Wie ist ein Sonett aus Quartetten und Terzetten aufgebaut?
Sonett: Aufbau, Reimschema und Typen
Das Sonett stammt aus Italien und besteht laut Duden gewöhnlich aus zwei vierzeiligen und zwei dreizeiligen Strophen, also aus zwei Quartetten und zwei Terzetten. Hier erfährst du, wie du den Aufbau Schritt für Schritt bestimmst, welche Reimfolgen gebräuchlich sind und wie du den Aufbau in deiner Analyse beschreibst.
Grundaufbau des Sonetts: Strophen, Verse und Reime
Ein Sonett ist laut Duden ein Gedicht mit Reimen, dessen Grundgerüst gewöhnlich aus zwei vierzeiligen und zwei dreizeiligen Strophen besteht. Je zwei dieser Strophen bilden aufgrund des Reimschemas eine Einheit, sodass du die vier Strophen als zwei Paare lesen kannst. Das Wort stammt aus dem Italienischen, wo sonetto eigentlich Klinggedicht heißt, und geht auf das lateinische sonus zurück, das Klang oder Ton bedeutet. Schon die Herkunft des Namens verweist also auf eine Form aus Italien.
Das Schülerlexikon Lernhelfer ergänzt, dass das Sonett im Deutschen aus meist fünffüßigen Jamben besteht und dass zwei vierzeilige Quartette und zwei dreizeilige Terzette dazugehören. Daraus ergeben sich vierzehn Verse, die du beim Zählen wiederfinden solltest. Die Verszahl ist damit eine erste Kontrolle: Stimmt deine Zählung nicht, hast du eventuell eine Strophe übersehen oder eine Zeile falsch zugeordnet. Das Metrum, also der Rhythmus der Verse, ist ein eigener Prüfschritt, den du nach der Strukturzählung angehst.
- Zähle die Strophen des Gedichts und notiere ihre Anzahl.
- Zähle die Verse in jeder Strophe und trage die Zahlen ein.
- Trage für jeden Vers den Reimbuchstaben ein, also a, b, c und so weiter.
- Ordne die ersten beiden Strophen den Quartetten und die letzten beiden den Terzetten zu.
- Suche die Stelle, an der sich der Gedankengang zwischen den Teilen verschiebt.
Die Teilung in zwei Quartette und zwei Terzette kann mit einem Gedankenschritt verbunden sein. Ob das in deinem Gedicht so ist, zeigt erst der Text, und du solltest es als Beobachtung formulieren, nicht als feste Regel. Wer die Form zur Zeit des Gedichts in Beziehung setzt, schaut auf die Epoche des Barock, zu der laut Lernhelfer die Dichter Fleming, Opitz und Gryphius gehören. Mit dieser Einordnung kannst du prüfen, ob der Aufbau des Textes zum Zeitraum passt, ohne ihn zu erzwingen.

Reimschemata und Typen im Vergleich
Die Reimfolge ist der Teil des Sonetts, an dem du den Typ am ehesten erkennst. Laut ZUM, der Gedichtinterpretation von Wolfgang Winter, werden zwei Reimfolgen genannt: abba abba cdc cdc beim Petrarca-Typ sowie abab abab cde cde. Daneben steht der Ronsard-Typ mit abba abba ccd eed. Für deine Analyse heißt das, dass du den Typ nicht aus dem Titel, sondern aus den Reimbuchstaben ableitest. Ob es daneben weitere Varianten gibt, prüfst du an deinem Gedicht und an deiner Literatur.
Für die Quartette nennt das Schülerlexikon Lernhelfer die Reimschemata abba abba als umschlingenden Reim oder abab cdcd. Für die Terzette beschreibt es, dass verschiedene Reimstellungen möglich sind, etwa cdc dcd, ccd eed oder cde cde. Gerade die Terzette zeigen also, dass du die Reimstellung am Text prüfen musst.
| Typ | Aufbau der Strophen | Reimschema |
|---|---|---|
| Petrarca-Typ | zwei Quartette und zwei Terzette | abba abba cdc cdc oder abab abab cde cde |
| Ronsard-Typ | zwei Quartette und zwei Terzette | abba abba ccd eed |
| Shakespeare-Sonett | drei Quartette und ein abschließender Zweizeiler | nur Aufbau angegeben |
Wer einen einzelnen Reim erkennen will, legt beim Gedichtvergleich schreiben die Reimfolgen beider Texte nebeneinander. So siehst du sofort, ob zwei Gedichte dieselbe Reimfolge nutzen oder ob die Terzette anders gebaut sind. Die Typen sind Muster, keine Gesetze, denn einzelne Sonette können von ihnen abweichen. Deshalb gilt: Prüfe das konkrete Sonett am Text, bevor du es einem Typ zuordnest.
Barock-Sonett und der Alexandriner
Im deutschen Barock treten laut Lernhelfer die Dichter Fleming, Opitz und Gryphius auf, und Gryphius reimte in Alexandrinern. Der Alexandriner ist ein jambisch gebauter Vers mit sechs Hebungen und einem deutlichen Einschnitt nach der dritten Hebung. Das Schülerlexikon nennt damit zwei Merkmale, die du am Vers prüfen kannst: die Zahl der Hebungen und die Zäsur in der Mitte.
Die Zäsur ist der Einschnitt im Vers, den du beim Lesen spürst. Bei der Analyse erkennst du den Alexandriner an der Zäsur in der Mitte, sofern der Einschnitt nach der dritten Hebung liegt. Du kannst die Verse testweise zerteilen, um zu sehen, ob die Hebungen vor und nach dem Einschnitt gleichmäßig verteilt sind. Erfinde dabei keinen Vers, sondern arbeite nur mit den Versen des Gedichts, das du untersuchst.
Wer die Form im Text belegen will, achtet auch auf das Enjambement im Gedicht, wenn ein Satz die Zeilengrenze überspringt. Ein solcher Übergang zeigt, wie die Syntax gegen die Verszeile arbeitet, und er verändert den Lesefluss, auch wenn der Reim gleich bleibt. Daraus lässt sich vorsichtig folgern, dass die strenge Form zur geordneten Sicht des Barock passen kann. Das ist aber eine Lesart und keine feststehende Tatsache, und die Verse selbst bleiben der Ausgangspunkt deiner Deutung.

Den Sonettaufbau in der Analyse beschreiben
Wenn du den Aufbau in deiner Analyse beschreibst, nennst du zuerst die Zahl der Strophen, das Reimschema und das Metrum. Ein Beispielsatz lautet: Das Gedicht besteht aus zwei Quartetten und zwei Terzetten, folgt dem Reimschema abba abba cdc cdc und ist, so angenommen, in fünffüßigen Jamben verfasst. Dieser Satz ist ein erfundenes Beispiel und keine Analyse eines bestehenden Textes. Danach fragst du, was sich zwischen Quartetten und Terzetten inhaltlich ändert, und beschreibst den Wechsel des Gedankens erst, wenn du ihn am Text belegt hast.
Die Silbenzahl je Vers kannst du selbst prüfen: Zähle die Silben jedes Verses und notiere, ob er auf betonter oder unbetonter Silbe endet. Welche Silbenzahl in deinem Kurs gilt, klärst du mit der betreuenden Lehrkraft oder dem Leitfaden deines Fachbereichs. Wer die Wirkung der Form deutet, sollte auch lyrische Stilmittel erkennen, die zum Aufbau passen, etwa die Frage, ob der Übergang zwischen den Teilen durch eine Wendung markiert wird, die du im Text belegen kannst.
Wer Verse als Beleg anführt, muss Verse im Gedicht zitieren und dabei die Zeilennummern nennen. So bleibt für andere nachvollziehbar, wo deine Aussage im Gedicht steht. Form und Inhalt deutest du am besten gemeinsam, nicht getrennt voneinander. Beispiele wie das oben genannte Muster sind erfunden und dienen nur der Übung. Deine Lesart bleibt eine Deutung, die du am Gedicht prüfst.
Quellen und Stand
- Duden online: Sonett: www.duden.de (geprüft am 2026-10-06)
- ZUM.de, Gedichtinterpretation (Wolfgang Winter): Gedichtformen und Sonett: www.zum.de (geprüft am 2026-10-06)
- Lernhelfer Schülerlexikon Deutsch Abitur: Sonett: www.lernhelfer.de (geprüft am 2026-10-06)