei Quartetten und zwei Terzetten, folgt dem Reimschema abba abba cdc cdc und ist, so angenommen, in fünffüßigen Jamben verfasst. Dieser Satz ist ein erfundenes Beispiel und keine Analyse eines bestehenden Textes. Danach fragst du, was sich zwischen Quartetten und Terzetten inhaltlich ändert, und beschreibst den Wechsel des Gedankens erst, wenn du ihn am Text belegt hast.

Die Silbenzahl je Vers kannst du selbst prüfen: Zähle die Silben jedes Verses und notiere, ob er auf betonter oder unbetonter Silbe endet. Welche Silbenzahl in deinem Kurs gilt, klärst du mit der betreuenden Lehrkraft oder dem Leitfaden deines Fachbereichs. Wer die Wirkung der Form deutet, sollte auch lyrische Stilmittel erkennen, die zum Aufbau passen, etwa die Frage, ob der Übergang zwischen den Teilen durch eine Wendung markiert wird, die du im Text belegen kannst.

Wer Verse als Beleg anführt, muss Verse im Gedicht zitieren und dabei die Zeilennummern nennen. So bleibt für andere nachvollziehbar, wo deine Aussage im Gedicht steht. Form und Inhalt deutest du am besten gemeinsam, nicht getrennt voneinander. Beispiele wie das oben genannte Muster sind erfunden und dienen nur der Übung. Deine Lesart bleibt eine Deutung, die du am Gedicht prüfst.

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zum Sonett

Woher stammt der Begriff Sonett?

Laut Duden stammt das Wort aus dem Italienischen, von sonetto, eigentlich Klinggedicht, zu lateinisch sonus für Klang oder Ton. Der Duden erklärt Sonett als gereimtes Gedicht, das gewöhnlich aus zwei vierzeiligen und zwei dreizeiligen Strophen besteht.

Wie viele Verse hat ein Sonett?

Das Schülerlexikon Lernhelfer beschreibt im Deutschen zwei vierzeilige Quartette und zwei dreizeilige Terzette, daraus ergeben sich vierzehn Verse. Die Verse sind dort als meist fünffüßige Jamben angegeben. Zähle die Verse deines Gedichts nach, um die Struktur zu prüfen.

Welches Reimschema hat das Shakespeare-Sonett?

Laut ZUM, der Gedichtinterpretation von Wolfgang Winter, besteht das englische Shakespeare-Sonett aus drei Quartetten und einem abschließenden Zweizeiler, dem heroic couplet. Ein festes Reimschema nennt die Quelle hier nicht. Bestimme die Reimbuchstaben am Gedicht selbst.

Reimen die Terzette überall gleich?

Laut dem Schülerlexikon Lernhelfer sind im Deutschen verschiedene Reimstellungen für die Terzette möglich, etwa cdc dcd, ccd eed oder cde cde. Prüfe deshalb die Reimfolge der Terzette an deinem Text, statt sie vorauszusetzen.

Welcher Dichter reimte im Alexandriner?

Laut Lernhelfer reimte Gryphius im deutschen Barock in Alexandrinern, also jambischen Versen mit sechs Hebungen und einer Zäsur nach der dritten Hebung. Die Quelle belegt das für Gryphius. Ob ein anderes Barock-Sonett im Alexandriner steht, prüfst du am jeweiligen Gedicht.

Wie zähle ich die Silben pro Vers im Sonett?

Hier wird keine Silbenzahl festgelegt. Zähle die Silben jedes Verses selbst und notiere, ob er auf betonter oder unbetonter Silbe endet. Welche Silbenzahl in deinem Kurs gilt, klärst du mit der betreuenden Lehrkraft oder dem Leitfaden deines Fachbereichs.

Wie beginne ich die Analyse des Sonettaufbaus?

Beginne mit der Zählung der Strophen, dann der Verse je Strophe und den Reimbuchstaben. Laut Duden bilden je zwei Strophen aufgrund des Reimschemas eine Einheit. Danach ordnest du Quartette und Terzette zu und suchst die Stelle, an der sich der Gedankengang verschiebt.

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