Schulhomepage und Schulprogramm: Texte prüfen lassen
Kein Schultext wird so lange gelesen und so selten überarbeitet
Die Schulhomepage ist für Eltern, die eine Schule suchen, meist der erste Kontakt, und das Schulprogramm ist das Dokument, an dem sich Schulaufsicht und Kollegium orientieren. Beide entstehen einmal mit viel Aufwand und werden danach jahrelang nur punktuell angefasst. Genau daraus entsteht das Problem.
Anders als ein Elternbrief, der nach zwei Wochen erledigt ist, bleibt ein falscher Satz auf der Homepage stehen, bis jemand ihn zufällig bemerkt. In der Praxis sind das oft Jahre.
Was auf Schulhomepages zuerst veraltet
Bei einer Durchsicht fallen fast immer dieselben Punkte auf, und keiner davon ist ein Rechtschreibfehler:
- Personen: Ansprechpartner, die längst versetzt sind, eine Schulleitung, die es seit zwei Jahren nicht mehr gibt
- Jahreszahlen: "im laufenden Schuljahr 2023/24", Termine vergangener Anmeldezeiträume
- Angebote: AGs, die eingestellt wurden, Kooperationen, die ausgelaufen sind
- Verweise: Links auf Formulare, die es nicht mehr gibt, PDF-Downloads mit alten Ständen
Der letzte Punkt ist der ärgerlichste, weil Eltern dann veraltete Formulare ausfüllen und das Sekretariat die Korrektur nachziehen muss. Ein einmaliger Durchgang durch alle verlinkten Dateien lohnt sich deshalb mehr als jede stilistische Überarbeitung.

Die Seiten, auf die es wirklich ankommt
Nicht jede Seite verdient denselben Aufwand. Aus Elternsicht zählen drei: die Seite zur Anmeldung, die Seite mit den Kontaktdaten und die Seite, die erklärt, was die Schule inhaltlich ausmacht.
Auf der Anmeldeseite entscheidet Vollständigkeit über die Zahl der Rückrufe: Fristen mit Datum, benötigte Unterlagen als Liste, Ort und Uhrzeit, ein Ansprechname. Wo eine dieser Angaben fehlt, entsteht ein Anruf.
Die Profilseite ist die, an der Schulen am häufigsten scheitern, weil sie in Superlativen schreiben. "Wir sind eine Schule, an der sich jedes Kind wohlfühlt" sagt nichts, was eine andere Schule nicht auch schreiben könnte. Konkret wird es mit Zahlen und Beispielen: wie viele Wahlpflichtkurse, welche Sprachen ab welcher Klasse, wie die Betreuung nachmittags organisiert ist.
Das Schulprogramm: ein Text mit zwei Funktionen
Das Schulprogramm dient nach innen der Verständigung im Kollegium und nach außen dem Nachweis gegenüber der Schulaufsicht. Diese Doppelrolle führt oft zu einem Text, der beides halb erfüllt: zu allgemein für die interne Arbeit, zu unverbindlich für die Aufsicht.
Hilfreich ist dieselbe Regel wie bei Förderplänen: Ziele überprüfbar formulieren. Nicht "wir fördern die Lesekompetenz", sondern welche Maßnahme in welchem Jahrgang stattfindet und woran das Kollegium erkennen will, ob es gewirkt hat.
Wenn ein Schulprogramm über Jahre fortgeschrieben wird, entsteht zusätzlich das Schichtenproblem: Ein Abschnitt spricht von Klassenlehrerteams, ein anderer von Jahrgangsteams, gemeint ist dasselbe. Wir gleichen solche Begriffe ab und legen auf Wunsch eine Liste der verbindlichen Bezeichnungen an.
Rechtlich heikle Stellen
Drei Bereiche verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil sie über Sprache hinausgehen. Erstens Fotos von Kindern: Ob eine Einwilligung vorliegt, prüfen wir nicht, aber wir weisen darauf hin, wo Bilder mit erkennbaren Personen eingebunden sind.
Zweitens die Datenschutzerklärung und das Impressum. Beide müssen zur tatsächlichen Technik passen, etwa zu eingebundenen Karten, Videos oder Analysediensten. Wenn im Text von Diensten die Rede ist, die gar nicht mehr laufen, oder umgekehrt, ist das ein Befund, den wir melden.
Drittens Aussagen über Aufsicht, Haftung und Schulordnung. Formulierungen, die pauschal Verantwortung ausschließen, halten selten stand und erzeugen Widerspruch. Hier gilt dasselbe wie beim Elternbrief: Halten Sie sich an das, was Schulträger und Schulaufsicht vorgeben.

Barrierefreiheit und Lesbarkeit
Schulen öffentlicher Träger unterliegen Vorgaben zur barrierefreien Gestaltung ihrer Websites. Sprachlich heißt das vor allem: kurze Sätze, erklärte Fachbegriffe, sinnvolle Überschriftenstruktur und aussagekräftige Linktexte statt "hier klicken".
Ein zweiter Punkt betrifft Familien, die Deutsch nicht als Erstsprache sprechen. Für die wichtigsten Seiten, also Anmeldung, Kontakt und Krankmeldung, lohnt eine einfache Fassung oder eine Übersetzung. Beides bieten wir an, Deutsch und Englisch.
Ablauf und Kosten
Für die Homepage arbeiten wir am einfachsten mit einem Export oder einer Sammlung der Seitentexte in einer Datei. Ein typischer Schulauftritt umfasst 15 bis 40 Normseiten zu 1.800 Zeichen, im Korrektorat ab 1,90 € pro Seite also rund 30 bis 76 €.
Ein Schulprogramm liegt meist zwischen 20 und 60 Seiten. Hier lohnt das Lektorat ab 4,90 €, weil neben der Sprache auch Aufbau und Begriffskonsistenz bearbeitet werden. Ab 100 Seiten je Bestellung greifen Staffelrabatte, und die Rechnung stellen wir auf Schule oder Schulträger aus. Weiterführend: Korrekturlesen für Lehrkräfte.