Kovarianz fachlich einordnen und anwenden

Kovarianz verständlich erklärt

Lesezeit ca. 8 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Tipps für Studium und wissenschaftliches Arbeiten

Kovarianz beschreibt eine Rechengröße für zwei Zufallsvariablen. Die Erklärung führt von der Definition über die Berechnung bis zur Prüfung einer eigenen Anwendung.

Kovarianz im Studium einordnen

Die Kovarianz wird in der Quelle als Ansatz behandelt, die Abhängigkeit zweier Zufallsvariablen zu quantifizieren. Die Variablen werden mit X und Y bezeichnet; beide dürfen diskret oder kontinuierlich sein. Zu ihnen gehören die Mittelwerte μX und μY.

Als Schreibweisen nennt die Quelle Cov(X,Y) und σXY. Definiert ist die Kovarianz durch Cov(X,Y) = E[(X - μX)(Y - μY)]. Die Formel verwendet das Produkt der Abweichungen beider Variablen von ihren Mittelwerten und bildet dazu den Erwartungswert.

Für das Studium verweist die Lehrsequenz darauf, Schritte von Beweisen zu verstehen und gelernte Verfahren auf neue Aufgaben zu übertragen. Beim wissenschaftlichen Arbeiten kann die Darstellung deshalb an der formalen Definition sowie an den jeweils ausgewiesenen Rechenschritten ausgerichtet werden.

Für die weitere Bearbeitung bleibt zwischen diskreten und kontinuierlichen Zufallsvariablen zu unterscheiden, weil die Quelle dafür unterschiedliche Rechenformen angibt. Aussagen, die über Definition und diese Rechenformen hinausgehen, sollten erst nach Prüfung einer dafür tragenden Quelle formuliert werden.

Fortschrittsbalken für die einzelnen Ablaufstationen zu Kovarianz

Definition, Merkmale und Rechenformen

Die Definition besteht aus vier Elementen: den Zufallsvariablen X und Y, ihren Mittelwerten μX und μY, den Abweichungen X - μX und Y - μY sowie dem Erwartungswert des Produkts dieser Abweichungen. Daraus folgt die Schreibweise Cov(X,Y) = E[(X - μX)(Y - μY)].

Die Quelle schließt diskrete und kontinuierliche Zufallsvariablen in diese Definition ein. Für die Berechnung unterscheidet sie anschließend zwei Fälle. Bei diskreten Zufallsvariablen nutzt die Formel die gemeinsame Wahrscheinlichkeitsfunktion f(x,y) und den gemeinsamen Träger S:

Cov(X,Y) = ΣΣ über (x,y) in S von (x - μX)(y - μY) f(x,y)

Für jedes Wertepaar aus S enthält dieser Ausdruck die beiden Abweichungen und f(x,y). Die Doppelsumme bezieht sich auf die Wertepaare des gemeinsamen Trägers.

Für kontinuierliche Zufallsvariablen benennt die Quelle die Träger S1 und S2 sowie die Funktion f(x,y). Hier erscheint statt der Doppelsumme ein Doppelintegral:

Cov(X,Y) = ∫ über S2 ∫ über S1 (x - μX)(y - μY) f(x,y) dx dy

Die Reihenfolge für eine Anwendung kann daher an der Quelle ausgerichtet werden: Variablen und Mittelwerte festhalten, den diskreten oder kontinuierlichen Fall bestimmen und anschließend die dazu angegebene Summen- oder Integralform verwenden. Vor der Rechnung ist zu prüfen, ob die Aufgabenangaben eine gemeinsame Wahrscheinlichkeitsfunktion oder die für den kontinuierlichen Fall verwendete Funktion bereitstellen.

Kovarianz Schritt für Schritt berechnen

  1. Variablen festhalten: Schreibe die beiden Zufallsvariablen als X und Y auf. Ergebnis dieses Schritts ist eine eindeutige Bezeichnung der beiden Größen.
  2. Mittelwerte erfassen: Notiere μX und μY. Sind die Mittelwerte in der Aufgabe gegeben, werden sie in die weitere Rechnung übernommen. Ergebnis ist die Grundlage für beide Abweichungen.
  3. Datentyp bestimmen: Prüfe, ob die Variablen diskret oder kontinuierlich beschrieben werden. Ergebnis ist die Entscheidung zwischen der Summenform und der Integralform.
  4. Gemeinsame Verteilung zuordnen: Im diskreten Fall wird die gemeinsame Wahrscheinlichkeitsfunktion f(x,y) über dem gemeinsamen Träger S verwendet. Im kontinuierlichen Fall werden die Träger S1 und S2 sowie die Funktion f(x,y) verwendet. Ergebnis ist die passende gemeinsame Rechenbasis.
  5. Abweichungen bilden: Für jeden betrachteten Wert werden x - μX und y - μY gebildet. Ergebnis sind zwei Abweichungen, die zum jeweiligen Wertepaar gehören.
  6. Produkt bilden: Multipliziere die beiden Abweichungen zu (x - μX)(y - μY). Ergebnis ist der einzelne Term, der in der diskreten Summe oder im kontinuierlichen Integranden erscheint.
  7. Gewichten: Im diskreten Fall wird der Term mit f(x,y) multipliziert. Ergebnis ist der gewichtete Beitrag des Wertepaares.
  8. Zusammenführen: Addiere die gewichteten Beiträge über alle Wertepaare in S. Im kontinuierlichen Fall wird der entsprechende Ausdruck über S1 und S2 integriert. Ergebnis ist der Wert von Cov(X,Y).
  9. Darstellung festhalten: Schreibe am Ende die Bezeichnung Cov(X,Y) oder σXY zusammen mit dem berechneten Ausdruck oder Wert. Ergebnis ist eine prüfbare Zuordnung zwischen Definition, Rechenweg und Schlusswert.

Dieser Ablauf verbindet jeden Arbeitsschritt mit einem konkreten Zwischenergebnis. Dadurch bleibt sichtbar, ob die Mittelwerte, die Wertepaare, die gemeinsame Funktion und die abschließende Summe oder das Integral tatsächlich verwendet wurden.

Ein durchgängiges diskretes Beispiel

Für eine kurze Übung werden zwei diskrete Zufallsvariablen betrachtet. Es werden nur zwei mögliche Wertepaare angesetzt: (x,y)=(-1,-1) und (x,y)=(1,1). Jedem dieser Wertepaare wird die gemeinsame Wahrscheinlichkeit 0,5 zugeordnet. Damit liegt eine gemeinsame Wahrscheinlichkeitsfunktion für einen diskreten Fall vor.

Aus diesen beiden gleich gewichteten Werten ergeben sich die Mittelwerte μX = 0 und μY = 0. Die Abweichungen stimmen hier mit den jeweiligen Werten überein. Für das erste Wertepaar gilt deshalb:

(x - μX)(y - μY) f(x,y) = (-1 - 0)(-1 - 0) · 0,5 = 0,5

Für das zweite Wertepaar gilt:

(x - μX)(y - μY) f(x,y) = (1 - 0)(1 - 0) · 0,5 = 0,5

Nun werden die beiden Beiträge über den gemeinsamen Träger addiert:

Cov(X,Y) = 0,5 + 0,5 = 1

Das Beispiel setzt die diskrete Formel vollständig um: Es benennt X und Y, verwendet ihre Mittelwerte, bildet die beiden Abweichungsprodukte, gewichtet jeden Term mit der gemeinsamen Wahrscheinlichkeitsfunktion und addiert anschließend die Beiträge. Der ausgewiesene Wert folgt damit aus den ausdrücklich angesetzten Übungsdaten und der Definition.

Für eine Aufgabe mit anderen diskreten Werten wird nicht der Zahlenwert dieses Beispiels übernommen. Stattdessen werden die dort vorgegebenen Werte, Mittelwerte und Wahrscheinlichkeiten in dieselbe Rechenfolge eingesetzt. Bei einer kontinuierlichen Aufgabenstellung wird die Summenform nicht verwendet, sondern der in der Quelle angegebene Ausdruck mit den beiden Integrationsbereichen und der verwendeten Funktion f(x,y).

Kovarianz mit Checkliste für Unterlagen und nächste Schritte

Definition, Anwendung und Abgrenzung prüfen

Der Qualitätscheck sollte vier fachliche Bereiche getrennt betrachten: Definition, zentrale Merkmale, Anwendung und Abgrenzung. Danach folgt eine eigene formale Prüfung.

Definitionsprüfung: Stehen die beiden Zufallsvariablen X und Y fest? Sind die Mittelwerte μX und μY genannt? Erscheint die Kovarianz als Cov(X,Y) oder σXY? Ist der Ausdruck E[(X - μX)(Y - μY)] korrekt wiedergegeben? Wenn ein Bestandteil fehlt, muss die Definition vor der weiteren Rechnung ergänzt werden.

Prüfung der zentralen Merkmale: Wurde zwischen diskreten und kontinuierlichen Zufallsvariablen unterschieden? Im diskreten Fall muss die gemeinsame Wahrscheinlichkeitsfunktion f(x,y) zusammen mit dem gemeinsamen Träger S erkennbar sein. Im kontinuierlichen Fall müssen die Träger S1 und S2 sowie die Funktion f(x,y) zur Integralform passen.

Anwendungsprüfung: Sind die Abweichungen von den beiden Mittelwerten einzeln gebildet? Wurde das Produkt der Abweichungen berechnet? Wurde im diskreten Fall jeder Beitrag mit f(x,y) gewichtet und anschließend über die Wertepaare in S summiert? Wurde im kontinuierlichen Fall der entsprechende Ausdruck über die angegebenen Träger integriert? Jeder Rechenschritt sollte zu einem sichtbaren Zwischenergebnis führen.

Abgrenzungsprüfung: Trenne die Wahl der Rechenform von der Ausführung der Rechnung. Die Summenform gehört zur diskreten Beschreibung, die Integralform zur kontinuierlichen Beschreibung. Eine zusätzliche Aussage über die Kovarianz darf nicht aus einer bloßen Bezeichnung abgeleitet werden. Prüfe stattdessen, ob sie unmittelbar durch die Definition oder die ausgeführte Rechnung getragen wird.

Formale Prüfung: Kontrolliere Variablennamen, Mittelwertbezeichnungen, Klammern, Multiplikationszeichen, Summationsbereich, Integrationsbereiche und die Schreibweise der gemeinsamen Wahrscheinlichkeitsfunktion oder Funktion. Prüfe außerdem, ob der abschließende Ausdruck eindeutig als Cov(X,Y) oder σXY ausgewiesen ist. Diese formale Prüfung bleibt von der fachlichen Abgrenzung getrennt.

Passende nächste Schritte

Quellen und Stand

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Häufige Fragen zu Kovarianz

Was ist Kovarianz?

Kovarianz ist für zwei Zufallsvariablen X und Y durch E[(X - μX)(Y - μY)] definiert.

Welche Zufallsvariablen werden betrachtet?

Die Quelle betrachtet zwei Zufallsvariablen X und Y, die diskret oder kontinuierlich sein können.

Welche Bezeichnungen hat die Kovarianz?

Die Kovarianz wird als Cov(X,Y) oder als σXY bezeichnet.

Wie wird Kovarianz bei diskreten Variablen berechnet?

Im diskreten Fall wird über die Wertepaare im gemeinsamen Träger S summiert und jeder Term mit der gemeinsamen Wahrscheinlichkeitsfunktion f(x,y) gewichtet.

Wie unterscheidet sich der kontinuierliche Fall?

Bei kontinuierlichen Zufallsvariablen wird der Ausdruck über die angegebenen Träger S1 und S2 integriert und mit der in der Quelle verwendeten Funktion f(x,y) verbunden.

Was sollte bei einer eigenen Rechnung geprüft werden?

Zu prüfen sind Definition, Mittelwerte, Wahl zwischen Summenform und Integralform, Abweichungsprodukte, Gewichtung oder Integration sowie die formale Schlussdarstellung.

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