Predatory Journals sicher einordnen

Predatory Journal erkennen

Lesezeit ca. 8 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Tipps für Studium und wissenschaftliches Arbeiten

Wer Forschung veröffentlicht oder Publikationsangebote bewertet, sollte das Publikationsorgan gezielt prüfen. Diese Anleitung ordnet Predatory Journals anhand der belegten Merkmale ein und zeigt eine überprüfbare Anwendung.

Warum die Prüfung von Predatory Journals zum wissenschaftlichen Arbeiten gehört

Predatory Journal erkennen bezeichnet die Prüfung, ob ein als wissenschaftlich auftretendes Publikationsangebot die Anforderungen wissenschaftlicher Integrität und Qualitätskontrolle erfüllt. Die Quelle behandelt dabei auch den Ausdruck predatory publishers, der im Deutschen als Raubverlage bezeichnet wird. Nach der dort wiedergegebenen Definition des Committee on Publication Ethics geht es um eine gewinnorientierte, systematische Veröffentlichung angeblich wissenschaftlicher Inhalte, die täuschend oder betrügerisch erfolgt und Qualitätskontrolle außer Acht lässt.

Für wissenschaftliches Schreiben ist diese Einordnung relevant, weil Forschungsergebnisse nach dem in der Quelle zitierten DFG-Kodex in Publikationsorganen erscheinen sollen, die den Standards guter wissenschaftlicher Praxis entsprechen. Zugleich hält die Quelle fest, dass die wissenschaftliche Qualität eines Beitrags nicht allein vom Ort seiner Zugänglichmachung abhängt. Die Prüfung richtet sich daher nicht auf eine pauschale Bewertung eines Textes, sondern auf das Publikationsorgan und dessen Umgang mit Integrität sowie Qualitätskontrolle.

Im Studium und beim wissenschaftlichen Arbeiten hilft diese Unterscheidung, ein Publikationsangebot nicht nur wegen seines wissenschaftlichen Auftretens einzuordnen. Wer wissenschaftliches Schreiben vorbereitet, kann dieselbe Aufmerksamkeit auf die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit, auf das Hausarbeit schreiben und auf das Masterarbeit schreiben übertragen: Zuerst wird die Aufgabe klar erfasst, anschließend werden belegbare Prüfschritte festgelegt. Für die fachliche Beurteilung eines Journals bleibt jedoch die Quelle maßgeblich, nicht der bloße Eindruck einer Bezeichnung.

Die Quelle verweist auf Think. Check. Submit. als Hilfe zur Identifikation potenzieller Raubverlage. Sie schränkt diese Hilfe ausdrücklich ein: Auch Predatory Journals können diesen Test bestehen. Deshalb endet die Prüfung nicht bei einem einzelnen Ergebnis. Wenn nach den weiteren Prüfschritten Unsicherheit bleibt, ist als nächster konkreter Schritt Beratung zum Open-Access-Publizieren oder eine weitergehende Beratung zu ermitteln.

Konkreter Abschlusscheck zu Predatory Journal erkennen

Begriff, Merkmale und Prüfbasis strukturiert erfassen

Ein nachvollziehbarer Aufbau beginnt mit dem Begriff. Ein Predatory Journal ist im hier verwendeten Quellenrahmen kein bloßes Synonym für ein unbekanntes Journal. Entscheidend sind die in der COPE-Definition enthaltenen Merkmale: Das Angebot veröffentlicht angeblich wissenschaftliche Inhalte systematisch und gewinnorientiert, geschieht auf täuschende oder betrügerische Weise und berücksichtigt keine Qualitätssicherung. Diese Merkmale gehören zusammen; keines von ihnen sollte durch eine unbelegte Zusatzregel ersetzt werden.

  1. Publikationsangebot festhalten: Notiere, welches Journal oder welcher Verlag geprüft wird und welche Publikation betroffen ist. Das Ergebnis dieses Schritts ist ein klar abgegrenzter Prüfgegenstand.
  2. Qualitätskontrolle als Kernpunkt markieren: Prüfe anhand verfügbarer Angaben, ob das Angebot den Anforderungen wissenschaftlicher Integrität und Qualitätskontrolle genügt. Das Ergebnis ist eine gezielte Frage statt einer bloßen Namensbewertung.
  3. Identifikationshilfe anwenden: Nutze Think. Check. Submit. zur Identifikation potenzieller Raubverlage. Das Ergebnis ist ein dokumentierter Zwischenstand aus dieser Hilfe.
  4. Weitergehende Prüfung einplanen: Behandle ein bestandenes Testergebnis nicht als abschließenden Nachweis, weil die Quelle auch Predatory Journals nennt, die den Test bestehen. Das Ergebnis ist die Entscheidung, weitere Prüfschritte oder Beratung einzubeziehen.

Diese Reihenfolge trennt Definition, Merkmale und Anwendung. Für die Planung eigener wissenschaftlicher Texte lassen sich ergänzend Forschungsfrage formulieren, wissenschaftliche Argumentation und eine Gliederung einer Hausarbeit gedanklich verbinden: Die Fragestellung begrenzt den Gegenstand, die Argumentation macht die Begründung sichtbar, und die Gliederung ordnet die Schritte. Sie ersetzen aber keine Prüfung des Publikationsorgans.

Auch formale Arbeitsbereiche bleiben davon getrennt. Ein Vorhaben kann etwa das Literaturverzeichnis erstellen, Quellenangaben richtig zitieren und verschiedene Zitierweisen umfassen. Für diese Seite folgt daraus nur eine Arbeitsordnung: Angaben zum Journal werden als eigener Prüfgegenstand festgehalten, während Angaben zu Textbelegen und Zitaten gesondert bearbeitet werden. Die Quelle liefert keine Grundlage, daraus weitere Qualitätsmerkmale abzuleiten.

Prüfablauf mit einem Ergebnis nach jedem Schritt

  1. Angebot benennen: Schreibe den Namen des zu prüfenden Journals oder Verlags und den Anlass der Prüfung auf. Ergebnis: Der Gegenstand ist so bestimmt, dass die folgenden Schritte auf dasselbe Angebot bezogen bleiben.
  2. Begriffsrahmen anlegen: Vergleiche die verfügbaren Angaben mit den drei belegten Elementen der Definition: systematische gewinnorientierte Veröffentlichung angeblich wissenschaftlicher Inhalte, täuschendes oder betrügerisches Vorgehen und fehlende Berücksichtigung von Qualitätssicherung. Ergebnis: Die Prüfung bleibt an den Quellenmerkmalen ausgerichtet.
  3. Identifikationshilfe nutzen: Wende Think. Check. Submit. als von der Quelle genannte Hilfe an. Ergebnis: Es liegt ein festgehaltener Zwischenstand zur Identifikation eines potenziellen Raubverlags vor.
  4. Zwischenstand begrenzen: Notiere ausdrücklich, dass ein bestandenes Testergebnis die weitere Prüfung nicht beendet. Ergebnis: Der Test wird nicht als alleiniger Abschluss behandelt.
  5. Weiteren Prüfbedarf festhalten: Ziehe bei Bedarf weitergehende Beratung oder Beratung zum Open-Access-Publizieren hinzu, wenn der Zwischenstand keine klare Einordnung trägt. Ergebnis: Der nächste Schritt ist eine konkrete Prüfanfrage statt einer unbelegten Schlussfolgerung.

Der Ablauf lässt sich neben anderen Arbeitsschritten führen, ohne Themen zu vermischen. Wer Methoden wissenschaftlicher Arbeiten auswählt oder qualitative und quantitative Forschung voneinander abgrenzt, hält diese Entscheidungen getrennt von der Frage, ob ein Publikationsorgan Qualitätskontrolle berücksichtigt. Ebenso betrifft deutsche Zitierweise oder Harvard-Zitierweise die Form von Quellenbelegen, nicht die hier beschriebene Einordnung eines Journals.

Das Ergebnis des gesamten Vorgehens ist kein pauschales Urteil über die Qualität eines einzelnen Beitrags. Es ist ein dokumentierter Prüfstand zum Publikationsorgan: Welche Quellenmerkmale wurden betrachtet, welches Ergebnis lieferte die Identifikationshilfe, und ob weiterer Prüf- oder Beratungsbedarf festgehalten wurde. Diese Begrenzung entspricht der Quelle, die Beitragsqualität und Publikationsorgan ausdrücklich nicht gleichsetzt.

Kurzes Anwendungsbeispiel für eine dokumentierte Prüfung

Eine Person bereitet einen Text zur Veröffentlichung vor und erhält eine Aufforderung eines Journals. Sie hält zunächst den Namen des Journals und die Aufforderung als Prüfgegenstand fest. Danach ordnet sie die Angaben nicht mit einer selbst erfundenen Liste ein, sondern verwendet die belegte Frage: Deuten die verfügbaren Informationen auf ein systematisches gewinnorientiertes Angebot angeblich wissenschaftlicher Inhalte, auf Täuschung oder Betrug und auf fehlende Berücksichtigung von Qualitätssicherung?

Als nächsten Arbeitsschritt nutzt die Person Think. Check. Submit. und notiert das Ergebnis als Zwischenstand. Sie schreibt daneben, dass ein positives Testergebnis die Angelegenheit nicht abschließt, weil die Quelle Predatory Journals erwähnt, die den Test bestehen. Bleibt die Einordnung offen, ermittelt sie aus offiziellen Unterlagen eine Beratung zum Open-Access-Publizieren oder eine weitere Beratung. Damit endet das Beispiel nicht mit einer unbelegten Etikettierung des Journals, sondern mit einer dokumentierten Prüfung und einer klaren nächsten Handlung.

Für den begleitenden Text trennt die Person diese Journalprüfung von der Textarbeit. Sie prüft Übernahmen und Belege unter dem Gesichtspunkt Plagiat vermeiden, ohne daraus eine Aussage über das Journal abzuleiten. So bleibt sichtbar, was überprüft wurde: die Merkmale des Publikationsangebots, der Stand der Identifikationshilfe und ein möglicher Bedarf an weiterer Prüfung oder Beratung.

Konkrete Kernpunkte zu Predatory Journal erkennen

Definition, Abgrenzung und formale Prüfung getrennt kontrollieren

Definition prüfen: Enthält die eigene Einordnung alle begrenzenden Merkmale der Quelle? Der Begriff betrifft dort angeblich wissenschaftliche Inhalte, eine systematische gewinnorientierte Veröffentlichung, täuschendes oder betrügerisches Vorgehen sowie fehlende Berücksichtigung von Qualitätssicherung. Fehlt ein Merkmal, wird es nicht durch Vermutung ergänzt; stattdessen wird die betreffende Angabe erneut geprüft oder als offen festgehalten.

Zentrale Merkmale prüfen: Kontrolliere, ob die Merkmale als Prüfmaßstab und nicht als pauschale Behauptung über ein Journal formuliert sind. Kontrolliere außerdem, ob die wissenschaftliche Qualität eines Beitrags nicht mit dem Publikationsorgan gleichgesetzt wird. Diese Abgrenzung ist erforderlich, weil die Quelle genau diesen Unterschied benennt.

Anwendung prüfen: Ist der Ablauf vollständig dokumentiert? Dazu gehören der abgegrenzte Prüfgegenstand, die Anwendung von Think. Check. Submit., das Ergebnis als Zwischenstand und die Entscheidung über weitergehende Prüfschritte oder Beratung. Ein Testresultat darf nicht als alleiniger Abschluss erscheinen.

Abgrenzung prüfen: Trenne die Einordnung eines Journals von der Bewertung eines einzelnen Beitrags und von der Bearbeitung wissenschaftlicher Texte. Eine Aussage zu Methoden, Zitierform oder Textaufbau beantwortet nicht automatisch die Frage nach Qualitätskontrolle im Publikationsorgan.

Formale Prüfung: Kontrolliere abschließend die eigene Dokumentation auf klare Bezeichnungen des Journals, nachvollziehbare Reihenfolge der Schritte und eine sichtbare Kennzeichnung offener Punkte. Prüfe Artikel, Adjektiv und Substantiv auf Kongruenz, den Kasus nach Präpositionen, Singular und Plural, Pronomenbezug sowie deutsche Komposita. Formale Sorgfalt ersetzt keine inhaltliche oder weitergehende Prüfung.

Quellen und Stand

Die Einordnung „Predatory Journals sicher einordnen“ fasst den vollständigen Zusammenhang zusammen.

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Häufige Fragen zu Predatory Journal erkennen

Was bedeutet Predatory Publishing in dieser Einordnung?

Die Quelle beschreibt damit eine systematische gewinnorientierte Veröffentlichung angeblich wissenschaftlicher Inhalte, die täuschend oder betrügerisch erfolgt und Qualitätskontrolle außer Acht lässt.

Reicht ein bestandener Think.-Check.-Submit.-Test aus?

Nein. Die Quelle weist darauf hin, dass auch Predatory Journals diesen Test bestehen können; weitere Prüfschritte oder Beratung werden daher festgehalten.

Bewertet die Prüfung automatisch die Qualität eines einzelnen Beitrags?

Nein. Die Quelle unterscheidet ausdrücklich zwischen der wissenschaftlichen Qualität eines Beitrags und dem Publikationsorgan.

Welcher Schritt folgt bei einem offenen Ergebnis?

Ermittle aus offiziellen Unterlagen eine Beratung zum Open-Access-Publizieren oder eine weitere Beratung und halte den offenen Prüfpunkt fest.

Welche Merkmale dürfen in der Einordnung genannt werden?

Verwende die belegten Merkmale: angeblich wissenschaftliche Inhalte, systematische gewinnorientierte Veröffentlichung, Täuschung oder Betrug und fehlende Berücksichtigung von Qualitätssicherung.

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