Qualitative Schritte nach Mayring verständlich erklärt
Die einzelnen Schritte verbinden Material, Auswertung und die Reichweite deiner Aussage.
Mayring P 2015: Grundlagen und Techniken
Mayrings Werk hilft dir bei einer konkreten Frage, wenn du Material, Auswertungsschritt und die Grenze deiner Aussage klar verbindest.
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Fachbegriffe des wissenschaftlichen Arbeitens: 16 Lernkarten
Grundlagen und Techniken nach Mayring 2015 hier, die Begriffe dort: Hypothese und Operationalisierung, Validität und Reliabilität, Paraphrase und Peer-Review, zusammen sechzehn Stück, jedes mit kurzer Definition auf der Karte im Format A7.
Von der Methode zur klaren Frage
Die Bezeichnung „Mayring P 2015 qualitative Inhaltsanalyse Grundlagen und Techniken“ ist hier ein Such- und Arbeitsbegriff, keine bestätigte Angabe zu einer bestimmten Ausgabe. Prüfe die bibliografischen Daten deshalb direkt an dem Werk, das du benutzt. Die vorliegenden Angaben nennen für Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken Mayring, P. (2010), nicht 2015. Erst wenn Titel, Jahr und weitere Daten im Werk übereinstimmen, kannst du die Ausgabe in deinem Text genau benennen.
Der Begriff kann dennoch der Ausgangspunkt für eine konkrete Frage und ein Ergebnis werden, das sich prüfen lässt. Eine passende Frage richtet sich auf kommunikative Inhalte oder Dokumente und nennt das Auswertungsinteresse. Die qualitative Inhaltsanalyse gilt als regelgeleitete Analyse solcher Inhalte oder Dokumente. Lege deshalb zuerst fest, welchen Inhalt du untersuchst, und danach, anhand welcher Auswertung das Ergebnis nachvollziehbar wird.
Ein neutraler Ausgangspunkt wäre: Welche inhaltlichen Schwerpunkte zeigen sich im ausgewählten Material zu einem abgegrenzten Thema? Damit sind Material, Gegenstand und erwartete Auswertung benannt, ohne ein Ergebnis vorwegzunehmen. Die Inhaltsanalyse befasst sich mit Kommunikationsinhalten; das können etwa verschriftlichte Interviews oder Zeitungsartikel sein. Prüfe deshalb vor der Anwendung, welches Material du hast und ob deine Frage auf dessen Inhalt zielt.
Für wissenschaftliches Schreiben hilft es, Frage, Material und Ergebnis voneinander zu trennen. Wer eine Hausarbeit schreiben oder eine Masterarbeit schreiben möchte, macht den methodischen Bezug sichtbar, indem die Frage beim ausgewerteten Material bleibt. Mögliche Fragerichtungen sind inhaltsbezogene, evaluative und typenbildende Fragen. Induktives Vorgehen greift explorative oder theoriegenerierende Fragen auf; deduktives Vorgehen passt zu konkreter gefassten Fragen mit enger Theoriebasis. Bei rein quantitativer Ausrichtung sowie bei sprachlichen oder hermeneutischen Besonderheiten und einer vertieften Fallstruktur stößt die Methode an Grenzen.

Die Bestandteile in sinnvoller Reihenfolge
Der Aufbau beginnt mit einer Frage zu Mayrings qualitativer Inhaltsanalyse. Sie sollte den Inhalt des Materials und den gewünschten Auswertungsfokus ausdrücklich benennen. Beim Thema Forschungsfrage formulieren legst du fest, ob du inhaltliche Schwerpunkte, eine Bewertung oder eine Typenbildung untersuchen willst. Prüfe anschließend, ob dein Material die Frage beantworten kann.
- Frage festlegen: Formuliere eine einzelne Frage zum Material und bestimme, welches Ergebnis daraus hervorgehen soll.
- Quelle und Kriterien auswerten: Halte fest, welche methodische Beschreibung deine Grundlage ist. Leite daraus die Kriterien ab, an denen du die Auswertung prüfst. Ergänze Aussagen zur Methode nicht durch Annahmen, die du nicht belegen kannst.
- Material oder Daten ordnen: Sammle die tatsächlich zu untersuchenden Kommunikationstexte und ordne sie so, dass erkennbar bleibt, welches Material in die Auswertung eingeht. In der Gliederung einer Hausarbeit kann dieser Abschnitt zwischen Fragestellung, Material und Auswertung stehen.
- Auswertung durchführen: Beschreibe, nach welchem begründbaren Schema du das Material bearbeitest. Eine Inhaltsanalyse nach heutigen wissenschaftlichen Ansprüchen arbeitet mit einem begründbaren Kodierschema und legt es offen.
- Ergebnis formulieren: Stelle dar, welche am Material gewonnenen Beobachtungen die Frage beantworten. Das Ergebnis muss vom zuvor geordneten Material und vom benannten Kriterium her verständlich bleiben.
- Ergebnis begrenzen: Prüfe, welche Aussagen das Material trägt und wo die Fragestellung die belegte Reichweite überschreitet.
So lassen sich die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit für den methodischen Abschnitt lesen: Frage, Quelle, Kriterien, Material, Vorgehen, Ergebnis und Grenze. Fachliche Detailentscheidungen ersetzt das nicht, wenn sie in deiner Quelle fehlen. Beim Thema Literaturverzeichnis erstellen prüfst du die bibliografische Angabe des tatsächlich verwendeten Werks. Beim Thema Quellenangaben richtig zitieren übernimmst du die Angaben aus dem Dokument, das du verwendest, und kontrollierst sie.
Ordne die Methode in die Methoden wissenschaftlicher Arbeiten ein: Die Inhaltsanalyse ist ein Methodenbündel der empirischen Sozialwissenschaften und zielt auf Kommunikationsinhalte. Wenn eine Untersuchung qualitative und quantitative Forschung verbindet, kann ein methodenintegrativer Ansatz geeignet sein, große Materialmengen auszuwerten und einzelne Analyseschritte auch quantifizierend durchzuführen. Einen rein quantitativen Fokus darfst du daraus für die qualitative Inhaltsanalyse aber nicht ableiten.
Ein Ablauf mit sichtbarem Ergebnis je Schritt
Ein belastbarer Ablauf verbindet jeden Schritt mit einem Ergebnis. So bleibt die Anwendung nachvollziehbar, und deine wissenschaftliche Argumentation kann auf klar benannten Entscheidungen aufbauen.
- Frage klären: Schreibe die Frage in einem Satz nieder. So hast du eine abgegrenzte Frage, die sich auf den Inhalt des vorgesehenen Materials bezieht.
- Auswertungsfokus bestimmen: Entscheide anhand der Quelle, ob die Frage inhaltsorientiert, evaluativ, typenbildend, induktiv explorativ oder deduktiv auf enger Theoriebasis angelegt ist. Begründe den gewählten Fokus kurz.
- Quelle sichern: Notiere die methodische Quelle und prüfe, welche Aussagen sie tatsächlich trägt. So hast du eine belegte Grundlage für die anschließenden Kriterien.
- Kriterien festhalten: Übersetze den Fokus in prüfbare Merkmale für die Bearbeitung des Materials. So bleibt die Herkunft deiner Kriterien aus der Quelle oder aus der ausdrücklich formulierten Frage erkennbar.
- Material abgrenzen: Ordne die zu untersuchenden Texte und halte ihre Form fest, etwa verschriftlichte Interviews oder Zeitungsartikel. So hast du ein klar bezeichnetes Materialkorpus, ohne unbelegte Aussagen über Umfang oder Auswahlverfahren.
- Schema anwenden: Bearbeite die Texte regelgeleitet nach einem wissenschaftlich begründbaren Schema und lege die verwendete Ordnung offen. So entsteht eine dokumentierte Zuordnung der untersuchten Inhalte.
- Antwort ausarbeiten: Führe die geordneten Beobachtungen zur Frage zurück. So bleibt die Antwort inhaltlich begrenzt und geht nicht über das untersuchte Material hinaus.
- Grenze markieren: Prüfe, ob die Frage einen rein quantitativen Fokus, sprachliche oder hermeneutische Besonderheiten oder eine tiefgehende Fallstruktur verlangt. Trägt der gewählte Zugriff diese Frage nicht, benenne diese Grenze ausdrücklich.
- Formalia kontrollieren: Prüfe die verwendeten Zitierweisen und gleiche die Ausführung mit der Vorgabe deines Projekts ab. Wenn du die deutsche Zitierweise oder die Harvard-Zitierweise verwendest, kontrolliere die jeweilige Form anhand der Vorgabe. So ist die Quelle einheitlich dokumentiert.
Eine transparente Dokumentation hilft dir beim Plagiat vermeiden, soweit es um die Prüfung eigener Übernahmen und Belege geht. Einen allgemeinen rechtlichen oder institutionellen Anspruch begründet sie nicht. Fehlt eine konkrete Vorgabe, ermittle sie aus den offiziellen Unterlagen der zuständigen Stelle.
Ein kurzes Beispiel
Angenommen, eine Person untersucht verschriftlichte Interviews zum Thema digitale Kommunikation. Die Frage lautet: Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden in den ausgewählten Interviewtexten zur digitalen Kommunikation sichtbar? Das geplante Ergebnis ist eine geordnete Darstellung der im Material erkennbaren Schwerpunkte.
Im ersten Schritt hält sie die methodische Quelle fest. Danach notiert sie als Kriterium, dass die Auswertung auf den kommunikativen Inhalt der Texte bezogen und regelgeleitet erfolgen soll. Anschließend ordnet sie die vorhandenen Interviewtexte und hält für jeden Text fest, welcher Abschnitt untersucht wird, ohne etwas über Auswahl oder Menge der Texte zu erfinden.
Im nächsten Schritt legt sie ein begründbares Schema offen. Neutrale Arbeitskategorien könnten beispielsweise Kontakt, Informationsaustausch und Belastung heißen. Das sind keine behaupteten Ergebnisse und keine Kategorien aus der Quelle, sie zeigen nur die Form des Vorgehens. Jeder relevante Textabschnitt wird einer zuvor begründeten Ordnung zugewiesen, und sie notiert, welche Textstellen die Zuordnung tragen.
Das Ergebnis ist in diesem Beispiel eine Darstellung am Material: Für jede Arbeitskategorie beschreibt sie die zugeordneten Beobachtungen und führt sie auf die Frage zurück. Der Überblick über den Ablauf ist dabei noch nicht das Forschungsergebnis, das muss aus dem tatsächlich bearbeiteten Material hervorgehen. Aus dem Beispiel lässt sich auch nichts über die Häufigkeit bestimmter Inhalte, die Qualität der Interviews oder die Haltung der befragten Personen ableiten.
Zum Schluss prüft sie die Grenzen ihrer Aussage. Die Frage bezieht sich auf Inhalte der Interviewtexte. Willst du stattdessen eine rein quantitative Frage beantworten oder eine sprachliche beziehungsweise hermeneutische Besonderheit in der Tiefe untersuchen, prüfe, ob dieser Zugriff dafür trägt. Das sind Grenzen der Beantwortbarkeit. Das Beispiel zeigt einen vollständigen Weg von der Frage über Quelle, Kriterien, Material und Vorgehen bis zum begrenzten Ergebnis.

Inhalt und Form getrennt prüfen
Der Qualitätscheck beginnt mit der Frage. Prüfe, ob sie den Inhalt des Materials und den gewünschten Auswertungsfokus eindeutig nennt. Danach kontrollierst du die Quelle: Ist nachvollziehbar, auf welche methodische Beschreibung sich die Einordnung stützt? Aussagen, die dort nicht stehen, ergänze nicht als Fachwissen.
Danach prüfst du die Kriterien: Ihre Verbindung zur Frage und zur Quelle muss sichtbar sein. Dann folgt das Material: Ist erkennbar, welche Kommunikationstexte untersucht werden? Mögliche Formen sind verschriftlichte Interviews oder Zeitungsartikel. Prüfe trotzdem, welche Textform in deinem Projekt tatsächlich vorliegt.
Als Nächstes geht es um das Vorgehen. Ist das verwendete Schema wissenschaftlich begründbar und offengelegt? Lässt sich nachvollziehen, wie eine Textstelle zur jeweiligen Ordnung gelangt? Danach wird das Ergebnis gegen die Kriterien geprüft. Es muss zur Frage zurückführen und darf nicht mehr behaupten, als das Material und der gewählte Auswertungsfokus tragen.
Die Grenzen deiner Aussage kontrollierst du gesondert. Prüfe, ob die Frage rein quantitativ ausgerichtet ist, sprachliche oder hermeneutische Besonderheiten herausarbeiten soll oder eine Fallstruktur in der Tiefe verlangt. Das sind Grenzen der Beantwortbarkeit. Bei einem methodenintegrativen Ansatz prüfst du außerdem, ob die Verbindung qualitativer und quantifizierender Analyseschritte durch deine Quelle gedeckt ist.
Davon getrennt steht die formale Prüfung. Kontrolliere die bibliografischen Angaben, die Belegstellen, das Literaturverzeichnis und die Form der Quellenangaben. Prüfe außerdem, ob du die verwendeten Zitierweisen im eigenen Text einheitlich ausführst. Diese Kontrolle sagt noch nichts darüber aus, ob deine Frage methodisch passt.
Ein letzter Lesetest: Sind Frage, Quelle, Kriterien, Material, Vorgehen, Ergebnis, Nachvollziehbarkeit und Grenzen jeweils erkennbar? Fehlt eine Antwort, vermute nichts, sondern prüfe anhand der Quelle, des Materials oder der offiziellen Projektvorgaben.
Quellen und Stand
- Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring / Methodenzentrum: methodenzentrum.ruhr-uni-bochum.de (geprüft am 2026-08-31)
- Inhaltsanalyse, Wikipedia: de.wikipedia.org (geprüft am 2026-08-31)