Repertory-Grid-Interview als Methode verstehen und planen

Laut einer Dissertation an der Universität zu Köln ist Repertory Grid

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2026 · Studium-Tipps

Du überlegst, ein Repertory-Grid-Interview in deiner Arbeit einzusetzen? Hier erfährst du, was eine Kölner Dissertation über die Methode sagt, wo ihre Grenzen liegen und wie du dein eigenes Vorgehen sauber planst und dokumentierst.

Was das Repertory-Grid-Interview als Methode leistet

Wenn du ein Repertory-Grid-Interview als Methode in Betracht ziehst, solltest du zuerst wissen, auf welche Grundlage sich diese Seite stützt. Die Dissertation von Paul Nicer an der Universität zu Köln ordnet Repertory Grid als Interviewmethode ein. Nach dieser Arbeit dient das Verfahren dazu, festzuhalten, wie eine befragte Person einen bestimmten Gegenstand sieht. Im Mittelpunkt steht also die Perspektive der Person, die du interviewst, und ihr Blick auf genau den Gegenstand, den du vorher benannt hast.

Das Ziel ergibt sich direkt aus dieser Beschreibung: Du willst die Sicht einzelner Befragter auf einen klar umrissenen Gegenstand erfassen. Prüfe deshalb, bevor du dich festlegst, ob dein Vorhaben genau nach solchen Sichtweisen fragt. Wenn du noch nicht weißt, wie du eine Forschungsfrage formulieren sollst, kläre diesen Punkt zuerst und vergleiche erst danach, ob die Methode zu deiner Frage passt.

Die Kölner Dissertation beschreibt auch eine Grenze: Sie stellt fest, dass die Technik in der Forschung zu Informationssystemen nach einem fragwürdigen Standard des Studiendesigns eingesetzt wurde. Diese Kritik bezieht sich auf dieses Forschungsfeld. Ob sie auch für dein Fach zutrifft, lässt sich aus der hier genutzten Beschreibung nicht ableiten.

Aus demselben Grund nennt dir diese Seite keine festen Arbeitsschritte, keine Skalen, keine Auswertungsregeln, keine Zahlen und keine Fristen. Ermittle solche Angaben aus der Fachliteratur deines Fachs und aus den Vorgaben deines Lehrstuhls, und notiere jeweils, woher du sie hast.

Die Entscheidung, die jetzt ansteht, lautet: Passt eine Interviewmethode, die individuelle Sichtweisen erfasst, zu deinem Vorhaben? Vergleiche das Verfahren dafür mit anderen Methoden wissenschaftlicher Arbeiten und überlege, wie du dein Projekt mit Blick auf qualitative und quantitative Forschung einordnest.

Repertory-Grid-Interview als Methode mit einem Ablauf aus Prüfung, Kontakt und Dokumentation

Schritt für Schritt zur eigenen Grid-Studie

Die folgende Reihenfolge ist keine feste Vorgabe aus der Forschung, sondern eine Planungshilfe, mit der du deine eigenen Entscheidungen sichtbar machst.

  1. Gegenstand der Befragung festlegen: Schreib in einem Satz auf, welchen Gegenstand deine Befragten betrachten sollen. Formuliere ihn so, dass du ihn im Interview ohne Umwege benennen kannst und jede Person über dasselbe spricht.
  2. Sicht der befragten Person erfassen: Plane das Gespräch so, dass die Sicht der interviewten Person auf diesen Gegenstand im Vordergrund steht. Lege vorher fest, welche Angaben du festhalten willst, und lies in Studien deines Fachs nach, wie dort das Interview aufgebaut wurde.
  3. Design der eigenen Grid-Studie kritisch prüfen: Da die Kölner Dissertation für die Forschung zu Informationssystemen einen fragwürdigen Designstandard beschreibt, prüfe dein eigenes Studiendesign bewusst. Begründe schriftlich, wen du befragst, wie du vorgehst und wie du auswerten willst, und lass diese Begründung gegenlesen.
  4. Zuständige Person bestimmen: Kläre, wer deine Arbeit betreut und bewertet. Ermittle diese Person aus deinen offiziellen Unterlagen zu deinem Studium oder zu deiner Arbeit und leg ihr dein geplantes Design vor.
  5. Ergebnis dokumentieren und nächsten Schritt festlegen: Halte die Rückmeldung schriftlich fest, passe dein Design an und notiere, welcher Schritt als Nächstes folgt.

Kläre außerdem den Umfang deiner Planung ab. Ob du eine Hausarbeit schreiben oder eine Masterarbeit schreiben willst, frag deine Betreuung vorab, wie umfangreich der Methodenteil ausfallen soll.

Beispiel: Lena möchte für ein Seminar wissen, wie Studierende die Lernplattform ihres Studiengangs sehen. Sie notiert zuerst diesen Gegenstand in einem Satz. Danach schreibt sie auf, wen sie befragen will und warum, und schickt diese Begründung an ihre Betreuerin. Erst nach deren Rückmeldung vereinbart sie die Interviews und legt für jede befragte Person eine eigene Datei mit den Gesprächsdaten an.

Typische Fehler bei der Methode vermeiden

  • Kritik verallgemeinern: Die in der Dissertation beschriebene Kritik am Studiendesign bezieht sich auf die Forschung zu Informationssystemen. Schreib in deiner Arbeit nicht, das Verfahren werde in allen Fächern mit schwachem Design eingesetzt. Wenn du die Kritik aufgreifst, nenne das Forschungsfeld immer mit.
  • Schritte oder Skalen als Standard ausgeben: Stelle keine bestimmte Abfolge, Skala oder Auswertungsregel als verbindlichen Standard dar, solange du dafür keine Quelle hast. Belege jede methodische Entscheidung einzeln oder kennzeichne sie als deine eigene Wahl.
  • Annahmen mit Regeln verwechseln: Was du in einer Beispielstudie gelesen hast, beschreibt zunächst das Vorgehen dieser Autorinnen und Autoren. Formuliere es in deinem Text als Entscheidung, die du übernimmst, und begründe, warum sie zu deinem Vorhaben passt.
  • Nachweise und Rückfragen aufschieben: Notiere den Beleg für eine methodische Entscheidung in dem Moment, in dem du sie triffst. Stell offene Fragen an deine Betreuung, bevor du die Interviews führst, und nicht erst beim Schreiben.

Belege jede Aussage zur Methode so, dass Leserinnen und Leser sie nachprüfen können. Lies nach, wie du Quellenangaben richtig zitieren kannst, und verschaffe dir einen Überblick über die Zitierweisen, bevor du mit dem Methodenteil beginnst.

Welche Form dein Fach erwartet, klärst du am besten direkt mit deiner Betreuung. Frag konkret, ob du die deutsche Zitierweise oder die Harvard-Zitierweise verwenden sollst, und bleib dann durchgehend bei dieser Entscheidung.

Gib die Beschreibung der Methode aus der Kölner Dissertation in eigenen Worten wieder und nenne trotzdem die Quelle. Prüfe zusätzlich, wie du ein Plagiat vermeiden kannst, denn eigene Formulierungen ersetzen die Herkunftsangabe nicht.

Repertory-Grid-Interview als Methode mit einer themenspezifischen Checkliste

Checkliste für dein Repertory-Grid-Interview

Geh diese Punkte durch, bevor du mit der Auswertung oder dem Schreiben beginnst:

  • Gegenstand der Befragung in einem klaren Satz notiert
  • Befragte Personen dokumentiert, mit Begründung, warum gerade sie befragt werden
  • Interviewdaten je Person getrennt festgehalten
  • Studiendesign schriftlich begründet und gegengelesen
  • Grundlage für die Methodenbeschreibung notiert: die Dissertation von Paul Nicer an der Universität zu Köln mit vollständiger Quellenangabe
  • Zuständige Betreuungsperson aus deinen offiziellen Studienunterlagen ermittelt und ihre Rückmeldung schriftlich abgelegt
  • Kritik am Design nur im Zusammenhang mit der Forschung zu Informationssystemen zitiert
  • Keine Arbeitsschritte, Skalen oder Regeln ohne Beleg als Standard formuliert

Die Methode ist nur ein Teil deines Textes. Prüfe anhand der Übersicht über die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit, an welcher Stelle du das Interview beschreibst, und stimme den Methodenteil mit der Gliederung einer Hausarbeit oder deiner Abschlussarbeit ab.

Deine Begründung des Designs muss für Außenstehende nachvollziehbar sein. Lies den Methodenteil deshalb noch einmal mit Blick auf eine schlüssige wissenschaftliche Argumentation und überarbeite Stellen, an denen ein Schritt unbegründet bleibt.

Auch die Sprache zählt beim Abschluss. Lies deinen Text mit Blick auf wissenschaftliches Schreiben durch und achte auf sachliche Formulierungen und klare Begriffe. Bevor du abgibst, solltest du außerdem dein Literaturverzeichnis erstellen und mit allen zitierten Quellen abgleichen.

Dein persönlicher nächster Schritt: Schreib heute den Gegenstand deiner Befragung in einem Satz auf und schick ihn zusammen mit einer kurzen Begründung deines Designs an die Person, die deine Arbeit betreut.

So zitieren Sie diese Seite

Stand: 26. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 26. Oktober). Repertory-Grid-Interview als Methode verstehen. korrektur.de. https://korrektur.de/repertory-grid

Quellen und Stand

Im Zusammenhang „Repertory-Grid-Interview als Methode verstehen und planen“ werden die zentralen Punkte gebündelt.

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Fragen und Antworten zum Thema Repertory-Grid-Interview als Methode

Was ist ein Repertory-Grid-Interview?

Die Dissertation von Paul Nicer an der Universität zu Köln beschreibt Repertory Grid als Interviewmethode, mit der festgehalten wird, wie eine befragte Person einen bestimmten Gegenstand sieht. Weitere Festlegungen zu Ablauf oder Auswertung trifft diese Seite nicht.

Für welches Forschungsfeld gilt die Kritik am Studiendesign?

Die Kölner Dissertation bezieht die Kritik auf die Forschung zu Informationssystemen. Dort sei die Technik nach einem fragwürdigen Standard des Studiendesigns eingesetzt worden. Übertrage diese Kritik nicht ohne eigene Quelle auf andere Fächer.

Gibt es feste Arbeitsschritte oder Skalen, an die ich mich halten muss?

Diese Seite nennt keine festen Arbeitsschritte, Skalen oder Auswertungsregeln. Ermittle sie aus der Fachliteratur deines Fachs und den Vorgaben deines Lehrstuhls und belege jede Entscheidung in deiner Arbeit.

Wer entscheidet, ob ich die Methode in meiner Arbeit einsetzen kann?

Ermittle aus deinen offiziellen Studienunterlagen, etwa der Prüfungsordnung oder der Anmeldung deiner Arbeit, wer dich betreut. Leg dieser Person dein geplantes Design vor und halte ihre Rückmeldung schriftlich fest.

Was sollte ich bei meiner Grid-Studie dokumentieren?

Notiere den Gegenstand der Befragung, dokumentiere die befragten Personen, halte die Interviewdaten je Person getrennt fest und begründe dein Studiendesign schriftlich. So kannst du jede Entscheidung später im Methodenteil nachweisen.

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