Quellenangaben in wissenschaftlichen Arbeiten verstehen
Nach Geschichte Online der Universität Wien müssen Titelangaben
Wer eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, muss früh entscheiden, wie Quellenangaben aussehen sollen. Dieser Text erklärt die Grundlagen, zeigt ein mögliches Vorgehen und nennt Stellen, die du bei offenen Fragen einbeziehen kannst.
Worum es bei Quellenangaben geht
Wer an einer wissenschaftlichen Arbeit sitzt, muss jede übernommene Idee, jedes Zitat und jeden Gedanken, der nicht selbst entwickelt wurde, kennzeichnen. Dieses Prinzip gehört zum größeren Feld, das wissenschaftliches Schreiben umfasst, denn ein Text ohne nachvollziehbare Belege verliert seine wissenschaftliche Grundlage und wird für Lesende schwer überprüfbar. Belege sind deshalb kein zusätzliches Beiwerk, sondern ein tragender Teil jeder Argumentation.
Geschichte Online der Universität Wien beschreibt für den eigenen Bereich zwei Grundsätze, an denen sich Zitierregeln ausrichten können. Der erste Grundsatz verlangt, dass alle Titelangaben demselben System folgen, also nicht innerhalb eines Textes zwischen verschiedenen Schreibweisen gewechselt wird. Der zweite Grundsatz fordert, dass die Angaben vollständig sind. Fehlt eine Angabe, soll diese Lücke erkennbar gekennzeichnet werden, statt sie stillschweigend zu übergehen oder zu erfinden. Diese Hinweise beziehen sich ausdrücklich auf den genannten Bereich und lassen sich nicht automatisch auf jede Hochschule, jedes Fach oder jede Prüfungsordnung übertragen.
Wer sich zunächst einen Überblick verschaffen will, kann sich damit befassen, welche Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit dazugehören, denn Quellenangaben betreffen sowohl den laufenden Fließtext als auch das abschließende Literaturverzeichnis. Dieser Text erklärt, welche Entscheidungen beim Zitieren anstehen, zeigt dabei aber keine Regel, die für jede Arbeit gleich gilt. Ob eine bestimmte Zitierweise vorgeschrieben ist, lässt sich nur bei der zuständigen Betreuungsperson oder innerhalb der jeweiligen Fachrichtung klären. Der Nutzen dieses Überblicks liegt darin, die anstehende Entscheidung sichtbar zu machen, nicht darin, sie vorwegzunehmen.

Schritt für Schritt zur passenden Quellenangabe
Bevor du eine Hausarbeit schreiben oder eine Masterarbeit schreiben beginnst, lohnt es sich, früh ein Zitiersystem auszuwählen. Entscheide dich für ein System, halte es im Fließtext und im Literaturverzeichnis konsequent durch und markiere jede Angabe, die dir fehlt, deutlich als Lücke, statt sie zu erfinden oder zu überspringen. Diese Entscheidung trifft man am besten vor dem ersten Schreibtag, nicht erst kurz vor der Abgabe.
Ein sinnvoller nächster Schritt besteht darin, zunächst die Forschungsfrage formulieren, bevor du mit der eigentlichen Literatursuche beginnst, denn erst eine klare Frage zeigt, welche Quellen du überhaupt benötigst. Beim Aufbau deiner Arbeit hilft eine wissenschaftliche Argumentation, bei der jede fremde Aussage sofort mit einer vollständigen Angabe versehen wird, statt diesen Schritt auf später zu verschieben, denn nachträgliches Suchen kostet Zeit und erhöht die Fehleranfälligkeit.
Bestimme zusätzlich, wer für Rückfragen zum Zitierstil zuständig ist, etwa die Betreuungsperson deines Seminars oder die Prüfungsordnung deines Studiengangs. Notiere dir das Ergebnis dieser Klärung schriftlich und lege fest, welchen Schritt du als nächstes gehst, etwa den Entwurf der Gliederung einer Hausarbeit oder die Entscheidung zwischen verschiedenen Zitierweisen, die in deinem Fach üblich sein könnten.
Ein kurzes Beispiel zeigt das mögliche Vorgehen: Eine Studentin plant ihre Hausarbeit, legt sich auf ein einheitliches System fest und fragt vor dem eigentlichen Schreiben bei ihrer Seminarleitung nach, welche Variante im Fach erwartet wird. Nachdem sie die Antwort erhalten hat, trägt sie das gewählte System konsequent durch den gesamten Text und notiert sich die Rückmeldung für die spätere Abgabe. Erfundene Fristen oder Ergebnisse enthält dieses Beispiel bewusst nicht, weil solche Angaben im Einzelfall geprüft werden müssen.
Typische Fehler beim Zitieren vermeiden
Ein häufiger Fehler besteht darin, eine einzelne Zitierregel als allgemein verbindlich auszugeben. Weder die deutsche Zitierweise noch die Harvard-Zitierweise gilt automatisch für jede Arbeit, denn die Vorgabe des eigenen Fachs oder der Betreuung kann davon abweichen. Wer eine Regel aus einem Kontext ungeprüft auf einen anderen Kontext überträgt, verwechselt eine örtliche Vorgabe mit einer allgemeinen Norm.
Verwechsle außerdem keine eigene Annahme mit einer feststehenden Regel. Wer davon ausgeht, dass ein bestimmtes System überall gilt, ohne dies nachzuprüfen, riskiert Korrekturen kurz vor der Abgabe. Das gilt ebenso für unterschiedliche Methoden wissenschaftlicher Arbeiten, denn je nach Fach unterscheiden sich die Erwartungen an Belege zwischen qualitative und quantitative Forschung, und beide Richtungen können eigene Gewohnheiten beim Zitieren mitbringen.
Schiebe Nachweise und Rückfragen nicht auf die letzte Phase der Arbeit. Wer frühzeitig klärt, welches System in seinem Fall gilt, und wer konsequent darauf achtet, Plagiat vermeiden zu wollen, erspart sich spätere Korrekturen am gesamten Text. Eine spät gestellte Frage an die Betreuungsperson lässt sich oft nicht mehr vollständig in den fertigen Text einarbeiten, wenn der Abgabetermin bereits näher rückt.

Was du abschließend prüfen solltest
Kontrolliere am Ende Autor, Titel, Erscheinungsort, Jahr und Seitenangabe jeder verwendeten Quelle und notiere dir, welches System für deine Arbeit gilt. Diese Kontrolle gehört zu den festen Schritten, wenn du ein Literaturverzeichnis erstellen willst, denn nur vollständige Angaben lassen sich später nachvollziehen und einem Fundort zuordnen.
Prüfe zusätzlich, ob du Quellenangaben richtig zitieren kannst, also ob jede Angabe im Fließtext ihre Entsprechung im Verzeichnis findet und umgekehrt. Ermittle die zuständige Quelle oder Stelle für offene Fragen, etwa die Fachstudienberatung oder die Betreuungsperson, statt eine Annahme über die Zuständigkeit zu treffen. Eine sichere Vorgehensweise besteht darin, die zuständige Stelle anhand der eigenen Studienunterlagen zu bestimmen, statt eine Stelle zu raten.
Lege zum Schluss deinen persönlichen nächsten Schritt fest, etwa einen Termin für die Rückfrage bei der Betreuungsperson oder einen festen Zeitpunkt, an dem du das Literaturverzeichnis ein letztes Mal vollständig durchgehst. So bleibt die Entscheidung über das richtige System nachvollziehbar und du behältst den Überblick über die noch offenen Punkte in deiner Arbeit.
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: gonline.univie.ac.at (geprüft am 2026-10-22)
Der vollständige Titel zu „Quellenangaben in wissenschaftlichen Arbeiten verstehen“ lautet „Quellenangaben wissenschaftlich korrekt angeben“.