Wie viele Quellen braucht deine Hausarbeit?
Quellen für die Hausarbeit: Orientierung nach Seitenzahl
Eine einheitliche Zahl für alle Hausarbeiten gibt es nicht. Einzelne Institute nennen Orientierungswerte, und am Ende zählt vor allem, ob deine Texte zum Thema passen.
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Die kurze Antwort auf die Frage nach der Quellenzahl
Eine feste Zahl an Quellen für eine Hausarbeit gibt es nicht, wohl aber Orientierungswerte einzelner Institute. Wenn du eine Hausarbeit schreibst, gehen die Vorgaben deiner eigenen Lehrperson oder deines Instituts vor: Nennt sie eine konkrete Zahl oder einen Umfang, gilt diese Vorgabe. Wo keine Zahl genannt ist, lässt sich der Seitenumfang deiner Arbeit als Ausgangspunkt nehmen, und eine Faustregel kann zusätzlich helfen. Wichtiger als die reine Menge ist, ob die verwendeten Texte zum Thema passen und fachlich tragen.
Ein Beispiel für eine solche Faustregel liefert der Fachbereich Elementarbildung der Justus-Liebig-Universität Gießen: Sein Leitfaden nennt als grobe Orientierung mindestens so viele Literaturangaben, wie die Arbeit Seiten hat. Diese Angabe gilt ausdrücklich als Faustregel dieses einen Fachbereichs und nicht als allgemeine Regel für alle Hausarbeiten oder Hochschulen. Der Leitfaden selbst hält fest, dass die tatsächliche Zahl von verschiedenen Faktoren abhängt.
In den folgenden Abschnitten findest du konkrete Orientierungswerte verschiedener Institute, Rechenbeispiele nach Seitenumfang, eine Einordnung von Qualität gegenüber Menge, einen Weg bei wenig verfügbarer Literatur und am Ende eine kurze Entscheidungshilfe für deine eigene Zielzahl. Die konkreten Zahlen selbst stehen erst in diesen Abschnitten. Wenn du noch am Anfang stehst, kannst du zunächst die Seite Hausarbeit schreiben aufrufen.

Orientierungswerte einzelner Hochschulen im Vergleich
Die Angaben einzelner Institute unterscheiden sich, deshalb steht jede Zahl hier mit ihrer Herkunft. Die folgende Tabelle fasst vier Angaben zusammen, die sich in Leitfäden und Merkblättern einzelner Fachbereiche finden. Jede Zeile gilt nur für das genannte Institut und lässt sich nicht auf andere Hochschulen übertragen.
| Institut | Angabe | Einordnung |
|---|---|---|
| Gießen | Faustregel: Literaturangaben mindestens gleich Seitenzahl | Arbeitsfassung Februar 2021, grobe Orientierung eines Fachbereichs |
| Marburg | Verzeichnis dem Umfang angemessen, drei Titel bei 15 Seiten nur in wenigen Ausnahmen genug | Stand 31.08.2023, Merkblatt eines Instituts |
| Köln | mindestens 15 wissenschaftliche Texte als Sekundärliteratur | Hinweise eines Instituts für ein bestimmtes Fach |
| Frankfurt | keine Quellenzahl, aber Umfang etwa 3000 bis 3500 Wörter im Bachelor, etwa 6500 Wörter im Master | Text von 2009, Angabe eines Instituts |
Alle vier Werte stammen von einzelnen Instituten und lassen sich nicht addieren oder zu einem Mittelwert zusammenrechnen. Sie zeigen lediglich, wie unterschiedlich Fachbereiche die Frage beantworten. Maßgeblich bleibt für dich immer die Vorgabe deiner eigenen Lehrperson oder deines eigenen Instituts, nicht ein Durchschnitt aus dieser Tabelle.
Dass die Zahlen so weit auseinanderliegen, lässt sich als eigene Einordnung damit erklären, dass Fächer, Seitenumfang und Art der Arbeit zusammenspielen. Ein Blick in die Vorgabe der eigenen Hochschule zeigt, welche Erwartung dort gilt. Für Bachelor- und Masterarbeiten lohnt sich außerdem ein Blick auf die Seiten Quellen Bachelorarbeit und Wie viele Quellen für die Masterarbeit sinnvoll sind.
Beispiele nach Seitenumfang zum Nachrechnen
Nach der Gießener Faustregel ergeben sich bei 10 Seiten mindestens 10, bei 15 Seiten mindestens 15 und bei 20 Seiten mindestens 20 Literaturangaben. Diese drei Werte sind ausdrücklich Beispiele zum Nachrechnen, keine eigenständigen Belege: Sie wenden lediglich die Faustregel des Gießener Fachbereichs auf unterschiedliche Seitenzahlen an.
Beim Beispiel mit 15 Seiten lohnt sich ein Vergleich mit zwei weiteren Angaben. Das Marburger Institut hält fest, dass drei Titel bei einer 15-seitigen Hausarbeit nur in wenigen Ausnahmen genug wären. Das Kölner Institut nennt für die verwendete Sekundärliteratur einen Wert von mindestens 15 wissenschaftlichen Texten. Als eigene Einordnung lässt sich daraus ziehen, dass die beiden Werte bei diesem Seitenumfang nah beieinander liegen, ohne dass daraus eine allgemeine Regel für alle Hausarbeiten mit 15 Seiten folgt.
Auch der Frankfurter Umfang lässt sich als Rechenbeispiel einordnen: Die dortige Angabe von 2009 nennt für den Bachelor einen Fließtext von etwa 3000 bis 3500 Wörtern, was etwa 10 bis 12 Seiten entspricht. Wendet man die Gießener Faustregel auf diesen Seitenumfang an, ergeben sich rechnerisch rund 10 bis 12 Literaturangaben. Das ist ein Rechenbeispiel, keine eigenständige Frankfurter Angabe zur Quellenzahl.
Bei allen drei Beispielen gilt eine Einschränkung: Nur was im Text tatsächlich zitiert oder paraphrasiert wird, zählt für das Literaturverzeichnis. Sowohl die Frankfurter als auch die Marburger Hinweise halten fest, dass das Verzeichnis die verwendete Literatur enthält und nur diese. Beim Prüfen hilft daher ein Abgleich: Jeder Eintrag im Verzeichnis sollte sich auf eine Textstelle beziehen lassen. Für die Zeitplanung lohnt ein Blick auf die Seite Seiten pro Tag schreiben: Realistische Planung, zum Aufbau der Arbeit die Seite Hausarbeit Aufbau.
Qualität vor Menge: Warum die Zahl nicht alles ist
Die Zahl der Quellen sagt wenig, wenn die Texte nicht zum Thema passen. Das Kölner Institut nennt neben der genannten Mindestzahl ausdrücklich zwei weitere Kriterien: Angemessenheit und Qualität der Literatur. Angemessenheit bedeutet dabei, genug Fakten, Perspektiven und Deutungen zu kennen, um sich mit dem Thema sinnvoll auseinanderzusetzen. Qualität fragt danach, ob es sich um Fachliteratur handelt, ob sie den aktuellen Forschungsstand vermittelt und ob ihre Aussagen differenziert und nachvollziehbar sind.
Eine ähnliche Einschränkung findet sich im Marburger Merkblatt: Allgemeine Nachschlagewerke wie Brockhaus, Duden oder Wikipedia gelten dort in der Regel nicht als fachlich relevante Quellen und sollten nur in begründeten Ausnahmefällen herangezogen werden. Diese Angabe gilt für das Marburger Institut; Nachschlagewerke sollten dort nur in begründeten Ausnahmefällen herangezogen werden.
Als eigene Einordnung lässt sich festhalten: Zehn gut passende Fachtexte können eine Argumentation mehr tragen als zwanzig lose Treffer aus einer schnellen Suche. Das ist ein Beispiel zur Veranschaulichung, keine Zahl oder Note, die irgendeine Quelle belegt. Weiterführend sind die Seiten Literaturquellen: Bedeutung und Verwendung und Literaturverzeichnis.
Wenig Literatur bei neuen Themen: Was hilft
Bei neuen oder aktuell diskutierten Themen gibt es meist weniger Literatur als bei lange erforschten Themen. Der Gießener Leitfaden beschreibt genau diesen Fall und empfiehlt, die Literaturangaben aus Grundlagenpublikationen und -artikeln für die weitere Recherche zu nutzen: Wer einen aktuellen Grundlagentext findet, kann dessen eigenes Verzeichnis als Ausgangspunkt für weitere passende Texte nehmen.
Als eigene Einordnung gilt dabei: Bei wenig Literatur lohnt es sich, die Zielzahl mit der Lehrperson zu klären und zu prüfen, ob sich das Thema enger fassen lässt. Eine feste Ersatzzahl für diesen Fall nennt keine der genannten Quellen.
Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Bei einem sehr jungen Thema, zu dem es noch wenige Fachaufsätze gibt, liefern zunächst die vorhandenen Grundlagentexte den Einstieg. Deren Verzeichnisse lassen sich daraufhin prüfen, ob sie weitere passende Titel nennen. So lässt sich die Recherche schrittweise erweitern, ausgehend von dem, was am Anfang sichtbar ist.
Weiterführend sind die Seiten Literaturrecherche und So gelingt deine Fragestellung Schritt für Schritt.

Entscheidungshilfe: So findest du deine Zielzahl
Die Zielzahl ergibt sich in zwei Wegen, je nachdem, ob eine Vorgabe vorliegt. Weg A gilt, wenn deine Lehrperson oder dein Institut eine konkrete Zahl oder einen Wert nennt: In diesem Fall gilt diese Vorgabe, unabhängig davon, was andere Institute angeben oder wie die Gießener Faustregel rechnet.
Weg B gilt ohne eine solche Vorgabe. Dann kann die Faustregel eines Fachbereichs, etwa die Gießener mit mindestens so vielen Literaturangaben wie Seiten, als grobe Orientierung dienen. Ergänzend nennen die Kölner Hinweise Angemessenheit und Qualität der Texte als entscheidend.
Daraus ergibt sich eine kurze Entscheidungsfolge: Zuerst klärst du, ob eine Vorgabe besteht, dann gilt Weg A. Besteht keine Vorgabe, nimmst du die Seitenzahl deiner Arbeit als groben Richtwert nach Weg B. Danach prüfst du, ob die gefundenen Texte tatsächlich zum Thema passen, und bei Unsicherheit fragst du deine Lehrperson direkt nach ihrer Erwartung.
Am Ende enthält das Literaturverzeichnis nach den Frankfurter Hinweisen nur die verwendete Literatur. Gemeint ist, was im Text zitiert oder paraphrasiert wurde. Für die Form der einzelnen Angaben lohnt ein Blick auf die Seite Quellenangaben.
Quellen und Stand
- Leitfaden Elementarbildung, Justus-Liebig-Universität Gießen: www.uni-giessen.de (geprüft am 2026-10-05)
- Merkblatt zum wissenschaftlichen Arbeiten, Universität Marburg: www.uni-marburg.de (geprüft am 2026-10-05)
- Hausarbeiten, ISKIW, Universität zu Köln: iskiw.phil-fak.uni-koeln.de (geprüft am 2026-10-05)
- Hinweise zum Verfassen von Hausarbeiten, Goethe-Universität Frankfurt: www.fb03.uni-frankfurt.de (geprüft am 2026-10-05)