Wie plane ich die Abschlussarbeit neben Job und Alltag?

Zeitmanagement: Blöcke, Prioritäten und Nebenjob

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 2. Oktober 2026 · Aufbau der Bachelorarbeit

Wer eine Abschlussarbeit schreibt, braucht neben Fachwissen vor allem einen tragfähigen Zeitplan. Vier Planungsschritte stehen im Mittelpunkt: Rahmen und Prioritäten klären, Arbeitsblöcke bilden, Aufschieben gegensteuern und einen Wochenablauf entwickeln.

Rahmen und Prioritäten klären

Wer die Zeit für die Abschlussarbeit plant, klärt zuerst, welche Verpflichtungen daneben bestehen. Die Schreibberatung der PH FHNW nennt als Rahmenfragen ausdrücklich Verpflichtungen wie Praktikum oder Job sowie die eigenen Prioritäten, die vor dem eigentlichen Zeitplan geklärt werden sollten. Diese Fragen stehen am Anfang, weil sich daraus ableitet, wie viel Zeit überhaupt für das Schreiben zur Verfügung steht. Wer diesen Schritt überspringt, kann die festen Termine und wiederkehrenden Pflichten im eigenen Kalender gegenprüfen, bevor ein Zeitplan daraus entsteht.

Das Schreibportal der Universität Leipzig geht in dieselbe Richtung und hält fest, dass Nebenjob und private Termine in den Plan gehören, nicht als Randnotiz, sondern als fester Bestandteil der Zeitrechnung. Wer also neben dem Studium arbeitet, sollte die Arbeitszeiten von Anfang an in den Kalender eintragen, bevor Schreibblöcke dort landen. Das Schreibzentrum der Universität Hamburg ergänzt diesen Gedanken mit dem Rat zu einer Gesamtsicht im Kalender, die Fristen, Betreuungstermine und private Ereignisse gemeinsam sichtbar macht. Wer alle Termine an einem Ort zusammenträgt, kann den Kalender auf freie Zeiträume für die Abschlussarbeit hin durchsehen.

Diese Klärung von Rahmen und Prioritäten ist Teil eines umfassenderen Zeitmanagement im Studium, das alle laufenden Verpflichtungen gemeinsam in den Blick nimmt. Für die Abschlussarbeit selbst bedeutet das: Ein tragfähiger Zeitplan für die Bachelorarbeit entsteht erst, wenn feststeht, welche festen Termine im Alltag ohnehin schon belegt sind. Offene Fragen zu Pflichtpraktika oder Prüfungsordnungen lassen sich direkt mit der betreuenden Person oder dem zuständigen Prüfungsamt klären, da die genannten Empfehlungen für keinen bestimmten Studiengang verbindlich sind.

Zeit für die Abschlussarbeit einteilen: der Ablauf in drei Schritten

Arbeitsblöcke bilden

Arbeitsblöcke mit festem Anfang und Ende machen den Plan überprüfbar. Das Schreibzentrum der Universität Hamburg beschreibt genau dieses Vorgehen: Arbeitspakete werden in Blöcke mit klarem Anfang und Ende geteilt, und zwischen diesen Blöcken liegt jeweils Puffer. Am Ende jedes Blocks steht damit eine klare Antwort: erledigt oder nicht erledigt. Wer neben dem Studium einen Job hat, muss diese Blöcke zusätzlich mit den Arbeitszeiten abstimmen, und genau dazu liefert die Seite zur Semesterplanung mit Nebenjob weiterführende Anknüpfungspunkte.

Die PH FHNW nennt eigene Routinen als zweiten Baustein und empfiehlt, mindestens 2 Stunden am Stück zu schreiben und dabei auch Erholung einzuplanen. Das bedeutet, dass ein Arbeitsblock nicht beliebig kurz angesetzt werden sollte, wenn er dem konzentrierten Schreiben dienen soll, und dass Pausen Teil der Planung bleiben. Die Goethe-Universität Frankfurt nennt in einem Interview mit dem Psychologen Thomas Abel die Pomodoro-Technik mit 25 Minuten als eine von mehreren Methoden, mit denen sich Arbeitszeit in überschaubare Abschnitte gliedern lässt.

Diese drei Hinweise zusammen ergeben ein Bild: Blöcke mit klarem Rahmen, ausreichend Länge für echtes Arbeiten und Pufferzeiten dazwischen. Die genannten Quellen benennen keine einheitliche Blocklänge; die Empfehlungen aus Hamburg, FHNW und Frankfurt dienen als Ausgangspunkte für die eigene Planung. Die Blocktechnik kommt auch beim Zeitmanagement in der Klausur zum Einsatz, ist dort jedoch auf eine einzelne Prüfungssituation zugeschnitten und nicht auf einen mehrwöchigen Schreibprozess ausgerichtet.

Aufschieben erkennen und gegensteuern

Die Goethe-Universität Frankfurt beschreibt im Interview mit dem Psychologen Thomas Abel mehrere Methoden, die gegen das Aufschieben von Aufgaben eingesetzt werden können. Keine dieser Methoden wird dort als Lösung für jede Person dargestellt, sondern als Vorschlag, den man ausprobieren kann. Das Aufschieben von Schreibaufgaben und Prokrastination im Studium beschreiben verwandte Muster, bei denen vorhandene Zeit nicht für das eigentliche Arbeiten genutzt wird.

In der folgenden Tabelle stehen vier der genannten Methoden, so wie sie die Quelle beschreibt.

Tabelle: Methode, Kern, Beleg
MethodeKernBeleg
Eisenhower-MethodeAufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit ordnenGoethe-Universität Frankfurt
Kleine HäppchenAufgaben in kleine, überschaubare Teile teilenGoethe-Universität Frankfurt
Teilziele mit TerminZwischenziele mit festem Datum setzenGoethe-Universität Frankfurt
Störquellen ausschaltenAblenkungen während der Arbeitszeit vermeidenGoethe-Universität Frankfurt

Der Psychologe nennt Perfektionismus als eine mögliche Ursache für das Aufschieben und weist darauf hin, dass der wissenschaftliche Bereich dafür besonders anfällig sei. Das bedeutet nicht, dass jede Person mit einer Abschlussarbeit perfektionistisch arbeitet, sondern beschreibt eine mögliche Erklärung unter mehreren, die der Interviewpartner anspricht. Wer bei sich selbst ein Muster aus Aufschieben erkennt, kann die genannten Methoden einzeln testen, statt sich auf eine einzige Technik zu verlassen, da die Quelle selbst mehrere Ansätze nebeneinanderstellt, ohne einen davon als allgemein wirksam zu kennzeichnen.

Zeit für die Abschlussarbeit einteilen: Prüfliste mit vier Punkten

Wochenablauf in Schritten

Ein möglicher Wochenablauf für die Abschlussarbeit beginnt mit den festen Terminen und endet mit der regelmäßigen Anpassung des Plans. Die Universität Leipzig, die Universität Wien und die Goethe-Universität Frankfurt nennen dazu konkrete Schritte, die sich zu einer Reihenfolge verbinden lassen.

  1. Fixtermine und Nebenjob eintragen
  2. Prioritäten ordnen
  3. Feste Schreibblöcke setzen
  4. Puffer lassen
  5. Plan regelmäßig anpassen

Das Schreibportal der Universität Leipzig hält fest, dass Nebenjob und private Termine im Plan berücksichtigt und der Zeitplan regelmäßig angepasst werden sollte, weil der Abgabetermin als fester Ausgangspunkt für die Rückwärtsplanung gilt. Der Planer des Center for Teaching and Learning der Universität Wien rät dazu, Tages- und Wochenziele zu protokollieren, damit sich der eigene Fortschritt im Rückblick nachvollziehen lässt. Wer Tages- und Wochenziele protokolliert, kann im Rückblick selbst prüfen, ob die gesetzten Ziele erreicht wurden.

Die Goethe-Universität Frankfurt rät zusätzlich dazu, Aufgaben bestimmten Tagen zuzuordnen und sich nach erledigten Etappen zu belohnen. Wenn an einem Schreibblock trotz fester Zeit nichts vorangeht, kann es helfen, sich mit dem Thema Schreibblockade überwinden auseinanderzusetzen, da dort gezielt auf diese Situation eingegangen wird. Der Wiener Planer weist zudem ausdrücklich darauf hin, dass er die Betreuung nicht ersetzt und seine Tipps für viele, aber nicht automatisch alle gelten, was bei der Übertragung auf die eigene Woche berücksichtigt werden sollte.

Quellen und Stand

Der vollständige Titel zu „Wie plane ich die Abschlussarbeit neben Job und Alltag?“ lautet „Zeitmanagement für die Abschlussarbeit planen“.

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Häufige Fragen zum Zeitmanagement bei der Abschlussarbeit

Warum sollte der Nebenjob zuerst im Kalender stehen?

Das Schreibportal der Universität Leipzig empfiehlt, Nebenjob und private Termine in den Plan einzurechnen, bevor Schreibblöcke eingetragen werden. Nur so zeigt der Kalender, wie viel Zeit für die Abschlussarbeit tatsächlich übrig bleibt.

Wie lang sollte ein Schreibblock nach den genannten Quellen mindestens sein?

Die PH FHNW nennt in ihrer Schreibberatung die Empfehlung, mindestens 2 Stunden am Stück zu schreiben und dabei Erholung einzuplanen. Diese Angabe stammt von einer einzelnen Schreibberatung und ist keine allgemeingültige Vorgabe für jede Hochschule.

Was beschreibt die Eisenhower-Methode im Zusammenhang mit Aufschieben?

Laut der Goethe-Universität Frankfurt ordnet die Eisenhower-Methode Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit, um gegen das Aufschieben vorzugehen. Sie wird dort als eine von mehreren möglichen Methoden genannt, nicht als einzige Lösung.

Welche Rolle spielt Puffer im Zeitplan der Universität Hamburg?

Das Schreibzentrum der Universität Hamburg beschreibt, dass Arbeitspakete in Blöcke mit Anfang und Ende geteilt werden und zwischen diesen Blöcken Puffer liegt. Diese Pufferzeiten sollen helfen, Verzögerungen innerhalb des Zeitplans aufzufangen.

Was rät der Wiener Planer zur Protokollierung von Zielen?

Der Planer des Center for Teaching and Learning der Universität Wien rät dazu, Tages- und Wochenziele zu protokollieren, um den eigenen Fortschritt nachvollziehen zu können. Der Planer weist zugleich darauf hin, dass er die Betreuung nicht ersetzt.

Welche Ursache nennt der Psychologe aus Frankfurt für das Aufschieben?

Im Interview mit der Goethe-Universität Frankfurt nennt der Psychologe Thomas Abel Perfektionismus als mögliche Ursache für Aufschieben und weist darauf hin, dass der wissenschaftliche Bereich dafür besonders anfällig sei. Dies wird als eine mögliche Erklärung dargestellt, nicht als allgemeine Diagnose.

Wie geht die PH FHNW mit Pufferzeiten für die Korrekturphase um?

Die Schreibberatung der PH FHNW empfiehlt, beim Rückwärtsplanen vom Abgabetermin aus Pufferzonen einzubauen, etwa fürs Gegenlesen und Korrigieren möglichst zwei Wochen. Diese Angabe gilt als Empfehlung der dortigen Schreibberatung, nicht als Vorschrift für alle Studiengänge.

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