Nominaldefinition im wissenschaftlichen Arbeiten verstehen
Nach dem Metzler Lexikon Philosophie legt eine Nominaldefinition nur
Eine Nominaldefinition legt fest, in welcher Bedeutung du ein Wort verwendest. Hier erfährst du, was sie leistet, wo ihre Grenzen liegen und wie du sie Schritt für Schritt in deine Arbeit einbaust.
Worum es bei einer Nominaldefinition geht
Sobald du in einer Arbeit einen Fachbegriff benutzt, stehst du vor einer Entscheidung: Willst du nur festhalten, in welcher Bedeutung du ein Wort gebrauchst, oder willst du eine Aussage darüber treffen, was eine Sache ihrem Wesen nach ist? Genau an dieser Stelle hilft dir die Unterscheidung zwischen Nominaldefinition und Realdefinition. Prüfe für dein wissenschaftliches Schreiben, welche dieser beiden Absichten du bei einem Begriff verfolgst, bevor er im Text tragende Aufgaben übernimmt.
Das Metzler Lexikon Philosophie trennt beide Formen deutlich. Eine Nominaldefinition legt lediglich die Bedeutung von Wörtern fest. Eine Realdefinition soll dagegen das Wesen einer Sache angeben. Das Lexikon hält zugleich fest, dass diese traditionelle Zweiteilung durch neuere Unterscheidungen im Wesentlichen abgelöst worden ist. Du arbeitest also mit einem überlieferten Begriffspaar, nicht mit der heute einzigen Einteilung von Definitionen.
Das Ziel einer Nominaldefinition ist Klarheit über deinen Sprachgebrauch: Leserinnen und Leser sollen wissen, was du meinst, wenn ein bestimmtes Wort fällt. Die Grenze liegt ebenso klar: Eine solche Festlegung sagt nichts darüber aus, was die bezeichnete Sache wirklich ist. Wenn du die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit planst, kannst du deshalb überlegen, wo du solche Festlegungen sichtbar machst, ohne sie als Erkenntnisse über die Welt auszugeben.
Diese Seite nennt bewusst keine Zahlen, Fristen oder Umfangsvorgaben. Ob dein Fach oder deine Hochschule eigene Erwartungen an Definitionen formuliert, ermittelst du aus den offiziellen Unterlagen deines Studiengangs oder im Gespräch mit deiner Betreuung.

Schritt für Schritt zur eigenen Nominaldefinition
Die folgende Abfolge ist ein Vorschlag, mit dem du Wortfestlegung und Sachaussage auseinanderhalten kannst. Wenn du gerade deine Forschungsfrage formulieren willst, kannst du die zentralen Begriffe dieser Frage gleich mitprüfen.
- Begriff benennen: Schreib den zu definierenden Begriff ausdrücklich auf. Notiere nur ein Wort oder einen festen Ausdruck pro Definition.
- Bedeutung festlegen: Formuliere die Wortbedeutung mit Ausdrücken, die deine Leserinnen und Leser bereits kennen. Vermeide dabei Begriffe, die selbst erst noch geklärt werden müssten.
- Festlegung und Sachaussage trennen: Halte in einem eigenen Satz fest, dass es sich um deinen Sprachgebrauch handelt. Prüfe Aussagen darüber, wie sich die Sache tatsächlich verhält, getrennt davon und belege sie eigens.
- Zuständige Person bestimmen: Kläre, wer deine Arbeit betreut und bewertet. Ermittle diese Person aus den offiziellen Unterlagen deines Studiengangs und frag dort nach, falls du unsicher bist, ob deine Festlegung den Erwartungen entspricht.
- Ergebnis dokumentieren: Speichere die fertige Definition an einer Stelle, auf die du beim Schreiben zurückgreifst, und lege fest, welcher Arbeitsschritt als Nächstes folgt.
Ein kurzes Beispiel zeigt den Ablauf: Du willst eine Hausarbeit schreiben und verwendest das Wort „Pendler“. Zuerst benennst du den Begriff. Dann legst du fest: „In dieser Arbeit bezeichnet Pendler eine Person, die für den Arbeitsweg eine Gemeindegrenze überquert.“ Anschließend ergänzt du einen Satz, der klarstellt, dass dies deine Festlegung des Wortgebrauchs ist und keine Aussage darüber, was Pendeln seinem Wesen nach ausmacht. Du notierst die Definition in deiner Begriffsliste, zeigst sie in der nächsten Sprechstunde deiner Betreuung und hältst als nächsten Schritt fest, die Definition in die Einleitung zu übernehmen.
Dieselbe Abfolge kannst du nutzen, wenn du eine Masterarbeit schreiben willst und mehrere Fachbegriffe festlegen musst. Prüfe in der Gliederung einer Hausarbeit oder einer größeren Arbeit, an welcher Stelle deine Definitionen erscheinen sollen, und kläre diese Frage bei Unsicherheit mit deiner Betreuung.
Für deine wissenschaftliche Argumentation kannst du anschließend kontrollieren, ob du ein Wort durchgehend in der festgelegten Bedeutung verwendet hast.
Typische Fehler beim Definieren vermeiden
Festlegung als Wesensaussage ausgeben: Eine Nominaldefinition legt nur fest, wie du ein Wort gebrauchst. Formuliere sie deshalb nicht so, als würdest du damit erklären, was die Sache in Wahrheit ist. Sätze wie „X ist seinem Wesen nach …“ gehören nicht in eine reine Wortfestlegung.
Die Zweiteilung absolut setzen: Stelle die Einteilung in Real- und Nominaldefinition nicht als heute einzige Einteilung dar. Das Metzler Lexikon Philosophie beschreibt sie als traditionell und als durch neuere Unterscheidungen im Wesentlichen abgelöst. Wenn du in deiner Arbeit auf das Begriffspaar eingehst, nenne diese Einordnung mit und belege sie, so wie du es beim Thema Quellenangaben richtig zitieren gelernt hast.
Annahmen mit Regeln verwechseln: Was du über die Erwartungen deines Fachs vermutest, ist noch keine Vorgabe. Halte eigene Annahmen getrennt von dem fest, was in offiziellen Unterlagen steht. Das gilt auch für formale Fragen: Welche der Zitierweisen du verwendest, ob die deutsche Zitierweise oder ein anderes System, klärst du anhand der Vorgaben deines Studiengangs oder mit deiner Betreuung.
Belege vergessen: Stützt du dich bei der Unterscheidung von Definitionsarten auf ein Nachschlagewerk, gehört dieser Beleg in deinen Text. Ob du dabei die Harvard-Zitierweise oder ein anderes Format nutzt, bleibt eine Entscheidung, die du mit den Vorgaben abgleichst. Eine genaue Quellenangabe ist ein wichtiger Baustein, wenn du ein Plagiat vermeiden willst, ersetzt aber nicht die sorgfältige eigene Formulierung.
Nachweise und Rückfragen aufschieben: Notiere die Fundstelle für eine Einordnung sofort, wenn du sie liest. Stelle Rückfragen zu deinen Definitionen dann, wenn sie auftauchen, statt sie zu sammeln und bis zum Schluss liegen zu lassen.

Checkliste für deine Nominaldefinition
Geh deine Definitionen vor der Abgabe einzeln mit dieser Liste durch. Hake nur ab, was du im Text tatsächlich nachweisen kannst.
- Der definierte Begriff ist ausdrücklich benannt.
- Die festgelegte Wortbedeutung ist notiert und mit bekannten Ausdrücken formuliert.
- Die Definition enthält keine Wesensaussage über die Sache.
- Die Abgrenzung zur Realdefinition ist geprüft, und das Begriffspaar wird nicht als heute einzige Einteilung dargestellt.
- Sachaussagen stehen getrennt von der Festlegung und haben eigene Belege.
- Die Fundstelle für jede Einordnung ist im Text belegt und erscheint auch dort, wo du dein Literaturverzeichnis erstellen wirst.
Für die zuständige Quelle oder Stelle gilt: Die begriffliche Einordnung stützt du auf ein belegbares Nachschlagewerk, etwa das Metzler Lexikon Philosophie. Fragen zu Erwartungen deines Fachs klärst du mit der Person, die deine Arbeit betreut, nachdem du sie aus den offiziellen Unterlagen ermittelt hast.
Prüfe zum Schluss, ob deine Definitionen zu deinem Vorgehen passen. Wenn du dich mit Methoden wissenschaftlicher Arbeiten beschäftigst, hilft dir eine klare Wortfestlegung, Begriffe in Fragebögen, Interviews oder Auswertungen einheitlich zu verwenden. Das gilt für qualitative und quantitative Forschung gleichermaßen, weil beide Ansätze auf verständlich festgelegte Begriffe angewiesen sind.
Leg dir abschließend deinen persönlichen nächsten Schritt fest: Schreib auf, welche Definition du als Erstes überarbeitest, wann du sie deiner Betreuung vorlegst und an welcher Stelle der Arbeit sie erscheinen soll.
So zitieren Sie diese Seite
Stand: 26. Oktober 2026korrektur.de. (2026, 26. Oktober). Nominaldefinition im wissenschaftlichen Arbeiten. korrektur.de. https://korrektur.de/nominaldefinition
„Nominaldefinition im wissenschaftlichen Arbeiten.“ korrektur.de, 26. Okt. 2026, korrektur.de/nominaldefinition. Zugriff 26. Okt. 2026.
korrektur.de (2026) Nominaldefinition im wissenschaftlichen Arbeiten. Verfügbar unter: https://korrektur.de/nominaldefinition (Zugriff: 26. Oktober 2026).
korrektur.de. „Nominaldefinition im wissenschaftlichen Arbeiten.“ Zuletzt geändert 26. Oktober 2026. https://korrektur.de/nominaldefinition.
korrektur.de. Nominaldefinition im wissenschaftlichen Arbeiten [online]. 2026 [Zugriff am 26.10.2026]. Verfügbar unter: https://korrektur.de/nominaldefinition
Quellen und Stand
- Offizielle Quelle: www.spektrum.de (geprüft am 2026-10-26)