Lerntagebuch-Beispiel für die Uni: So gelingt dein Eintrag

Lerntagebuch Beispiel für das Studium: Aufbau, Bewertung und Abgrenzung

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 17. September 2026 · Lernmethoden im Überblick

Ein Lerntagebuch hilft dir, deinen Lernweg sichtbar zu machen. Dieser Guide zeigt dir, wie du Einträge strukturierst, worauf es bei der Bewertung ankommt und wie du deine Reflexion vertiefst.

Wozu ein Lerntagebuch gut ist und wo es endet

Ein Lerntagebuch begleitet dich durch eine Lehrveranstaltung und hält fest, was du gelernt hast, wie du gelernt hast und wo du noch Schwierigkeiten hattest. Es dokumentiert Gelerntes, Lernfortschritte, eigene Erfahrungen und typische Anwendungsfälle fortlaufend. Ein Präsentationsportfolio verfolgt dagegen vorrangig die Bewertung ausgewählter, überarbeiteter studentischer Arbeiten. Damit steht beim Tagebuch der Lernweg im Mittelpunkt, beim Präsentationsportfolio die Auswahl von Lernprodukten.

Lerntagebuch schreiben bedeutet, den eigenen Lernprozess zu dokumentieren. Die Mainzer Handreichung beschreibt dafür das Festhalten von Gelerntem, Fortschritten, Erfahrungen und Anwendungsfällen. Sie grenzt diesen fortlaufenden Zweck vom Präsentationsportfolio ab. Daraus folgt nicht, dass beide Formen in jeder Lehrveranstaltung gleich eingesetzt werden.

Die Campus02-Seite beschreibt das Lerntagebuch als Möglichkeit, Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Lernprozess verständlich darzustellen und zu reflektieren. Dazu gehören wichtige Situationen und Personen, eigene Ideen und Wege zur Problemlösung sowie Erfolge und Misserfolge. Die Seite nennt den Einsatz über eine Lehrveranstaltung, aber auch als mögliche Form über mehrere Lehrveranstaltungen oder Semester. Daraus lässt sich keine allgemeine Vorgabe für den Umfang oder die Dauer ableiten.

Lerntagebuch Beispiel: Aufbau und Bewertung im Studium: der Ablauf in drei Schritten

Struktur und Muster für deinen nächsten Eintrag

Eine der häufigsten Fragen lautet, wie ein konkreter Eintrag aussehen kann. Das folgende Muster ist ein frei formuliertes Beispiel für einen einzelnen Eintrag und keine Vorgabe einer Hochschule. Ein Lerntagebuch wird laut Campus02 üblicherweise während einer Lehrveranstaltung geführt. Das Trierer Informationsblatt nennt aus studentischer Sicht ein tieferes Verständnis des Lernstoffs und kontinuierliches Lernen über das Semester als Ziele.

Tabelle: Feld, Beispiel
FeldBeispiel
DatumMittwoch, 12. März: Heute habe ich die Sitzung zur Statistik nachbereitet.
LernzielIch möchte Varianz und Standardabweichung unterscheiden und an einer Aufgabe erklären können.
InhaltIn der Sitzung wurden beide Begriffe erläutert, und ich habe eine Übungsaufgabe gerechnet.
ReflexionDie Formel war zunächst schwer verständlich. Beim Rechnen erkannte ich, welche Werte ich vergleichen muss.
Nächster SchrittIch bearbeite eine weitere Aufgabe und notiere, welche Rechenschritte noch unklar bleiben.

Lernmethoden im Überblick kann als Anlass dienen, eine Methode im nächsten Eintrag zu prüfen. Für die Reflexion kann die Frage helfen, welche Inhalte so wichtig sind, dass sie sich mit eigenen Worten knapp festhalten lassen. Das Marburger Merkblatt enthält dafür neun Leitfragen zur Reflexion.

Im Marburger Tutorinnen- und Tutoren-Programm soll ein Abschnitt mindestens eine halbe und höchstens eine ganze Seite umfassen. Dort sollen Einträge außerdem in vollständigen Sätzen stehen und nicht nur aus Stichpunkten bestehen. Diese Angaben sind Formvorgaben dieses Programms, keine allgemeine Regel für andere Hochschulen oder Veranstaltungen.

Wonach bewertet wird und was zählt

Das Marburger Merkblatt für das Tutorinnen- und Tutoren-Programm nennt Kriterien für Einträge, obwohl das Tagebuch dort nicht benotet wird. Genannt werden eine klare Struktur, eine erkennbare Ausarbeitung des Stoffs, die Reflexion des eigenen Lernens, ein kritisch abwägender Stil und eine konstruktiv-kritische Auseinandersetzung mit dem Gelernten. Hinzu kommen korrekte Rechtschreibung, Zeichensetzung und Satzbau. Die Kriterien beziehen sich auf dieses Marburger Programm.

Die Mainzer Handreichung zeigt ein Raster nach Quellmelz und Ruschin aus dem Jahr 2013 als Beispiel. Die folgenden Gewichtungen sind daher keine allgemein geltende Vorgabe für Hochschulen oder Lehrveranstaltungen.

Tabelle: Bereich, Gewichtung
BereichGewichtung
Problembewältigung30 Prozent
Reflexion50 Prozent
Formalia20 Prozent

Beispieltext für eine Reflexion kann zeigen, wie ein Eintrag über das bloße Wiedergeben von Inhalten hinausgeht. Im Marburger Merkblatt sollen Einträge vollständig formuliert sein und nicht nur den Stoff paraphrasieren. Für die Bewertung in einer konkreten Veranstaltung gibt es keine einheitliche Gewichtung.

Von der Beschreibung zur echten Analyse

Die Mainzer Handreichung beschreibt ein Vier-Ebenen-Modell der Reflexion nach Bräür aus dem Jahr 2014. Die erste Stufe heißt Beschreiben und Dokumentieren. Darauf folgen Interpretieren und Analysieren sowie Beurteilen und Bewerten. Die vierte Stufe ist Planen. Das Modell unterscheidet damit das Festhalten eines Ereignisses von weitergehenden Überlegungen dazu.

Ein Eintrag, der ausschließlich schildert, was passiert ist, bleibt auf der Stufe des Beschreibens und Dokumentierens. Im Sinn dieses Modells enthält er damit noch nicht die vollständige Reflexion. Erst beim Interpretieren und Analysieren wird nach Zusammenhängen gefragt. Beim Beurteilen und Bewerten wird die Vorgehensweise eingeordnet. Die Stufe Planen richtet den Blick auf einen nächsten Schritt. Die Quelle nennt keine Prozentanteile für diese einzelnen Stufen.

Reflexion im Praktikum kann als Anlass dienen, ebenfalls zwischen Beschreibung, Analyse, Bewertung und Planung zu unterscheiden. Für einen Lerntagebuch-Eintrag lässt sich etwa erst festhalten, was geschehen ist, dann ein Zusammenhang deuten, die eigene Vorgehensweise beurteilen und einen nächsten Schritt planen. Dieses Beispiel erläutert nur die Reihenfolge der vier genannten Ebenen und trifft keine Aussage über eine Bewertung.

Diese Stolperfallen solltest du meiden

Das Marburger Merkblatt für das Tutorinnen- und Tutoren-Programm nennt Anforderungen, aus denen sich typische Fehler ableiten lassen. Dort sollen Einträge in vollständigen Sätzen stehen, nicht als Stichpunkte und nicht als bloße Paraphrase des Lehrstoffs. Das Trierer Informationsblatt behandelt außerdem den Umgang mit Schwierigkeiten im Lernprozess.

  • Stichpunkte statt vollständiger Sätze zu notieren.
  • Den Lehrstoff nur wiederzugeben, ohne ihn einzuordnen.
  • Nur Erfolge festzuhalten und Schwierigkeiten aus Sorge vor einer schlechten Bewertung auszulassen.

Nach dem Trierer Praxishinweis sind Schwierigkeiten im Lernprozess normal. Das Notieren solcher Schwierigkeiten soll keine negativen Folgen haben, sondern der Problemlösung dienen. Wer dort nur Erfolge dokumentiert, verfehlt den Zweck des Lerntagebuchs. Das Marburger Merkblatt verlangt vollständige Sätze und untersagt dort Stichpunkte sowie eine bloße Textparaphrase.

Aufbau einer Reflexion kann helfen, einen Eintrag so zu ordnen, dass Beschreibung, eigene Einordnung und ein nächster Schritt erkennbar werden. Eine solche Ordnung ist hier kein allgemeiner Bewertungsmaßstab. Für konkrete Anforderungen gelten die Angaben der jeweiligen Lehrveranstaltung nur, wenn sie dort ausdrücklich mitgeteilt werden.

Lerntagebuch Beispiel: Aufbau und Bewertung im Studium: Prüfliste mit vier Punkten

Nutzen und Rückmeldung zum Lerntagebuch

Das Trierer Informationsblatt nennt aus studentischer Sicht mehrere Ziele eines Lerntagebuchs. Dazu zählen ein tieferes Verständnis des Lernstoffs, kontinuierliches Lernen über das ganze Semester und ein Überblick über den eigenen Arbeitsstand. Es nennt außerdem das Offenlegen eigener Lernstrategien und die Förderung der Schreibkompetenz. Diese Punkte beschreibt das Informationsblatt als Ziele aus studentischer Sicht.

Das Lerntagebuch kann nach der Campus02-Seite über eine Lehrveranstaltung geführt werden. Die Seite nennt auch die Möglichkeit eines übergreifenden Einsatzes über mehrere Lehrveranstaltungen oder Semester. Daraus folgt keine Aussage darüber, wie häufig diese Varianten eingesetzt werden. Ebenso gibt es keine allgemeine Vorgabe zur Form eines Lerntagebuchs.

Kritische Reflexion schreiben heißt in diesem Zusammenhang, die eigenen Einträge nachvollziehbar zu dokumentieren und zu reflektieren. Die Campus02-Seite verlangt, dass die Beurteilung eines Lerntagebuchs nachvollziehbar festgehalten wird. Studierende sollen dort Rückmeldung zu Dokumentation, Auswahl und Reflexion ihrer Einträge erhalten, nicht lediglich eine unbegründete Note. Ein bestimmtes Rückmeldeformular nennt die Quelle nicht.

Quellen und Stand

Der vollständige Titel zu „Lerntagebuch-Beispiel für die Uni: So gelingt dein Eintrag“ lautet „Lerntagebuch an der Uni: Aufbau, Beispiel und Bewertung“.

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Häufige Fragen zum Lerntagebuch im Studium

Muss mein Lerntagebuch benotet werden?

Eine allgemeingültige Vorgabe zur Benotung eines Lerntagebuchs gibt es nicht. Prüfe für deine Lehrveranstaltung die Modulbeschreibung oder frage die Lehrperson nach der Bewertungsweise.

Darf ich negative Erfahrungen in meinem Journal erwähnen?

Nach dem Informationsblatt der Hochschule Trier sollen Lehrpersonen vermitteln, dass Schwierigkeiten im Lernprozess normal sind und ihr Festhalten der Problemlösung dient. Ob und wie du negative Erfahrungen in deiner Lehrveranstaltung dokumentierst, richtet sich nach deren Vorgaben.

Wie viel Raum brauche ich pro Woche ungefähr?

Ein ungefähter Seitenumfang pro Woche wird nicht genannt. Im Marburger Tutorinnen- und Tutoren-Programm soll ein Abschnitt mindestens eine halbe und höchstens eine ganze Seite umfassen. Diese Vorgabe gilt nur dort.

Ist ein Lerntagebuch dasselbe wie ein Portfolio?

Nein. Ein Präsentationsportfolio dient vorrangig der Bewertung ausgewählter und überarbeiteter studentischer Lernprodukte. Ein Lerntagebuch hält dagegen den Lernprozess laufend fest.

Sollte ich meine Einträge digital oder analog führen?

Eine feste Vorgabe, ob ein Lerntagebuch digital oder analog geführt wird, gibt es nicht; das legt die Lehrveranstaltung fest.

Wer bekommt Zugriff auf die Inhalte meines privaten Lernjournals?

Feste Regeln zu Zugriff, Speicherung, Löschung oder Vertraulichkeit eines Lerntagebuchs nennen die Hochschulen nicht einheitlich.

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