Zeitform und Tempus in der Bachelorarbeit gezielt wählen

Zeitform und Tempus in der Bachelorarbeit: Die wichtigsten Schritte im Überblick

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2026 · Studium-Tipps

Beim wissenschaftlichen Schreiben entscheidet die Funktion einer Aussage über das passende Tempus. Erfahre, wie du zeitlose Theorien im Präsens darstellst, abgeschlossene Schritte im Methodenteil im Präteritum oder Perfekt beschreibst und die Vorgaben deiner zuständigen Stelle systematisch prüfst.

Überblick: Zeitform und Tempus in der Bachelorarbeit funktional einordnen

Wenn du deine Abschlussarbeit verfasst, stehst du vor der Entscheidung, welches Tempus für welchen Textabschnitt passt. Im wissenschaftlichen Schreiben wird die Zeitform funktional gewählt. Das bedeutet, dass nicht der gesamte Text starr in einer einzigen Zeitstufe verfasst wird, sondern die jeweilige Aussagefunktion über den Einsatz entscheidet. Das Präsens drückt eine zeitlose wissenschaftliche Geltung aus. Du setzt diese Gegenwartsform daher bei Begriffen, bei Theorien sowie in der Diskussion ein. Davon unterscheidest du die Darstellung im Methodenteil: Um dort bereits abgeschlossene Forschungsschritte zu beschreiben, nutzt du das Präteritum oder das Perfekt.

Neben dieser funktionalen Unterscheidung gilt es, zwei zentrale Grundsätze im gesamten Manuskript zu beachten. Zum einen sind unbegründete Wechsel der Zeitform innerhalb eines einzelnen Gedankengangs zu vermeiden. Zum anderen darfst du weiterhin gültige Theorien nicht durch den Einsatz einer Vergangenheitsform historisieren. Ziel dieser klaren Trennung ist ein nachvollziehbarer Textaufbau, bei dem sofort erkennbar bleibt, ob du gerade ein gültiges Erklärungsmodell erläuterst oder dein eigenes, bereits beendetes Vorgehen bei der Untersuchung schilderst. Gleichzeitig hat diese allgemeine Orientierung klare Grenzen: Sie ersetzt keine individuellen Vorgaben deiner Einrichtung und liefert keine starre Schablone für sämtliche Fächer. Prüfe deshalb frühzeitig in deinen Unterlagen, welche ergänzenden Richtlinien für dein Vorhaben gelten, und verlasse dich niemals auf ungeprüfte Annahmen über vermeintliche Fristen oder formale Umfangszahlen.

Gerade wenn du dich über allgemeine Studium-Tipps informierst oder die Anforderungen verschiedener Studiengänge betrachtest, fällt die Bedeutung präziser Sprache auf. Wer frühzeitig gelernt hat, im Rahmen eines Studienorientierungstest eigene Schwerpunkte zu setzen oder beim Thema Studiengang wählen genau auf formale Kriterien zu achten, profitiert auch beim Verfassen der Abschlussarbeit von einer strukturierten Arbeitsweise. Nimm dir vor dem Schreiben Zeit, die Funktion jedes geplanten Kapitels festzulegen. Kläre anhand offizieller Dokumente, wer deine Arbeit betreut, und halte dich konsequent an belegte Fakten statt an bloße Vermutungen aus dem Bekanntenkreis.

Zeitform und Tempus in der Bachelorarbeit mit einer themenspezifischen Checkliste

Schritt für Schritt: Aussagefunktion bestimmen und Vorgaben prüfen

Damit du deine Arbeit sprachlich konsistent aufbaust, empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen vor und während der Schreibphase. Bestimme im ersten Schritt für jedes geplante Kapitel die genaue Aussagefunktion. Überlege dir vor dem Formulieren eines Abschnitts, ob du darin Begriffe definierst, weiterhin gültige Theorien erläuterst und Ergebnisse in der Diskussion einordnest oder ob du im Methodenteil auf bereits abgeschlossene Schritte deiner Untersuchung zurückblickst. Lege auf dieser Basis die Zeitform konsistent fest: Wähle das Präsens für Aussagen mit zeitloser wissenschaftlicher Geltung und entscheide dich beim Beschreiben abgeschlossener Schritte im Methodenteil für das Präteritum oder das Perfekt. Achte beim Schreiben jedes Absatzes darauf, die gewählte Linie beizubehalten und innerhalb eines Gedankengangs nicht unbegründet zwischen den Zeitstufen zu springen.

Im zweiten Schritt prüfst du die konkreten Anforderungen an deiner Einrichtung. Ermittle aus den offiziellen Unterlagen für dein Studium die zuständige Stelle oder die verantwortliche Person an deinem Lehrstuhl. Suche in den bereitgestellten Dokumenten gezielt nach einem Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten. Auch ein genauer Blick in die für dich gültige Prüfungsordnung sowie in das aktuelle Modulhandbuch hilft dir dabei, formale Rahmenbedingungen und zuständige Ansprechpartner für deine Abschlussarbeit zweifelsfrei festzustellen. Falls du im Zuge deiner allgemeinen Studienorganisation ohnehin Angebote wie die Studienberatung nutzt oder Unterlagen für Immatrikulation und Rückmeldung sichtest, kannst du dir parallel dazu eine Übersicht über die offiziellen Informationswege deines Fachbereichs anlegen. Dokumentiere das Ergebnis deiner Recherche schriftlich in deinen Arbeitsnotizen und lege deinen nächsten konkreten Arbeitsschritt für die Textüberarbeitung fest.

Konkretes Ablaufbeispiel für deine Planung: Du entwirfst die Gliederung deiner Bachelorarbeit und markierst dir direkt neben den Kapitelüberschriften die sprachliche Funktion. Für das Kapitel zu den theoretischen Begriffen und für die abschließende Diskussion notierst du das Präsens, weil diese Teile zeitlose wissenschaftliche Geltung ausdrücken. Für den Abschnitt, der die bereits durchgeführte Datenerhebung im Methodenteil schildert, legst du vorab eine Vergangenheitsform wie das Präteritum fest. Anschließend öffnest du die Webseite deines Lehrstuhls, lädst den dort hinterlegten Leitfaden herunter und prüfst die Hinweise zur sprachlichen Gestaltung. Du speicherst das Dokument in deinem Projektordner, hältst die gewählte Zeitform pro Kapitel in einem kurzen Redaktionsblatt fest und beginnst als nächsten Schritt mit dem Ausformulieren des Methodenteils.

Typische Fehler bei der Tempuswahl gezielt vermeiden

Beim Verfassen und Überarbeiten einer Abschlussarbeit treten bestimmte sprachliche Stolpersteine besonders dann auf, wenn Schreibende nach pauschalen Faustregeln suchen. Ein grundlegender Fehler besteht darin, eine starre Einheitszeitform für das gesamte Dokument zu behaupten und sämtliche Kapitel ohne Rücksicht auf ihre Funktion im selben Tempus zu verfassen. Wer beispielsweise abgeschlossene Schritte im Methodenteil genau wie zeitlose Definitionen behandelt, verfehlt die funktionale Unterscheidung im wissenschaftlichen Schreiben. Ebenso problematisch ist es, innerhalb eines zusammenhängenden Gedankengangs die Zeitformen grundlos zu wechseln. Wenn du in einem Absatz mitten in der Argumentation ohne funktionalen Anlass vom Präsens in eine Vergangenheitsform springst, bricht der Lesefluss ab und die zeitliche Einordnung deiner Aussage wird unklar.

Vermeide es außerdem unbedingt, ältere, aber weiterhin gültige Theorien im Präteritum zu historisieren. Auch wenn ein wissenschaftliches Modell bereits vor längerer Zeit formuliert wurde, drückst du seine fortbestehende wissenschaftliche Geltung bei der Erläuterung von Theorien und Begriffen sowie in der Diskussion im Präsens aus. Ein weiterer Fehler liegt darin, persönliche Annahmen mit verbindlichen Regeln zu verwechseln. Gehe niemals ungeprüft davon aus, dass die Vorgaben aus einem früheren Seminar an anderen Hochschulen und Universitäten oder pauschale Ratschläge zur Wahl zwischen Universität oder Fachhochschule automatisch für deine aktuelle Arbeit gelten. Wer sich schon bei Themen wie Numerus Clausus, Erstsemester-Tipps oder der Abrechnung über das ECTS-System auf bloßes Hörensagen verlässt, riskiert Missverständnisse; bei der Abschlussarbeit führt das Verwechseln von Vermutungen mit offiziellen Leitfäden schnell zu unnötigem Korrekturaufwand.

Schiebe schließlich notwendige Nachweise, Dokumentenprüfungen und Rückfragen bei der zuständigen Stelle nicht bis kurz vor der Abgabe auf. Genauso wie du eine Bewerbung um ein Stipendium im Studium oder einen gründlichen Studienkredit-Vergleich frühzeitig anhand verlässlicher Quellen vorbereitest, solltest du Unklarheiten zur sprachlichen Gestaltung deiner Arbeit sofort klären. Wenn der offizielle Leitfaden deines Lehrstuhls eine spezielle Frage zur Darstellung im Methodenteil offenlässt, notiere dir den Punkt umgehend und wende dich mit einer präzisen Anfrage an die für dich zuständige Betreuungsperson, bevor du lange Textpassagen auf einer unsicheren Grundlage verfasst.

Fortschrittsbalken für die einzelnen Ablaufstationen zu Zeitform und Tempus in der Bachelorarbeit

Abschluss-Checkliste für deine Textkontrolle

Bevor du deine Arbeit final einreichst, solltest du einen eigenen Korrekturdurchgang ausschließlich der sprachlichen Konsistenz widmen. Gehe dabei jedes Kapitel einzeln durch und gleiche die verwendeten Verben mit der jeweiligen Funktion der Textpassage ab. So stellst du sicher, dass keine unbegründeten Wechsel übrig geblieben sind und alle formulierten Sätze den Anforderungen des wissenschaftlichen Schreibens sowie den geprüften Dokumenten deiner Einrichtung entsprechen.

  • Einleitung und Theorieteil systematisch kontrollieren: Prüfe Satz für Satz, ob Begriffe und weiterhin gültige Theorien durchgehend im Präsens stehen, damit ihre zeitlose wissenschaftliche Geltung klar erkennbar bleibt und keine unzulässige Historisierung stattfindet.
  • Methodenkapitel auf abgeschlossene Schritte prüfen: Kontrolliere, ob alle bereits beendeten Arbeitsschritte deiner Untersuchung im Methodenteil konsequent im Präteritum oder im Perfekt beschrieben sind, ohne dass du innerhalb eines Gedankengangs grundlos die Zeitstufe wechselst.
  • Diskussion und Übergänge abgleichen: Vergewissere dich, dass Aussagen mit zeitloser Geltung in der Diskussion im Präsens formuliert sind und dass jeder Tempuswechsel beim Übergang vom Rückblick auf eigene Methoden zur allgemeinen Einordnung funktional begründet ist.
  • Tempus und Modus bei Zitaten und Paraphrasen prüfen: Gehe alle direkten Zitate und indirekten Wiedergaben im Text durch und kontrolliere systematisch, ob Zeitform und Modus bei Zitaten sowie Paraphrasen korrekt eingesetzt und stimmig in deinen eigenen Satzbau integriert sind.
  • Zuständige Quelle oder Stelle gegenprüfen: Nimm noch einmal den offiziellen Leitfaden deines Lehrstuhls oder die Unterlagen der für dich zuständigen Stelle zur Hand und gleiche deine dokumentierten Notizen mit dem fertigen Manuskript ab.
  • Persönlichen nächsten Schritt festlegen: Markiere alle Textstellen, bei denen du nach der eigenen Durchsicht noch unsicher bist, korrigiere eindeutige Verstöße sofort im Dokument und vereinbare bei offenen Detailfragen gezielt einen kurzen Abstimmungstermin mit deiner Betreuungsperson.

Quellen und Stand

Der Beitrag „Zeitform und Tempus in der Bachelorarbeit gezielt wählen“ trägt den vollständigen Titel „Zeitform und Tempus in der Bachelorarbeit richtig wählen“.

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Fragen und Antworten zum Thema Zeitform und Tempus in der Bachelorarbeit

Nach welchem Prinzip wähle ich das Tempus in meiner Bachelorarbeit?

Im wissenschaftlichen Schreiben wählst du die Zeitform funktional nach dem Zweck der Aussage. Das Präsens bringt zeitlose wissenschaftliche Geltung bei Begriffen, Theorien und in der Diskussion zum Ausdruck. Präteritum oder Perfekt beschreiben dagegen bereits abgeschlossene Arbeitsschritte im Methodenteil. Prüfe für einzelne Kapitel zusätzlich die Vorgaben der für dich zuständigen Stelle deiner Hochschule.

Welche Zeitform passt für abgeschlossene Schritte im Methodenteil?

Für das Beschreiben abgeschlossener Schritte im Methodenteil nutzt du im wissenschaftlichen Schreiben das Präteritum oder das Perfekt. Achte darauf, innerhalb eines Gedankengangs nicht unbegründet zwischen den Zeitformen zu wechseln. Lies in den offiziellen Unterlagen deiner zuständigen Stelle nach, welche dieser beiden Vergangenheitsformen für deine Arbeit bevorzugt wird.

Soll ich ältere, aber noch gültige Theorien in der Vergangenheit darstellen?

Nein, weiterhin gültige Theorien und Begriffe stellst du im Präsens dar, weil diese Zeitform deren zeitlose wissenschaftliche Geltung ausdrückt. Du solltest solche Theorien im Text nicht durch Vergangenheitsformen historisieren. Kläre vorab anhand der offiziellen Dokumente deiner zuständigen Stelle, wie du historische Bezüge und geltende Modelle in deinem Fachbereich darstellst.

Wann ist ein Wechsel der Zeitform in der Bachelorarbeit problematisch?

Innerhalb eines zusammenhängenden Gedankengangs musst du unbegründete Wechsel der Zeitform vermeiden. Ein Wechsel ist nur dann funktional begründet, wenn du beispielsweise von einem abgeschlossenen Schritt im Methodenteil zu einer Aussage mit zeitloser Geltung in der Diskussion übergehst. Kontrolliere deine Absätze vor der Abgabe gezielt auf eine einheitliche Linie.

Wie gehe ich vor, wenn ich unsicher bin, welche Vorgaben für meine Arbeit gelten?

Suche in den offiziellen Unterlagen deiner Hochschule nach einem aktuellen Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten und ermittle dort die für deine Arbeit zuständige Stelle oder Betreuungsperson. Notiere dir offene Fragen zu speziellen Kapiteln oder Zitierweisen und kläre diese Punkte schriftlich vor der finalen Textkontrolle.

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