So gehst du mit Quellen im Fazit richtig um

Quellen im Fazit: erlaubt, verboten, richtig belegt

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 16. September 2026 · Bachelorarbeit: Aufbau im Überblick

Im Fazit sollen nach dem TIM-Leitfaden der Universität Wuppertal keine neuen Quellen verwendet werden. Bereits im Hauptteil eingeführte Literatur kann zur Einordnung erneut vorkommen, ohne neue Themen oder Quellen einzuführen.

Neue Quellen im Fazit prüfen

Fazit der Bachelorarbeit: Der TIM-Leitfaden Wissenschaftliches Arbeiten der Bergischen Universität Wuppertal hält für das Fazit fest, dass keine neuen Quellen verwendet werden sollen. Gemeint sind Quellen, die vorher noch nicht in die Arbeit eingeführt wurden. Bereits im Hauptteil eingeführte Literatur fällt nach dieser Aussage nicht darunter. Prüfe daher vor dem Abschluss, ob jeder im Fazit genannte externe Titel im Hauptteil bereits vorkommt.

Der Leitfaden sagt damit nicht, dass im Fazit überhaupt kein Werk mehr erscheinen darf. Er unterscheidet allein über die Neuheit der Quelle. Für eine Literaturstelle, die im Hauptteil schon erläutert wurde, lässt sich aus dieser Vorgabe kein Verbot ableiten. Ob dein Studiengang darüber hinaus eigene Formvorgaben enthält, klärst du im geltenden Regelwerk oder mit der betreuenden Person.

Beim Überarbeiten hilft eine konkrete Prüfung: Markiere jeden externen Nachweis im Fazit und gleiche ihn mit den bereits eingeführten Quellen im Hauptteil ab. Findest du einen neuen Titel, verschiebe die inhaltliche Einführung in einen passenden früheren Abschnitt oder kläre mit der Betreuung, wie damit umzugehen ist. So bleibt die Entscheidung auf die belegte Wuppertaler Vorgabe bezogen.

Quellen im Fazit: der Ablauf in drei Schritten

Zur Forschungsfrage zurückführen

Das Fazit der Masterarbeit dient nach dem Leitfaden Wissenschaftliches Arbeiten des Instituts für Soziologie der FernUniversität Hagen der Zusammenfassung und der Reflexion der Ergebnisse. Die Kapitel sollen am Ende miteinander verbunden werden. Für die Stringenz der Arbeit hebt der Leitfaden hervor, dass das Fazit auf die zu Beginn formulierte Fragestellung zurückkommen soll. Der Schlussteil ist nach diesem Leitfaden zugleich kein Ort, um neue Themen einzuführen.

Für die Überarbeitung kannst du daraus eine belegtreue Reihenfolge ableiten: Benenne die eingangs gestellte Frage erneut, fasse die Ergebnisse zusammen und reflektiere sie, bevor du die Verbindung zwischen den Kapiteln prüfst. Lies anschließend jeden Satz daraufhin, ob er ein neues Thema eröffnet. Trifft das zu, gehört der Satz nach der Hagen-Vorgabe nicht in das Fazit; kläre für die weitere Platzierung die Fachvorgabe oder die Betreuung.

Der Leitfaden sagt nicht, dass aus jedem neuen Thema eine offene Forschungslücke folgt. Diese beiden Fragen bleiben getrennt. Wenn du eine Forschungslücke ansprechen möchtest, prüfe dafür eine eigene tragende Quelle oder die Regelung deines Fachs. Damit bleibt der Rückbezug auf die Forschungsfrage auf die vom Leitfaden beschriebene Aufgabe des Schlussteils begrenzt.

Neue Gesichtspunkte im Fazit

Fazit der Hausarbeit: Der Leitfaden für Abschlussarbeiten des Fachbereichs 04 der Hochschule Niederrhein gibt für Zusammenfassung und Fazit drei konkrete Hinweise. Neue Gesichtspunkte zum Thema sollen dort nicht vorgestellt werden, Zitate sollen vermieden werden, und die Forschungsfrage oder Forschungsfragen sollen erneut aufgegriffen und beantwortet werden. Diese Aussage ist eine Vorgabe dieses Fachbereichs; sie beschreibt keine Regel für andere Hochschulen oder Fächer.

Für den eigenen Entwurf kannst du die folgenden Punkte einzeln prüfen:

  • Neue Gesichtspunkte des Themas: Nicht erst im Fazit vorstellen.
  • Zitate: Im Fazit vermeiden.
  • Forschungsfrage: Im Fazit nochmals aufgreifen und beantworten.
  • Neue Quellen: Prüfen, ob sie bereits im Hauptteil eingeführt sind; der TIM-Leitfaden Wuppertal nennt keine neuen Quellen für das Fazit.
  • Neue Themen: Prüfen, ob sie nur am Schluss hinzukommen; der Leitfaden der FernUniversität Hagen bezeichnet das Fazit nicht als Ort für neue Themen.

Die letzten beiden Prüfpunkte übertragen keine zusätzliche Regel auf den Niederrhein-Leitfaden, sondern benennen die getrennten Aussagen der jeweils genannten Leitfäden. Für neue Argumente, Zahlen oder andere Ergänzungen enthält das vorliegende Quellenmaterial keine eigene allgemeine Vorgabe. Ermittle in diesem Fall die Anforderung aus den offiziellen Unterlagen deines Fachs oder kläre sie mit der Betreuung. So ersetzt die Prüfung eine unbelegte pauschale Behauptung.

Diskussion und Fazit abgrenzen

Quelle ohne Seitenzahl: Die Frage nach der genauen Nachweisform regelt der Leitfaden des Departments Gesundheitswissenschaften der HAW Hamburg an dieser Stelle nicht. Er trennt aber die Aufgaben von Diskussion und Schlussbetrachtung. In der Diskussion werden Ergebnisse mit Blick auf einschlägige Literatur und den Forschungsstand ausgelegt sowie anderen Studien gegenübergestellt. Im Fazit oder in der Schlussbetrachtung wird dagegen eine klare und differenzierte Position zur Frage- oder Zielstellung formuliert.

Tabelle: Abschnitt, Aufgabe, Umgang mit Quellen
AbschnittAufgabeUmgang mit Quellen
DiskussionErgebnisse im Bezug auf Literatur, Forschungsstand und andere Studien auslegenRelevante Literatur und Forschungsstand einbeziehen
FazitEine klare, differenzierte Position zur Frage- oder Zielstellung formulierenDer Leitfaden trifft hierfür keine eigene allgemeine Belegvorgabe

Der HAW-Leitfaden beschreibt zudem keine starre Einteilung für alle Disziplinen: Limitationen oder Anwendungsbeispiele können je nach Disziplin im Fazit oder im Diskussionsteil stehen. Als Maßstab nennt er, Wiederholungen zu vermeiden und die Arbeit durchgängig zu gliedern. Prüfe deshalb beim Überarbeiten jeden dieser Punkte darauf, ob er schon im anderen Abschnitt behandelt ist, und ordne ihn nach der Vorgabe deines Fachs zu.

Auf eigene Kapitel verweisen

Forschungsstand schreiben und im Fazit auf eigene Kapitel verweisen sind verschiedene Dinge. Der TIM-Leitfaden Wissenschaftliches Arbeiten der Bergischen Universität Wuppertal verlangt für das Fazit, keine neuen Quellen zu verwenden. Ein Hinweis auf ein bereits eingeführtes eigenes Kapitel oder einen schon dargestellten Abschnitt ist kein neuer externer Nachweis, sondern ein Verweis innerhalb der bereits vorgestellten Gliederung. Solche Kapitel- und Abschnittsverweise lassen sich deshalb im Fazit weiterhin nennen.

Ein neutraler Verweis kann etwa lauten: „Die in Abschnitt 4 dargestellten Ergebnisse werden hier zusammengeführt.“ Prüfe vor dem Einsetzen eines solchen Satzes, ob Abschnitt und Inhalt tatsächlich bereits in der Arbeit stehen. Sobald ein Verweis zusätzlich eine externe, bislang nicht eingeführte Quelle nennt, greift die Wuppertaler Vorgabe zu neuen Quellen wieder. Die genaue Form von Kapitelverweisen kann das Regelwerk des eigenen Fachs ergänzend bestimmen.

Quellen im Fazit: Prüfliste mit vier Punkten

Bereits eingeführte Literatur im Fazit

APA-Quellenangaben prüfbar anwenden heißt im Fazit zunächst, zwischen einer neuen und einer bereits eingeführten Quelle zu unterscheiden. Der TIM-Leitfaden der Bergischen Universität Wuppertal fordert für das Fazit, keine neuen Quellen zu verwenden. Er legt jedoch nicht fest, ob oder in welcher Form Literatur, die bereits im Hauptteil eingeführt wurde, dort nochmals belegt werden soll. Prüfe deshalb im Regelwerk deines Fachs oder mit der Betreuung, ob ein erneuter Nachweis verlangt wird und welche Schreibweise gilt.

Ein Beispiel kann die Entscheidung greifbar machen: Kapitel 3 hat die Studie Berger 2021 bereits vorgestellt. Im Fazit ordnest du das eigene Ergebnis daran ein und schreibst etwa: „Das Ergebnis lässt sich im Verhältnis zu der in Kapitel 3 behandelten Studie von Berger aus dem Jahr 2021 einordnen.“ Der Satz führt keinen neuen Titel ein. Ob danach eine Klammerangabe, ein Kurzbeleg oder keine weitere Angabe steht, prüfst du anhand der für die Arbeit geltenden Vorgabe, etwa APA oder einer Institutsregel. Das Beispiel beschreibt keine allgemein verbindliche Belegform.

Quellen und Stand

Unter dem Titel „Quellen im Fazit: Was gehört hinein?“ ordnet dieser Beitrag „So gehst du mit Quellen im Fazit richtig um“ ein.

Soll jemand prüfen, ob dein Fazit ohne neue Quellen sauber auf die Forschungsfrage zurückkommt?

Datei hochladen

Häufige Fragen zu Quellen im Fazit

Darf ich im Fazit eine Quelle aus dem Hauptteil noch einmal nennen?

Der TIM-Leitfaden der Universität Wuppertal schließt im Fazit neue Quellen aus. Er untersagt damit nicht den Rückgriff auf bereits eingeführte Literatur.

Muss ich im Schlussteil meine gesamte Bibliografie auflisten?

Der TIM-Leitfaden der Universität Wuppertal untersagt im Fazit neue Quellen, nicht den Rückgriff auf bereits eingeführte Literatur. Prüfe für die konkrete Gestaltung das geltende Fachregelwerk.

Zählt der Verweis auf mein eigenes zweites Kapitel als neues Zitat?

Nein, ein Verweis auf die eigene Gliederung führt keine neue externe Quelle ein. Für die genaue Form gilt das für deine Arbeit maßgebliche Regelwerk.

Was passiert, wenn ich versehentlich ein neues Buch erwähne?

Nach dem TIM-Leitfaden der Universität Wuppertal sollen im Fazit keine neuen Quellen verwendet werden. Prüfe bei abweichenden Anforderungen das geltende Fachregelwerk oder sprich mit deiner Betreuung.

Ist es erlaubt, im Fazit auf offene Fragen anderer Forscher hinzuweisen?

Der Leitfaden der FernUniversität Hagen erklärt, dass das Fazit nicht dazu dient, neue Themen in die Arbeit einzuführen. Daraus folgt keine Regel zu Forschungslücken.

Welche Rolle spielen Fußnoten im letzten Abschnitt meiner Arbeit?

Die genannten Leitfäden legen keine konkrete Form des Quellenbelegs im Fazit fest. Prüfe dafür das geltende Fachregelwerk oder frage deine Betreuung.

Unsere Partner