Narrative Analyse in sechs Schritten umsetzen

Narrative Analyse durchführen

Lesezeit ca. 8 Min. · zuletzt aktualisiert: 15. August 2026 · Weitere Tipps für Studium und wissenschaftliches Arbeiten

Als dokumentierter Arbeitsablauf lässt sich eine narrative Analyse autobiografisch-narrativer Interviews systematisch bearbeiten. Die dargestellte Reihenfolge verbindet formale Textarbeit, Inhaltsbeschreibung, Abstraktion, Wissensanalyse, Vergleich und Modellbildung mit klar festgehaltenen Entscheidungen.

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Die Durchführung einer narrativen Analyse, dazu zum Herunterladen/Ausdrucken die Schritte von der Transkription bis zur Kategorienbildung, die Varianten qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring, induktive und deduktive Kategorienbildung sowie die Gütekriterien qualitativer Forschung.

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Die Analyse als sichtbar gemachter Arbeitsweg

Eine narrative Analyse autobiografisch-narrativer Interviews kann nicht nur das Endergebnis, sondern auch den Weg dorthin sichtbar machen. Halte auch fest, wie du vom Material zu diesem Ergebnis gelangst. Die Hildesheimer Darstellung führt fünf Punkte auf: formale Textanalyse und Segmentierung, strukturelle Inhaltsbeschreibung, analytische Abstraktion, Wissensanalyse sowie Fallkontrastierung und theoretische Modellbildung.

Nutze diese Reihenfolge als Arbeitsgerüst und schreibe zu jedem Schritt auf, welches Material du bearbeitest, welche Auswertungseinheit du festlegst und welche Entscheidung du triffst. Wenn du von der vorgesehenen Reihenfolge abweichst, notiere die Abweichung an der Stelle, an der sie entsteht. So bleibt der Arbeitsweg lesbar, statt Entscheidungen erst am Schluss nachzutragen.

Für wissenschaftliches Schreiben erleichtert es, die verschiedenen Phasen sprachlich eindeutig zu unterscheiden. Die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit eignen sich dafür, zu prüfen, ob Material, Methode und Befund klar getrennt sind. Wenn du eine Hausarbeit schreiben möchtest, legst du die sechs Punkte vor der Ausführung als eigenständige Arbeitsstationen fest. Wenn du eine Masterarbeit schreiben willst, hilft dir diese Gliederung dabei, die Analyse nicht mit der abschließenden Modellbildung zu verwechseln.

Greife nur solche Aussagen heraus, die sich anhand deines Materials und der festgehaltenen Schritte belegen lassen. Allgemeine Deutungen, die dein Material nicht zeigt, gehören nicht in die Analyse. Beschreibe stattdessen konkret, welches Segment, welche Inhaltsbeschreibung, welche Abstraktion oder welcher Vergleich jeweils vorliegt.

Konkrete Schritte zu Narrative Analyse durchführen

Material, Einheiten und sechs Schritte vorbereiten

In der Vorbereitungsphase kannst du dein Material aus autobiografisch-narrativen Interviews und die gewünschten Bearbeitungseinheiten beschreiben. Diese Angaben sind eine persönliche Arbeitshilfe für dein Manuskript, aber keine zusätzliche Vorgabe der Methode. Schreib außerdem die Leitfrage auf, die du mithilfe der Interviews beantworten möchtest. Beim Thema Forschungsfrage formulieren eignet sich eine Frage, die gezielt auf die ausgewählten Interviews Bezug nimmt. Dokumentiere deine Auswahlentscheidungen so, dass du sie während der Erstellung leicht wiederfindest.

Die Hildesheimer Darstellung nennt fünf Punkte. Hier wird der gemeinsame fünfte Punkt, Fallkontrastierung und theoretische Modellbildung, in zwei Schritte aufgeteilt. Untersuche zunächst die formale Seite des Textes und gliedere ihn in Segmente. Danach beschreibst du Struktur und Inhalt. Daran schließen sich die analytische Abstraktion und die Wissensanalyse an. Anschließend vergleichst du die Fälle kontrastiv. Danach bearbeitest du die theoretische Modellbildung.

  1. Formale Untersuchung und Segmentierung: Bearbeite die formale Seite des Textes und gliedere ihn in Abschnitte.
  2. Struktur und Inhalt beschreiben: Entwirf eine Erläuterung passend zu den Teilen.
  3. Analytisch abstrahieren: Leite aus der vorherigen Beschreibung eine analytische Abstraktion ab.
  4. Wissen analysieren: Führe die Wissensanalyse durch.
  5. Fälle kontrastiv vergleichen: Stelle die Fälle einander gegenüber.
  6. Theoretisch modellieren: Schließe die Folge mit der theoretischen Modellbildung ab.

Für deine Planung kannst du neben den sechs Schritten eine Liste mit Material, Einheiten, Entscheidungen und möglichen Änderungen führen. Sie hilft dir bei der Bearbeitung und der späteren Überarbeitung. Ordnest du einen Schritt anders an oder fasst du eine Einheit anders, vermerke die Änderung für deinen eigenen Überblick. Die sechs Schritte und ihre Reihenfolge bleiben dabei sichtbar.

Für die wissenschaftliche Argumentation kannst du Beobachtungen, Darstellungen, Abstraktionen, Vergleiche und Modellbildung in getrennten Abschnitten darstellen. Auch die Gliederung einer Hausarbeit kann Material, Vorgehen und Ergebnis voneinander absetzen. Das sind Hilfen für deinen eigenen Text. Die Hildesheimer Darstellung nennt fünf Punkte; hier wird der gemeinsame fünfte Punkt in Fallkontrastierung und theoretische Modellbildung aufgeteilt.

Abschließend prüfst du deinen Entwurf daraufhin, ob Material, Einheiten, Reihenfolge und eigene Entscheidungen klar lesbar sind. Dieser Qualitätscheck ist eine redaktionelle Prüfhilfe. Er ergänzt die beschriebene Analyse, ohne einen weiteren methodischen Schritt zu behaupten.

Schritt für Schritt mit einem greifbaren Zwischenergebnis

  1. Material beschreiben: Benenne die autobiografisch-narrativen Interviews, mit denen du arbeiten möchtest, und entscheide für deinen Entwurf, welche Abschnitte du unterscheidest. Eigene Arbeitshilfe: Eine kurze Ausgangsnotiz kann dir beim Schreiben Orientierung geben.
  2. Formal untersuchen und segmentieren: Prüfe zunächst, welche Passagen erzählend und welche nicht erzählend sind, und gliedere den erzählenden Verlauf anhand formaler Wechsel, etwa von Themen oder Zeitbezügen, in Segmente. Ergebnis im Arbeitsgang: Es liegt ein segmentierter Text mit abgegrenzten narrativen und nicht narrativen Passagen vor.
  3. Inhalt strukturell beschreiben: Beschreibe für jedes Segment seine Stellung im Ablauf, seinen Inhalt und seine Verbindung zu den übrigen Segmenten. Ergebnis im Arbeitsgang: Es liegt eine strukturelle Inhaltsbeschreibung vor.
  4. Analytisch abstrahieren: Entwickle auf Grundlage der Beschreibung eine analytische Abstraktion. Ergebnis im Arbeitsgang: Die Abstraktion ist als eigener Schritt erkennbar.
  5. Wissen analysieren: Untersuche, welches Wissen im Fall vorausgesetzt, erzählt oder begründet wird und welche Funktion es für die Darstellung hat. Ergebnis im Arbeitsgang: Es liegt eine Wissensanalyse vor, die Wissen und seine Funktion im Fall festhält.
  6. Kontrastiv vergleichen: Vergleiche mindestens zwei Fälle anhand derselben Merkmale und halte Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede fest. Nimm für einen minimalen Vergleich ähnliche Fälle und für einen maximalen Vergleich möglichst unterschiedliche Fälle. Ergebnis im Arbeitsgang: Es liegt eine Übersicht der Gemeinsamkeiten und Unterschiede vor.
  7. Theoretisch modellieren: Führe die Ergebnisse des Vergleichs zu einem theoretischen Modell zusammen und benenne, welche Fälle und Merkmale es abbildet. Ergebnis im Arbeitsgang: Es liegt ein Modell vor, das die Vergleichsergebnisse bündelt.

Die sechs Schritte hier bilden eine mögliche Arbeitsstruktur. Hinweise zu Ausgangsnotizen und zur Durchsicht sind dagegen Arbeitshilfen für deinen eigenen Text. Änderst du einen Entwurf, kannst du die Änderung für deinen Überblick festhalten.

Beim Thema Literaturverzeichnis erstellen kannst du die verwendeten Quellen getrennt von den Analyseschritten notieren. Für Quellenangaben richtig zitieren kannst du deine Übernahmen anhand der von dir gewählten Form überprüfen. Hinweise zu Zitierweisen, zur deutsche Zitierweise, zur Harvard-Zitierweise, zu Methoden wissenschaftlicher Arbeiten und zu qualitative und quantitative Forschung kannst du bei Bedarf gesondert nachlesen.

Die zusätzlichen Hinweise ändern die Abfolge der sechs Schritte nicht. Sie helfen dir beim Überarbeiten deiner eigenen Darstellung. Für die Analyse werden formale Textarbeit und Segmentierung, Inhaltsbeschreibung, Abstraktion, Wissensanalyse, kontrastiver Vergleich und theoretische Modellbildung getrennt dargestellt.

Kurzes durchgängiges Anwendungsbeispiel

Eine Studierende arbeitet mit zwei autobiografisch-narrativen Interviews. Für ihren eigenen Überblick hält sie fest, welche Interviews sie betrachtet und welche Abschnitte sie im Entwurf unterscheidet. Diese Notiz ist ihre Arbeitshilfe. Danach beginnt sie mit der formalen Untersuchung und segmentiert beide Interviews. Ihr erster Arbeitsstand enthält die gegliederten Interviews.

Anschließend beschreibt sie Struktur und Inhalt der einzelnen Segmente. Aus dieser Beschreibung entwickelt sie im nächsten Arbeitsgang eine analytische Abstraktion. Danach führt sie die Wissensanalyse durch. Die Studierende hält in ihrem Entwurf fest, an welchem Abschnitt sie gerade arbeitet; diese Notizen erläutern ihre eigene Bearbeitung und sind keine Behauptung über eine zusätzliche Methodenpflicht.

Im nächsten Schritt stellt sie die beiden Fälle kontrastiv gegenüber. Beim Schreiben bemerkt sie, dass sie einen Abschnitt anders abgrenzen möchte. Für ihren eigenen Überblick vermerkt sie die Änderung und bearbeitet den Text weiter. Nach dem Vergleich arbeitet sie an der theoretischen Modellbildung. So erscheint im Beispiel die Abfolge von formaler Untersuchung, Segmentierung, Inhaltsbeschreibung, Abstraktion, Wissensanalyse, Vergleich und Modellbildung.

Zum Abschluss liest sie ihren Text noch einmal mit einer selbst gewählten Prüfliste. Sie prüft, ob die sechs Schritte im Beispiel erkennbar bleiben und ob sie ihre eigenen Entscheidungen verständlich formuliert hat. Das ist eine Hilfe beim Überarbeiten und gehört nicht zur Schrittfolge. Will sie ein Plagiat vermeiden, kontrolliert sie außerdem ihren eigenen Text und die verwendeten Quellenangaben. Das Beispiel ist eine mögliche Anwendung mit zwei Texten und ersetzt keine eigene Bearbeitung deines Materials.

Konkreter Abschlusscheck zu Narrative Analyse durchführen

Abgrenzung und formale Prüfung getrennt kontrollieren

Die folgende Prüfung ist eine redaktionelle Prüfhilfe für deinen eigenen Entwurf. Sie ist kein zusätzlicher, durch eine Quelle festgelegter Schritt der narrativen Analyse. Teile die Durchsicht in zwei Bereiche: Zuerst schaust du auf die Darstellung deines Arbeitswegs. Danach prüfst du die Form deines Textes getrennt davon.

Für den ersten Bereich kannst du kontrollieren, ob du Material und Auswertungseinheiten verständlich benannt hast. Sieh nach, ob die sechs in dieser Darstellung verwendeten Analyseschritte erkennbar sind: Zuerst stehen formale Textanalyse und Segmentierung. Danach folgen Inhaltsbeschreibung, analytische Abstraktion und Wissensanalyse. Anschließend kommen kontrastive Vergleiche; am Ende steht die theoretische Modellbildung. Diese Liste dient der Orientierung beim Überarbeiten und fügt keiner Quelle eine Pflicht zur Abschlusskontrolle hinzu.

  • Hast du Material und die gewählten Einheiten im Entwurf so beschrieben, dass deine Darstellung lesbar bleibt?
  • Beginnt der dargestellte Arbeitsweg mit formaler Untersuchung und Segmentierung?
  • Schließen sich Inhaltsbeschreibung, Abstraktion und Wissensanalyse daran an?
  • Liegen kontrastive Vergleiche vor der theoretischen Modellbildung?
  • Kannst du eigene Anpassungen im Entwurf bei Bedarf nachvollziehbar begründen?
  • Ist das Ergebnis als dein abschließender Textteil von den zuvor beschriebenen Schritten unterscheidbar?

Der zweite Bereich betrifft nur die Form deines eigenen Textes. Lies ihn auf die Kongruenz von Artikel, Adjektiv und Substantiv. Prüfe den Kasus nach Präpositionen, Singular und Plural, eindeutige Pronomenbezüge sowie deutsche Komposita. Kontrolliere außerdem, ob du die Namen der sechs Schritte im gesamten Entwurf gleich verwendest. Diese Durchsicht prüft deinen Wortlaut; sie trifft keine Aussage über Sprachregeln außerhalb deines Textes und begründet keine zusätzliche Methodenpflicht.

Wenn dir beim Lesen ein Punkt unklar bleibt, kannst du die betreffende Stelle im Entwurf erneut ansehen. Vergleiche dann deine Darstellung mit dem Material, deiner Einteilung oder der Reihenfolge der sechs Schritte. Bei einer Änderung kannst du für deinen eigenen Überblick notieren, was du im Entwurf angepasst hast. Diese Notiz ist eine redaktionelle Arbeitshilfe. Die Abgrenzung des Arbeitswegs und die sprachliche Durchsicht bleiben zwei verschiedene Prüfgänge.

Ein kurzer Abschlussblick kann daher beides getrennt erfassen: die sichtbare Reihenfolge der Analyse und die Formulierung des eigenen Textes. So bleibt nachvollziehbar, worauf sich die Methode bezieht und was du zusätzlich für die Redaktion deines Entwurfs prüfst.

Quellen und Stand

Der Überblick „Narrative Analyse in sechs Schritten umsetzen“ ordnet das Thema vollständig ein.

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Häufige Fragen zum Thema „Narrative Analyse durchführen“

Welche fünf Punkte nennt die Hildesheimer Beschreibung der narrativen Analyse?

Sie führt fünf Punkte auf: formale Textanalyse und Segmentierung, strukturelle Inhaltsbeschreibung, analytische Abstraktion, Wissensanalyse sowie Fallkontrastierung und theoretische Modellbildung.

Was steht am Beginn der beschriebenen Reihenfolge?

In der hier beschriebenen Reihenfolge stehen formale Textanalyse und Segmentierung am Anfang. Material und Analyseeinheiten kannst du zuvor als Arbeitshilfe festhalten.

Was folgt auf die strukturelle Inhaltsbeschreibung?

Auf die strukturelle Inhaltsbeschreibung folgt in der hier dargestellten Arbeitsstruktur die analytische Abstraktion. Du kannst diesen Schritt im eigenen Arbeitsprotokoll kennzeichnen.

Wann stehen kontrastive Vergleiche im Ablauf?

In der hier dargestellten Arbeitsstruktur folgen kontrastive Vergleiche auf die Wissensanalyse und stehen vor der theoretischen Modellbildung.

Wie dokumentiere ich Abweichungen im Arbeitsablauf?

Nutze persönliche Notizen für Abweichungen: Protokolliere alternative Bearbeitungswege und die nächste geplante Handlungsoption.

Was prüft der Qualitätscheck am Ende?

Der optionale Qualitätscheck kann Material, Auswertungseinheiten, die sechs dargestellten Schritte, Entscheidungen, Abweichungen und die Verbindung zwischen Arbeitsständen und Ergebnis erfassen. Führe die formale Sprachprüfung getrennt davon aus.

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