Wie du ein Kurzprofil für deinen Lebenslauf schreibst

Kurzprofil: So fasst du dich in wenigen Zeilen

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 6. Oktober 2026 · Bewerbungstipps

Das Kurzprofil steht direkt am Anfang deines Lebenslaufs und umfasst nur wenige Sätze. Hier erfährst du, was es leistet, wie lang es sein kann, welche erfundenen Beispiele du abwandeln kannst und wann du es weglassen darfst.

Was ein Kurzprofil ist

Das Kurzprofil steht direkt am Anfang deines Lebenslaufs, noch vor den Stationen aus Ausbildung und Beruf. Es besteht aus wenigen Sätzen, die dich in kurzer Form vorstellen. Laut Bewerbungskompass der Bundesagentur für Arbeit gilt es als empfohlen. Seine Aufgabe besteht darin, dass eine lesende Person dich schnell einordnen kann, bevor sie die einzelnen Stationen durchgeht. Darin beschreibst du, was du gearbeitet hast, was du gut kannst und was dich auszeichnet.

Ein Kurzprofil ersetzt weder das Anschreiben noch den Werdegang. Der Lebenslauf zeigt weiterhin Stationen, Abschlüsse und Zeiträume, während das Anschreiben erklärt, warum du zur Stelle passt. Die Career Services der ZHAW School of Management and Law, eine Schweizer Stelle, ordnen das Kurzprofil als fakultativ ein. Das Kurzprofil ist also ein Baustein der Bewerbung und nicht die ganze Bewerbung.

Wer das Format des ganzen Dokuments klären will, prüft beim Lebenslauf für ATS zuerst die Reihenfolge der Abschnitte. Dort gehört das Kurzprofil an den Anfang, sofern du es verwendest, und die Stationen folgen erst danach. Halte dabei fest, welche Angaben in welcher Reihenfolge stehen, damit du den Aufbau später leichter wiederfindest.

Kurzprofil schreiben: der Ablauf in drei Schritten

Länge und Inhalt

Die Länge des Kurzprofils ist knapp angelegt. Die Career Services der ZHAW nennen drei bis vier Zeilen als ausreichend und beschreiben das Kurzprofil als knapp und prägnant. Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt den Inhalt: In einigen kurzen Sätzen hältst du fest, was du gearbeitet hast, was du gut kannst und was dich auszeichnet. Die Formulierung soll klar sein und ohne Ich-Form auskommen.

So gehst du beim Schreiben vor. Die folgenden Schritte bringen den Text auf wenige Zeilen:

  1. Stelle lesen: Lies die Anzeige, bevor du einen Satz formulierst.
  2. Beruf oder Abschluss nennen: Schreibe an den Anfang, welchen Abschluss du hast oder in welchem Beruf du arbeitest.
  3. Zwei Stärken mit Nachweis im Werdegang wählen: Nimm nur Eigenschaften, die du an einer Station im Lebenslauf nachweisen kannst.
  4. Berufswunsch ergänzen: Nenne die Funktion, die du anstrebst, möglichst konkret.
  5. Auf drei bis vier Zeilen kürzen: Streiche alles, was nur wiederholt, was ohnehin im Werdegang steht.

Die Hinweise zu den drei bis vier Zeilen stammen von einer Schweizer Stelle. Die ZHAW School of Management and Law ist eine Hochschule in der Schweiz, der Rat gilt daher nicht für jeden Arbeitgeber in Deutschland. Prüfe deshalb, ob die Stelle, bei der du dich bewirbst, eigene Angaben zum Umfang macht, und richte dich danach.

Passung und Kürze gehören zusammen. Ein stimmiger Text ist einer, der zu deinem Werdegang passt und nicht nur gut klingt.

Beispiele für Kurzprofile

Ein Muster zeigt, wie der Aufbau aussehen kann. Der Beispiel-Lebenslauf des Career Service der Universität Heidelberg (heiSKILLS) enthält direkt unter den Kontaktdaten einen Abschnitt PROFIL. Dort stehen vier kurze Angaben: Abschluss und Fachrichtung, Sprachen, persönliche Eigenschaften und der Berufswunsch, im Beispiel eine Einstiegsfunktion im Marketing. Dieses Muster zeigt eine Gliederung, die du übernehmen kannst, ohne die Eigenschaftswörter zu kopieren.

Die Tabelle zeigt drei erfundene Situationen. Alle Beispiele sind frei formuliert und ausdrücklich als erfunden gekennzeichnet. Du kannst sie abwandeln, indem du deinen Abschluss, deine Sprachen und deinen Berufswunsch einsetzt.

Tabelle: Situation, Beispiel, Hinweis
SituationBeispielHinweis
AbsolventinErfundenes Beispiel: Absolventin der Wirtschaftsinformatik mit Projekterfahrung in der Softwareentwicklung, Englisch und Spanisch, sucht Einstieg im IT-Projektmanagement.Die Angaben folgen dem Muster aus Heidelberg. Nenne Eigenschaften nur, wenn der Werdegang sie belegt.
Studierende für ein PraktikumErfundenes Beispiel: Studierende der Kommunikationswissenschaft im vierten Semester, Deutsch und Französisch, interessiert an Redaktionsarbeit, sucht Praktikum im Bereich Online-Redaktion.Nenne das gesuchte Praktikum als Berufswunsch. Prüfe, ob die Sprachen für die Stelle relevant sind.
QuereinsteigerErfundenes Beispiel: Ausgebildete Erzieherin mit Erfahrung in der Kinderbetreuung, sucht Einstieg in die Verwaltung eines Unternehmens.Benenne den bisherigen Beruf sachlich und nenne die Funktion, die du anstrebst.

Floskeln wie teamfähig wirken ohne Nachweis im Werdegang austauschbar, deshalb prüfst du die Eigenschaften einzeln an einer Station. Superlative wie hervorragend oder ausgezeichnet lässt du ebenfalls weg. Das Muster aus Heidelberg zeigt, wie knapp ein Abschnitt dieser Art bleiben kann.

Ein Foto prüfst du vor dem Einfügen am Leitfaden der Stelle, bei der du dich bewirbst, und setzt es nur dann neben die Kontaktdaten, wenn der Leitfaden das zulässt.

Ein Foto gehört nach den Kontaktdaten daneben, wenn der Leitfaden der Stelle das vorsieht. Lies dazu vor dem Einfügen den Leitfaden der Stelle und suche in den offiziellen Unterlagen deiner Hochschule oder des Unternehmens nach dem Stichwort Foto im Lebenslauf, bevor du ein Bild einsetzt.

Kurzprofil schreiben: Prüfliste mit vier Punkten

Wann du das Kurzprofil weglassen kannst

Das Kurzprofil gilt im Bewerbungskompass als empfohlen, bei der ZHAW als fakultativ. Daraus ergibt sich ein Spielraum, aber keine Pflicht. Ein Lebenslauf mit klarem Werdegang funktioniert auch ohne Kurzprofil.

Ein Kurzprofil kann wegfallen, wenn die Zeilen nur Floskeln wiederholen. Dann steht im Kern dasselbe wie im Werdegang, und der Platz fehlt für Stationen. Ebenso kommt ein Weglassen in Betracht, wenn der Lebenslauf sonst auf zwei Seiten rutscht. Prüfe das mit deinem Layout.

Wer vom Studium in den Beruf wechselt, prüft beim Lebenslauf für Berufseinsteiger, ob das Kurzprofil den noch kurzen Werdegang sinnvoll ergänzt. Dabei hilft der Blick auf die beiden Stärken, die du im Werdegang belegen kannst.

Passt das Kurzprofil zur Stelle, prüfst du zuerst, ob Anschreiben und Lebenslauf dieselbe Richtung zeigen, wenn du eine gute Bewerbung schreiben willst. Der Abgleich ist ein Schritt vor dem Versand.

Ob der Lebenslauf am Ende stimmig wirkt, siehst du beim Lebenslauf nach DIN 5008 im Gesamtbild, wenn Gliederung und Abstände gemeinsam mit dem Kurzprofil geprüft sind. Frage dich, ob die Angaben dort stehen, wo eine lesende Person sie erwartet.

Quellen und Stand

Soll jemand dein Anschreiben und deinen Lebenslauf vor dem Versand auf Rechtschreibung, Ausdruck und Aufbau prüfen?

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Häufige Fragen zum Kurzprofil im Lebenslauf

Wo steht das Kurzprofil im Lebenslauf?

Der Bewerbungskompass der Bundesagentur für Arbeit nennt das Kurzprofil empfohlen und beschreibt, dass es direkt am Anfang des Lebenslaufs steht. Prüfe in deinem Dokument, ob es vor dem Werdegang steht.

Ist ein Kurzprofil verpflichtend?

Der Bewerbungskompass der Bundesagentur für Arbeit nennt es empfohlen, nicht verpflichtend. Die Career Services der ZHAW School of Management and Law, eine Schweizer Stelle, führen es als fakultativ. Daraus folgt nicht, dass ein Lebenslauf ohne Kurzprofil schlechter bewertet wird.

Wie viele Zeilen soll ein Kurzprofil haben?

Die Career Services der ZHAW School of Management and Law, eine Schweizer Stelle, nennen drei bis vier Zeilen als ausreichend. Der Rat gilt nicht für jeden Arbeitgeber in Deutschland, prüfe daher die Angaben der Stelle, bei der du dich bewirbst.

Was steht im Heidelberg-Muster?

Der Beispiel-Lebenslauf des Career Service der Universität Heidelberg (heiSKILLS) zeigt direkt unter den Kontaktdaten einen Abschnitt PROFIL mit Abschluss und Fachrichtung, Sprachen, persönlichen Eigenschaften und dem Berufswunsch. Das Muster verlangt aber nicht, dass jeder Lebenslauf einen PROFIL-Abschnitt hat.

Darf ich im Kurzprofil die Ich-Form verwenden?

Laut Bewerbungskompass der Bundesagentur für Arbeit soll die Formulierung klar sein und ohne Ich-Form auskommen. Das Beispiel der ZHAW School of Management and Law zeigt ebenfalls eine Formulierung ohne Ich-Form. Prüfe die Angaben der Stelle, bei der du dich bewirbst.

Wann kann ich das Kurzprofil weglassen?

Ein Weglassen kommt in Betracht, wenn die Zeilen nur Floskeln wiederholen oder der Lebenslauf sonst auf zwei Seiten rutscht. Ein Lebenslauf mit klarem Werdegang funktioniert auch ohne Kurzprofil.

Wie erkenne ich Floskeln im Kurzprofil?

Prüfe die Eigenschaften einzeln an einer Station im Werdegang. Steht kein Nachweis dahinter, streiche sie. Superlative lässt du ebenfalls weg.

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