So gehst du bei Parawissenschaft im wissenschaftlichen Schreiben vor

Parawissenschaften heißen auch Geheimwissenschaften

Lesezeit ca. 7 Min. · zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2026 · Studium-Tipps

Der Begriff Parawissenschaft hat eine belegte historische Bedeutung. Hier erfährst du, wie du ihn in deiner Arbeit sauber belegst, zeitlich einordnest und deine eigene Wertung sichtbar machst.

Worum es bei Parawissenschaft im wissenschaftlichen Schreiben geht

Sobald der Ausdruck Parawissenschaft in deiner Arbeit auftaucht, brauchst du eine Definition, die Leser nachprüfen können. Eine belastbare Grundlage bietet das Lexikon der Psychologie: Dort werden Geheimwissenschaften zusätzlich unter dem Namen Parawissenschaften geführt. Für die Zeit der Renaissance und der Neuzeit beschreibt der Eintrag damit okkulte Philosophien, zu denen er unter anderem Alchemie und Astrologie zählt. Diese Bedeutung ist an diese beiden Epochen gebunden und stammt aus dem Fachkontext der Psychologie.

Die Entscheidung, die vor dir steht, betrifft den Zeitbezug. Willst du den Begriff historisch verwenden, also so, wie das Lexikon ihn für Renaissance und Neuzeit beschreibt? Oder brauchst du eine heutige Verwendung, für die du eine eigene, gesonderte Quelle benötigst? Für wissenschaftliches Schreiben heißt das konkret: Leg dich fest und belege die Variante, die du gewählt hast, ausdrücklich.

Das Ziel dieser Seite ist, dass du den Begriff in deiner Arbeit sicher einordnen kannst, statt ihn unbestimmt stehen zu lassen. Wo die Begriffsklärung ihren Platz findet, prüfst du anhand der Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit, die deine Vorgaben nennen.

Die Grenzen sind ebenso wichtig. Diese Seite liefert keine Abgrenzung zwischen Parawissenschaft und Pseudowissenschaft und kein wissenschaftliches Urteil über einzelne Lehren wie Alchemie oder Astrologie. Sie nennt außerdem keine Zahlen, keinen Umfang und keine Fristen. Solche Angaben für deine Arbeit entnimmst du ausschließlich deinen eigenen Prüfungs- und Studienunterlagen.

Parawissenschaft im wissenschaftlichen Schreiben

Schritt für Schritt zum belegten Begriff

Bei der Arbeit mit dem Begriff gehst du am besten in einer festen Reihenfolge vor, damit Beleg, Zeitbezug und eigene Meinung nicht ineinanderfließen. Kläre zuerst, welche Rolle der Ausdruck in deinem Vorhaben spielt. Dazu kannst du zuerst deine Forschungsfrage formulieren und anschließend prüfen, ob sie den Begriff im historischen oder im heutigen Sinn braucht.

  1. Begriff belegen: Notiere den Eintrag aus dem Lexikon der Psychologie mit vollständigen Angaben. Gib die Bedeutung in eigenen Worten wieder und nenne dabei ausdrücklich, dass sie sich auf Renaissance und Neuzeit bezieht.
  2. Verwendungen trennen: Halte die historische Bedeutung aus dem Lexikon getrennt von jeder heutigen Verwendung. Brauchst du eine heutige Bedeutung, suche dafür eine eigene Quelle und belege sie gesondert.
  3. Wertung offenlegen: Wenn du den Begriff bewertest, kennzeichne das als deine Einschätzung, etwa mit einer Formulierung wie „Nach meiner Einschätzung …“. Achte darauf, dass deine wissenschaftliche Argumentation Beleg und eigene Wertung sichtbar voneinander trennt.
  4. Zuständige Person bestimmen: Ermittle aus deinen offiziellen Studienunterlagen, wer deine Arbeit betreut oder bewertet. An diese Person richtest du Fragen dazu, welche Verwendung des Begriffs dein Fach erwartet.
  5. Ergebnis dokumentieren: Schreib auf, welche Quelle du nutzt, welchen Zeitbezug du gewählt hast und was die Rückfrage ergeben hat. Leg danach einen konkreten nächsten Schritt fest.

Die Begriffsklärung muss zu deiner Arbeitsform passen. Wenn du eine Hausarbeit schreiben willst, prüfe beim Erstellen der Gliederung einer Hausarbeit, an welcher Stelle du die Bedeutung klärst und wo du deine eigene Einordnung vornimmst.

Bei längeren Projekten gilt dieselbe Sorgfalt in größerem Rahmen. Wenn du eine Masterarbeit schreiben willst, halte deine Begriffsentscheidung in deinen Planungsunterlagen schriftlich fest. Ob du den Begriff über eine Quellenanalyse oder auf anderem Weg untersuchst, entscheidest du mit Blick auf die Methoden wissenschaftlicher Arbeiten.

Ist deine Arbeit empirisch angelegt, kommt eine weitere Frage hinzu. Prüfe dann, wie sich qualitative und quantitative Forschung für deine Fragestellung unterscheiden, bevor du festlegst, wie der Begriff in deine Untersuchung eingeht.

Beispiel: Lea schreibt eine Hausarbeit, in der der Ausdruck Parawissenschaft vorkommt. Sie notiert den Lexikoneintrag mit allen Angaben und vermerkt daneben, dass die Bedeutung Renaissance und Neuzeit betrifft. Einen Satz, in dem sie den Begriff bewertet, kennzeichnet sie als ihre eigene Einschätzung. Weil sie unsicher ist, ob ihr Fach zusätzlich eine heutige Bedeutung verlangt, schreibt sie die Frage auf und klärt sie mit der Person, die laut ihren Unterlagen die Arbeit betreut. Die Antwort trägt sie in ihr Arbeitsprotokoll ein. Als nächsten Schritt legt sie fest, für die heutige Verwendung eine eigene Quelle zu suchen.

Fehler, die du vermeiden solltest

Ungeprüfte Gleichsetzung: Setze Parawissenschaft nicht ohne Prüfung mit Pseudowissenschaft gleich. Der Lexikoneintrag stellt eine solche Gleichsetzung nicht her. Wenn du die beiden Begriffe in Beziehung setzen willst, brauchst du dafür eine eigene Quelle oder musst die Verbindung klar als deine Wertung kennzeichnen.

Historische Bedeutung als einzige ausgeben: Die Lexikonbedeutung bezieht sich auf Renaissance und Neuzeit. Gib sie deshalb nicht als die einzige Verwendung des Begriffs aus. Schreib stattdessen dazu, für welchen Zeitraum die Bedeutung belegt ist, und prüfe gesondert, ob deine Arbeit eine weitere Verwendung braucht.

Annahmen mit Regeln verwechseln: Eine Vermutung darüber, was in deinem Fach üblich sein könnte, ist keine Vorgabe. Halte fest, was du nur annimmst, und kläre es, bevor du es in deinen Text übernimmst. Das betrifft auch Formfragen: Welche der Zitierweisen du nutzt, entnimmst du deinen Vorgaben und nicht einer Vermutung.

Belege unvollständig übernehmen: Wenn du Quellenangaben richtig zitieren willst, prüfe, welche Angaben zum Lexikoneintrag deine Zitierweise verlangt, und trage sie vollständig ein. Gibst du die Definition in eigenen Worten wieder, setze trotzdem den Beleg dazu. Prüfe so auch, wie du ein Plagiat vermeiden kannst, und zeige, woher die Bedeutung stammt.

Nachweise und Rückfragen aufschieben: Schiebe das Notieren der Quelle und offene Fragen an die betreuende Person nicht ans Ende. Trage Fundstellen direkt beim Lesen ein und stelle Rückfragen, sobald eine Unsicherheit auftaucht.

Parawissenschaft im wissenschaftlichen Schreiben mit einer themenspezifischen Checkliste

Checkliste für deine abschließende Prüfung

Bevor du deine Arbeit abgibst, gehe die folgenden Punkte einzeln durch. Jeder Punkt beschreibt eine Prüfhandlung, die du selbst abhaken kannst.

  • Definitionsquelle notiert: Der Eintrag aus dem Lexikon der Psychologie steht mit vollständigen Angaben in deinen Unterlagen. Wenn du dein Literaturverzeichnis erstellen willst, nimm diesen Eintrag dort auf.
  • Zeitbezug festgehalten: Im Text steht ausdrücklich, dass die belegte Bedeutung Renaissance und Neuzeit betrifft.
  • Eigene Wertung gekennzeichnet: Jede Einschätzung, die nicht aus der Quelle stammt, ist als deine Meinung erkennbar.
  • Fachkontext festgehalten: Du nennst, dass die Definition aus einem Lexikon der Psychologie stammt, und überträgst sie nicht stillschweigend auf andere Fächer.
  • Zitierform geprüft: Du hast geklärt, ob deine Vorgaben die deutsche Zitierweise oder die Harvard-Zitierweise verlangen, und hast den Beleg entsprechend gesetzt.
  • Zuständige Quelle oder Stelle geklärt: Du weißt, welche Quelle deine Definition trägt, und hast aus deinen offiziellen Unterlagen ermittelt, an wen du offene Fragen richtest.
  • Persönlicher nächster Schritt festgelegt: Du hast aufgeschrieben, was du als Nächstes tust, etwa eine Quelle für eine heutige Verwendung suchen oder eine Rückfrage an die betreuende Person stellen.

Sind alle Punkte erledigt, steht deine Begriffsklärung auf einer prüfbaren Grundlage. Bleibt ein Punkt offen, notiere ihn als Aufgabe mit einem konkreten Termin, den du dir selbst setzt.

So zitieren Sie diese Seite

Stand: 27. Oktober 2026

korrektur.de. (2026, 27. Oktober). Parawissenschaft im wissenschaftlichen Schreiben einordnen. korrektur.de. https://korrektur.de/parawissenschaft

Quellen und Stand

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Fragen und Antworten zum Thema Parawissenschaft im wissenschaftlichen Schreiben

Was versteht das Lexikon der Psychologie unter Parawissenschaften?

Das Lexikon der Psychologie führt Geheimwissenschaften auch unter dem Namen Parawissenschaften. Für Renaissance und Neuzeit beschreibt es damit okkulte Philosophien, darunter Alchemie und Astrologie. Diese Bedeutung ist an diese Epochen und an den Fachkontext des Lexikons gebunden.

Darf ich Parawissenschaft mit Pseudowissenschaft gleichsetzen?

Der Eintrag im Lexikon der Psychologie stellt diese Gleichsetzung nicht her. Wenn du die Begriffe verbinden willst, belege das mit einer eigenen Quelle oder kennzeichne es klar als deine eigene Wertung.

Kann ich die Lexikonbedeutung einfach für heutige Zusammenhänge übernehmen?

Die Bedeutung im Lexikon der Psychologie bezieht sich ausdrücklich auf Renaissance und Neuzeit. Für eine heutige Verwendung brauchst du eine gesonderte Quelle, die du getrennt belegst.

Wie mache ich meine eigene Wertung im Text sichtbar?

Formuliere Einschätzungen so, dass sie als deine Meinung erkennbar sind, etwa mit „Nach meiner Einschätzung …“, und setze sie getrennt von der belegten Definition aus dem Lexikon der Psychologie.

Wen frage ich, welche Verwendung des Begriffs mein Fach erwartet?

Ermittle aus deinen offiziellen Studienunterlagen, wer deine Arbeit betreut oder bewertet, und richte die Frage an diese Person. Halte die Antwort schriftlich fest.

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